<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650</id><updated>2011-04-21T20:44:45.296-07:00</updated><title type='text'>Aktuelles</title><subtitle type='html'>Sebastian Moll</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>208</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-9071371467355651903</id><published>2008-06-03T11:28:00.000-07:00</published><updated>2008-06-03T11:31:24.062-07:00</updated><title type='text'>Der Mythos lebt - Das NBA Finale L.A. Lakers gegen Boston Celics lässt die grösste Rivalität des amerikanischen Basketball wieder aufleben</title><content type='html'>Kevin Garnett war erst neun Jahre alt, doch er kann sich noch genau erinnern, wie das damals war,1987, als sich die Boston Celtics und die Los Angeles Lakers die letzte ihrer legendären Schlachten um den NBA-Titel lieferten. „Meine Mutter hat immer gesagt, ich soll mich nicht so dicht vor den Fernseher setzen, das würde meine Augen verderben“, erzählt der jetzige der Star-Forward der Celtics. „Aber ich konnte mich einfach nicht davon lösen.“  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Garnett ist nicht der einzige Baskeballfan bei dem in diesen Tagen lange vergrabene Erinnerung an die grösste Rivalität wach werden, die es im US-Basketball je gab. Wenn am Donnerstag die Celtics gegen die Lakers zum ersten Spiel der diesjährigen Finalserie auflaufen, wird jeder, der alt genug ist, an die Zeiten denken, als sich Magic Johnson und Kareem Abdul Jabbar für L.A. mit Larry Bird und Kevin McHale für Boston 1984, 1985 und 1987 die packendsten, hochklassigsten und erbittertsten Finalpartien in der Geschichte der Liga lieferten. „Das war Basketball in Vollendung“, sagt Byron Scott, der damals für LA spielte und der heute die New Orleans Hornets trainiert. „Zwei Manschaften mit so großartigen Spielern, die so ausgeglichen sind und über so lange Zeit um die Meisterschaft kämpften, das war einmalig.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Rivaltät zwischen Boston und L.A., die Amerika die gesamten 80er Jahre hindurch fesselte, löste einen bislang ungekannen Basketball-Boom im Land aus. Vorher stand der Sport weit im Schatten von Football und Baseball. Bis dahin  kamen durchschnitlich gerade einmal 10,000 Zuschauer zu den NBA-Spielen, danach waren es 15,000. Vorher verdiente ein NBA-Profi durchschnittlich 150,000 Dollar, nachher mehr als 750,000. Die Lakers-Celtics Duelle erhoben das Spiel von einem vorwiegend schwarzen Minderheiten-Sport in den Mainstream.&lt;br /&gt;Fesselnd an dem Zweikampf damals war indes nicht nur das Niveau auf dem gespielt wurde – obwohl die Teams zweifellos das Basketball in eine neue Dimesnion beförderten. Es war sicher auch die immense Populariät der beiden Stars – Larry Bird und Magic Johnson, die so beliebt ware, wie nie zuvor Basketballspieler. Hinzu kam, dass das Duell so vieles verkörperte, was Amerika und die Amerikaner bewegte: Die Lakers standen für Geld und Glamour, die Celtics waren die Underdogs, das Proleten-Team. Die Lakers waren ein vorwiegend schwarzes Team, bei den Celtics spielten fast nur Weisse. Die Lakers repräsentierten das lässige, sonnige Kalifornien, die Celtics den alten grauen Osten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob die Lakers und die Celtics der 2000er genauso wie die der Achziger über Jahre hin die Liga dominieren und die Fans begeistern werden, muss man freilich erst noch abwarten. Das diesjährige Finale verspricht aber immerhin schon einmal hart umkämpft, hochklassig und unterhaltsam zu werden. Auf der einen Seite steht Boston, die Sensationsmannschaft des Jahres, die das neue Supertrio Garnett, Paul Pierce und Ray Allen über Nacht von einer Verlierertruppe in eine Favoritenauswahl verwandelt hat. Auf der anderen Seite steht L.A. mit dem zweifellos alles überragenden Spieler der NBA, Kobe Bryant, der im Spanier Pau Gasol drei Jahre nach dem Weggang von Shaquille O’Neal aus LA endlich wieder einen kongenialen Partner gefunden hat. „Die Lakers spielen fantastisch, sie haben einen unglaublichen Lauf“, zieht Paul Pierce den Hut vor den Gegnern. Ähnlich respektvoll äußerte sich Bryant über die Celtics: „Sie haben so viele starke Leute. Das könnte für uns ein Albtraum werden, die alle in Schach zu halten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In erster Linie freuen sich die Spieler jedoch darüber, bei diesem Revival dabei sein zu dürfen. „Es ist ein Traum“, sagt Paul Pierce, der in LA aufgewachsen ist und jetzt für Boston antritt. „Diese Rivalität hat das Baskteball revolutioniert und jetzt bin ich ein Teil davon.“ Kevin Garnett geht es ähnlich: „Jeder der Basketball liebt, weiss, was die Celtics-Lakers Rivalität bedeutet. Ich kann es kaum erwarten. Ich muss nur aufpassen, meine Aufgeregtheit darüber im Zaum zu halten.“ Das müssen die Fans zum Glück nicht – sie dürfen ihrer Euphorie über dieses Finale freien Lauf lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-9071371467355651903?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/9071371467355651903'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/9071371467355651903'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2008/06/der-mythos-lebt-das-nba-finale-la.html' title='Der Mythos lebt - Das NBA Finale L.A. Lakers gegen Boston Celics lässt die grösste Rivalität des amerikanischen Basketball wieder aufleben'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-4408956920657595511</id><published>2008-03-03T06:11:00.000-08:00</published><updated>2008-03-03T06:12:53.971-08:00</updated><title type='text'>Grau als Idee: Jasper Johns am Metropolitan Museum</title><content type='html'>Wenn man ohne lange Nachzugrübeln die wichtigsten Künstler der US-Nachkriegsavantgarde aufzählen soll, ist Jasper Johns zweifellos einer der ersten Namen, die einem in den Sinn kommen. In seinem Werk laufen die wichtigsten Entwicklungslinien der modernen amerikanischen Kunst zusammen: Johns steht an der Kreuzung von abstraktem Expressionismus, Pop-Art und Minimalismus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem lässt sich seine Kunst in keine dieser Schulen sauber einordnen. Zu eigenwillig und zu komplex ist dazu seine Arbeit – es ist eigentlich unmöglich, Johns auf einen handlichen Begriff zu bringen. Genau das haben aber James Rondeau und Douglas Druick vom Art Institute of Chicago mit ihrer Ausstellung „Gray“ gewagt, die seit dieser Woche am Metropolitan Museum of Art in New York zu sehen ist. „Gray“ versucht dem Besucher das Werk Johns’ zu erschließen, in dem sie seine Auseinandersetzung mit einer einzigen Farbe, der Farbe Grau, untersucht. Für Druick und Rondeau wird  Johns über seinen Umgang mit Grau – das sie eher als Zustand, denn als Farbe begreifen - besser zugänglich, als durch irgendeine andere Kategorie.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verblüffenderweise haben die Kuratoren sich mit diesem Ansatz nicht verhoben. Im Gegenteil, es ist ihnen ein echte Entdeckung geglückt. Eine „wundervolle Ausstellung“ nennt die New York Times die Schau, „die Schattenretrospektive einer Karriere innerhalb einer Karriere.“ Grau, das falle einem beim Gang durch die Räume im zweiten Stock des Metropolitan wie Schuppen von den Augen, sei jene „Farbe, die den Kern von Jasper Johns Sensibilität trifft, jener Ton, der auf natürliche Weise mit Johns fundamentaler Reserviertheit und hartnäckiger Ambiguität korrespondiert, sowie mit seinem einsamen Standpunkt und seiner intellektuellen Rigorosität.“&lt;br /&gt;Wie gut Jasper Johns’ Beschäftigung mit Grau das Wesen seines Schaffens trifft wird schon im ersten Raum der Ausstellung deutlich. Dort hängt das Gemälde „False Start“ von 1959, das 2006 für 80 Millionen Dollar als teuerstes Bild eines lebenden Künstlers an den Hedge Fund Manager Kenneth Grifffin verkauft wurde. Dem „Fehlstart“ der Ausstellung zur Seite gestellt ist „Jubilee“, ebenfalls von  1959. Die beiden Bilder sind Negative von einander: Der „Fehlstart“ ist eine mit grellen Farben überzogene Leinwand, in die durch Schablonen gemalt die Wörter Blau, Orange, Gelb, Weiß und Grau eingelassen sind. Die Farbnamen sind manchmal in der Farbe gemalt, die sie bezeichnen, meistens passen Name und Farbe jedoch nicht zusammen.  „Jubilee“ ist indes praktisch ein Abzug des ersten Bildes. Allerdings sind die Farben durch die gesamte Palette von Grautönen zwischen Weiß und Schwarz ersetzt worden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie die Farbe Grau selbst, die keine Farbe sondern eher eine Vielfalt von Schattierungen ist der Diptychon zutiefst ambiguös. Die Farbbezeichnungen werden von ihrem Signifikat losgelöst und somit der Status beider in Frage gestellt. Die Schrift wird, solchermassen von ihrer Bedeutungsfunktion enthoben, zur Malerei, die ihrerseits jedoch als Stempel keinen Verweis auf einen gestalterischen Willen zulässt. Die Farbe selbst bleibt eine stummes unaussprechliches Etwas, das nur auf sich selbst verweist, auf jene „Materialität“, die Johns Zeit seines Lebens in den Vordergrund zu stellen suchte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insofern kann man das jubelnde graue Tableau als Lösung des Problems lesen, das sich Johns in dem Fehlfarben-Bild gestellt hatte. In jener Phase seines Schaffens Ende der 50er Jahre war Jasper Johns intensiv auf der Suche nach einem Weg,  jegliche Emotion zu überwinden. Davon kündet schon seine berühmte Verwendung wiedererkennbarer Ready-Made Symbole wie der amerikanischen Fahne oder von Zielscheiben – Dinge, die, wie Johns sagt, „das Auge schon kennt“ und die deshalb die Aufmerksamkeit von der Darstellung und dem Dargestellten auf den künstlerischen Prozeß lenken. Farblich war es das Grau, das ihm eine ähnlich strenge Konzentration auf das Malen anstatt auf das Gemalte erlaubte: „Mir ging es in diesen frühen Arbeiten vor allem darum, ein Gefühl von Wirklchkeit zu erzeugen“, sagte Johns in einem Interview für den New Yorker Ausstellungskatalog. „Durch die Verwendung von Grau wird die phsyische Existenz von Gegenständen intensiviert. Grau beraubt das Werk jener Aufgeregtheit, die durch Farbe entsteht. Übrig blieb das, was ich damals wohl als Realität empfunden habe.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Funktion des Ent-Emotionalisierens und der Betonung des Materials sowie des Schaffensprozesses besitzt die Farbe Grau, wie die Ausstellung zeigt, bei Jasper Johns bis in die späten 60er Jahre. Da ist etwa „Tennyson“ von 1958, bei dem Johns mit Hilfe verschiedener Rahmungen innerhalb des Bildes sechs Ebenen erzeugt, die jedoch alle mit der selben grauen Wachs-Enkaustik überzogen sind. Die Konstruktion verweist auf ein Inneres des Bildes doch in diesem Inneren ist nichts als die Farbe Grau  in ihrer wachsigen Konsistenz. Der aufgestempelte Name Tennyson erinnert an den viktorianischen Dichter, der sich seines Seins in der Welt auf ähnlich existentialistisch-minimalistische Art und Weise wie Johns versichert hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch an seinen berühmtesten Motiven hat Johns den Effekt der Farbe Grau ausprobiert. Unter den 120 grauen Stücken der Ausstellung finden sich auch gut zwei Dutzend amerikanische Fahnen und Zielscheiben. Dabei erscheint, wie bei dem Schritt vom „False Star“ zu „Jubilee“ die Vergrauung wie eine Verfeinerung und Verstärkung des ursprünglichen Gedankens der Arbeit. Die generischen Symbolformen werden durch die Farbe Grau noch mehr ihrer symbolischen Funktion beraubt und die Aufmerksamkeit auf die sinnlichen Qualitäten des Werkes gelenkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den Siebziger Jahren, als Johns’ Arbeit zunehmend weniger stringent und methodisch wurde, begann die Bedeutung der Farbe Grau für ihn abzunehmen. Doch die zugleich ernüchternde Kraft von Grau und ihr vieldeutiger, unsicherer Status als Farbe, ließ ihn nie ganz los. So arbeitete Johns wie selbstverständlich wieder in Grau nachdem er zu Beginn der 80er Jahre im Vorbeifahren an einer Autobahn jenes Schraffur-Muster entdeckt hatte, das ihn fortan ähnlich wie die Fahne und die Zielscheibe vorher über viele Jahre hinaus beschäftigt. Und auch in seinen neuesten Werken – der „Catenary“ Serie, in der er Schnüre vor bemalte Leinwände hängt, spielt Grau wieder eine wichtige Rolle – diesmal als Milieu, das es ihm erlaubt ohne Bruch Abstraktion und Repräsentation, sowie verschiedene Medien zu mischen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ausstellung am Metropolitan ist ein kuratorischer Coup- es ist Druick und Rondeau gelungen, mit einer einzigen klaren Idee ein gänzlich neues Licht auf eine der komplexesten Figuren moderner Avantgarde-Kunst zu werfen und sie dabei greifbarer zu machen. Zugleich zwingt sie den Besucher dazu, über Grau nicht bloß als Farbe, sondern als Konzept nachzudenken – und somit tief in die Welt von Jasper Johns vorzudringen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-4408956920657595511?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4408956920657595511'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4408956920657595511'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2008/03/grau-als-idee-jasper-johns-am.html' title='Grau als Idee: Jasper Johns am Metropolitan Museum'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-926052173495707287</id><published>2008-02-21T14:51:00.000-08:00</published><updated>2008-02-21T14:54:04.797-08:00</updated><title type='text'>Stell Dir vor es ist Boxen und keiner schaut zu:  Vor dem Klitschko-Kampf im Madison Square Garden</title><content type='html'>Nicht, dass für den Kampf nicht ausreichend geworben wird. In beinahe allen New Yorker U-Bahnwaggons hängen Annoncen für die Partie zwischen Sultan Ibragimov und Vladimir Klitschko und am Madison Square, wo die Schwergewichtsweltmeister am Samstag gegeneinander in den Ring steigen, prangt ein zehn Meter hohes Banner mit dem Konterfeit der beiden Männer. Doch direkt vor der Arena, auf der wuseligen Siebten Avenue in Midtown Manhattan, weiß trotzdem keiner der Passanten etwas von dem als „Kampf der Kämpfe“ vermarkteten Event. „Ist Tyson nicht mehr Weltmeister?“, meint Ira Blumberg, ein junger Geschätsmann, während er von der Pennsylvania Station unterhalb des Garden über den Bürgersteig zu seinem Taxi hastet. „Interessant, dass sie mich nach Boxen fragen“, sagt Leon Levy, ein gediegener älterer Herr, der mit einer Zeitung unter dem Arm den Boulevard entlang schlendert. „Ich habe früher alle Boxkämpfe gesehen, zu der Ali-Frazier-Zeit, aber ich habe schon lange nichts vom Boxen gehört oder gelesen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Vereinigungsmatch zwischen den Weltmeistern der beiden Boxverbände WBO und IBF findet in New York, das bei Kämpfen von Joe Louis oder Muhammed Ali im Garden in einen kollektiven Boxrausch verfiel, praktisch keine Beachtung. Die Zeitungen sind voll von den Dopingskandalen im Baseball und vom Verkauf des Basketball-Stars Jason Kidd nach Dallas. Boxen hingegen findet in der Tagespresse praktisch nicht statt. Drei Tage vor dem angeblich größten Kampf seit 1999 waren zudem noch reichlich Tickets für gerade einmal 150 Dollar zu haben. Und Experten wie Dave Anderson, altgedienter Boxreporter der New York Times, erwarteten auch nicht, dass der Garden bis Samstag ausverkauft sein würde. „Zum Boxen gehen hier doch nur noch alte weiße Männer, die sich an die großen Zeiten des Boxens erinnern und Latinos. Der Mainstream interessiert sich in Amerika nicht mehr dafür.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der offensichtlichste Grund für die Krise des Schwergewichtsboxens in Amerika ist das Fehlen eines amerikanischen Stars. Spätestens seit Lennox Lewis, eigentlich jedoch, seitdem Mike Tysons Karriere durch seinen ersten Gefängnisaufenthalt 1992 unterbrochen wurde, fehlt in Amerika der starke Mann, der die Massen fesselt. Deshalb stiegen die großen Fernsehnetzwerke nach und nach aus dem Boxen aus – heute gibt es den Sport nur noch auf dem Kabelkanal HBO zu sehen, der in US Haushalten nicht Teil der Kabelgrundversorgung ist.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Programmdirektor von HBO, Ross Greenberg, der auf den Sport setzt, weigert sich freilich dennoch, von einer Krise des Boxens zu reden. „Die meisten Zeitungsredakteure haben dem Boxsport den Rücken gekehrt und versuchen jetzt im Nachhinein, Gründe für ihre Entscheidung zu finden“, schiebt er die Verantwortung für das Problem seinen Print-Kollegen zu. In Wahrheit, so Greenberg, gebe es jedoch ein breites Publikum für das Boxen. Um seine These zu belegen, verweist Greenberg darauf, dass erst im Dezember zwei Millionen Menschen je 54 Dollar bezahlt hätten, um im Pay Per View-Verfahren den Kampf im Super-Weltergewicht zwischen Floyd Mayweather und Oscar De La Hoya zu sehen. Weitere vier Millionen hätten sich das Spektakel später im freien Kabelfernsehen in der Zusammenfassung angeschaut. Thomas Hauser, wie Dave Anderson ein altgedienter New Yorker Boxreporter und Buchautor entgegnet auf Greenbergs Argumentation allerdings: „Klar redet Greenberg sich das schön. Er ist ein Boxpromoter wie alle anderen. Fakt ist, dass die Einschaltquoten von HBO jährlich sinken.“ Genaue Vergleichszahlen wollte HBO auf Anfrage dieser Zeitung nicht nennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einig ist man sich unter amerikanischen Boxexperten auf jeden Fall, dass es der Verbreitung des Sport nicht eben gut tut, vier verschiedene Weltmeister zu haben, deren Namen obendrein noch kaum ein Amerikaner aussprechen kann. Der Vereinigungskampf zwischen Klitschko und Ibragimov schafft da nur begrenzt Abhilfe: „Ich finde es überzogen, hier von einem echten Vereinigungskampf zu sprechen“, sagt Thomas Hauser. „Man kann das doch nicht wirklich  ernst nehmen.“ Wenn man tatsächlich den besten Schwergewichts-Boxer der Welt ermitteln wollte, stimmt Hauser in den Chor vieler frustrierter Boxliebhaber ein, dann müsse man Klitschko gegen Nikolai Valuev antreten lassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber auch der Sieger dieses Kampfes könnte wohl nur schwerlich die Popularität des Boxens in den USA retten. Wie wenig Zugkraft Klitschko hier hat, sieht man alleine daran, dass HBO nicht das Risiko eingeht, den Ibragimov-Klitschko-Fight als lukrative Pay Per View-Sendung anzubieten. „So weit sind wir hier noch nicht, dazu müssen wir  unseren Bekanntheitsgrad noch deutlich erhöhen“, sagt Klitschko-Manager Bernd Bönte, der zugibt, dass der Fight am Samstag vor allem dazu dienen soll, die Marke Klitschko in Amerika besser einzuführen. Der ansonsten ausgesprochen umgängliche Klitschko selbst  reagierte derweil während einer Pressekonferenz am Mittwoch auf seine mangelnde Popularität in den USA ungewohnt schnippisch. Er rede nicht gerne darüber, wie oft er von Fans angesprochen werde, wenn er in New York durch die Stadt laufe, hieß es. Oft wird es wohl nicht gewesen sein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-926052173495707287?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/926052173495707287'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/926052173495707287'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2008/02/stell-dir-vor-es-ist-boxen-und-keiner.html' title='Stell Dir vor es ist Boxen und keiner schaut zu:  Vor dem Klitschko-Kampf im Madison Square Garden'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5594661265991386286</id><published>2008-02-14T05:23:00.000-08:00</published><updated>2008-02-14T05:24:36.663-08:00</updated><title type='text'>Einer lügt hier - Die Dopinganhörungen von Roger Clemens vor dem US-Abgeordnetenhaus</title><content type='html'>Roger Clemens hatte die Stirn in Falten gelegt, die Augen waren verkniffen und die Mundwinkel nach unten gezogen. Ob er verstehe, dass er hier unter Eid steht, fragte der schwarze Kongressabgeordnete Elijah Cummings aus Maryland von seinem Pult herab den ehemaligen Baseballstar. „Ja, Sir“, erwiderte Clemens mit einem hörbaren Klos im Hals. Ob er sich bewusst sei, was dies bedeute, hakte der Parlamentarier nach. „Ja, Sir“, erwiderte der massige Ex-Rekordschlagmann erneut mit bebender Stimme von seiner Anklagebank aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frage von Cummings war eine nachdrückliche Erinnerung an das Baseball-Idol, dass es bei seiner Aussage vor dem Doping-Untersuchungsausschuß des US-Abgeordnetenhauses am Mittwoch um mehr ging, als nur um seinen Ruf und um die Glaubwürdigkeit der Rekorde und Titel aus Clemens’ langer Karriere. Würde Clemens unter Eid erneut behaupten, er habe nie gedopt und würde sich später heraus stellen, dass das eine Falschaussage ist, würde dem 45 Jahre alten Texaner eine Anklage wegen Meineides drohen. So, wie die Anklage, die derzeit sein Kollege Barry Bonds in San Francisco am Hals hat und die ihm Jahre im Gefängnis einbringen könnte. Gleich sechs FBI Agenten saßen am Mitwoch auf dem Capitol Hill in Washington im Publikum, um Material für eine mögliche Strafverfolgung zu sammeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ging also um viel, auch wenn der Vorsitzende des Kommittees Tom Davis wiederholt betonte, dass die Anhörung keine Gerichtsverhandlung sei. Das Kommittee, so Davis, sei lediglich daran interessiert, die Glaubwürdigkeit des Mitchell-Reports sicher zu stellen – jenes Dossiers des ehemaligen Senators George Mitchell, der im Dezember nach zwei Jahren Recherche zu dem Schuss gekommen war, dass im Nationalsport Baseball über mindestens ein Jahrzehnt lang flächendeckend gedopt wurde. In dem Bericht war zusammen mit rund 80 Kollegen auch Clemens genannt worden. Sein ehemaliger Trainer Brian McNamee hatte nämlich gegenüber Mitchell ausgesagt, Clemens über Jahre hinweg mit dem Wachstumshormon und mit Steroiden versorgt zu haben. Doch Clemens hatte die Aussagen McNamees geleugnet und in den letzten Wochen mit einer großangelegten PR-Kampagne seinen ehemaligen Betreuer zu diskreditieren versucht. Ganze Detektiv-Teams hatte Clemens los geschickt, um Material zu finden, mit dem er McNamee übel beleumunden kann.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um der Sache auf den Grund zu gehen, ließ das hohe Gremium nun die beiden ehemaligen Partner ihre widersprüchlichen Aussagen unter Eid wiederholen. Es war ein Nervenspiel zwischen Clemens und dem schmalen, blassen McNamee, der einst den kräftigen Werfer fit gemacht hatte. Einer der beiden würde Meineid begehen müssen und die Frage war, ob es der Lügner dabei schafft, die Contenance zu wahren. Keiner der beiden zerbrach letztlich an dem Druck, doch Clemens’ Behauptungen wirkten Live im nationalen Fernsehen noch fadenscheiniger, als in den zahllosen Interviews, die er seit der Veröffentlichung des Mitchell-Reports vor zwei Monaten gegeben hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Clemens mit der Aussage seines Kumpels und ehemaligen Mannschaftskollegen Andy Petitte konfrontiert wurde, Clemens habe diesem gegenüber mehrfach die Einnahme von HGH zugegeben, wusste Clemens etwa nur zu sagen, dass sich Petitte wohl verhört haben muss. Um das Mißverständnis plausibel zu machen, versuchte Clemens zu erklären, dass er wohl damals von seiner Frau gesprochen haben muss, die sich von McNamee HGH gegen Alterungserscheinungen habe spritzen lassen. Damit widersprach sich Clemens jedoch selbst, denn er hatte vorher ausgesagt, seine Frau habe erst 2003 von McNamee HGH bekommen. Die Gespräche mit Petitte hatten jedoch schon 1999 und 2000 stattgefunden. Schlimmer noch wurde es für Clemens, als der Abgeordnete Stephen Lynch aus Massachussetts ein äztliches Gutachten von 1998 über ein Hämatom an Clemens’ Hintern vorlegte. Das Hämatom, so das einstimmige Urteil der Sachverständigen, die Lynch befragt hatte, habe nie und nimmer von Vitamin-Injektionen stammen können, wie Clemens dies behauptet. Nach Anabolika-Spritzen seien solche Schwellungen hingegen typisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die eidesstaatlichen Aussagen von Brian McNamee und somit der gesamte Mitchell Report, für den McNamee ein zentraler Informand war, wirkten da schon deutlich glaubhafter. Schon alleine die Tatsache, dass die anderen beiden langjährigen Doping-Patienten von McNamee, Petitte und Chuck Knoblauch, McNamees Geständnisse sowohl gegenüber Mitchell, als auch gegenüber dem Kongressausschuss voll bestätigt hatten, stellten Clemens’ Leugnungen in ein äußerst ungünstiges Licht. Die Inkongruenzen in McNamees verschiedenen Aussagen der vergangenen Monate erklärte der sichtlich gequälte Trainer damit, dass er so lange wie möglich und so weit wie möglich seinen ehemaligen Brötchengeber und Freund habe schützen wollen. Das war deutlich plausibler als Clemens’ verstrickte Geschichten über eine angebliche Anti-Aging Kur seiner Frau.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem waren längst nicht alle Abgeordneten von Clemens’ Schuld überzeugt. Der republikanische Kongressmann Dan Burton, ein rechtschaffener Mittelwestler aus dem Bibelstaat Indiana etwa, ging mit einer zehnminütigen Haßtirade wie wildgeworden auf McNamee los. Als notorischen Lügner beschimpfte er den Trainer, ohne diesen überhaupt zu Wort kommen zu lassen und fragte ihn, wie er denn dazu komme, das Ansehen eines „der Titanen“ des Sports zu beschmutzen. In den Tagen vor der Anhörung war Clemens im Abgeordnetenhaus von Büro zu Büro gegangen, um für seine Sache zu werben und es wurde berichtet, dass einige der Parlamentarier sich bei dieser Gelegenheit hatten Autogramme geben lassen. Gewiss war Burton einer von ihnen. Wie viele Amerikaner will der Mann aus Indiana offenkundig noch immer nicht wahr haben, was in seinem Lieblingssport vor sich geht. Spätestens, wenn Clemens vor Gericht steht und Bonds im Gefängnis sitzt, wird Amerika aber wohl daran nicht mehr vorbei schauen können.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5594661265991386286?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5594661265991386286'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5594661265991386286'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2008/02/einer-lgt-hier-die-dopinganhrungen-von.html' title='Einer lügt hier - Die Dopinganhörungen von Roger Clemens vor dem US-Abgeordnetenhaus'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8686295360846420695</id><published>2008-02-07T13:19:00.000-08:00</published><updated>2008-02-07T13:20:37.193-08:00</updated><title type='text'>Mitt Romney steigt aus US Wahlkampf aus</title><content type='html'>Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat am Donnerstag in einer Rede vor einer Versammlung konservativer Wahlkampforganisationen in Washington bekannt gegeben, dass er seine Kampagne beendet. Romney hatte bei den Vorwahlen am vergangenen Dienstag in 21 US-Staaten weit schlechter abgeschnitten als erhofft und lag nach Vorwahlen in insgesamt 29 Staaten abgeschlagen auf dem dritten Platz der Liste republikanischer Kandidaten. Der führende republikanische Kandidat John McCain wird damit als republikanischer Präsidentschaftskandidat immer wahrscheinlicher. Sein einziger ernsthafter Konkurrent ist nun nur noch der ehemalige Gouverneur von Arkansas Mike Huckebee. Aber Huckabee hat bislang mit 149 lediglich ein Viertel der 600 Delegiertenstimmen, die McCain auf sich vereinigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Vorwahl vom Dienstagabend hatte Romney ursprünglich noch erklärt, er wolle seinen Wahlkampf bis zum Parteitag der Republikaner im August weiter führen. Allerdings hatten seine Wahlkampfstrategen am Mittwoch bereits eingeräumt, dass sie nicht mehr mit einem Sieg Romneys in den verbleibenden Vorwahlen rechnen. Ihre Taktik sei vielmehr, sagte der Finanzchef von Romneys Kampagne Al Cardenas gegenüber der New York Times, McCain daran zu hindern, bis zum Parteitag nicht die erfoderte Anzahl von 1191 Delegiertenstimmen auf sich zu vereinigen. Dann hätte Romney die Möglichkeit gehabt auf dem Parteitag selbst noch in Kampfabstimmungen und mit der Unterstützung anderer Kandidaten die Nominierung zu ergattern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei seiner Rücktrittsrede am Donnerstag sagte Romney jedoch, er müsse für „meine Partei und mein Land in diesen Kriegszeiten“, zur Seite treten. Durch seine weitere Kandidatur, fügte Romney an, hätte er die nationale Kampagne der Republikaner behindert und einen Wahlsieg der Demokraten erleichtert. Das könne sich Amerika jedoch nicht leisten, weil die Demokraten vor hätten, die amerikanischen Truppen aus dem Irak zurückzuziehen. „Das hätte verheerende Folgen“, sagte Romney, der sich wie McCain für eine Fortsetzung des amerikanischen Engagements im Irak eingesetzt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mitt Romneys Kampagne war von Anfang an nicht so verlaufen, wie es sich der ehemalige Gourverneur von Massachussetts gewünscht hatte. Romney, der als ehemaliger Unternehmensberater über ein beträchtliches Privatvermögen verfügt, hatte viel Geld in die frühen Wahlkämpfe von Iowa und New Hampshire gesteckt. Romney hatte gehofft dort zu gewinnen und sich dadurch in eine gute Ausgangsposition für den Super Tuesday am 5. Februar zu bringen. Doch Romney verlor in Iowa gegen Mike Huckabee und in New Hampshire gegen John McCain. Romney konnte sich von diesen Niederlagen nie erholen und musste zuletzt  17,4 Millionen Dollar  aus der eigenen Tasche in den Wahlkampf stecken, weil es immer schwieriger wurde, Spenden zu sammeln. Insgesamt schließt sein Wahlkampf mit Schulden von ebenfalls 17 Millionen Dollar ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Romney hatte jedoch nicht nur finanzielle Probleme, sondern auch politische. Es gelang ihm nicht, sich zwischen seinen Gegnern Mike Huckabee und John McCain erfolgreich zu positionert. Huckabee repräsentiert als ehemaliger Baptistenprediger die wertkonservative republikanische Stammwählerschaft. McCain auf der anderen Seite gilt wegen seiner Erfahrung als Kriegsveteran und als Senator sowie seinen moderaten Positionen bei Themen wie der Einwanderungsreform als der aussichtsreichste Kandidat gegen die Demokraten. Romney hingegen konnte als Mormone nie die evangelikalen Christen, eine mächtige Wählergruppe in den USA, hinter sich vereinigen. Darüber hinausgeriet er in Erklärungsnot, weil er als Gouverneur von Massachusetts sozial liberale Positionen vertreten hatte wie etwa die Befürwortung von Abtreibung, Stammzellenforschung und der Schuwlenehe. Daß er diese Positionen als Präsidentschaftskandidat wieder revidierte, kostete ihn zusätzlich an Glaubwürdigkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;John McCain hatte schon am Abend des Super Tuesday eingeräumt, dass er nun wohl „der Spitzenkandidat“ sei. Am Mittwoch fugte McCain-Berater Charlie Black gegenüber der New York Times an, dass es wohl für McCains Gegner „mathematisch praktisch unmöglich“ sein, ihm die Kandidatur noch streitig zu machen. Das gilt nun wohl noch mehr denn je.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8686295360846420695?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8686295360846420695'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8686295360846420695'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2008/02/mitt-romney-steigt-aus-us-wahlkampf-aus.html' title='Mitt Romney steigt aus US Wahlkampf aus'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8140160294014847169</id><published>2008-02-05T19:40:00.000-08:00</published><updated>2008-02-05T19:42:33.773-08:00</updated><title type='text'>Der Super Tuesday in New York</title><content type='html'>Lesen Sie, wie auf den Straßen Manhattans am Dienstag die Stimmung war unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;http://www.taz.de/1/archiv/dossiers/dossier-praesidentenwahl-in-den-usa-2008/artikel/1/wie-ein-neuer-pop-trend/?src=ST&amp;cHash=dcaffc4cef&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8140160294014847169?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8140160294014847169'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8140160294014847169'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2008/02/der-super-tuesday-in-new-york.html' title='Der Super Tuesday in New York'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-7268276135517659902</id><published>2008-02-04T14:22:00.000-08:00</published><updated>2008-02-04T14:23:55.241-08:00</updated><title type='text'>Obama und Hillary in Harlem</title><content type='html'>Wie die Wähler im berühmtesten Schwarzenviertel Amerikas vor dem Tsunami Tuesday zu den Kandidaten stehen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1282818&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-7268276135517659902?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7268276135517659902'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7268276135517659902'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2008/02/obama-und-hillary-in-harlem.html' title='Obama und Hillary in Harlem'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5897730323516386519</id><published>2008-02-01T07:03:00.000-08:00</published><updated>2008-02-01T07:04:44.667-08:00</updated><title type='text'>Landei gegen Playboy - Die Superbowl Quarterbacks Eli Manning und Tom Brady</title><content type='html'>New York würde in diesen Tagen viel dafür geben, um Eli Manning gegen Tom Brady eintauschen zu können. Brady ist der überragende Quarterback der Football-Liga NFL, er hat mit den New England Patriots alle Saisonspiele gewonnen und alle Rekorde für Zuverlässigkeit und Präzision auf der Spielmacher-Position gebrochen. Eli Manning, der Quarterback der New York Giants, dem Superbowl Finalgegner der Patriots, hat hingegen das Jahr über ein bestenfalls schwankendes Leistungsniveau gezeigt. Seine Auftritte reichten von „nicht ganz so schlimm“, wie sein Vater, Ex-Football-Star Archie Manning nach dem Playoff Sieg der Giants gegen Dallas gnädig befand, bis „bestürzend holzköpfig“ wie das Internet-Magazin Slate zur Saisonmitte meckerte. Erst bei den drei Playoff-Siegen der Giants in den vergangenen Wochen steigerte sich Manning zu einer Form, die des Kapitäns einer Spitzenmannschaft angemessen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die mangelnde Konstanz auf dem Spielfeld würde New York Manning ja noch vergeben. Was man in der Stadt jedoch nur schwer verzeiht, ist das völlige Fehlen von Star-Qualitäten bei dem Quarterback. Ein New Yorker Sportidol, das den Boulevardblättern nicht den geringsten Ansatzpunkt für Klatsch und Tratsch bietet, das ist nichts für diese Stadt. Manning ist so „gewöhnlich wie Vanille-Eis“ schrieb die New York Newsday, das New York Magazine beschimpfte den 26-Jährigen aus Mississippi als „reglosen Bauerntölpel.“ Sein Gegenüber Tom Brady hingegen, Cover-Boy für das Herrenmagazin GQ, trägt den Sptznamen „Hollywood Brady“ und die Style-Beilage der New York Times widmete am vergangenen Wochenende eine ganze Seite den Playboy-Qualitäten des Bostoner Kapitäns.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seiner Playboy Rolle wurde Brady in den Tagen seit dem Halbfinale gerade wieder voll gerecht. Nach dem Spiel in Foxboro gegen die San Diego Chargers fuhr Brady nicht etwa nach Hause nach Boston sondern direkt in das 400 Kilometer entfernte New YorkerYuppie-Viertel Greenwich Village. Den Kapuzenpullover tief ins Gesicht gezogen und einen Blumenstrauss in der Hand wurde er dort von Paparazzi erspäht, als er spät in der Nacht bei seiner Freundin, dem brasilianischen Super-Model Gisele Bündchen klingelte. Am nächsten Tag wurden die beiden beim Shopping in SoHo und abends knutschend im East Village-Club „Butter“ gesichtet. Dann verließ das Paar 24 Stunden lang die Wohnung nicht. Erst am Mittwoch kehrte Brady nach Boston zurück, um ins Training für das Finale einzusteigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tom Brady sieht schon aus wie ein Hollywood-Star: Modische Wuschelfrisur, sorgsam gezüchteter Dreieinhalbtagebart, Augen „so grün wie der Rasen am Vierzehnten in Augusta“, wie Sports Illustrated schrieb. Manning nimmt sich daneben aus, wie ein  pubertierender Penäler: Pickelig, blaß und für einen NFL-Spieler geradezu schmächtig. Wenn er eine Pressekonferenz halten muss, verspannt sich sein Oberkörper, sein Blick wandert unruhig durch den Raum, er gerät ins Stottern und wiederholt sich häufig. Statt mit einem Supermodel lebt er mit seiner alten College-Liebe aus Mississippi zusammen, das Paar hat ein Häuschen in Hoboken – einem faden Wohnvorort außerhalb von New York. In Manhattan wurde er nach seinem soliden Halbfinale gegen Green Bay bislang nur einmal gesichtet – er kam mit seiner Verlobten nach dem Abendessen aus einem Steakhouse. Der einzige anwesende Paparrazzo vermerkte nur lakonisch, Manning habe „wie ein ganz normaler Typ“ ausgesehen. „Sehr langweilig.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß Manning eine derart unscheinbare Persönlichkeit besitzt, liegt sicherlich nicht zuletzt daran, daß sein Vater und sein großer Bruder mit ihren überdimensionierten Egos für einen dritten Mann im Haus kaum Platz lassen. Vater Archie führte zu seiner Zeit die New Orleans Saints, laut dem Online-Magazin Slate wie ein „Kavalerie-Kommandant der Südstaaten-Armee, immer den Säbel zwischen den Zähnen und jederzeit bereit zur Hölle zu fahren.“ Bruder Peyton, der im vergangenen Jahr mit den Indianapolis Colts die Superbowl gewann und zum wertvollsten Spieler der Liga gekürt wurde, sei, so Slate, ebenfalls eindeutig ein „Alpha Hund.“ Eli hingegen war immer ein wenig das vergessene Küken im Nest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unbestritten ist, dass auch Eli das Talent der beiden anderen Mannings besitzt. Bislang blitzte es allerdings immer nur in einzelnen Spielen auf und verflüchtigte sich dann genauso rasch wieder. Wenn er am kommenden Sonntag mit den Giants die ungeschlagenen Patriots von Brady wegputzt werden aber sicherlich die ganzen Fehlpässe wieder vergessen sein, die sich Manning in der Saisonmitte leistete und die ihm den Spitznamen „Eli the Terrible“ eintrugen. Dann wird man ihm in New York vielleicht sogar verzeihen, dass es ihm an jeglichem Glamour mangelt. Wahrscheinlich finden dann die Kolumnisten der Boulevardblätter seine Schüchternheit und Langeweile sogar charmant. Für ein paar Wochen jedenfalls, bis der Jubel verpufft ist und ihnen der Stoff ausgeht. Dann werden sie wieder zu Dutzenden vor der Wohnung von Bündchen herumlungern und sehnsüchtig darauf warten, daß eine Limousine mit einem Kennzeichen aus Massachusetts vorfährt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5897730323516386519?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5897730323516386519'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5897730323516386519'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2008/02/landei-gegen-playboy-die-superbowl.html' title='Landei gegen Playboy - Die Superbowl Quarterbacks Eli Manning und Tom Brady'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-923311136428524378</id><published>2008-01-14T14:03:00.000-08:00</published><updated>2008-01-14T14:06:50.524-08:00</updated><title type='text'>Wie beim Pferderennen</title><content type='html'>Die US-Medien berichten über den Wahlkampf so, als wäre es ein Sportereignis. Über Inhalte wird kaum geredet. Die Wähler finden das schade.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lesen Sie unter ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/medien/?em_cnt=1271706&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-923311136428524378?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/923311136428524378'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/923311136428524378'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2008/01/wie-beim-pferderennen.html' title='Wie beim Pferderennen'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8184499408675694909</id><published>2008-01-07T17:12:00.000-08:00</published><updated>2008-01-07T17:14:09.939-08:00</updated><title type='text'>Zwischen Hillary und Barack</title><content type='html'>Schwarze Frauen in New York sehen sich in der US Wahl im Dilemma&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;http://www.taz.de/1/archiv/dossiers/dossier-praesidentenwahl-in-den-usa-2008/artikel/1/zwischen-barack-und-hillary/?src=TE&amp;cHash=89637dd025&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8184499408675694909?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8184499408675694909'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8184499408675694909'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2008/01/zwischen-hillary-und-barack.html' title='Zwischen Hillary und Barack'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8039169124242508259</id><published>2007-12-30T10:54:00.000-08:00</published><updated>2007-12-30T10:56:07.051-08:00</updated><title type='text'>Held der kleinen Leute: Brett Favre wird US Sportler des Jahres</title><content type='html'>(Tagesspiegel, Sylvester 2007)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gab nicht eben viele Wohlfühlgeschichten im US-Profisport in diesem Jahr. Die großen Schlagzeilen handelten weniger von Triumphen und Heldentaten als von Skandalen: Der schwer Dopingverdächtige Barry Bonds schlug den ewigen Homerunrekord, wurde dabei erst ausgepfiffen und kurz darauf vor Gericht gestellt; Marion Jones mußte ihre Olympiamedaillen ebenso zurück geben, wie Floyd Landis sein Gelbes Trikot; und zum Jahresende bescherte Senator George Mitchell den Fans einen 300 Seiten starken Report, der dokumentierte, dass nicht ein einziges Team der Baseball-Liga dopingfrei ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angesichts dieser Mangellage fiel die Wahl zum Sportler des Jahres nicht schwer. Die Jury des Magazins Sports Illustrated hatte keine große Auswahl mehr an Heroen. Wenn man sich in jener Trümmerlandschaft umsah, die die Skandale hinterließen, blieben nicht mehr viele Identifikationsfiguren übrig: Im Team der World Series-Champions Boston Red Sox stach ebenso wenig ein einzelner Spieler hervor, wie bei NBA-Meister San Antononio. Basketball Superstars wie Dirk Nowitzki und LeBron James hatten sich alle frühzeitig aus dem Meisterschaftskampf verabschiedet. Die NFL- Star-Quarterbacks Peyton Manning und Tom Brady waren zu blaß und zu glatt  für die Auszeichnung. Und so kam eigentlich nur noch ein Mann dafür in Frage, den Titel der Weihnachtsausgabe von Sports Illustrated zu zieren: Brett Favre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der 38 Jahre alte Quarterback der Green Bay Packers spielt gerade die Saison seines Lebens. Nachdem man selbst in Green Bay im vergangenen Jahr hinter vorgehaltener Hand schon darüber sprach, daß der alternde dreifache MVP sich und dem Football-besessenen Städtchen an der kanadischen Grenze vielleicht lieber den Gefallen eines Rücktritts tun sollte, übertraf Favre in dieser Saison den ewigen Rekord für Touchdown-Pässe der Miami Dolphins-Legende Dan Marino – sowohl von der Anzahl der erfolgreichen Abgaben, als auch von den überwundenen Yards her. Die Packers haben die National Conference gewonnen, sich nach nur drei Saisonniederlagen bei zwölf Siegen seit langem einmal wieder frühzeitig für die Playoffs qualifiziert, und man traut ihnen zu, zum ersten Mal seit 1997 wieder bis in das Superbowl-Finale vorzudringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war allerdings nicht alleine dieses erstaunliche Comeback des Brummbären mit den mittlerweile ergrauten Bartstoppeln, das Favre zum unangefochtenen Spitzenkandidaten für die Wahl zum beliebtesten US-Athleten machte. Er war vor allem auch deshalb der offensichtliche Favorit, weil sich amerikanische Sportfans mit kaum einem anderen Sportler so einstimmig identifizieren wie mit Favre. Es gibt kaum jemanden, der sich auch nur ein bißchen für Football interessiert, der Favre nicht diesen dritten Frühling von Herzen gönnt – die Fans rivalisierender Teams eingeschlossen.  Als Favre am 16. Dezember gegen St. Louis den Yard Rekord von Dan Marino übertraf, wurde das Spiel unterbrochen, und das ganze Stadion spendete Minuten lang Szeneapplaus- inklusive der Anhänger der heimischen Rams für die der Rekordpaß von Favre eine herbe 33-14 Niederlage bedeutete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Favre hat es immer vermocht den Football-Freunden zu vermitteln, dass er einer von ihnen ist. Tom Brady, der Quarterback der unantastbaren New England Patriots, ist  eine entrückte Touchdown-Maschine und ein Superstar im Hollywood Format. Favre hatte hingegen vom ersten Tag seiner Karriere die Aura des Typs von Nebenan: er hatte unübersehbare Ecken und Kanten, Höhen und Tiefen, an denen er seine Anhänger wohl oder über teilhaben ließ. Er hat in der Öffentlichkeit mit seiner Alkohol- und Medikamentensucht gerungen, er ist unter aller Augen vom spätpubertierenden Haudrauf zum Verantwortungsträger und Vorbild   gereift. Er hat Todesfälle in der engsten Familie überwunden sowie die Krebserkrankung seiner Frau gemeistert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Hauptgrund, warum sich nicht nur die ganze Region rund um Green Bay – tiefster Mittelwesten und ur-amerikanische Provinz – sondern mittlerweile die ganze Nation Favre so mögen, ist, dass er alle diese Schläge in den 17 Jahren seiner Karriere nie im Stillen und für sich ausgetragen hat. Er trug sein Leben und Leiden immer auf der Haut, ließ sich jedoch dabei durch nichts davon abhalten, trotzdem seinen Job zu erledigen. Egal, was mit ihm los war, er lief auf, auch wenn er offensichtlich nicht in bester Verfassung war.  So hat er unter den Star-Quarterbacks die durchwachsendste Gesamtbilanz – keiner der Top-Männer hat so oft auch daneben geworfen. Aber Favre ist mit 251 ununterbrochen Profi Spielen in der Startaufstellung der Packers auch bei weitem der zuverlässigste Arbeitnehmer aller Zeiten in der NFL. Und das weiß der einfache Arbeiter auf der Tribüne zu würdigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So war das Spiel, das Favres Legende begründete wie kein anderes, nicht etwa das gewonnene Superbowl-Finale gegen New England von 1997. Es war vielmehr jene denkwürdige Vorstellung am 22. Dezember 2003 gegen die Oakland Raiders. Favre warf an einem Abend Pässe mit einer Gesamtlänge von 399 Yards und lieferte somit eine Galavorstellung ab. Seine Packers gewannen mit 41 zu 7. Trotzdem gaben auch die Raiders-Fans Favre stehende Ovationen. Am Abend zuvor war nämlich Favres Vater Irving genant „Big Irv“ gestorben. Favre hatte wieder einmal vor aller Augen durch seinen Schmerz hindurch gespielt und triumphiert. Fast jeder der 80,000, die damals dabei waren, hatte den ganzen Abend lang Tränen in den Augen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frage, die man sich in Green Bay und anderswo nun stellt, ist freilich, wie viele Spiele Favre ihnen trotz schmerzender Gelenke und immer länger werdenden Erholungsphasen wohl noch schenken wird. Favre weiß das selbst noch nicht, er nimmt die Dinge derzeit Spiel für Spiel. „Sicher würde ich gerne mit einem Superbowl Finale aufhören. Aber das muss nicht sein. Ich bin zufrieden mit meiner Karriere, so wie sie jetzt ist, da muss nichts mehr dazu kommen.“ Ohnehin, sagt Favre, seien es im Nachhinien nicht die großen Triumphe und die glorreichen Touchdowns, die hängen geblieben seien, sondern, „die schweren Zeiten, wenn ich Down war und Eins in die Fresse gekriegt habe. In diesen Zeiten habe ich mich selbst gefunden, deshalb waren es die wertvollsten Momente.“  Favres Fans werden das genauso sehen – und ihm, wann immer er auch abtritt vor allem dafür danken, dass er sie hat an diesen Momenten teil haben lassen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8039169124242508259?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8039169124242508259'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8039169124242508259'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/12/held-der-kleinen-leute-brett-favre-wird.html' title='Held der kleinen Leute: Brett Favre wird US Sportler des Jahres'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-2180600799687298703</id><published>2007-12-19T20:06:00.000-08:00</published><updated>2007-12-19T20:14:06.652-08:00</updated><title type='text'>Alles Neo-Liberale?</title><content type='html'>&lt;span style="font-size:10;"&gt;Vielen amerikanischen Linken sind Hillary Clinton und Barack Obama zu nahe der Mitte. Statt über Gender und Race wollen sie über Umverteilung und Armut reden ...&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:10;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:10;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:10;"&gt;&lt;a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1260985"&gt;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1260985&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-2180600799687298703?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2180600799687298703'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2180600799687298703'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/12/alles-neo-liberale.html' title='Alles Neo-Liberale?'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-2791237062348892201</id><published>2007-12-17T07:05:00.000-08:00</published><updated>2007-12-17T07:07:48.564-08:00</updated><title type='text'>Und schon mischt Murdoch munter mit</title><content type='html'>Die Übernahme des Wall Street Journal durch den australischen Medienmogul ist ein herber Schlag für den US-Zeitungsmarkt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1259313"&gt;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1259313&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-2791237062348892201?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2791237062348892201'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2791237062348892201'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/12/und-schon-mischt-murdoch-munter-mit.html' title='Und schon mischt Murdoch munter mit'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-6782437814458220065</id><published>2007-12-14T06:26:00.000-08:00</published><updated>2007-12-14T06:27:56.248-08:00</updated><title type='text'>Der Mitchell Report schockt die USA: Bericht über flächendeckendes Doping im Baseball veröffentlicht</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.spiegel.de/sport/ussports/0,1518,523279,00.html"&gt;http://www.spiegel.de/sport/ussports/0,1518,523279,00.html&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-6782437814458220065?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6782437814458220065'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6782437814458220065'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/12/der-mitchell-report-schockt-die-usa.html' title='Der Mitchell Report schockt die USA: Bericht über flächendeckendes Doping im Baseball veröffentlicht'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-732634057047718541</id><published>2007-12-13T04:35:00.000-08:00</published><updated>2007-12-13T04:36:38.016-08:00</updated><title type='text'>Musikalische Diplomatie - Die New Yorker Philharmoniker spielen in Nordkorea</title><content type='html'>Es war ein ziemlicher Eiertanz, den Zarin Mehta auf der Bühne des Lincoln Center an der 66ten Strasse in Manhattan vollführte, wo er sonst so souverän dirigiert. Einmal nannte der Direktor der New Yorker Philharmoniker den Besuch seines Orchesters in Nordkorea, der in seinem Stammhaus am Dienstagvormittag offiziell bekannt gegeben wurde, den „Aufbruch in eine neue Ära des Verständnisses zwischen unseren Ländern.“ Dann wieder versuchte Mehta die Bedeutsamkeit des Konzertes in Pjöngjang am 26. Februar herunter zu spielen. Man werde nur Musik spielen und keine Politik, wiegelte er gegenüber der von der Sensation angelockten Journalistenschar ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Gastspiel eines amerikanischen Orchesters in Nordkorea ist natürlich nicht einfach nur irgendein Konzert, das weiß Mehta ganz genau. Und für den Fall, dass er tatsächlich die politische Dimension der Reise verdrängt gehabt haben sollte, erinnerte ihn der nordkoreanische Botschafter Pak Gil Yon im Lincoln Center daran: Dies sei ein „wichtiges Ereignis in der Geschichte der Beziehungen zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea und den USA“, wiederholte der Botschafter mehrmals, bevor er dem Orchester förmlich mitteilte, dass sein Land sich auf die Musiker freue. Er erntete dafür artigen aber verhaltenen Applaus. Für Überschwenglichkeiten war der Ton der Begegnung zu sehr von Furcht vor politischen Inkorrektheiten geprägt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon vor dem Auftritt hatten hinter verschlossenen Türen Pak und Mehta sowie Orchestervorstand Paul Guenther vereinbart, keine Fragen zum Atomwaffenprogramm Nordkoreas zuzulassen – das Thema, das in den Vereinigten Staaten die meisten Menschen beschäftigt, wenn sie an das Regime von Kim Il Jung denken. Eine Diskussion darüber, so wurde man sich einig, würde die Pressekonferenz „über Gebühr“ politisieren. Und dann wäre womöglich auch die Frage laut geworden, die angesichts der ersten Reise einer amerikanischen Kultureinrichtung in dieses Land seit dem Koreakrieg wie eine rosaroter Elefant im Raum steht – nämlich wie inoffiziell der Besuch der Philharmoniker denn nun tasächlich ist. Es fällt ein wenig schwer der offiziellen Version zu trauen, dass es sich bei der Reise tatsächlich um eine direkte Einladung der koreanischen Regierung aus reiner Musikbegeisterung an die Philharmoniker handelt, die dann vom US-Aussenministerium lediglich abgesegnet wurde. Angeblich flatterte im vergangenen Sommer ein Brief aus Pjöngjang ins Lincoln Center, übersandt von einen Mittler in Kalifornien. Loren Mehta legte den Brief dann den amerikanschen Behörden vor, die das Projekt begeistert unterstützten, weil sie darin eine „noch nie da gewesene Öffnung“ von Kim Il Jungs Regime sahen. Doch es kursieren auch andere Versionen. Seit Wochen gibt es Spekulationen, dass der Aufttritt das Ergebnis einer Geheimdiplomatie zwischen den USA und Nordkorea ist, die eine Entspannung der bilateralen Beziehung einleiten soll, ohne dass eine der Parteien ihr Gesicht verliert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob die Tour nun eingefädelt war oder nicht – sie ist für Washington in jedem Fall eine Gelegenheit, die eigene Außenpolitik als Erfolg darzustellen. Es wird nicht schwer sein, die Tournee in den USA als Folge des in der zweiten Amtsperiode Bush vorherrschenden Pragmatismus darzustellen, der immerhin auch schon dazu geführt hat, dass Nordkorea sich in der Frage seiner atomaren Abrüstung ein wenig einsichtiger zeigt. Allerdings kann Nordkorea die Reise ebenfalls als Propaganda-Erfolg verbuchen. So sagte der amerikanische Wissenschaftler Brian Myers, der in Südkorea lebt, gegenüber der US-Nachrichtenagentur AP, dass der Besuch in den nordkoreanischen Medien mit Sicherheit als Unterwerfungsgeste Amerikas gegenüber Kim Il Jung dargestellt werden wird. „Es wird ein Kinderspiel, das Ganze als eine Art Pilgerfahrt zu zeichnen, mit dem einzigen Ziel, dem großen Diktator zu gefallen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber vielleicht ist ja auch die Kunst gegenüber allen Versuchen der Inanspruchnahme durch die Propaganda von beiden Seiten letztlich resistent.Vielleicht sät ja tatsächlich das Spielen von Dvorak, Wagner und George Gershwin in Pjöngjang unabhängig von der Politik Keime, die sich nicht so einfach wieder vernichten lassen. Wie man hört, spielt man in Nordkorea derzeit noch vorwiegend Akkordeon und Marschmusik. Da kann, wie Loren Mehta hoffnungsvoll sagt, tatsächlich „eine kleine Symphonie ein großer Schritt“ sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-732634057047718541?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/732634057047718541'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/732634057047718541'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/12/musikalische-diplomatie-die-new-yorker.html' title='Musikalische Diplomatie - Die New Yorker Philharmoniker spielen in Nordkorea'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-2445756407280477537</id><published>2007-12-11T16:19:00.000-08:00</published><updated>2007-12-11T16:21:02.762-08:00</updated><title type='text'>Das beste Football Team aller Zeiten? Der einmalige Triumphzug der New England Patriots</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/;art272,2437566"&gt;http://www.tagesspiegel.de/sport/;art272,2437566&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-2445756407280477537?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2445756407280477537'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2445756407280477537'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/12/das-beste-football-team-aller-zeiten.html' title='Das beste Football Team aller Zeiten? Der einmalige Triumphzug der New England Patriots'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-7840129885078066412</id><published>2007-12-07T07:13:00.000-08:00</published><updated>2007-12-07T07:16:04.139-08:00</updated><title type='text'>Nicht Schwarz, nicht Weiß - Barack Obama und der Diskurs der "Blackness"</title><content type='html'>(Literaturen, Nr. 11 - 07)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war schon ziemlich niederträchtig, was Henry Louis Gates Jr. da kürzlich vor laufenden Kameras mit der schwarzen TV-Talkerin Oprah Winfrey anstellte. Erst konfrontierte der Dekan des Fachbereichs für Afro-Amerika-Studien an der prestigereichen Harvard-Universität den Medienstar mit dem Ergebnis einer hochmodernen DNA-Analyse, derzufolge Winfrey von dem Volk der Kpelle in Liberia abstammt und nicht etwa, wie sie sich das gewünscht hatte, von den stolzen Zulu. Dann schleppte Gates Winfrey für seine TV Serie „African American Lives“ auch noch nach Liberia zu einer reichlich beklemmenden „Wiedervereinigung“ mit ihren Vorfahren, die offenkundig mit ihr genauso wenig anzufangen wussten, wie umgekehrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf diesen Effekt hatte Gates offensichtlich gezählt. Schließlich begründete er seinen Ruf als Kulturwissenschaftler nicht zuletzt damit, dass er so etwas wie „schwarzer Identität“ jegliche Essenz absprach. In seiner berühmt gewordenen Studie des Romans „Der unsichtbare Mann“ von Ralph Ellison beschrieb Gates, wie „Unsichtbarkeit“ die einzig lebbare Daseinsform für Schwarze in der amerikanischen Gesellschaft ist. Unsichtbarkeit ist für Gates das Ziel jener Kunst der Parodie, mit der Afro-Amerikaner in ihren kulturellen Äußerungen die dominanten Klischees von „Schwärze“ als leer entlarven und mit ihnen auch alle anderen griffigen Konstruktionen ethnischer, rassischer und sonstiger Sub-Identitäten innerhalb des amerikanischen Schmelztiegels.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil er vorgefertigten Konstruktionen schwarzer Identität grundsätzlich mißtraut, kann Gates wohl auch prächtig damit leben, daß sein eigener DNA-Tests ihn als Nachfahre von irischen und jüdischen Einwanderern ausweist. „Dann muss ich wohl meinen Job aufgeben“, scherzte der Sohn eines schwarzen Papierfabrikarbeiters aus den Bergen von West Virginia, als er von dem Ergebnis hörte. Gates hat freilich nichts dergleichen vor. Die spezifische Kultur, die Nachkommen afrikanischer Sklaven in den USA geschaffen haben, ist für ihn zwar ein Studienobjekt endloser Faszination. Das sentimentale Bedürfnis schwarzer Amerikaner, sich nach dem kruden Vorbild von Marcus Garvey oder Malcolm X mit ihren verlorenen schwarz-afrikanischen Wurzeln zu identifizieren, hält Gates hingegen offenkundig für naiv.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die neuen Möglichkeiten der DNA-Analyse und des Abgleichs von Erbmasse mit rasant wachsenden Datenbanken sind für Anti-Essentialisten wie Gates bestenfalls Anlaß zu süffisantem Sarkasmus. So legte in einer der jüngsten Ausgaben der politischen Wochenzeitschrift „The New Republic“ auch der Harvard-Psychologe Steven Pinker dar, wie all diese Sucherei nach Wurzeln zwangsläufig ins Leere läuft. Oprah Winfrey etwa, so Pinker, habe nicht entdeckt, dass sie eine Kpelle ist, sondern lediglich, dass sie zu einem 256tel Kpelle ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach enthalten ihre Zellen zu einem ebenso hohen Anteil wie Kpelle-DNA beispielsweise schottische oder deutsche DNA. Über ihre Identität sagen die liberianischen Mitochondrien jedenfalls nur wenig aus. Jenseits der unmittelbaren Familienbande, so Pinker, lässt sich über die derzeit so beliebten DNA-Abgleiche lediglich feststellen, dass wir letztlich alle irgendwie verwandt sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Einsicht ist freilich eine Provokation in einem Land, in dem Ahnenforschung eine nationale Obsession ist. Nach dem Gärtnern, berichtete jüngst der „New Yorker“, ist das Erstellen von Stammbäumen das beliebteste Hobby in den USA: 120 Millionen Amerikaner geben sich diesem Zeitvertreib hin. Im Internet ist Genealogie das am zweitmeisten nachgefragte Sachgebiet nach der Pornografie. Ahnenforschungs-Webseiten wie Familysearch.com und ancestry.com verzeichnen Besucherzahlen, die in die Milliarden gehen. Offenbar hat die amerikanische Ideologie vom Grundrecht, sich von Wurzeln zu lösen und neu zu erfinden, einen massiven Gegentrend ausgelöst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Credo, daß amerikanische Identität gemacht und nicht gefunden wird, wird in der gegenwärtigen öffentlichen Diskussion allerdings nicht nur durch die Absurdität der DNA-gestützten Ahnenforschung unterstrichen, von der selbst die Betreiberin des erfolgreichsten Dienstleisters auf dem Gebiet ancestry.com, Megan Smolenyak, sagt, sie „bedeute überhaupt nichts.“ Mindestens ebenso stellt die Präsidentschaftskandidatur von Barack Obama sämtliche sicher geglaubten amerikanische Sub-Identitäten in Frage. Obama ist nicht weiß, er ist nicht schwarz. Sein Vater ist Kenyaner, seine Mutter weiße Amerikanerin. Er ist auf Hawaii aufgewachsen und seine DNA-Analyse hat ergeben, daß sich unter seinen Vorfahren unter anderem Sklavenhalter befanden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die schwarze Intellektuelle und Publizistin Debra Dickerson hat Obama deshalb in einem provokanten Essay seine „Schwärze“ abgesprochen. Die Polemik wurde Dickerson als Versuch ausgelegt, den Senator unter der schwarzen Wählerschaft zu diskreditieren und ihm seine Legitimität abzusprechen, wenn er sich für schwarze Bürgerrechte einsetzt. Doch das Gegenteil ist der Fall – Dickerson ist davon begeistert, dass sich Obama nicht auf eine vorgefertigte „schwarze Identität“ festnageln lässt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schwarz zu sein bedeutet für Dickerson nämlich - gar nichts. Wie Frau Winfrey beglückt grinsend durch ein Kpelle-Dorf zu laufen und zu glauben, man habe seinen Urspung gefunden, das hat Dickerson schon 2004 in ihrem Buch „The End of Blackness“ geschrieben, zeige nur, dass man noch immer „die Plantage im Kopf“ hat. Es bedeute, sich selbst durch die Brille von Rassisten und Kolonialisten zu sehen. Mit solcher Selbstsicht stehe das schwarze Amerika sich jedoch vor allem selbst im Weg. Jeder, der auf die „riesige Entschuldigungs-Karte“ für 400 Jahre Sklaverei und Unterdrückung warte, die alle weißen Amerikaner unterschrieben haben, warte vergeblich. Stattdessen solle das schwarze Amerika seine Chancen nutzen, Chancen, die heute viel größer sind, als schwarze Aktivisten glauben machen wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Dickerson Obama seine „Schwärze“ abspricht, meint sie das mitnichten als Kritik. Das verwirrt im Kontext der festgefahrenen Rassendiskurse in Amerika so manch einen. Aber vielleicht ist Verwirrung ja genau das, was diese Diskurse brauchen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-7840129885078066412?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7840129885078066412'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7840129885078066412'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/12/nicht-schwarz-nicht-wei-barack-obama.html' title='Nicht Schwarz, nicht Weiß - Barack Obama und der Diskurs der &quot;Blackness&quot;'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-3231648128461947070</id><published>2007-12-02T13:54:00.000-08:00</published><updated>2007-12-02T13:55:44.953-08:00</updated><title type='text'>Reiner Jazz - Das New Mueum eröffnet auf der Bowery</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1252005"&gt;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1252005&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-3231648128461947070?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3231648128461947070'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3231648128461947070'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/12/reiner-jazz-das-new-mueum-erffnet-auf.html' title='Reiner Jazz - Das New Mueum eröffnet auf der Bowery'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-7872186888918832128</id><published>2007-11-22T00:04:00.000-08:00</published><updated>2007-11-22T00:07:37.392-08:00</updated><title type='text'>Zockst Du noch oder wohnst Du schon? Die Verwandlung der Wall Street in ein Luxuswohnviertel</title><content type='html'>Financial Times Deutschland, 16. 11. 2007&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der kleine Schusterladen von Minas Polychronakis ist zum Bersten voll um die Mittagszeit – Geschäftsleute lassen sich von seinen drei Schuhputzern die edlen Ledergaloschen polieren, elegante Damen bringen Pumps mit abgebrochenen Absätzen zur Reparatur und Touristen kaufen Imprägnierspray für ihre Turnschuhe. Das Geschäft des 66 Jahre alten gebürtigen Kreters an der Wall Street läuft ordentlich aber der gebückt hinter der Theke hin und her humpelnde Grieche klagt trotzdem über sein Schicksal. Die Verluste, die er während der Krisenjahre nach dem 11. September gemacht hat, sagt er, könne er nie wieder gut machen und deshalb habe er seinen herbei gesehnten Ruhestand auf unbestimmte Zeit verschieben müssen. Vor allem aber kann er sich nicht damit abfinden, dass der Finanzdistrikt, in dem er seit 1970 die Schuhe der Börsianer in Schuß hält, nie wieder so sein wird, wie er einmal war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Früher, berichtet der freundliche kleine Mann, hätten tagein tagaus die Makler bei ihm Schlange gestanden. Die Financiers seien jedoch rar geworden und seine neue Klientel könne die alte nicht ersetzen. „Das Gebäude, in dem wir sind, Wall Street Nr.67,“ illustriert er seine Situation, „war früher das Bankhaus Brown Brothers. Da haben 8000 Leute gearbeitet. Jetzt sind es 400 Luxuswohnungen mit gerade einmal 1000 Menschen.“ Und die bräuchten auch nicht wie seine alten Kunden ständig auf Hochglanz gewienerte Schuhe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Polychronakis will trotzdem weiter machen so lange er kann, weil die Wall Street, wie er sagt, nun einmal seine Heimat ist. Es ist allerdings eine Heimat, die er selbst nicht mehr wieder erkennt. Der einst wuselige Platz direkt vor der Börse etwa ist selbst zur Rush-Hour am Morgen vergleichsweise ruhig – zwischen den Battalionen uniformierter Terrorismus-Schützer tummeln sich mehr fotografierende Japaner als Broker. Aus der Eingangstür des Hochhauses gegenüber, dem alten Hauptquartier von J.P. Morgan schieben mexikanische Babysitter Kinderwägen zum Spazieren an die Luft. Das altehrwürdige Bankhaus ist seit drei Jahren ein Apartment-Komplex mit 380 Designerwohnungen für Gutverdienende. Im Erdgeschoß bietet Hermes seine Schals und Handtaschen an, um die Ecke bestaunen schüchterne Reisende und Ladies mit Luxus-Neigungen die prunkvollen Auslagen der neuen Wall Street-Filliale von Tiffany’s. Direkt daneben dekoriert das Nobelrestaurant Cipriani wie beinahe jeden Tag seinen Ballsaal für irgendeine verschwenderische Prominentengala am Abend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wall Street, einst das Zentrum der Finanzwelt, ist derzeit dabei, sich in einen exklusiven Wohn- und Einkaufsbezirk zu verwandeln. Vom Finanzgeschäft ist kaum noch etwas übrig – große Häuser wie Lehmann Brothers, Morgan Stanley und Bear Stearns sind schon längst nach Midtown Manhattan umgezogen, demnächst verläßt auch noch Merrill Lynch, die im World Financial Center gegenüber von Ground Zero sitzen, das Viertel; die einzige Investmentbank, die noch direkt an der Wall Street residiert, ist die Deutsche Bank. Auch die Börse selbst stirbt im Zuge die Digitalisierung des Finanzgeschäfts langsam ab – noch in diesem Monat werden zwei der verbleibenden vier Handelsräume geschlossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der 11. September hat diesen Prozess zwar beschleunigt, ausgelöst hat er ihn jedoch nicht. „Das fing schon in den 80er Jahren an, als Morgan Stanley wegzog“, erinnert sich Heiko Thieme, der damals an der Wall Street für die Deutsche Bank handelte und jetzt seine eigene Investmentfirma von seinem Heim im New Yorker Wohnvorort Stamford aus führt. Die alten Zeiten, als man noch im Lucheon Club auf dem dritten Stock der Stock Exchange bei Austern und Champagner oder in Harry’s Bar am Hanover Square am Abend Geschäfte abschloß und die Börsianer sich in den gedrängten Gassen des alten Manhattan ihre eigene Welt geschaffen hatten, so Thieme, sei spätestens seit Mitte der Neunziger Jahre verloren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst die Zerstörung des World Trade Center öffnete jedoch die Tür für risikofreudige Investoren mit neuen Ideen, wie etwa den hasidischen Brooklyner Juden Shaya Boymelgreen. Durch Steuererleichterungen angelockt kaufte er das eigentlich zum Abriss frei gegebene historische Morgan-Stammhaus Nummer 23 Wall Street/15 Broad Street zum Dumpingpreis von 100 Millionen und ließ es 2003 in ein Luxusapartment-Haus umwandeln. Nur ein Jahr nach der Fertigstellung waren die zwischen 650,000 und acht Millionen Dollar teuren, von Phillippe Starck gestalteten, Einheiten weg. Der Erfolg ermutigte Nachahmer – etwa die Hälfte der alten Art Deco-Hochhäuser an der Westseite der nur wenige hundert Meter langen Wall Street sind mittlerweile Luxus-Condominiums, zum Teil mit Fünfsterne-Hotelbetrieben durchmischt wie an der von David Rockwell umgebauten Nummer 75.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man heute die Wall Street hinunter läuft flattern überall über der Gasse bunte Fahnen, die in großen Lettern zum Wohnungskauf animieren sollen. Wo früher Empfangshallen zu Bürohochhäusern waren sind nun Fitnesstudios und Gourmet-Lunchcafes, sowie eine BMW-Niederlassung. In der parallel verlaufenden Maiden Lane hat gerade der Edelsupermarkt Christede’s eröffnet, Buchläden und Einrichtungshäuser sowie rund 20 Hotels für gehobene Geschätsreisende und Touristen sind in der Gegend geplant. Auf der für den Verkehr gesperrten Stone Street, nur einen Block von der Wall entfernt, haben ein Dutzend Restaurants und Bistros Tische auf das Kopfsteinpflaster gestellt und verbreiten mitteleuropäisches Altstadtflair.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Politiker der Stadt New York freuen sich über all diese Aktivität in dem von den Terrorangriffen des 11.September vernarbten Viertel. Die sechs Milliarden an Wiederaufbauzuschüssen und Steuererleichterungen für Lower Manhattan von der öffentlichen Hand scheinen sich auszuzahlen, das Leben ist an die Wall Street zurück gekehrt. Manos Polychronakis hat von diesen Milliarden gerade einmal 28,000 Dollar bekommen, wie er erzählt - zu wenig, um die Flautejahre nach 2001 zu überstehen, wie er klagt. „Ich habe den Preis dafür bezahlt, dass das Viertel jetzt wieder kommt und die Immobilieninvestoren sich satt verdienen können“, klagt er. „Wenn ich wie viele andere in eine andere Gegend umgezogen wäre, ging es mir jetzt gut.“ Polychronakis’ Schuhgeschäft war nicht die Art von Einzelhandel, die man mit Macht an der neuen, schicken Wall Street halten wollte, er ist heute ein Fremdkörper und es ist beinahe ein Ärgernis, dass er trotz allem hier weiter gemacht hat. Aber noch gibt es ja ein paar Bänker hier, die täglich mit glänzenden Schuhen das Börsenparkett betreten wollen. Und so lange die noch hier sind, bleibt auch Manos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wall Street Distrikt Adressen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tiffany’s, 37 Wall Street&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hermes, 5 Broad Street&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Cipriani Restaurant&lt;br /&gt;55 Wall Street Phone: 212-699-4099&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bistro Patisserie Financier&lt;br /&gt;62 Stone Street&lt;br /&gt;22 344 5600&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Delmonico’s Steak House,&lt;br /&gt;55 Beaver Street&lt;br /&gt;212 509 1144&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Harry’s Bar&lt;br /&gt;1 Hanover SqNew York NY 212 425 3412&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-7872186888918832128?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7872186888918832128'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7872186888918832128'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/11/zockst-du-noch-oder-wohnst-du-schon-die.html' title='Zockst Du noch oder wohnst Du schon? Die Verwandlung der Wall Street in ein Luxuswohnviertel'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-3201536455292306709</id><published>2007-11-20T00:12:00.000-08:00</published><updated>2007-11-22T00:29:21.938-08:00</updated><title type='text'>In eigener Sache</title><content type='html'>Sebastian Moll hat heute in Berlin den mit 5000 Euro dotierten Journalisten-Preis Bahnhof verliehen bekommen. Er bekam die Auszeichnung für seine Reportage über das Leben im Grand Central Terminal in Manhattan in der Welt am Sonntag vom März diesen Jahres.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lesen Sie näheres unter &lt;a href="http://www.ludwig-koeln.de/unternehmensgruppe/v2/journalistenpreis.php"&gt;http://www.ludwig-koeln.de/unternehmensgruppe/v2/journalistenpreis.php&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-3201536455292306709?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3201536455292306709'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3201536455292306709'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/11/in-eigener-sache.html' title='In eigener Sache'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-9145941103289447700</id><published>2007-11-15T03:29:00.000-08:00</published><updated>2007-11-15T03:30:02.479-08:00</updated><title type='text'>Der Baseball-Boss: Spielerberater Scott Boras</title><content type='html'>Der Baseball tut sich in den vergangenen Jahren schwer im Kampf gegen die anderen US-Sportarten Basketball und Football um die Gunst der Fans. Wenigstens einmal im Jahr konzentriert sich jedoch die ganze amerikanische Sport-Nation auf das Baseball – bei der Finalserie um die Meisterschaft, die World Series nämlich. So verfolgten 21 Millionen Millionen Zuschauer heuer die vier Partien zwischen Colorado und Boston. Als gerade die Spannung ihrern Höhepunkt erreichte, in der Halbzeit der vierten und entscheidenden Partie, stahl jedoch jemand den beiden Finalisten die Show, der mit der Meisterschaft nichts zu tun hatte: Die Meldung machte die Runde, dass der Superstar Alex Rodriguez vorzeitig seinen Vertrag mit den enttäuschend in der ersten Playoff-Runde ausgeschiedenen New York Yankees kündigt. Es war der teuerste Vertrag in der Geschichte des Baseballs, er lief über 10 Jahre sowie 252 Millionen Dollar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer immer die Meldung genau zu diesem Zeitpunkt lanciert hatte, wollte offenkundig sicherstellen, dass er damit so viel Aufmerksamkeit erregt, wie nur irgend möglich. Bislang möchte jedoch niemand zugeben, dass er es war, der mit der Nachricht an die Öffentlichkeit gegangen ist - weder die Yankees noch der Agent von Rodriguez, Scott Boras. Doch wer sich auch nur ein bißchen im amerikanischen Sport auskennt, geht davon aus, dass es Boras war, der die Information so wirkungsvoll plaziert hat. Boras – der erfolgreichste Agent im amerikanischen Sport – ist ein Meister des Vertragspokers und um seine Ziele zu erreichen, setzt er geschickt alle Mittel ein, die ihm zur Verfügung stehen; und auf der Liste dieser Mittel stehen die Medien ganz oben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Welches Ziel Boras genau mit Rodriguez verfolgt ist allerdings bis heute, 14 Tage nachdem die Boston Red Sox Meister wurden, noch immer nicht ganz klar –  Rodriguez ist noch immer ohne Anstellung. Zunächst wurde gemutmasst, dass Boras die Neuverhandlung des Vertrags zwischen Rodriguez und den Yankees erzwingen wollte. Dafür spricht, dass sich der „A-Rod“ genannte  Star-Schlagmann gerade eine Wohnung für 50 Millionen an der New Yorker Fifth Avenue gekauft hat. Die New York Post will weiterhin erfahren haben, dass Boras’ Verhandlungsposition mit den derzeit in massiven Umwälzungen begriffenen Yankees 350 Millionen über 12 Jahre war – eine deutliche Aufbesserung  von A-Rods Einkommen gegenüber den aus seinem derzeitigen Vertrag verbleibenden 90 Millionen. Die Ankündigung während der World Series schien zu diesem Ziel zu passen – am folgenden Tag heuerten die Yankees nämlich den neuen Trainer Joe Girardi an und Rodriguez Kündigung sollte wohl auf keinen Fall wie eine Reaktion auf diese Besetzung der Trainerstelle aussehen. Das hätte ein mögliches zukünftiges Arbeitsverhältnis zwischen Rodriguez und Girardi doch arg strapaziert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz darauf meldete jedoch das New York Magazine, dass Boras auch mit den Chicago Cubs verhandele. Und nicht nur das – Boras hatte darüber hinaus mit verschiedenen Anteilseignern des Clubs gesprochen. Ziel war es offenbar gewesen, sie zum Verkauf ihrer Aktien zu bewegen. Diese Anteile sollten wiederrum Teil des Vertragspakets für Rodriguez werden – ein Konstrukt, dass es Chicago erleichtern sollte, sich einen Spieler zu leisten, der mit geschätzten 30 bis 35 Millionen pro Jahr einhändig einen Großteil des Gesemtbudgets beansprucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen solchen Vertrag – bei dem einem Spieler beim Kauf gleich ein Teil des Clubs überschrieben wird - gab es im Baseball bislang noch nie. Aber Scott Boras hat auch noch nie davor zurück geschreckt, auf Neuland vorzustoßen. In seiner mittlerweile 22 Jahre andauernden Laufbahn als Agent hat Boras den Sport komplett verändert: Als er anfing, verdienten die Spieler im Jahresdurchschnitt 46,000 Dollar. Das Recht, frei mit mehreren Vereinen zu verhandeln, hatten sie sich gerade erst erstritten und sie begannen zaghaft, davon auch Gebrauch zu machen. Heute verdienen die Spieler im Liga-Durchschnitt drei Millionen pro Jahr. Und wie der Fall Rodriguez zeigt, treten sie den Vereins-Eignern und Liga-Bossen gegenüber mindestens als gleichberechtigt auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Boras, der selbst als Profi nie einen Vertrag in der ersten Liga bekommen hatte, fing 1985 neben seinem Job als Rechtsanwalt damit an, Spieler zu beraten. Seine ersten Jobs bestanden darin, Neuprofis davon abzuraten, das erstbeste Angebot anzunehmen und in ihrer Unerfahrenheit ihre Seele zu verkaufen. Boras gelang es, den Zugriff der Clubs auf junge Talente zu beschränken, in dem er mit juristischer Finesse Lücken in Verträgen und Regularien ausmachte. Heute wird als „Boras Effekt“ im US-Sport die Entwicklung bezeichnet, dass sich Spieler ihrer Rechte nicht nur bewusst sind, sondern sie mit Macht und Selbstbewusstsein in Anspruch nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Image gefällt Boras – er stellt sich gerne als unermüdlicher Kampfer für die Rechte der Athleten dar. So argumentiert er beispielsweise, dass Rodriguez mit seiner Anziehungskraft als Spieler und als Star für jeden Verein 80 Millionen Dollar pro Jahr wert sei. Da sei es nur gerecht, dass der Spieler davon 30 abbekommt. Er selbst, auch darauf ist Boras stolz,  zieht von den Vertragssummen gerade einmal fünf Prozent Kommission ab. Die addieren sich allerdings bei seinen derzeit 65 Spielern auf rund 250 Millionen Dollar pro Jahr. Die gesammelten Vertragssummen seiner Klienten belaufen sich auf mehr als eine Milliarde. Keine schlechte Entschädigung für jemanden, dem es nur darum geht, gegen die Ausbeutung von Sportlern durch die bösen Kapitalisten in den Vereinsvorständen zu kämpfen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-9145941103289447700?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/9145941103289447700'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/9145941103289447700'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/11/der-baseball-boss-spielerberater-scott.html' title='Der Baseball-Boss: Spielerberater Scott Boras'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-4428439112905395925</id><published>2007-11-12T14:37:00.000-08:00</published><updated>2007-11-22T00:11:54.877-08:00</updated><title type='text'>Der gefallene Held - Barry Bonds drohen 30 Jahre Gefängnis und das jähe Karriereende</title><content type='html'>Dass jeder irgendwann von der Lüge eingeholt wird ist ein schöner Glaubenssatz, gültig alleine in einer Welt die besser ist, als diese. Für den Sport galt dieser Satz jedenfalls bislang nicht – sonst würde etwa Lance Armstrong nicht auf seiner Ranch in Texas sitzen und seine Millionen zählen und auch Jan Ullrich dürfte nicht hoffen, sich noch ohne Zivilstrafe aus seinen Dopingaffären ziehen zu können. Im US-Sport scheint sich die Utopie einer letztlich doch noch gerechten Welt jedoch nach und nach zu bewahrheiten: Nach Olympiasprinterin Marion Jones wird nun auch Baseballstar Barry Bonds nach Jahren des Leugnens von seinen Dopingbetrügereien eingeholt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Donnerstag wurde Bonds, der erst im vergangenen August den ewigen Homerunrekord Hank Aaarons überbot, durch ein Bundesgericht in San Francisco angeklagt. Der Vorwurf ist allerdings nicht etwa die Einnahme oder der Erwerb von Anabolika, gegen die es keine rechtliche Handhabe gibt. Bonds wird dafür zur Verantworung gezogen, dass er 2003 als Zeuge im Verfahren gegen die kalifornische Firma BaLco wegen Vertriebs von Dopingmitteln im großen Stil Meineid begangen hatte. Bonds hatte damals mehrfach beteuert, niemals selbst etwas mit Anabolika zu tun gehabt zu haben. Jetzt wollen die kalifornischen Ankläger jedoch Beweise dafür haben, dass Bonds damals gelogen hat. Wenn die Anklage Erfolg hat, könnte Bonds bis zu 30 Jahre hinter Gitter wandern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch ist nicht klar, welche Beweise die Staatsanwaltschaft jetzt hat, die sie nicht schon seit Jahren besitzt. Beobachter weisen allerdings auf den Umstand hin, dass die unabhängige Untersuchungskommission über Dopingpraktiken im Baseball unter Senator George Mitchell erst vor einer Woche ihre Ermittlungen abgeschlossen hat und sich derzeit daran macht, ihren Bericht zu verfassen. Irgendjemand, der in der Kommission mitarbeitet, scheint allerdings der Veröffentlichung schon seit einiger Zeit vorzugreifen und gezielt Ermittlungs-Zwischenstände an Journalisten und Staatsanwälte weiter zu geben. So wurde erst vor drei Wochen bekannt, dass Paul Byrd von den Cleveland Indians für 25,000 Dollar Wachstrumshormon bei einer Klinik in Florida eingekauft hat. Die Infornmation konnte eigentlich nur aus den Mitchell-Protokollen stammen. Aus derselben Quelle, wird nun gemutmasst, stammen die neuen Beweise gegen Bonds.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf jeden Fall ist die Anklage gegen Bonds nach der Überführung von Marion Jones ein weiterer Erfolg der US-Behörden im Anti-Doping-Kampf, den sie den trägen Institutionen des amerikanischen Sports aus der Hand genommen haben, seit 2003 der BaLco Skandal platzte. Kurz danach wurde die Mitchell-Kommission gegründet und Staatsanwälte im ganzen Land taten sich zusammen, um konzertiert Doping-Netzwerke und Vertriebsstrukturen aufzudecken. Nur diesen Bemühungen ist es zu verdanken, dass Bonds nun endlich aus dem Verkehr gezogen werden kann. Der Chef der Baseball-Liga, Bud Selig, schaute indes zwar mißmutig aber tatenlos zu, wie Bonds den Rekord von Aaron brach, während er in jedem Stadion ausgepfiffen wurde und das Image der Liga mit jedem Homerun ein Stück mehr zerdepperte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt ist Selig jedoch Bonds dank der Staatsanwälte endgültig los. Obwohl er noch immer einer der besten Spieler der Liga ist, wollten die San Francisco Giants nach der vergangenen Saison Bonds’ Vertrag nicht verlängern. Sollte es bislang Teams gegeben haben, die trotz des PR-Risikos noch versucht waren, den mittlerweile recht preisgünstigen Star anzuheuern, dürften sie sich seit Donnerstag derartige Gedanken aus dem Kopf geschlagen haben. Ein Spieler mit einer Anklage vor einem Bundesgericht ist nicht mehr vermittelbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der bullige Schlagmann aus Kalifornien wird sich derweil, falls er aller Evidenz zum Trotz auch nur zu einem Funken von Selbstkritik fähig ist, angesichts seines jähen Laufbahn-Endes über seine Dummheit grämen. Sein Mitverdächtiger in der BalCo-Geschichte Jason Giambi hatte 2003 bei seiner Zeugenaussage zugegeben, dass er gedopt hatte. Da die Liga zum Zeitpunkt des Delikts noch kein nennenswertes Dopingreglement besaß, wurde Giambi nicht gesperrt und so spielt er weiterhin unbehelligt bei den New York Yankees Baseball. Man hat ihm verziehen. Bonds hingegen ist schon längst für alle Freunde des Sports eine Haßfigur – nicht zuletzt, weil er kaltschnäuzig seinen ehemaligen Trainer Greg Andersen anderthalb Jahre lang wegen Verweigerung der Aussage hinter Gittern schmoren ließ, um ungestört seinen Rekord aufstellen zu können. Am Donnerstag ist Andersen nun freigelassen worden. Man braucht ihn nicht mehr, jetzt hat man ja Bonds selbst am Schlafittchen. Alles Lügen und Leugnen hilft ihm nun wohl nichts mehr – es ist nur noch das traurige Symptom einer schweren Soziopathologie.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-4428439112905395925?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4428439112905395925'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4428439112905395925'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/11/der-gefallene-held-barry-bonds-drohen.html' title='Der gefallene Held - Barry Bonds drohen 30 Jahre Gefängnis und das jähe Karriereende'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5286337849820061306</id><published>2007-11-11T13:41:00.000-08:00</published><updated>2007-11-11T13:44:31.180-08:00</updated><title type='text'>Der alte Mann und das Biest - Zu Tod von Norman Mailer</title><content type='html'>Frankfurter Rundschau, 12. 11., 2007&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wären da nicht die letzten zehn Jahre seines Lebens und Schaffens gewesen würde man Norman Mailer ausschließlich als Chronisten des 20. Jahrhunderts nach 1945 in Erinnerung behalten – jener Zeitspanne, die man, ob das einem behagt oder nicht, wohl als die amerikanische Epoche des Weltgeschehens bezeichnen muss. Mailer berichtete aus dem Zentrum dieser Ära – angefangen mit seinem Kriegsroman „Die Nackten und die Toten“ von 1948 über seine preisgekrönte Reportage vom großen Protestmarsch auf Washington von 1968 „The Armies of the Night“, einem Schlüsselroman der Sechziger Jahre, bis hin zu seinen Büchern über Marilyn Monroe, Muhammed Ali, die erste Mondlandung und den zum Tode verurteilten Doppelmörder Gary Gilmore. Doch 1997 wendete sich der Brooklyner Jude scheinbar unvermittelt Fragen der Religion zu, die ihn bis an sein Lebensende nicht mehr los ließen: Zunächst mit einer in der ersten Person erzählten Jesus-Biografie, dann mit seinem Hitler-Roman „Das Schloss im Wald“, in dem er sehr ernsthaft das Wirken des Bösen in der Welt untersucht und schließlich mit einem Interview in Buchlänge zum Thema Gott, das erst vor wenigen Wochen erschien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Möglicherweise war diese Hinwendung Mailers zum Transzendentalen jedoch gar kein so großer Bruch in seiner Biografie, wie dies zunächst erscheinen mag. Als Mailer 1943, 20-Jährig, von Harvard abging wusste er bereits, dass er den großen amerikanischen Roman schreiben wollte. Er dachte und redete in einem Atemzug von sich, Tolstoy und Dostojevsky und er war enttäuscht, dass die US-Armee ihn 1944 in den Pazifik entsandte und nicht nach Frankreich, um an der Invasion mitzuwirken. Mailer wollte mit gerade einmal 21 den authoritativen Roman zum Zweiten Weltkrieg schreiben und dazu wollte er dort sein, wo Geschichte gemacht wurde. Mailer, dessen Mutter ihn „perfekt“ fand und ihn das auch wissen ließ, besaß von Anfang an das Selbstbewusstsein des Genies, des Auserwählten. Und als solcher wähnte er sich in besonders engem Kontakt mit den höheren Mächten: Der Gott, den er in seinem letzten Interview zeichnet, ist nicht zufällig eine Art Schriftsteller. Mailer stellt die Schöpfung und seine eigenen Schöpfungen unverholen auf eine Stufe. So ist das Interview nicht weniger als der Entwurf und die Gründung einer eigenen Religion, des Mailerismus, wenn man so will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mailer war sich durchaus der Tatsache bewusst, dass sein Selbstbewusstsein bisweilen an Größenwahn grenzte. Schon in der Einleitung zu den „Armies of the Night“, dessen Erzähler dem Leser in der dritten Person als Norman Mailer vorgestellt wird, schreibt er, dass der brave Alltags-Mailer immer wieder von einem „wilden Biest“ heimgesucht wird, „einem Egomanen, der nicht daran glaubt, dass es irgendetwas gibt, dass ausserhalb seiner Reichweite liegt.“ Gleichzeitig gesteht Mailer, dass er dieses Biest sehr mag, ja, dass er es für unverzichtbar hält, denn es sei „furchtlos und geistreich.“ Kurz – ohne dieses Biest wäre der Schriftsteller Mailer nicht ausgekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Biest, das ihn wohl unter anderem dazu trieb, 1960 mit dem Messer auf seine zweite Frau Adele Morales los zu gehen sowie 1969 dem Schauspieler Rip Torn das Ohr abzubeissen, war zweifellos zugleich seine Muse. Mailer liebte dieses Biest und erhob es 1957 in seinem Aufsatz „The White Negro“ gar zum Ideal des Intellektuellen in der amerikanischen Gesellschaft. Der „White Negro“ oder „Hipster“, kurz der Greenwich Village-Boheme jener Epoche, rebellierte gegen die Konventionen und Moralismen eines engstirnigen Kleinbürgertums und wagte sich in der Hoffnung auf Unmittelbarkeit und Authentizität des Erlebens mutig in das gefährliche Terrain des Tabubruchs -inklusive des Tabus der Gewalt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Norman Mailer sich bis hin zum Entwurf seiner Privattheologie den Hipster, den Aussenseiter im Besitz einer höheren Wahrheit, zum Ideal nahm, reihte ihn in die Tradition großer amerikanischer Schriftsteller ein. Eine ganze Schule amerikanischer Literaturkritiker, zu denen unter anderem Harold Bloom und Richard Poirier gehören, charakterisieren diese Tradition durch ein Selbstbild des Autors, das der Figur des „Hipsters“ recht genau entspricht: Seit Ralph Waldo Emerson und Henry David Thoreau ist laut dieser Theorie der amerikanische Intellektuelle eine Figur, die einen besonderen Zugang zum göttlichen Willen verspürt. Dieser Zugang ist in der amerikanischen Denktradition an eine Verpflichtung zur Grenzüberschreitung gekoppelt, dazu, der eigenen Intuition mehr zu trauen als jedewedem gesicherten Wissen und vor allem, hinaus in die Welt zu gehen, jede Überlieferung hinter sich zu lassen und das Leben mit der Autorität des Beseelten gänzlich neu zu erfahren sowie aufzuzeichnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Besonders dieses Hinausgehen in die Welt als Imperativ hat sich Norman Mailer zu Herzen genommen. Schriftstellerei und Journalismus, Roman und Reportage waren bei ihm nicht zu unterscheiden. Schon „Die Nackten und die Toten“ basierten auf Mailers persönlichen Erlebnissen im Pazifikfeldzug der US-Armee, mit den „Armies of the Night“ begründete er jedoch endgültig das neue Genre der Roman-Reportage. Tom Wolfe, selbst ein großer Freund dieser Form, taufte dieses Genre „the new journalism“ und beschrieb es als Non-Fiction, die gründliche journalistische Recherche mit der Sprache und der erzählerischen Raffinesse der Belletristik verbinde. Die Erfindung der Form, von Zeitgenossen wie Truman Capote nachgeahmt und auf die Spitze getrieben, sollte nachhaltige Auswirkungen sowohl auf den Journalismus, als auch auf die Literatur haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Originalität, die sich in Mailers Genre-Gründung Bahn bricht, war freilich ein direktes Resultat seines übersteigerten Selbstbewusstseins und seiner Respektlosigkeit gegenüber jeglicher Konvention. Derselbe rebellische Geist, Mailers „Biest“, leitete ihn jedeoch Zeit seines Lebens dazu an, immer wieder übers Ziel hinaus zu schießen – wenn er etwa seine Frau attackierte oder wenn er sich am Ende seines Lebens als Relgionsgründer gerierte. Doch der eine Mailer war ohne den anderen wohl nicht zu haben. Heute nehmen wir Abschied von beiden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5286337849820061306?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5286337849820061306'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5286337849820061306'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/11/der-alte-mann-und-das-biest-zu-tod-von.html' title='Der alte Mann und das Biest - Zu Tod von Norman Mailer'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-7855618824854827846</id><published>2007-11-05T12:41:00.000-08:00</published><updated>2007-11-05T12:43:07.699-08:00</updated><title type='text'>Madison Square - Alexanderplatz. Berlin möchte sich mit einem Kulturfestival in New York als Weltstadt darstellen</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,515256,00.html"&gt;http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,515256,00.html&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-7855618824854827846?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7855618824854827846'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7855618824854827846'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/11/madison-square-alexanderplatz-berlin.html' title='Madison Square - Alexanderplatz. Berlin möchte sich mit einem Kulturfestival in New York als Weltstadt darstellen'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8035213803493479360</id><published>2007-11-03T15:58:00.000-07:00</published><updated>2007-11-03T16:07:12.485-07:00</updated><title type='text'>Fahrt ins Leben. Vor sechs Jahren verlor Formel 1 Pilot Alex Zanardi beide Beine. Heute startet er beim New York Marathon</title><content type='html'>Es ist mild geworden in der New Yorker Spätherbstsonne, warm beinahe, und Alex Zanardi steht der Schweiß auf der Stirn. Der freundliche Italiener mit den blonden Locken hat gerade eine Trainingsrunde durch den Central Park gedreht und sitzt jetzt auf der Zieltribüne des Marathons vom Sonntag, für den er zwei Tage vor dem Start ein letztes Mal seine Form und sein Hand-Bike getestet hat. „Sie entschuldigen, wenn ich sitzen bleibe“, witzelt er grinsend, während er sich das Gesicht mit einem Handtuch abtrocknet. Die Begrüßung ist makaber, denn der ehemalige Formel 1-Pilot hat bei einem Rennunfall auf dem Lausitzring vor sechs Jahren beide Beine verloren. Aber sie ist macht es einem auch leicht, sich mit Zanardi auf Augenhöhe zu unterhalten. Dieser Mann, das ist sofort klar, stellt sich seiner Behinderung und will auf keinen Fall mit Samthandschuhen angefasst werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So ging Zanardi nach seinem Unfall von Anfang an auch mit sich selbst um. Er tat sich nie Leid und begriff sein Schicksal nie als Tragödie. Stattdessen akzeptierte er die veränderten Vorzeichen seiner Existenz und machte ansonsten so gut es ging weiter wie bisher. Er brachte sich mit Schwimmen, Kayakfahren und Kraftübungen körperlich in Form, lernte in Rekordzeit auf Prothesen zu laufen und fuhr so bald es ging wieder Autorennen. 2006 gewann er zwei Läufe zur Tourenwagen-WM und steuerte beim BMW-Weltfinale furchtlos einen umgebauten Formel 1-Boliden. „Ich musste mich nie dazu zwingen, zu denken, das Leben ist trotzdem lebenswert“, sagt er. „Die Dinge, die ich mit meinen Armen und Händen tun kann, füllen mich voll aus.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu diesen Dingen ist vor sechs Wochen ein neues hinzu gekommen: Marathon. Bei einem Partygespräch im September erzählte ein Manager der italienischen Nudelfabrik Barilla dem Rennfahrer aus Bologna, dass die Firma nach einem Weg suche, sich bei den großen Laufveranstaltungen der Welt präsentieren zu können. Zanardi sagte ohne zu zögern, dass er ihr Mann für dieses Vorhaben sei. Zwei Wochen später saß Zanardi in einem Handbike und trainierte. „Ich bin gleich beim ersten Mal 42 Kilometer gefahren. Danach wusste ich wenigstens schin mal, dass die Distanz kein Problem wird.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seitdem trainiert er jeden zweiten Tag mit dem Sportgerät, dass, wie er sagt, für ihn eine Offenbarung ist. „Ich bin sehr froh, dass ich diesen Sport entdeckt habe, er macht mir ungeheuer Spaß.“ Das Handbiken ist Teil von Zanardis Leben geworden und er wird es, davon ist er überzeugt, auch nach dem New Yorker Marathon weiter betreiben. Auf die Frage, ob dieses Training seinen Gesamtzustand verbessere und seine Rehabilitation voran treibe, reagiert er allerdings ein wenig gereizt: „Es ist ja nicht so, daß ich vorher nichts gemacht habe. Die Fitness war da, die Muskeln waren da. Ich musste mich nur an eine neue Bewegung gewöhnen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade einmal ein Monat dieser Gewöhnung, das weiß Zanardi, hat jedoch sicher nicht ausgereicht, um in die Weltklasse vor zu stossen und sich Hoffnung auf einen Sieg in New York machen zu dürfen. Allerdings, sagt er, werde er „ganz bestimmt alles daran setzen, so viele meiner 120 Konkurrenten hinter mir zu lassen, wie ich nur irgendwie kann.“ Nach wie vor sei er durch und durch ein Wettkämpfer, auch daran habe der Unfall nichts geändert. „Ich habe lediglich gelernt, zu akzeptieren, dass ich nicht immer alles gewinnen kann“, sagt er. Diese Gelassenheit, so Zanardi, sei aber eher auf die Reife seiner mittlerweile 41 Jahre zurück zu führen, als auf sein Schicksal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ausser, dass er zwei Gliedmassen verloren hat, darauf besteht Zanardi immer wieder, hat sein Unfall für ihn nichts verändert.Zanardi versteht sich genauso wie vor dem 15. September 2001 als Vollblut-Sportler und so schließt er auch keine zweite Karriere als Marathon-Fahrer neben seiner ersten als Autorennfahrer aus. „Ich will mich auf nichts fest legen, aber wie ich mich kenne, wird New York in diesem Jahr nicht mein letztes Rennen sein.“ So ist Alex Zanardi nun einmal – und so war er schon immer. Der Italiener hat keine inspirierende, hollywoodhafte Geschichte davon zu erzählen, wie sein Schicksalsschlag ihn verändert und erleuchtet hat. Was an Zanardi inspiriert ist vielmehr die Kunst, sich sein Leben und die Freude daran durch nichts aus der Bahn bringen zu lassen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8035213803493479360?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8035213803493479360'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8035213803493479360'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/11/fahrt-ins-leben-vor-sechs-jahren-verlor.html' title='Fahrt ins Leben. Vor sechs Jahren verlor Formel 1 Pilot Alex Zanardi beide Beine. Heute startet er beim New York Marathon'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-6715794322937163523</id><published>2007-11-02T20:54:00.000-07:00</published><updated>2007-11-02T20:59:07.028-07:00</updated><title type='text'>Studienstadt New York -  Schnell und einzigartig</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,514572,00.html"&gt;http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,514572,00.html&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-6715794322937163523?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6715794322937163523'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6715794322937163523'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/11/studienstadt-new-york-schnell-und.html' title='Studienstadt New York -  Schnell und einzigartig'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-527355522501694971</id><published>2007-10-29T08:00:00.000-07:00</published><updated>2007-10-29T08:02:28.539-07:00</updated><title type='text'>Red Sox Nation: Das Team aus Boston ist nach seinem zweiten Titelgewinn Amerikas unangefochtenes Baseball-Team Nummer Eins</title><content type='html'>New York. Als „Anders, ganz anders“, beschrieb Mike Lowell, Schlagmann der Boston Red Sox seinen zweiten Meisterschafts-Gewinn im Baseball im Vergleich zu seinem ersten 2003, als er am Sonntag seine Trophäe für die beste Einzelleistung in der Meisterschaftsserie gegen die Colorado Rockies entgegen nahm. „Damals, 2003 mit den Florida Marlins“, erinnerte sich der 33-Jahre alte gebürtige Puerto Ricaner, während er mit Champagner-getränktem T-Shirt vor der Umkleidekabine im Coors Stadion in Denver stand, „hat niemand von uns erwartet, dass wir gewinnen. Da waren wir die Underdogs. Von den Boston Red Sox wird hingegen immer der Sieg verlangt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Red Sox, die ihre Finalgegner, Aussenseiter Colorado mit vier Siegen in der „World Series“ glatt wegputzten, sind mittlerweile im amerikanischen Baseball eines jener Teams, für die alles andere als ein Meisterschaftsgewinn eine Enttäuschung ist. Finaleinzug oder gar nur das Erreichen der Playoff-Runde ist für die Bostoner seit ihrem letzten Titel 2004 kein anstrebenswertes Ziel mehr, die Ansprüche sind gewachsen. Spätestend mit ihrem Sieg in dieser Saison haben die Red Sox die Rolle des Über-Vereins eingenommen, des FC Bayern des Baseball, die bislang die New York Yankees innehatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei waren die Red Sox über Jahrzehnte der Inbegriff der Underdogs. Vor 2004 hatten sie zuletzt 1918 die Meisterschaft gewonnen, eine Wiederholung wollte ihnen einfach nicht gelingen. Man sprach von einem Fluch, der auf Boston lastete, dem „Curse of the Bambino.“ Mit Bambino war dabei der große Babe Ruth gemeint, der 1919 von Boston nach New York wechselte und dabei das Glück scheinbar mit an den Hudson nahm. New York gewann seither 26 Titel, ihre Erzrivalen aus Neu-England nicht einen einzigen. Im Halbfinale 2004, nach 86 Jahren, wendete sich das Blatt jedoch endlich. Boston machte einen Rückstand von drei Spielen wett, gewann die Serie und daraufhin auch die Meisterschaft gegen St. Louis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Titelgewinn änderte alles für die Boston Red Sox. Die Art und Weise wie die Mannschaft sowohl ihre Geschäfte, als auch ihren Sport betrieb, wandelte sich radikal. Der Fenway Park, das Heimstadion den Red Sox, war plötzlich ganzjährig ausverkauft und auch Auswärts wollten mehr Leute die Red Sox sehen, als jede andere Mannschaft. Der Spartensender ESPN überträgt seit 2004 sämtliche Spele der Red Sox, eine Ehre, die ansonsten nur den Yankees zuteil wird. Das Budget des Clubs wuchs auf 143 Millionen Dollar an, was zwar noch immer um 47 Millionen geringer ist als das der Yankees aber mit Abstand größer als das aller anderen Vereine. Spektakuläre Transfers wurden möglich wie zuletzt der Einkauf des japanischsn Stars Daisuke Matsusaka für 103 Millionen über drei Jahre. Um andere Spitzenspieler wie Jose Contreras stritten sich die Red Sox mit den Yankees bis zum letzten Cent.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wiederholung des Meisterschaftsgewinns gelang zwar trotzdem nicht sofort wieder. Er ließ aber auch keine 86 Jahre mehr auf sich warten. In den Playoffs diesen Jahres waren die Red Sox eindeutig die dominierende Mannschaft, ihr Finalgegner Colorado hatte nicht den Hauch einer Chance. Die einst übermächtigen Yankees hingegen zerfallen derzeit regelrecht. Nach dem Erstrundenaus in den Playoffs weigerte sich Trainer Joe Torre einen neuen Vertrag zu unterzeichnen. Ebenso Superstar Alex Rodriguez, von dem nun erwartet wird, dass er bei Boston unterzeichnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In New York nimmt man den verlorenen Status als Spitzenmannschaft der Liga indes alles andere als gelassen hin. Team-Besitzer Hank Steinbrenner will von einer „Red Sox“-Nation, von der immer mehr gesprochen wird, nichts hören. „Wenn es eine Red Sox Nation gibt“, geiferte er jüngst miesepeterig, „dann gibt es ein Yankees Universum. Ohne die Rivalität mit uns wären die Red Sox gar nichts. In den letzten 12 Jahren haben wir vier Titel gewonnen, die Red Sox nur zwei.“ Doch all das neidische Meckern nützt Steinbrenner nichts, Amerika hat längst die Red Sox zur nationalen Baseball-Mannschaft Nummer Eins erkoren. Zuletzt hat sich sogar der Präsidentschaftskandidat und ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giulianai zu den Red Sox bekannt. Der US-Baseball hat wohl endgültig eine neue Hackordnung.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-527355522501694971?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/527355522501694971'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/527355522501694971'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/10/red-sox-nation-das-team-aus-boston-ist.html' title='Red Sox Nation: Das Team aus Boston ist nach seinem zweiten Titelgewinn Amerikas unangefochtenes Baseball-Team Nummer Eins'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5357755520762289860</id><published>2007-10-26T06:15:00.001-07:00</published><updated>2007-10-26T06:15:58.384-07:00</updated><title type='text'>On God: Norman Mailer entwirft seine eigene Religion</title><content type='html'>Lange war Norman Mailers vor rund zehn Jahren veröffentlichtes „Jesus Evangelium“ ein seltsamer Fremdkörper im Lebenswerk des New Yorker Erzählers, ein bizarrer theologischer Ausflug eines Mannes, der sich vorher 50 Jahre lang einen Namen als wohl kaum der Frömmigkeit verdächtiger Chronist seiner Epoche gemacht hatte. Als zu Beginn diesen Jahres nun der erste Roman des jüdisch erzogenen Mailer seit diesem Jesus-Buch,  „Das Waldschloß“ in den USA erschien - eine Biographie des jungen Anti-Christen Hitler - schwante so manchem jedoch, daß Mailer sich zum Ende seines Lebens und seiner Schriftsteller-Karriere ernsthaft in Fragen von Gut und Böse, sowie Diesseits und Jenseits verbissen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit vergangener Woche ist nun endgültig gewiß, daß Mailers Gedanken offenkundig schon seit langem vorwiegend um Gott und den Teufel,  kreisen. Am letzten Dienstag kam ein Bändchen mit dem Titel „On God“ in die US-Buchhandlungen, in dem Mailer dem Journalisten und Literaturwissenschaftler Michael Lennon die Grundzüge seines privaten Glaubenssystems erläutert. Es ist eine ebenso krude wie erstaunlich elaborierte theologische Konstruktion mit Anleihen bei Milton, den indischen Religionen, der Gnosis und der Manichäer.  So ausformuliert ist der Mailerismus, dass man meinen könnte, er habe auf seine alten Tage vor, eine eigene Religion zu gründen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In „On God“ wird deutlich, dass es Mailer mit dem Teufel in seinem Hitler-Buch tatsächlich ernst gemeint hatte. Der war laut Mailer im „Waödschloß“ personlich zugegen, als Adolf Hitler am 20. April 1889 emfangen wurde. Das Interesse des Leibhaftigen am Fall Hitler hatte die Tatsache erregt, daß der spätere Massenmörder Produkt eines Inzests war – zwischen dem Waldviertler k.und k. Zollinspektor Alois Schicklgruber nämlich und seiner Nichte Klara Pölzl, die bei Mailer auch noch dessen Tochter ist. Der Inzest als Bruch eines der Grundtabus jedweder Zivilisation ließ den „Ganz Bösen“, wie der oberste Dienstherr des Erzählers Dieter bei Mailer heißt, das große Potenzial des jungen Hitler wittern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Roman endet nach rund 470 recht ermüdenden Seiten mit dem Schulabschluß Hitlers, was Hitler mit seinem weiteren Leben anstellt, setzt Mailer als bekannt voraus. Dokumentieren wollte er lediglich, wie der Keim des Bösen gesät wurde und langsam zu sprießen begann. Hitler hatte sich mit allerlei Perversionen vertraut gemacht, hatte gelernt, dass einige Kreaturen sterben müssen, damit andere überleben und daß ein mißhandelter Hund weiterhin sein Herrchen liebt. Sowohl seine Schwester, als auch sein Rektor sagten ihm hellsichtig voraus, dass er wohl nie ein besonders guter Mensch werden würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Offensichtlich hatte der Teufel zu diesem Zeitpunkt schon den Kampf um die Seele Adolf Hitlers gewonnen und damit einen absoluten Volltreffer gelandet. Mit Hilfe dieser einen Seele gelang es ihm, das gesamte 20. Jahrhundert nach Punkten für sich zu entscheiden. Als guter Manichäer sieht Mailer die Menschheitsgeschichte als ewiges Ringen zwischen Gut und Böse und glaubt, im Verlauf seines langen Lebens ein deutliches Kippen des Kräftegleichgewichtes zugunsten des Letzteren gesehen zu haben. Der offensichtlichste Beweis dafür sind der Holocaust und die Atombombe, der Zweite Weltkrieg und Vietnam und insgesamt die Tatsache, dass die Menschheit in letzter Zeit ein bislang ungeahntes destruktives Potenzial entfaltet.  Im 20 Jahrhundert, so Mailer, hat der Teufel die Technik als seine bislang teuflichste Waffe entdeckt und scheint damit auf dem besten Wege zu sein, sich im ewigen Ringen mit seinem Widersacher zu behaupten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um fair zu bleiben – ganz so naiv wie das alles klingt ist Mailers Sicht von Gut und Böse nicht. Sein Glaube ist deutlich weniger karikaturhaft, als etwa der evangelikale Fundamentaslismus. So gesteht er beispielsweise dem Subjekt eine Rolle im großen kosmischen Kampf zu: „Wir sind keine passiven Zuschauer, während Gott und der Teufel Krieg führen“, sagt er, „sondern eine dritte Kraft, die allerdings nicht immer genau weiß, wo sie steht.“ Das Gute und das Böse sind keine reinen Substanzen, wie die Evangelikalen glauben machen wollen, die Fronten verlaufen alles andere als deutlich. Und vor allem ist der Ausgang des Kampfes offen, während bei den Evangelikalen fest steht, daß das Königreich Gottes kommt. Für Mailer kann jedoch alles noch schief gehen und im Moment sieht auch alles danach aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So muß man Mailer vielleicht sogar dafür dankbar sein, daß er den Diskurs über das Böse in Amerika nicht den Fundamentalisten überlässt und ihm zumindest vergleichsweise Einiges an Komplexität verleiht. Mit dem gesamten 20 Jahrhundert als Perspektive weiß Mailer einerseits, daß man um das Nachdenken über das Böse nicht umhin kommt und andererseits, daß der Aufenthaltsort des Guten und des Bösen nicht so einfach und schon gar nicht nach Nationalitäten oder Konfessionen geordnet zu bestimmen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und doch bleibt das Mailer’sche Böse seltsam banal.  Im Vergleich etwa zu Hannah Arendts philosophischem Nachdenken über das Böse wirkt sein Theologisieren  zuteifst naiv. Nachzuvollziehen ist es allenfalls im Zusammenhang der amerikanischen Geistesgeschichte, in der die Formulierung einer persönlichen, undogmatischen Spiritualität eine lange Tradition hat.  Die zahllosen amerikanischen Religionen und Sekten aber auch ernst zu nehmende Denkschulen wie Transzendentalismus und Pragmatismus bezeugen die Macht dieser Tradition, die der Kulturkritiker Harold Bloom in seiner Studie „The American Religion“ als so etwas wie den Grundstock des amerikanischen Nationalcharakters beschrieb. Daß Mailer so freimütig mit Begriffen wie Gut und Böse herum hantiert und sie zu einer Privatreligion formt, wird  in diesem Kontext verständlich. Einen aufgeklärten Mitteleuropäer lässt es freilich trotzdem zusammenzucken.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5357755520762289860?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5357755520762289860'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5357755520762289860'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/10/on-god-norman-mailer-entwirft-seine.html' title='On God: Norman Mailer entwirft seine eigene Religion'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-6912976591568918</id><published>2007-10-23T13:44:00.000-07:00</published><updated>2007-10-23T13:45:37.727-07:00</updated><title type='text'>Adeles Glanz: Ron Lauder zeigt in seine teure Klimt-Sammlung</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/;art772,2405604"&gt;http://www.tagesspiegel.de/kultur/;art772,2405604&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-6912976591568918?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6912976591568918'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6912976591568918'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/10/adeles-glanz-ron-lauder-zeigt-in-seine.html' title='Adeles Glanz: Ron Lauder zeigt in seine teure Klimt-Sammlung'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-3996426378255716988</id><published>2007-10-22T18:54:00.000-07:00</published><updated>2007-10-22T18:57:03.252-07:00</updated><title type='text'>Katastrophenhilfe oder Zynismus: Neue US Krimiserie spielt im zerstörten New Orleans</title><content type='html'>Es gibt wohl kaum eine Kulisse, die sich für Krimis so gut eignet, wie eine zerstörte Stadt. Die düstere Atmosphäre, die zerstörte Straßenzüge ausstrahlen, die unzähmbare Anarchie, die unweigerlich in einer Trümmerlandschaft ausbricht – das sind unwiderstehliche Zutaten zu formidablen Thrillern. Und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ein abenteuerlustiger Produzent ein Kamerateam in das erbittert um seine Zukunft ringende New Orleans schickt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der einzige Grund, warum noch nicht mehr Filmemacher dieser Versuchung erlegen sind, ist wohl, daß man sich an dem politisch hoch aufgeladenen Thema New Orleans in den USA noch immer leicht die Finger verbrennt. TV-Produzent Jonathan Lisco hat zwei Jahre, nachdem die Wasser des Lake Pontchartrain durch den Deich an der 17. Straße brachen, dieses Risiko auf sich genommen und prompt dafür von allen Seiten Prügel bezogen. Seine Krimiserie „K-Ville“ (wie Katrina-Ville), die in der vergangenen Woche auf dem Kabelkanal Fox anlief, wurde von der amerikanischen Kritik in der Mehrheit verrissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die größte Klage der Rezensenten war dabei, daß Lisco recht konventionelle Räuber- und Gendarm-Geschichten erzähle. Die Episoden könnten genauso gut in New York, Los Angeles oder Las Vegas spielen und es sei bedauerlich, so der Tenor, daß Lisco nicht mehr aus New Orleans gemacht habe. Die Stadt und ihr besonderes Spannungsfeld, ihr post-apokalyptisches, morbides Ambiente und ihre besonderen Probleme, so die Kritik, kämen hinter allzu ausführlichen und zum Überdruß vertrauten Schießereien und Autojagden nicht so recht zum Zug. Die gepeinigte Stadt verdiene eine angemessenere, weniger klischierte Behandlung, fand der San Francisco Chronicle, ein „beliebiger Nullachtfünfzehn Krimi“, sei die Serie, moserte der Chicago Tribune und USA Today fand „K-Ville“ gar geschmacklos. Vielleicht, fragte sich der Kritiker der auflagenstärksten US-Zeitung angesichts der Beliebigkeit der Plots und der Vertrautheit der Ästhetik, solle man New Orleans bis auf weiteres gänzlich vor der Verwurstung druch die Massen-Unterhaltungsindustrie schützen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurioserweise beschwerten sich diejenigen am wenigsten, die dem Thema am Nähesten stehen. Dave Walker, der Kritiker der New Orleaner Tageszeitung Times Picayune – die für ihre heroische Berichterstattung während des Hurrikans mit einem Pulitzer ausgezeichnet wurde – wollte zunächst einmal fest halten, daß man im Big Easy für die etwa 17 Millionen Dollar, die die Dreharbeiten in die örtliche Wirtschaft gepumpt hätten, ausgesprochen dankbar sei. Ansonsten war Walker gegenüber „K-Ville“ hin- und her gerissen. Gut fand er, daß die Sendung New Orleans davor bewahre, vom nationalen Radar zu verschwinden. Kritisch stimmte ihn lediglich, weniger als das Abrufen bekannter Krimi-Konventionen, die Tatsache, daß New Orleans in K-Ville als „dauerhaft verstümmelte“ Stadt gezeigt werde, „in der die Gesetzlosigkeit vollkommen außer Kontrolle“ geraten sei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So möchte New Orleans nicht gesehen werden, denn schließlich ist der Tourismus der bislang noch einzig halbwegs intakte Wirtschaftszweig der Stadt. Da ist es wenig zuträglich, daß selbst die Hauptfigur der Serie, der schwarze Kommissar Marlin Boulet, nicht nur gegen die Widerstände seiner Freunde und Familie sondern vor allem auch gegen sich selbst ankämpft, New Orleans nicht zu verlassen. „Die Stadt wird nie mehr wieder so werden, wie sie war“, versucht seine Frau den psychisch und körperlich zutiefst erschöpften Detective davon zu überzeugen, anderswo neu anzufangen. „Nicht, wenn niemand mehr dafür kämpft“, entgegnet Boulet trotzig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Konflikt zwischen dem schier aussichtslosen Kampf um die wahrscheinlich unwiderbringlich versunkene einstige Heimat und der Versuchung, einfach alles hinter sich zu lassen, ist das trotz aller nervenden branchenüblichen Pyrotechnik doch klar erkennbare Leitmotiv von „K-Ville“. So schafft es Boulet nicht, sich nicht mit seinem ehemaligen Partner zu versöhnen, der während der schweren Tage unmittelbar nach der Flut die Nerven verlor und einfach davon fuhr. Boulet gibt dem Ex-Kollegen zu verstehen, daß er den Impuls, zu fliehen, nachvollziehen kann – verzeihen kann er die Flucht dennoch nicht. Denn wenn er das könnte, würden wohl seine eigenen mühsam aufrecht erhaltenen Dämme gegen die Versuchung, sich aus dem Staub zu machen, brechen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Charakterisierung von Boulet steht offenkundig stellvertretend für den Seelenzustand einer Stadt, die sich wider den Verstand gegen ihren endgültigen Untergang stemmt. Herr Lisco will Amerika an das ermattete und verzweifelte New Orleans erinnern, über das sonst kaum jemand mehr reden mag. Die quietschenden Reifen und die Schießereien sind dabei sicher überflüssig. Aber sie garantieren immerhin einen Sendeplatz zur besten Zeit auf einem großen Kabelkanal.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-3996426378255716988?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3996426378255716988'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3996426378255716988'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/10/katastrophenhilfe-oder-zynismus-neue-us.html' title='Katastrophenhilfe oder Zynismus: Neue US Krimiserie spielt im zerstörten New Orleans'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-2967139912640300481</id><published>2007-10-18T05:45:00.000-07:00</published><updated>2007-10-18T05:50:06.175-07:00</updated><title type='text'>Schwebende Redakteure: Das neue Gebäude der New York Times von Renzo Piano</title><content type='html'>&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/RxdVxrW0NWI/AAAAAAAAACY/UeGhuVaF4_A/s1600-h/309.003.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5122657413097600354" style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/RxdVxrW0NWI/AAAAAAAAACY/UeGhuVaF4_A/s200/309.003.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Frankfurter Rundschau, 15.10.2007&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Renzo Piano vor 35 Jahren den Auftrag erhielt, ein Kunst- und Kulturzentrum im biederen vierten Pariser Arrondissement zu bauen, konnten der damals junge genueser Architekt und sein britischer Kollege Richard Rogers der Versuchung zur städtebaulichen Provokation nicht widerstehen. Das Centre Pompidou mit seinen grellbunten nach außen gestülpten Eingeweiden wirkt bis heute wie ein Raumschiff, das mitten in der französischen Hauptstadt gelandet ist. Die Frechheit ist Piano im Alter von mittlerweile 68 Jahren jedoch anscheinend abhanden gekommen. Sein erster Wolkenkratzer in Manhattan, das neue New York Times Gebäude, das seit Juni von der Redaktion der wichtigsten amerikanischen Zeitung besetzt wird, nimmt sich in der New Yorker Skyline eher zurückhaltend aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist der erste Wolkenkratzer von Piano, der zweite soll demnächst in London folgen. Zuvor hat der Italiener in New York die Stadtvilla des Gründerzeit-Magnaten J-P. Morgan nebst Bibliothek und Kunstsammlung umgebaut – laut einhelliger Meinung der Kritik ein Meisterstück. Dabei vereinte Piano lediglich die beiden alten Häuser durch einen Glaskubus und schuf dadurch eine Lichtdurchflutete Piazza direkt an der geschäftigen Madison Avenue. Im Zentrum der Komposition ist nichts als ein heller, offener Raum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch beim Entwurf des Times-Gebäudes stand für Piano das Schaffen heller, luftiger Innenräume im Vordergrund. Prominentestes Merkmal des 52-stöckigen Bürohauses ist das neuartige Lichtsystem, das es erlaubt, durch die Glasfassade direktes Tageslicht in ausnahmslos alle Büroräume fallen zu lassen, gleichzeitig jedoch die Lichtmenge und Intensität per computergesteuertem Kontrollsystem fein zu dosieren und somit optimal zu nutzen. Zu diesem Zweck ist die Fassade rundum mit 250,000 Keramikrohren bestückt, die wie ein gigantisches Rollo an den Außenwänden hängen und die direkte Sonneneinstrahlung effektvoll brechen. Hinter diesem Vorhang nimmt sich der 348 Meter hohe Times Tower indes völlig zurück – wenn Transparenz Piano’s Ziel war, so hat er dieses erreicht. Die Redakteure schweben, den Blicken von Nachbarn und Passanten an der 42ten Strasse schutzlos ausgeliefert, wie im Nichts über der Manhattaner Westseite zwischen Times Square und dem Busbahnhof Port Authority.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen so große Architektur-philsophischen Unterschied zum Centre Pompidou, wie es zunächst erscheinen mag, stellt der Times Tower allerdings gar nicht dar. So wie das Pariser Kunstzentrum sein funktionales Inneres nach Außen kehrt, tut es der Times Tower auch. Und dabei wird sichtbar, wofür Piano und auch die Times gerne stehen möchten. Das energiesparende High-Tech Lichtsystem demonstriert, daß man am Trend zur Bauökolgie nicht nur teilhat, sondern ihn voran treibt und daß man somit seiner Zeit wenigstens eine Nasenlänge voraus ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Zur-Schau-Stellen sowohl der avantgardistischen Beleuchtungs- und Heizungstechnik, als auch der modernen Zeitungsproduktion kommt jedoch einer für das eitle New York gänzlich untypischen ästhetischen und symbolischen Gleichgültigkeit gegenüber dem architektonischen Äußeren gleich. Der Kritiker der New York Sun nannte den Tower deshalb spöttisch, „einen ipod in seinem Stromladesockel, eine Gerätschaft, irgendwo zwischen einem Computer und einer Geschirrspülmaschine“. Paul Goldberger vom New Yorker drückte es etwas zurückhaltender aus: „Ein New Yorker Wolkenkratzer braucht eine gewisse Präsenz. Der Times Tower hingegen ziert sich allzusehr.“ Die Schaffung heller Räume und das Ausbalancieren eines architektonischen Kontextes, wie Piano dies brilliant an kleineren Arbeiten wie der Morgan Library vorführe, so Goldberger, seien für ein Haus, das in einer so mächtigen Skyline bestehen möchte, keine hinreichenden Bauprinzipien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Fehlen einer klaren Position setzt sich in das Innere des Towers fort. Kernstück der neuen New York Times Räume ist der Newsroom, ein beeindruckend weitläufiges offenes Großraumbüro für den Großteil der rund 350 Redakteure und Reporter der Zeitung, das ein gesamtes Stockwerk des viergeschossigen Anbaus hinter dem Tower einnimmt. Der Newsroom ist luftig und hell und die eleganten, aus Kirschholz gezimmerten Arbeitsstationen, die rund um ein begrüntes Atrium angeordnet sind, wirken freundlich und angenehm aber letztlich konventionell. Das Gefühl, daß sich hier die wichtigste Nachrichtenorganisation der Welt für die sich dynamisch wandelnde Medienlandschaft des 21. Jahrhunderts rüstet, bekommt man jedenfalls nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Konzeptarmut liegt allerdings sicherlich auch ein wenig an der derzeitigen Konzeptlosigkeit der Times. Der Börsenkurs des Blattes, der Gesamtumsatz und die Anzeigeneinnahmen befinden sich nach wie vor im freien Fall, die Zeitung schrumpft und das stetig wachsende Internetgeschäft kann die Firma noch lange nicht tragen. Erst in der vergangenen Woche stellte die Times ihre Versuche ein, Gebühren für einen Teil ihres Internetangebotes zu erheben und newyorktimes.com somit langfristig auf solidere Beine zu stellen. Ein Redakteur, der nicht genannt werden will, beschreibt die Stimmung im Haus angesichts dieser allgemeinen Verunsicherung derzeit als „geradezu apokalyptisch Wir sind gerade in ein schickes neues Gebäude gezogen, heuern weiterhin smarte junge Leute an und geben weiterhin viel Geld aus, um Qualitätsjournalismus zu betreiben. Die entscheidenden Leute bei der Times scheinen zu denken, daß das Geschäft eine Zukunft hat. Ich kann nur hoffen, daß sie Recht haben.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie diese Zukunft aussehen soll, wie sich etwa die Mischung zwischen Online und Print entwickelt, weiß jedoch auch bei der großen New York Times niemand so recht. Deshalb konnten die Innenausstatter des Newsrooom, die New Yorker Firma Gensler, auch lediglich mit der Vorgabe arbeiten, „insgesamt zwischen allen Redaktionsteilen die Kommunikation erleichtern“, wie Gensler Chefdesigner Rocco Giannetti sagt. So sitzt etwa bei jeder Teilredaktion im Newsroom ein Online-Redakteur, um die Nachrichten und Stories möglichst schon ins Netz füttern zu können, während sie für die Zeitung noch entstehen. Die Journalisten, die im Newsroom keinen Platz mehr gefunden haben, sind per Freitreppen über alle vier Stockwerke mit dem Hauptgeschoß verbunden. Ansonsten, so Giannetti, sei alles im Newsroom so angelegt, daß man es jeder Zeit wieder demontieren und umgestalten kann. Denn wie die Etage in fünf oder zehn Jahren aussehen muß, um die moderne Nachrichtenproduktion zu ermöglichen, weiß derzeit kein Mensch.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-2967139912640300481?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2967139912640300481'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2967139912640300481'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/10/schwebende-redakteure-das-neue-gebude.html' title='Schwebende Redakteure: Das neue Gebäude der New York Times von Renzo Piano'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/RxdVxrW0NWI/AAAAAAAAACY/UeGhuVaF4_A/s72-c/309.003.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-1304926911407698683</id><published>2007-10-12T07:34:00.000-07:00</published><updated>2007-10-12T07:36:31.325-07:00</updated><title type='text'>Friedensnobelpreis für Al Gore: Amerikas unbequemer Wahrsager</title><content type='html'>George Bush hat in den sieben Jahren seiner Regierung getan, was er nur konnte, um den Ruf der Vereinigten Staaten als sorgloseste Umweltverschmutzer der Erde zu befördern. Seine beharrliche Weigerung, das Kyoto-Protokoll zu unterzeichnen und den Austoß von Treibhausgasen in den USA zu begrenzen, sein Drängen, die Naturschutzgebiete von Alaska für Ölbohrungen freizugeben und die Blockade seiner Partei von Gesetzen, die effektiv die Kilometerleistung pro Liter Treibstoff reduzieren, zeichnen das Bild einer dem Klimawadel gegenüber gänzlich gleichgültigen und zutiefst verantwortungslosen Nation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch seit etwa zwei Jahren sind Bush und seine Partei mit dieser Haltung in den USA zunehmend isoliert. Einer Umfrage der New York Times in diesem Sommer zufolge glauben 76% der Amerikaner, dass ohne Verzug etwas gegen den Klimawandel getan werden müsse. Ökologisches Bewusstsein genießt in der amerikanischen Gesellschaft mittlerweile einen breiten Konsens. Bürgermeister und Gouverneure tun, was in ihrer Macht steht, Washington zum Trotz zumindest auf lokaler Ebene die Umwelt zu schützen. Erst in der vergangenen Woche hat der populäre Präsidentschaftskandidat Barack Obama verkündet, dass er im Fall seiner Wahl bis 2020 den Ausstoß von Treibhausgasen auf das Niveau von 1990 zurück schrauben wolle. Und dieser Stimmungswandel in den USA ist vor allem das Verdienst von Al Gore.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gore ist mit dem Film „Eine unangenehme Wahrheit“ über den globalen Klimawandel zu den Amerikanern durch gedrungen. Die Dokmentation von David Guggenheim zeigte Ausschnitte von Al Gores Diashow, mit der er durch Amerika tingelt, seit er in der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2000 George Bush geschlagen gab und schnitt sie mit Szenen zusammen, die Gore dem Zuschauer als Privatmann näher bringen. Die Wirkung des Films entstand aus Gores Fähigkeit, in seinen Präsentationen die wissenschaftlichen Komplexitäten des Klimawandels in die Sprache des einfachen Amerikaners zu übersetzen. Zum anderen trug zum Erfolg des Films die Glaubwürdigkeit Gores als Person bei: Die Tatsache, dass Gore sich aus der Politik zurückgezogen hat, um der Sache des Klimaschutzes besser dienen zu können, macht seine Leidenschaft für dieses Thema besonders glaubwürdig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kritik von Wissenschaftlern an der Ungenauigkeit von Gore sowie eine Klage vor einem englischen Gericht gegen die Verwendung des Films als Unterrichtsmaterial konnten seiner Wirkung nichts anhaben. Sowohl der Londoner Highcourt, als auch die US-Klimatologen, die auf ungesicherte Behauptungen in der „Unbequemen Wahrheit“ hinwiesen, räumten die grundsätzliche Richtigkeit von Gores Argument ein. Und selbst George Bush beugt sich mittlerweile der umgeschwugenen Stimmung in seinem Land zumindest insoweit, als er die Tatsache des Klimawandels nicht mehr leugnet.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-1304926911407698683?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1304926911407698683'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1304926911407698683'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/10/friedensnobelpreis-fr-al-gore-amerikas.html' title='Friedensnobelpreis für Al Gore: Amerikas unbequemer Wahrsager'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5653245284401216485</id><published>2007-10-08T06:29:00.000-07:00</published><updated>2007-10-08T06:30:23.300-07:00</updated><title type='text'>Nirgends zu Hause: Orhan Pamuk und Salman Rushdie diskutieren in New York über den Begriff der Heimat</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1221535"&gt;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1221535&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5653245284401216485?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5653245284401216485'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5653245284401216485'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/10/nirgends-zu-hause-orhan-pamuk-und.html' title='Nirgends zu Hause: Orhan Pamuk und Salman Rushdie diskutieren in New York über den Begriff der Heimat'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-1038328880449689883</id><published>2007-10-06T08:31:00.000-07:00</published><updated>2007-10-06T08:35:09.810-07:00</updated><title type='text'>Sex-Mobbing im US Profi-Sport - Angestellte des Madison Square Garden bekommt 11,6 Millionen Schadensersatz</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,509637,00.html"&gt;http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,509637,00.html&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-1038328880449689883?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1038328880449689883'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1038328880449689883'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/10/sex-mobbing-im-us-profi-sport.html' title='Sex-Mobbing im US Profi-Sport - Angestellte des Madison Square Garden bekommt 11,6 Millionen Schadensersatz'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-1363027734609192066</id><published>2007-10-05T06:18:00.000-07:00</published><updated>2007-10-05T06:19:35.271-07:00</updated><title type='text'>Die Last der Lüge - Marion Jones gesteht Doping</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.taz.de/index.php?id=sport&amp;amp;art=5635&amp;amp;id=sport-artikel&amp;amp;src=MT&amp;amp;cHash=e3704540a4"&gt;http://www.taz.de/index.php?id=sport&amp;amp;art=5635&amp;amp;id=sport-artikel&amp;amp;src=MT&amp;amp;cHash=e3704540a4&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-1363027734609192066?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1363027734609192066'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1363027734609192066'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/10/die-last-der-lge-marion-jones-gesteht.html' title='Die Last der Lüge - Marion Jones gesteht Doping'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8402650617636500696</id><published>2007-10-04T19:07:00.000-07:00</published><updated>2007-10-04T19:08:36.581-07:00</updated><title type='text'>Exit Zuckerman - Philp Roth gibt seinem Alter Ego den Laufpass</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1220015"&gt;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1220015&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8402650617636500696?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8402650617636500696'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8402650617636500696'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/10/exit-zuckerman-philp-roth-gibt-seinem.html' title='Exit Zuckerman - Philp Roth gibt seinem Alter Ego den Laufpass'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-6487369149688633188</id><published>2007-10-03T11:23:00.000-07:00</published><updated>2007-10-03T11:25:08.987-07:00</updated><title type='text'>Schwarze als "primitiv" gezeichnet - US TV Serie Cavemen provoziert Bürgerrechtler</title><content type='html'>Dem US-Autoversicherer Geico ist etwas gelungen, womit sich die Assekuranz-Branche gewöhnlich nicht eben leicht tut. Mit seiner jüngsten TV-Kampagne hat Geico den konservativen Muff abgeschüttelt, der traditionell dem Gewerbe anhaftet und sich als pfiffig, ja sogar als Hip positioniert. Alle Spots ihrer „Caveman“-Serie sind Instant-Klassiker auf Youtube, die Figuren darin – drei ins moderne Amerika verpflanzte Neanderthaler - sind so kultig, daß sich auf Hollywood-Parties und auf der Tribüne bei Baseball-Spielen die Leute zu Heerscharen als Höhlenmenschen verkleiden. So gut haben die „Cavemen“ eingeschlagen, daß das Fernsehnetzwerk ABC ab 2. Oktober mit den drei Primitiven sogar seine Sitcom-Serie startet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Humor der Spots und mutmaßlich auch der Serie beruht auf einer simplen Prämisse: Hinter ihrem vorzeitlichen Äußeren sind Nick, Joel und Andy hoch kultiviert. Sie lesen Tolstoi, spielen Golf, bestellen in ausgesuchten Restaurants Dinge wie Bratente an Mango-Salsa und gehen wie die überwiegende Mehrheit der urbanen US-Elite zum Psychoanalytiker. Alleine wegen ihrer extravaganten Schädelform schaffen sie es jedoch nicht, das Vorurteil der Primitivität abzuschütteln. Und das wiederrum führt zu allerlei tragikomischen Begebenheiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So arbeitete im ersten Spot Neanderthaler Nick als Tontechniker an der Aufnahme einer Autoversicherungs-Werbung, bei der der Sprecher den Vertragsabschluss als „so einfach“ anpreist, daß „sogar ein Höhlenmensch“ das hinbekomme. Pikiert schmeißt Nick das Mikrofon hin und stiebt aus dem Studio. Die folgenden Spots spinnen die paradoxe Komik des zivilisierten Wilden immer weiter: Bei einem Abendessen in einem trendigen Lokal versuchen sich die Versicherungs-Manager bei Nick zu entschuldigen, nur um sich dabei in weitere diskriminierende Äußerungen zu verheddern. Das gleiche Schicksal widerfährt Nicks Therapeutin, als sie versucht, die Ursache seiner Depressionen – die permanente Diskriminierung nämlich herunter zu spielen. Und so weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kritik findet das allerdings überhaupt nicht zum Schmunzeln. Bei der Präsentation der TV-Serie Ende Juli war die Atmosphäre alles andere als heiter. Mit den „Höhlenmenschen“, entrüsteten sich die Reporter, das sei ja wohl klar, seien nicht Neanderthaler sondern schwarze Amerikaner gemeint und deren Darstellung als primitiv verstärke auf unverantwortliche Art und Weise rassische Vorurteile. Daß mit den Cavemen eigentlich Menschen dunkler Hautfarbe gemeint seien sei deutlich daran abzulesen, daß sich Nick, Andy und Joel in der Pilot-Episode an den gleichen Klischees abarbeiten müssen, wie gewöhnlich Afro-Amerikaner – daß sie besonders begabte Athleten seien etwa oder besonders gut im Bett.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hatten die Produzenten Josh Gordon und Mike Schiff so nicht erwartet. Im Gegenteil - eigentlich dachten sie, ihre Serie sei besonders „PC“ weil sie ja rassische Stereotypen gerade ad Absurdum führt. Und so versuchten sie sich stammelnd herauszureden, in dem sie behaupteten, sie hätten bei der Konzeption der Serie selbstverständlich keine bestimmte ethnische Gruppe im Sinn gehabt. Es sei ihnen vielmehr um eine Art allgemeiner Entfremdungserfahrung gegangen .&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kauft Gordon und Schiff allerdings niemand so recht ab. „Es ist völliger Unsinn, daß die Produzenten nicht gezielt mit bestimmten Stereotypen spielen“, sagte etwa die schwarze Publizisten Debra Dickerson, die sich in ihren Büchern und Essays mit dem Stand der Rassenbeziehungen in den USA beschäftigt, gegenüber Spiegel Online. Trotzdem kann Dickerson jedoch nicht verstehen, worüber sich die ach so rechtschaffenen Reporter aufregen. „Die Serie ist ganz offensichtlich sowohl von der Machart her, als auch intellektuell billig“, so Dickerson. „Darauf darf man doch gar nicht einsteigen.“ Die Leute, die sich so vorhersehbar über solche Dinge entrüsten nennt Dickerson eine „Bürgerrechtsindustrie“: „Die tun das doch vor allem, um sich selbst zu legitimieren. An den wahren Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft ändern sie hingegen gar nichts.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In die gleiche Kerbe schlägt der Kulturwissenschaftler Stanley Fish, der die Cavemen-Kontroverse in der New York Times kommentierte. „Das ganze Gerede über Stereotypen dient der amerikanischen Linken doch nur dazu, sich selbst zu beweihräuchern. Man respektiert Gott und die Welt und denkt, man habe damit unheimlich viel bewegt. Dabei hat man gar nichts getan. Respekt ist eine inflationäre Währung“, sagt Fish im Gespräch mit Spiegel Online. Man sollte endlich aufhören, sich darüber Gedanken zu machen, wie welche Gruppe in der Pop-Kultur dargestellt wird und stattdessen anfangen darüber zu reden, warum zu viele Menschen hungrig, arm, ungebildet und obdachlos sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rassendiskriminierung, das glauben US-Intellektuelle wie Fish und Dickerson, ist nicht mehr das große Problem des Landes. Gerade an den „Cavemen“, so Fish, sehe man doch, daß im Mainstream zum Thema Toleranz längst Konsens herrscht: So sehr nämlich, daß eine Komödie, die sich mehr oder weniger erfolgreich gegen Diskriminierung stellt, zur besten Sendezeit läuft. Tabu sei hingegen nach wie vor der viel dringlichere Diskurs über die soziale Ungerechtigkeit des kapitalistischen Systems unter dem Minderheiten aller Toleranz zum Trotz noch immer am meisten leiden. Darüber sollte man laut Fish mal eine Fernsehserie machen. Komisch wäre die allerdings wohl nicht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-6487369149688633188?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6487369149688633188'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6487369149688633188'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/10/schwarze-als-primitiv-gezeichnet-us-tv.html' title='Schwarze als &quot;primitiv&quot; gezeichnet - US TV Serie Cavemen provoziert Bürgerrechtler'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-4453766159133881319</id><published>2007-09-29T13:06:00.000-07:00</published><updated>2007-09-29T13:08:29.045-07:00</updated><title type='text'>Amerikas Stehaufmännchen: Rekordquarterback Brett Favre ist nicht tot zu kriegen</title><content type='html'>So etwas hatte es im Football noch nie gegeben. Minutenlang spendeten am 22. Dezember 2003 die Fans der Oakland Raiders Brett Favre, dem Quarterback der gegnerischen Grennbay Packers nach verlorenem Spiel Szenenapplaus. Und das, obwohl die Raiders-Fans als die streitsüchtigsten und unfairsten Anhänger in der National Football League (NFL) gelten. Favre hatte gerade das Schweinslederei insgesamt 399 Yards weit geworfen, dabei vier Mal einen Fänger gefunden, der damit punktete und seine Mannschaft zu einem 41-7 Sieg über die Raiders geführt. Es war das beste Spiel seiner Karriere.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber es war nicht alleine seine Leistung, die Favre die Sympathien der Gegner eintrug. Der Mann aus Mississippi ist eine Ikone, er steht schon lange über kleinlichen Rivalitäten und Provizialitäten. Jeder der Football liebt, liebt auch Brett Favre, auch wenn er die Verteidigung der eigenen Mannschaft wieder einmal schwindlig spielt. Und so werden vermutlich auch an diesem Sonntag wieder die gegnerischen Fans, diesmal die der Minnesota Vikings, dem 37 Jahre alten Kapitän von Greenbay applaudieren. Dann nämlich, wenn Favre zum 421. Mal in seiner nun 16 Jahre alten Profi-Laufbahn eine Vorlage zu einem Touchdown wirft und damit den ewigen Rekord des Über-Quarterbacks Dan Marino bricht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum alle Favre lieben, kann man begreifen, wenn man sich die Umstände jenes Spiels gegen die Raiders 2003 in Erinnerung ruft. Am Abend zuvor war Favres Vater Irvin, der zugleich sein allererster Trainer gewesen war, nahe der Heimat der gemischt cajun-französisch- und indianisch-stämmigen Familie nach einem Herzinfarkt in einen Graben gefahren und eine halbe Stunde später gestorben. Brett entschloß sich, trotzdem aufzulaufen. Schließlich hatte er seit seinem ersten Einsatz als Start-Quarterback der Packers 1992 nicht ein einziges Spiel verpasst. Bis heute lässt sich Favre durch nichts und niemanden davon abhalten, Helm und Schulterpolster anzuziehen und seinen Job auszuüben. 260 Spiele in Folge hat er jetzt zu Buche stehen - ein Rekord, der vielleicht noch beeindruckender und beständiger ist, als die 421 Touchdown-Pässe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amerika liebt Favre, der von 1995 bis 1997 drei Mal in Folge zum wertvollsten Spieler der Liga (MVP) gekürt wurde, für diese an Sturheit grenzende Unbeirrbarkeit. Er ist ein klassischer amerikanischer Held, einer wie John Wayne oder wie der legendäre Texas-Gründer Sam Houston, Männer, die man besoffen hinter irgendeinem Gebüsch hervor zerren und auf ihr Pferd setzen konnte und die dann zuverlässig gegen renitente Indianer oder mexikanische Banditen im Dienste des Guten und Gerechten ihre Heldentaten vollbrachten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau so begann die Laufbahn von Favre. Als er erstmals 1987 für sein College Southern Mississippi aufgestellt wurde, musste er sich noch beim Aufwärmen vom schweren Alkoholgenuss in der Nacht zuvor mehrmals übergeben. Trotzdem führte er seine Mannschaft mit zwei Touchdown-Pässen zum Sieg. Immer wieder hatte der harte Mann aus dem Süden seither mit Widrigkeiten zu kämpfen, die andere Footballer vom Spielfeld fern gehalten hätten: Ausgekugelte Schultern, abgesplitterte Knochen, gebrochene Daumen, entzündete Ellbogen, sowie eine schwere Abhängigkeit von Schmerzmitteln. Seine Frau litt unter Brustkrebs und seine Familie verlor im Hurricane Katrina ihr Haus aber Favre tat stets, was Favre tun musste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis vor zwei Jahren waren die Fans in so viel unverblümten Machismo, der so herrlich zu diesem Männer-Sport passt, ganz vernarrt. Doch 2005 drohte die Stimmung gegen Favre zu kippen. Die Packers legten mit gerade einmal vier Siegen bei 12 Niederlagen eine miserable Saison hin und viele glaubten, das läge daran, daß der mittlerweile grauhaarige Favre sich weigere, für Jüngere Platz zu machen. Doch Favre blieb stur, spielte weiter und ist in diesem Jahr so stark, wie schon lange nicht mehr. Drei Spiele in Folge haben die Packers, die 1996 zuletzt die Superbowl holten, zum Saisonstart gewonnen und liegen auf Playoff-Kurs. Und das interessiert Favre wesentlich mehr als der Passrekord. „Wenn wir nicht gewinnen, bedeutet der Rekord gar nichts“, sagt er. Favre will nicht als ein abgehalfterter Star in Erinnerung bleiben, der ein paar Jahre zu lange gespielt hat. Er will bis zum Ende der ewig junge Hitzkopf bleiben, den nichts anficht und der durch nichts tot zu kriegen ist. Und Amerika jubelt ihm dabei wieder zu, wie eh und je. Denn wer will schließlich nicht ein Leben lang 16 sein?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-4453766159133881319?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4453766159133881319'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4453766159133881319'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/09/amerikas-stehaufmnnchen.html' title='Amerikas Stehaufmännchen: Rekordquarterback Brett Favre ist nicht tot zu kriegen'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-7180606908542998396</id><published>2007-09-27T16:16:00.000-07:00</published><updated>2007-09-27T16:25:45.980-07:00</updated><title type='text'>Einkaufen in New York - Der Bauernmarktam Union Square</title><content type='html'>&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rvw7iqqeghI/AAAAAAAAABw/bIJ2xO4dXbA/s1600-h/union+sq+10.JPG"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5115028743540081170" style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rvw7iqqeghI/AAAAAAAAABw/bIJ2xO4dXbA/s200/union+sq+10.JPG" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rvw7i6qegiI/AAAAAAAAAB4/Ejxo3al6Xh8/s1600-h/union+sq+11.JPG"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5115028747835048482" style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rvw7i6qegiI/AAAAAAAAAB4/Ejxo3al6Xh8/s200/union+sq+11.JPG" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rvw7jqqegjI/AAAAAAAAACA/UZQzz5OzKzI/s1600-h/union+sq+5.JPG"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5115028760719950386" style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rvw7jqqegjI/AAAAAAAAACA/UZQzz5OzKzI/s200/union+sq+5.JPG" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rvw7j6qegkI/AAAAAAAAACI/Tn96NG-ZLHQ/s1600-h/union+sq+6.JPG"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5115028765014917698" style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rvw7j6qegkI/AAAAAAAAACI/Tn96NG-ZLHQ/s200/union+sq+6.JPG" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rvw7kKqeglI/AAAAAAAAACQ/0ArrZd3Apw4/s1600-h/union+sq+9.JPG"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5115028769309885010" style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rvw7kKqeglI/AAAAAAAAACQ/0ArrZd3Apw4/s200/union+sq+9.JPG" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-7180606908542998396?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7180606908542998396'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7180606908542998396'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/09/einkaufen-in-new-york-der-bauernmarktam.html' title='Einkaufen in New York - Der Bauernmarktam Union Square'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rvw7iqqeghI/AAAAAAAAABw/bIJ2xO4dXbA/s72-c/union+sq+10.JPG' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-4785888648513348891</id><published>2007-09-25T20:25:00.000-07:00</published><updated>2007-09-25T20:28:07.198-07:00</updated><title type='text'>UN-Generalversammlung: Treffen der Fieslinge in New York</title><content type='html'>Mahmud Ahmedinejad ist nicht der einzige Diktator, der in dieser Woche an der Fifth Avenue einkaufen geht:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.villagevoice.com/blogs/runninscared/archives/2007/09/robert_mugabe_m.php"&gt;http://www.villagevoice.com/blogs/runninscared/archives/2007/09/robert_mugabe_m.php&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-4785888648513348891?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4785888648513348891'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4785888648513348891'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/09/un-generalversammlung-treffen-der.html' title='UN-Generalversammlung: Treffen der Fieslinge in New York'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8559111537890663763</id><published>2007-09-10T10:48:00.000-07:00</published><updated>2007-09-10T10:50:33.482-07:00</updated><title type='text'>Wir trauern allein</title><content type='html'>Warum New Yorker auf die offiziellen Feiern zum 11. September keine Lust haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.taz.de/index.php?id=start&amp;art=4460&amp;amp;id=koepfe-artikel&amp;cHash=dc8ed5e3f9"&gt;http://www.taz.de/index.php?id=start&amp;amp;art=4460&amp;id=koepfe-artikel&amp;amp;cHash=dc8ed5e3f9&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8559111537890663763?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8559111537890663763'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8559111537890663763'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/09/wir-trauern-allein.html' title='Wir trauern allein'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5135155136079729005</id><published>2007-09-04T12:31:00.000-07:00</published><updated>2007-09-06T05:52:59.146-07:00</updated><title type='text'>Der letzte Sommer auf Coney Island geht zu Ende</title><content type='html'>&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rt_4GMALoVI/AAAAAAAAABI/hA0cxKBCpQM/s1600-h/IMG_0658.JPG"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5107073287646323026" style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rt_4GMALoVI/AAAAAAAAABI/hA0cxKBCpQM/s200/IMG_0658.JPG" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Viel ist es nicht mehr, was hier noch an die große Zeit von Coney Island vor 50 Jahren erinnert, als zwischen Juli und September jedes Wochenende fünf Millionen Menschen den legendären Strand am äußersten Zipfel New Yorks bevölkerten. Der damals vor Lebendigkeit überschäumende Amüsierstreifen am „Boardwalk“ - der hölzernen Strandpromenade, die sich über bald 10 Kilometer die ganze Halbinsel entlang zieht -ist auf gerade einmal 400 Meter zusammengeschrumpft. Im Westen, an der 17ten Strasse, beginnt er mit der vernagelten Ruine des ehemals vornehmen Child’s Restaurant, an deren löchriger Fassade früher prachtvolle Terra Cotta-Ornamente vergessen vor sich hin bröseln. Dann folgt eine Reihe von einem knappen Dutzend baufälliger Backsteinbuden, deren rührend dilettantische, von Hand gemalte Schilder Bier, Eis und Fritten anpreisen. Dahinter das alte Riesenrad und die beängstigend knarzende, 80 Jahre alte Achterbahn; dazwischen viel Brachland mit Graffiti- und Efeu - übersäten Mauerresten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im nächsten Jahr wird es wohl auch mit diesen Überresten des alten Coney Island zu Ende sein. Der 3. September war der offizielle Schluß der diesjährigen Badesaison und niemand hier in Coney Island weiß im Moment, wie und ob es im kommenden Jahr weiter geht. Fest steht nur, daß Joe Sitt, ein Damenkonfektions-Milliardär und Immobilienmogul sämtliche Grundstücke am Boardwalk aufgekauft hat und für seine Milliardeninvestition eine satte Rendite erwartet. Sicher ist auch, dass eine solche Rendite mit der Pacht etwa der spelunkigen Ruby’s Bar oder der kümmerlichen Spielautomaten-Arkaden dahinter wohl kaum zu realisieren sein wird. Von Hotelburgen, Luxus-Wohnungen und einem 24 –Stunden, 12-Monate-Entertainment Komplex im Vegas-Stil wird deshalb gemunkelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die anstehende Generalsanierung von Coney Island ist seit über 40 Jahren fällig. Schon 1966 brannte der letzte der großen Amüsierparks von Coney Island, der „Steeplechase“, ab. Sein Nachfahre, das Astroland, mit seinen traurigen Büchsenwurf-Ständen und veralteten Karussells, ist nicht einmal mehr ein Schatten seiner Vorgänger, die um 1900 als Weltsensationen galten. Der Architekt und Städtebautheoretiker Rem Kohlhaas beschrieb in seinem Buch „Delirious New York“ das Coney Island von damals als Testgelände für das Manhattan des 20. Jahrhunderts. In den drei Ur-Themenparks „Steeplechase“, „Luna Park“ und „Dreamland“, wurden die „Strategien und Mechanismen“, sowie die „Themen und Mythologien“ ausprobiert, so Kohlhaas, die wenig später Manhattan zum Inbergriff der Metropole der Neuzeit machen würden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Parks waren mit den allerneuesten Miteln der Technik erbaute extravagante Fantasielandschaften. Der Luna Park mit seinen exotischen Türmen und Zinnen war die erste Skyline der Welt, daneben konnte man durch ein künstliches Venedig wandeln. Ein Miniatur-Nürnberg wurde mit kostümierten Lilliputanern bevölkert, um die Illusion einer lebendigen mittelalterlichen Stadt zu vervollständigen. Im Steeplechase ritt man auf mechanischen Pferden bald eine Meile lang rund um den Strand . Und alles war mit der noch lange nicht selbstverständlichen Elektrizität 24 Stunden lang taghell erleuchtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den 20 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, in denen es Amerika so gut ging wie nie, wurde dieses zunächst noch elitäre Vergnügen demokratisiert. Die U-Bahn führte jetzt zügig von Manhattan hier raus, die Massen hatten üppig Freizeit und die Taschen voller Geld. Doch es war nur eine kurze Übergangszeit. Bald flog man lieber nach Florida, Coney Island begann zu verslumen. Es bleib der soziale Bodensatz aus den Armenvierteln, die sich nichts anderes leisten konnten. Die Plattenbauten hinter dem Strand, die zunehmend die putzigen alten Einfamilienhäuser ersetzten und Drogen sowie Gewalt nach Coney Island brachten, taten ihr Übriges.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist seit fast 30 Jahren der traurige Stand der Dinge und jeder hier weiß schon lange, das etwas passieren muß. Frank Gluska, seit 26 Jahren Barkeeper im Ruby’s, nimmt die anstehenden Veränderungen deshalb gelassen: „Es ist wie mit Deiner Großmutter“, sagt er, während er am vorletzten Sonntagnachmittag der Saison im finsteren Schankraum für die zumeist älteren Trinker die Hausmarke „Ruby’s Amber“ zapft. „Sie ist alt und gebrechlich und Du weißt, daß sie es nicht mehr lange macht. Es tut weh’, aber man ist darauf vorbereitet.“ Dann wischt der pausbackige Mann mit dem schweren Brooklyner Akzent den modrigen Tresen ab und richtet eines der Hunderten von vergilbten Fotos vom alten Coney Island, die an die Wand hinter der Theke gepinnt sind. Aus der Jukebox tönt eine Schnulze von Tony Bennett. Der Laden verströmt das nostalgische Flair eines New York, das es schon lange nicht mehr gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil es dieses New York hier und nur hier noch gibt, wird die Debatte um die Zukunft der paar Hundert Meter Boardwalk mit erbitterter Leidenschaft geführt. Es geht um weit mehr, als nur um ein paar Buden und einen Strandabschnitt für arme Leute. Es geht um das letzte Reservat eines New York, dem mit der Luxussanierung noch des letzten Winkels der Stadt in den vergangenen 20 Jahren gnadenlos der Garaus gemacht worden ist. „Coney Island ist die letzte Zuflucht der einfachen Leute“, sagt der Coney Island-Historiker und Buchautor Charles Denson.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Strand ist die letzte Bastion der Prol-Kultur von New York mit ihrem besonderen Charme, einer Kultur, die man vor 15 Jahren noch überall in der Stadt finden konnte – in den irischen und italienischen Arbeiterkneipen, am Times Square oder in Hell’s Kitchen auf der Westseite. Sie ist lärmend, frech, halbseiden, schlagfertig, ebenso hartgesotten wie letztlich liebenswürdig und vor allem eines – multikulturell. „Das ist der verdammte Schmelztiegel hier“, sagt Jorge, ein Latino-Bademeister mit gestähltem Oberkörper und Surfer-Mähne, während er nur 100 Meter von Ruby’s entfernt auf seinem Hochsitz hockt und aufmerksam die planschenden Kinder im flachen Wasser beobachtet. „Du hast hier die puerto-ricanischen Familien, da drüben die Schwarzen, die mexikanischen Fischer da oben am Pier, da hinten die Russen und dazwischen die Hipster aus dem Village.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch jetzt geht es diese Kultur auch hier noch an den Kragen – zugunsten derselben keuschen und keimfreien Konsumkultur, die sich überall breit macht: Markenboutiquen, Starbuck’s und Fast-Food-Ketten statt fliegender Hot Dog-Händler, illegaler Bratfischverkäufer und Kneipen wie Ruby’s. Einige hier geben sich noch kämpferich, wie etwa die dicke Terry mit dem grell rosaroten Lippenstift und der farblich dazu passenden Mütze, die am Anfang vom Boardwalk Muscheln und Fritten verkauft: „Ich bin im April wieder hier, darauf kannst Du Deinen Arsch wetten“, sagt sie. „Wir überlassen Coney Island nicht den Reichen.“ Andere haben hingegen resigniert, wie Angi, bei der gleich hinter Ruby’s Kinder für einen Dollar Plastikenten aus einem künstlichen Teich fischen können. „Ich mache gerade meinen Führerschein, um Schulbusse fahren zu dürfen. Ich habe genug“, sagt sie. „Mir tut es nur um die Leute leid, die sich hier amüsieren können, ohne daß sie nachher pleite sind. Wo sollen die denn hin?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Ende des hölzernen Stegs, der in Höhe des alten Steeplechase-Parks bald 200 Meter weit ins Meer ragt, haben sich wie jeden Tag die Fischer versammelt. Wie seit nunmehr über 30 Jahren steht Jose, ein sechzig Jahre alter Mexikaner neben dem noch etwas älteren Mann, den sie hier alle nur „Papi“ nennen. Papi hat tiefbraune ledrige Gesichtszügen und eine jüdische Jarmulke auf dem Hinterkopf. „Bislang ist doch alles nur Gerede“, wiegelt Papi die Ängste ab, dass dies der letzte Sommer hier gewesen sein könnte. „ Ausserdem – der Strand ist groß. Wenn ich hier nicht mehr fischen kann, gehe ich eben da rüber“, sagt er und zeigt auf einen großen Fels, der etwa einen Kilometer entfernt ins Meer ragt. Jose hingegen sagt, dass er das Fischen aufgeben wird, wenn er nicht mehr hierher kommen kann. Zusammen werden Papi und Jose hier in Zukunft jedenfalls wohl nicht mehr angeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An der Surf Avenue, die parallel zum Strand verläuft, sitzt derweil Dick Zigun auf einem Hocker vor seinem Theater. Seit 30 Jahren betreibt er hier eine „Sideshow“ – ein Kuriositätenkabinett mit Feuerschluckern und Kontortionisten, wie sie in der Frühzeit von Coney Island in Mode waren. Ihm kann niemand vorwerfen, daß ihm nichts am alten Coney Island liegt aber gegenüber dem, was jetzt bevorsteht, hat der bärtige Mitfünfziger mit der Nickelbrille und den großflächig tätowierten Armen kapituliert. „Es hat keinen Sinn, gegen den Kapitalismus anzukämpfen“, sagt er philosophisch. Dass Coney Island ein Strand für die Wohlhabenden wird, findet er nicht weiter schlimm: „Das war es vor 100 Jahren schließlich auch schon.“ Er selbst, dafür hat er gesorgt, wird allerdings auf jeden Fall bleiben – gerade hat er das Haus gekauft, daß seine Sideshow und sein Coney Island-Museum beherbergt. Das Coney Island der Aussenseiter und der Inkommensurablen wird also vorerst hier weiter leben: Als das, was es ohnehin schon längst ist, als Freak Show.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5135155136079729005?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5135155136079729005'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5135155136079729005'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/09/der-letzte-sommer-auf-coney-island-geht.html' title='Der letzte Sommer auf Coney Island geht zu Ende'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rt_4GMALoVI/AAAAAAAAABI/hA0cxKBCpQM/s72-c/IMG_0658.JPG' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-3392350954885232990</id><published>2007-08-07T10:21:00.000-07:00</published><updated>2007-08-08T02:04:06.099-07:00</updated><title type='text'>Hot Town - Was New Yorker tun, wenn der Asphalt glüht und die Luft zu dick zum Atmen wird</title><content type='html'>&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/RrirQzYQ4uI/AAAAAAAAABA/wc-VCAQbaFA/s1600-h/IMG_1427.JPG"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5096011283527951074" style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/RrirQzYQ4uI/AAAAAAAAABA/wc-VCAQbaFA/s200/IMG_1427.JPG" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;(Welt am Sonntag, 5.8. 2007)&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Ein Presslufthammer dröhnt. Gereizte Taxifahrer hupen. Jemand, der die Qual der unentrinnbaren Hitze nicht mehr aushält, trommelt einen verzweifelt Beat auf einer blechernen Mülltonne. So beginnt „Hot Town“ von den Lovin’ Spoonful“ – der wohl berühmteste Song über den Sommer in New York. Und so ist New York im August. Erbarmungslos. Brutal. Keine Spur von „easy living“ oder sinnlicher Trägheit, wie die, von der George Gerschwin’s „Summertime“ erzählt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Strassen glühen. Jeder Schritt ist eine Qual. Das Hemd klebt am Leib, die Müllsäcke am Strassenrand stinken zum Himmel. Es gibt kein erfrischendes Grün, keine kühlende Brise. Nur das gleissende Licht der Augustsonne, die schon am Morgen keine Schatten mehr zu werfen scheint. Ein diabolischer Bass-Riff setzt ein. „All around people walking half dead – walking in the sidewalk, hotter than a match head” – Menschen wandeln wie Zombies durch die Strassen, kurz davor, wie Streichhölzer in Flammen aufzugehen. Jeder, der einmal um diese Jahreszeit in der Stadt war, weiß, wovon John Sebastian damals, 1966, gesungen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer irgend kann flieht während dieser Hundstage aus der Stadt. Wie in Paris ist im Juli der Anteil der Einheimischen, die man in New York antrifft, so niedrig wie zu keiner anderen Jahreszeit. Die gesamte Zunft der Psychotherapeuten beispielsweise lässt ihre nun auch noch von der Hitze geplagte Kundschaft den Juli über im Stich und verzieht sich in ihre Strandhäuser auf Long Island. Bis zum Labor Day, Anfang September, verlagert sich das gesellschaftliche Leben der Stadt dorthin, in die Hamptons, jene gediegenen Örtchen am Atlantik mit ihren teuren Restaurants und Boutiquen und ihrer Yachtclub-Atmosphäre. Wer unbedingt in die Stadt muss, legt seine Termine auf höchstens zwei Tage pro Woche und pendelt mit dem Shuttle Bus, dem Hampton-Jitney, für eine Stippvisite in die heisse Hölle und wieder hinaus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es verdient allerdings nicht jeder New Yorker wie die Therapeuten 150 Dollar pro Stunde und kann sich zusätzlich zur teuren Stadtmiete ein noch teureres Refugium am Meer leisten. Es gibt auch die, die ausharren müssen und versuchen, aus einer unmöglichen Lage das Beste zu machen. Eine Fähigkeit, die New Yorker allerdings zur Perfektion beherrschen. Denn schließlich ist dies ja die Definition des Überlebens in New York, gleich, ob es draussen 40 Grad plus hat oder 10 Grad minus – sich nicht nur in einer Katastrophe einzurichten, sondern das Leben in der Katastrophe zu einer Kunstform zu kultivieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In jenen Wohnbezirken etwa, die noch nicht von der Gentrification – der grassierenden Luxussanierung der Stadt – befallen sind, schwappt im Juli noch immer das pralle Leben aus den Häusern auf die Strasse. Trotz der Verbreitung von Klimaanlagen haben sich beispielsweise in Harlem Traditionen gehalten, wie das „Stoop-Hanging“, der Brauch, an heissen Sommertagen auf dem Treppenabsatz bis in die Nacht vor der Tür zu sitzen, zu Plaudern und herum zu albern und die Nachbarschaft zu pflegen. Die Kinder drehen noch immer die Hydranten auf, tollen im Wasserstrahl herum und verwandeln die eigene Wohnstrasse in ihren privaten Pflasterstrand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch die Spielplätze der Stadt werden im Sommer zur abendlichen Zuflucht vor den beklemmenden, viel zu kleinen Wohnungen. Überall, wo ein Basketball-Korb hängt, findet ein wildes Turnier statt und überall wo ein Turnier stattfindet, findet auch eine Party statt. An den „Rucker“ an der 155ten Strasse oder den „Cage“ an der West Fourth Street, die legendärsten städtischen Courts, kommen etwa jeden Abend Tausende von Leuten, um ihre lokalen Basketball-Helden zu feiern und um laute Hip Hop Musik zu hören. Man drängt sich um die an sich trotslosen Betonfelder und hofft dabei, dass einer der Multimillionen-Dollar NBA-Profis auftaucht und mitspielt. Und oft hat man auch Glück – für die Stars ist es eine Ehre, in der Nachsaison in New York auf der Strasse zu spielen und damit zu zeigen, dass sie ihre Wurzeln nicht vergessen haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die weitaus meisten New Yorker, die der Hot Town nicht entfliehen können, drängt es jedoch ans Wasser, wenn die Luft in den Strassen zu dick zum Atmen wird. Seit gut zehn Jahren hat New York wieder entdeckt, dass es so viel Ufer hat, wie keine andere Stadt der USA und seither trotzt es der postindustriellen Brache am East River, am Hudson und entlang der New York Bay einen Kilometer nach dem anderen für die Freizeit und die Erholung ab. So kann man sich heute an der Nordspitze von Manhattan auf ein Fahrrad schwingen und unbehelligt vom mörderischen Manhattaner Verkehr mit einer kühlenden Brise auf dem Gesicht und dem Geruch von Salzwasser in der Nase beinahe 30 Kilometer lang am Hudson entlang bis an den Südzipfel der Insel fahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eine Reise, bei der man die Stadt in ihrer betörenden Vielfalt erleben und ihre rastlose Dynamik erleben kann, ohne dass man sich tatsächlich in ihre glühenden Strassen begeben muss. Gleich zu Beginn der Tour, unter der George Washington Bridge im Norden Manhattans etwa prallt wie an so vielen Stellen der Stadt eine größenwahnsinnige Moderne auf Spuren des alten New York und erzeugt einen jener verstörenden, Jazz-artigen Brüche, die charakteristisch sind für diese Stadt. Wie verloren steht auf einem Felsvorprung im mächtigen Hudson dort ein alter Leuchtturm, der einst die Schiffe auf Kurs in Richtung des New Yorker Hafens brachte. Unter dem gigantischen Stahlskelett der Brücke wirkt der „Little Red“, wie New Yorker den roten Leuchtturm liebevoll nennen, jedoch wie ein Versehen, wie ein Krümel, den die Visionäre der Moderne beim Aufräumen übersehen haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ähnlich deplaziert und doch irgendwie anrührend kommen einem die mexikanischen Fischer vor, die wenig weiter ihre Angel in den Hudson halten. Sie sind Vorposten der lärmenden Latino-Kultur, die sich auf der Höhe des vorwiegend dominikanischen Viertels Washington Heights am Flussufer mit Grillgelagen und Salsa aus den Heckklappen ihrer Autos breit macht. Der Dunst ihrer gegrillten Fische und Schweinefüsse hängt schwer über dem Ufer, bis er von den noch weniger angenehmen Gerüchen der Kläranlage verdrängt wird, die ab der 145ten Strasse den Radweg vom Flussufer verdrängt. Direkt dahinter kann sich der Radfahrer jedoch auf Fairway’s freuen, einen Lebensmittel-Großmarkt am Fluss, in dem er sich nicht nur verpflegen, sondern auch in dem riesigen Kühlraum für verderbliche Ware vorübergehende Erleichterung verschaffen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ab der 130ten Strasse quetscht sich der Radweg in Richtung Süden dann zwischen das Wasser und den West Side Highway. Links schrimen Kirschbäume den Pfad von der Fahrbahn ab, in die Steine am Fluss rechts baut ein anonymer Künstler seit Jahren bizarre Skulpturen aus Treibholz. Das Publikum wird deutlich Weisser und gehört immer deutlicher der Mittelschicht an. Die Skater und Jogger mehren sich, aber auch Akademiker von der anliegenden Columbia Universität, die zum Lesen im Sommer die Bänke hier unten der Bibliothek vorziehen. Weiter geht es am Boat Basin vorbei, jener Mischung aus Segelhafen und Anlegeplatz für Hausboote, wo das Hudson Ufer das überraschend gediegene Flair etwa der Binnenalster oder der Croisette annimmt. Sogar ein Cafe mit Flussblick gibt es hier, das zum kühlen Bier allerdings leider nur sehr mittelmässige Hamburger serviert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwa eine dreiviertel Stunde ist es nach dieser Labung noch bis zum Ground Zero und zur Fähre an die Freiheitsstatue, an den zum Teil renovierten und begrünten alten Piers vorbei, entlang der stillgelegten, rostigen und überwucherten Hochbahn, die selbst demnächst in einen Park verwandelt wird. Immer dramatischer werden jetzt die Blicke auf die Skyline von Midtown links und von Downtown vor einem im Süden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es genau jetzt dämmert und die Abendsonne im hochgradig verschmutzten Himmel über New Jersey psychedelische Farben annimmt, dann ist das Timing perfekt. Dann biegt man links vom Flussuferweg in die Chambers Street ein und durchquert das schmale Südmanhattan in wenigen Minuten, um zusammen mit Touristen, Horden von Fotografen sowie romantisch veranlagten Einheimischen auf der Brooklyn Bridge den Sonnenuntergang zu geniessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom Panoramaasuguck in der Mitte der Brücke aus streckt zur linken Hand die Freiheitsstatue ihre Fackel in den Abendhimmel. Am Südzipfel Manhattans legt die gelbe Fähre nach Staten Island ab. In den Wolkenkratzern gehen die Bürolampen Stockwerk für Stockwerk an, die Spitze des Empire State Building zur Rechten, hinter der Manhattan Bridge, erglüht in buntem Scheinwerferlicht. Vom Meer her streicht angenehm der Wind um den Oberkörper.&lt;br /&gt;Auf der Brooklyner Seite des East River ragt ein Steg ins Wasser, auf dem die Menschen stehen, den Ausblick und die Stimmung geniessen und dabei ein Eis aus der anliegenden Brooklyn Ice Cream Factory schlecken. Daneben schillert aus dem Bauch eines stillgelegten Kahns bläulich das „Floating Pool“ im East River, das hier seit Juli den Brooklynern kostenlos Kühlung und Badespass verschafft. Am Manhattaner Ufer, direkt unterhalb des Woolworth Building beginnt ein alter Schwarzweissfilm über die Leinwand am „Elevated Acre“, einer neuen Parkanlage im Fluss, zu Flimmern. Und immer noch hängen die Lovin’ Spoonful im Ohr: „Cool Town, Evening in the City, Go Out and find a girl. Come On Come On and dance all night. Despite the heat it’ll be alright. In the Summer. In the City.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hot Tipps.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fahrradverleih: Für $30/Tag bei Toga Bikes, West End Avenue an der 64ten Strasse. Mit dem Fahrrad auf der West-Seite am Fluss entlang die ganze Länge der Insel abfahren und wer noch kann, weiter über die Brooklyn Bridge, an der Brooklyner Waterfront unter der Verranzano Bridge hindurch bis an die Strände von Coney Island und Far Rockaway. Es gibt in jedem Fahrradladen kostenlose Fahrradkarten für die Stadt mit Radwegverzeichnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Boat Basin, 79te Strasse am Hudson River. Am Segelhafen sitzen, das Treiben beobachten, ein kühles Bier trinken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Brooklyn Ice Cream Factory. Legendäre Eisdiele direkt unter der Brooklyn Bridge auf der Brooklyner Seite. Spektakulärer Ausblick auf Manhattan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Strand. New Yorker lieben den Strand von Sandy Hook. Von Downtown Manhattan fährt eine Fähre durch die New Yorker Bucht unter der Verranzano Brigde hier her. Man kann das Fahrrad mit auf die Fähre nehmen um von der Anlegestelle in Sandy Hook zum Strand zu kommen. Kein Bus, Auto oder Zug ist nötig, wie bei den meisten anderen Stränden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ungewöhnliches urbanes Sommerabenteuer: Kayakfahren durch die Bronx auf dem Bronx-River &lt;a href="http://www.bronxriver.org/whatWeDoRec.cfm"&gt;http://www.bronxriver.org/whatWeDoRec.cfm&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schwimmbäder. Seit 4. Juli hat auf einem alten Kahn zwischen Pier 4 und 5 in Brooklyn ein volles, 50 Meter langes Schwimmbad eröffnet. Es war in diesem Sommer DIE Attraktion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Open-Air Kino. Es ist schon fast ein Glaubensstreit, welches Open Air Kino in New York das Beste ist: An der 42ten Strasse hinter der Public Library im Bryant Park; am Elevated Acre, 55 Water Street am East River; beim Brooklyn Bridge Festival unter der Brooklyn Bridge oder in Hoboken in New Jersey, wohin man mit der Fähre übersetzen kann. Der Vorteil hier: Man sieht die Manhattaner Skyline im Hintergrund. Die meisten Festivals zeigen Filme mit einem New Yorker Thema.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Open Air Konzerte. Beinahe alle New Yorker Parks haben Serien mit kostenlosen Sommerkonzerten. Das Veranstaltungsmagazin Time Out New York informiert über die aktuellen Termine. Am coolsten ist die Szene wohl im Prospect Park in Brooklyn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Shakespeare in the Park. Eine New Yorker Sommertradition – Kostenlose Shakespeare Inszenierungen im Central Park mit hochkarätiger Besetzung. Das ganztägige Anstehen für Karten gehört zum Ritual und artet in ein riesiges gemeinschaftliches Picknick aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Top Adresse zum Essen und Trinken unter freiem Himmel: Alma’s in Red Hook in Brooklyn, 187 Columbia Street. Auf dem Dach mit Premium-Blick auf Manhattan Margaritas schlürfen und Nouveau-Latino Küche geniessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der kälteste Spot: Der Kühlraum mit der Frischfleisch- und Frischfischtheke im Fairway’s Market, 133te Strasse und 12th Avenue.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Strassenbasketball. Jeden Abend Juni bis September am legendären „Rucker“, 155te Strasse und Frederick Douglass Boulevard oder am „Cage“ West 4th Street und 6th Avenue.&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Der Sountrack zum article auf youtube:&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Lovin Spoonful, Summer in the City:&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=VkFBJLjYxR8"&gt;http://www.youtube.com/watch?v=VkFBJLjYxR8&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-3392350954885232990?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3392350954885232990'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3392350954885232990'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/08/hot-town-was-new-yorker-tun-wenns-der.html' title='Hot Town - Was New Yorker tun, wenn der Asphalt glüht und die Luft zu dick zum Atmen wird'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/RrirQzYQ4uI/AAAAAAAAABA/wc-VCAQbaFA/s72-c/IMG_1427.JPG' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-2708953257146366775</id><published>2007-07-30T00:05:00.001-07:00</published><updated>2007-07-30T00:05:54.372-07:00</updated><title type='text'>Tour - Quo Vadis?</title><content type='html'>Paris. Hans-Michael Holczer ist eigentlich ein Mann, der ausgesprochen klar sieht und klar denkt.  Aber wenn man den Chef der Berufsradsportgruppe Gerolsteiner fragt, wo seine Branche steht und wo es mit ihr hingeht, weiß er keine Antwort. „Ich bin im Augenblick ehrlich gesagt orientierungslos“, sagt der ehemalige Mathematiklehrer mit den Händen in der Hosentasche und hochgezogenen Schultern. „Es kann alles passieren.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines weiß Holczer allerdings, nämlich, dass die Todesanzeigen für die Tour, die in der vergangenen Woche etwa von der Titelseite verschiedener französischer Zeitungen prangten, voreilig waren. Die Abgesänge auf das größte Radrennen der Welt  seien blanke Hysterie - mit der Realität der Tour hätten sie nur wenig zu tun.  Der Popularität der Tour hätten die Fälle Rasmussen, Vinokourov und Sinkewitz jedenfalls nur begrenzt geschadet und so lange die Millionen in Frankreich die Strassen säumen, lassen sich auch die Sponsoren nur bedingt vom Doping abschrecken. „Unsere Partner lassen uns nicht fallen“, bekräftigte am Samstag Tour-Chef Christian Prudhomme.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Supermarktkette „Champion“, Präsentierer des getupften Bergtrikots, hat sich etwa gerade erst für zwei weitere Jahre der Tour verschrieben. „Wir sind stolz darauf, den Kampf gegen das Doping zu unterstützen“, gibt der Marketing-Direktor von Champion, Eric Marchyllie, vor. Ob Champion wirklich so wegen des Dopings besorgt ist, darf man freilich hinterfragen. Immerhin hat Champion seit Jahren Richard Virenque als Repräsentanten unter Vertrag und Virenque war zwar 1998 in die Doping-Affäre Festina verwickelt. Allerdings ist er auch einer der populärsten französischen Sportler und da nimmt man es mit der Anti-Doping-Haltung nicht so genau.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil Fans und Sponsoren das Doping-Thema weit weniger dramatisch bewerten als die Medien, ist die Tour vorerst noch wirtschaftlich quietschgesund. Die Auswirkungen der Dopingskandale werden eher schleichend als katastrophal sein. So richtig werden sie wohl erst spürbar, wenn bestehende Verträge nach und nach neu verhandelt werden. Dann wird sich zeigen, inwiefern die Interessenten das Doping als Grund für eine Preisminderung ins Feld führen können und somit eine noch immer weiträumige Verbreitung ihres Markennamens zum Schnäppchenpreis bekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus sportlicher Sicht birgt diese Situation sowohl Chancen als auch Risiken. Das negative Szenario für den Radsport wäre das Modell Astana: Dubiose Investoren kaufen zum Discount dopingbelastete Restbestände auf, um ihre persönliche Eitelkeit zu befriedigen. Um den Sport und dessen Zukunft scheren sie sich wenig, sie führen Mannschaften oder Rennen unseriös und fügen dem ohnehin krisengeschüttelten Sport großen Schaden zu. Sollte sich dieses Modell durchsetzen würde der Radsport wohl endgültig ins Halbseidene abgleiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kursieren bereits sogar Gerüchte, dass solche Financiers ein Auge nicht nur auf einzelne Teams oder Rennen, sondern auf den Radsport als Ganzen geworfen haben. Hans Michael Holczer schätzt den Wert des gesamten Sports auf derzeit 350 Millionen Euro jährlich, Tendenz fallend. Das ist ein Betrag, den ein einzelner Großinvestor oder eine Investorengruppe – ein Ölmilliardär aus dem Osten oder dem Nahen Osten oder ein chinesischer Konzern etwa -durchaus stemmen könnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch einem holländischen Investmentfonds wird nachgesagt, den gesamten Sport kaufen zu wollen. Hinter dem Fond steckt der Vizepräsident des Radsport-Verbandes UCI, Hein Verbruggen, der als der starke Mann im Verband gilt. Wegen dessen privater Investment-Interessen mutmaßt  Prudhomme auch, dass Verbruggen gezielt die Dopingfälle Sinkewitz und Rasmussen mitten in die Tour hat platzen lassen. Die Skandale sollten den Preis des gesamten Radports inklusive der attraktiven Tour drücken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Prudhomme hat indes seine eigenen Pläne. Er will – das klang bei seiner feurigen Rhetorik gegen den Verband in den vergangenen Tagen durch - nicht nur die Unabhängigkeit der Tour erhalten; er will mit den anderen Profi-Radrennen, die zur Tour-Gruppe gehören, eine  von der UCI-Pro-Tour autonome Rennserie etablieren.   Kern der Liga wären die französischen und deutschen Mannschaften, die während dieser Tour eine Vereinigung für einen sauberen Radsport gegründet haben. Mit ihnen und mit jedem, der sich ihnen anschließen möchte, kündigte Prudhomme am Samstag an, werde es einen Gipfel im Oktober geben, bei dem über ein „neues System“ nachgedacht wird. Sogar über die Wiedereinführung von Nationalmannschaften wird in diesem Zusammenhang geredet. Durch ihre offensive Anti-Doping Politik wäre diese Serie dauerhaft glaubhaft für Sponsoren und könnte  zudem die Reputation des Radsports ausbessern. Mit ähnlichen Gedanken wie Prudhomme spielen Hans Michael Holczer, T-Mobiles Bob Stapleton, sowie andere, unkonventionell denkende Geister im Profiradsport: Eine unabhängige, rein kommerzielle Rennserie zu starten, die von den progressiven Kräften im Radsport modern geführt und vermarktet wird. Vorbild wären straff gemanagte Profi-Sport Unternehmen wie etwa die Formel 1 oder die US-Footballiga NFL.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein seriös geführter, durchkommerzialiserter Sport mit einem eindeutigen Bekenntnis gegen das Doping auf der einen Seite; ein Verramschen und Abgleiten des Sports auf der anderen - das sind wohl derzeit die beiden Richtungen, in die es mit dem Radsport gehen könnte. Bis erkennbar wird, in welche, werden allerdings wohl Monate, wenn nicht Jahre vergehen. Möglicherweise wird der Sport sich auch spalten und sich in beide Richtungen entwickeln. Es wird spannnend sein, diesen Prozess zu beobachten,  denn so, wie der Radsport die schlimmsten Probleme des modernen Hochleistungssports verkörpert, könnte er auch aufzeigen, wie die Zukunft des Profi- und Show-Sports als Ganzes aussehen könnte. Eines wird der Radsport allerdings ganz sicher nicht –  weil er so zutiefst moralisch verrottet ist durch einen apokalyptischen Feuersturm von der Erde gefegt werden. Auch, wenn die Moralisten unter den Kommentatoren sich das manchmal wünschen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-2708953257146366775?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2708953257146366775'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2708953257146366775'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/tour-quo-vadis.html' title='Tour - Quo Vadis?'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8462033197197841922</id><published>2007-07-29T05:11:00.000-07:00</published><updated>2007-07-29T05:12:17.897-07:00</updated><title type='text'>UCI VS ASO: Radsport vor der endgültigen Spaltung</title><content type='html'>Angoulheme. Wenn Marcus Burghardt an die diesjährige Tour zurückdenkt, erinnert er sich vor allem an einen Augenblick. Es war am Schlussanstieg der Alpenetappe nach Tignes und der junge T-Mobile Profi kämpfte weit hinter dem Feld darum, in der Karenzzeit und somit im Rennen zu bleiben. Nur wenige Kilometer unterhalb des Gipfels dann ein Schock – auf der Strasse lag, nach einem Zusammenprall mit einem Zuschauer bewußtlos und schwer blutend, sein Mannschaftskamerad Patrik Sinkewitz. „Ich dachte noch, das ist jetzt unmenschlich hier vorbei zu fahren“, sagt Burghardt, zwei Tage vor Paris auf der Terrasse des Hotels Orsay gegenüber des Bahnhofs von Montauban sitzend. „Aber ich musste doch im Rennen bleiben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Radprofi bei der diesjährigen Tour de France brauchte man vor allem eine Fähigkeit, um seinen Job zu erledigen, nämlich die, Dinge auszublenden und einfach weiter zu stramplen. Die Tatsache etwa, dass die Tour und der ganze Radsport auf der Kippe stehen und dass niemand weiß wie und ob es mit diesem Sport weitergehen soll. „Ich möchte eigentlich die nächsten zehn Jahre in diesem Sport bleiben“, sagt der 24 Jahre alte Zschopauer etwa. Aber Burghardt weiß auch genau, dass er damit nicht unbedingt planen kann. Niemand weiß heute, in welcher Form der Profi-Zirkus weiter existieren oder was aus der Tour de France wird. Nicht einmal, ob es im kommenden Jahr noch ein Team T-Mobile gibt und Marcus Burghardt noch einen Arbeitsplatz hat, ist sicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Entwicklung zeichnete sich immerhin am vorletzten Tour-Tag deutlich ab: Es wird wohl zu einer Spaltung des Radsports kommen. Am Start des Einzelzeitfahrens in Cognac hielten die Tour-Chefs Christian Prudhomme und Patrice Clerc, mit einer Hundertschaft von Reportern im strömenden Regen unter eine Zeltplane gekauert, eine wütende Rede gegen den Radsportverband UCI, der “gewissenlos und machiavellistisch“ die Tour untergrabe. Durch ihre lässliche Haltung habe die UCI der Tour in diesem Jahr „schwere Schläge“ versetzt, beschwerte sich Prudhomme. Und deshalb werde man es sich in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, daß dopingverdächtige Fahrer wie Sinkewitz, Moreni und Rasmussen zur Tour zugelassen werden. Deshalb werde sich die Tour aus dem bisherigen System des Profiradsports wohl endgültig ausklinken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie das neue System aussehen solle, so Prudhomme und Clerc, soll bei einem Gipfel im Oktober diskutiert werden, zu dem alle „Kräfte geladen werden, die es mit einem neuen Radsport ernst meinen.“ Klar ist bislang nur soviel: Die Tour-Organisation ASO will in Zukunft absolute Kontrolle darüber, wer bei ihrem Rennen und den anderen Rennen, die sie veranstaltet, mitmachen darf und wer nicht. „Wir werden einen ethischen Pass von jedem verlangen, der bei unseren Wettbewerben startet“, so Prudhomme. Er hoffe zwar sehr, dass sich viele Teams für diesen Weg entscheiden. „Wenn es aber nur 12 anstatt 20 Mannschaften sind, dann halten wir auch eine Tour mit nur 12 Mannschaften ab.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pat McQuaid, der Präsident der so böse gescholtenen UCI, stand derweil etwas verloren vor den Gittern des Tour-Village, des Zeltdorfes am Start jeder Etappe, im Regen und wunderte sich über solch offene Feindseligkeiten. Nicht einmal Zutritt zum Village und den anderen abgesperrten Bereichen hatte McQuaid, weil Prudhomme ihn zur unerwünschten Person erklärt hatte. „Ich kann doch gar nichts für die ganzen Dinge, die die Tour mir vorwirft“, verteidigte sich der gedrungene Ire, während er seinen Sakko-Kragen gegen den Niederschlag hochzog. „Ich wollte noch nie der Tour schaden.“ Die Pläne der Tour, sich von der UCI unabhängig zu machen, nannte er „einen großen Fehler“ und „ganz schlecht für den Kampf gegen das Doping.“ Ganz abgesehen davon glaubte McQuaid, habe die Tour-Holding Gesellschaft ASO gar nicht das Recht, sich unabhängig zu machen: „Die Tour gehört nicht der ASO, sie gehört der Radsport-Familie.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser Formulierung schwang freilich eine Warnung mit und die Tour wird in den nächsten Wochen zu klären haben, unter welchen juristischen Voraussetzungen sie sich überhaupt von McQuaids Organisation lossagen kann. Marcus Burghard und seinen jungen Kollegen bringt diese Sachlage im Hinblick auf ihre Zukunftsperspektive indes im Moment wenig.  Es wird noch eine Weile dauern, bis sich die Konturen des Radsports der Zukunft abzeichnen. Bis dahin bleibt den jungen Profis wohl weiterhin nur eines: Strampeln und Ausblenden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8462033197197841922?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8462033197197841922'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8462033197197841922'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/uci-vs-aso-radsport-vor-der-endgltigen.html' title='UCI VS ASO: Radsport vor der endgültigen Spaltung'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5894365673921991031</id><published>2007-07-26T16:09:00.000-07:00</published><updated>2007-07-26T16:10:42.195-07:00</updated><title type='text'>Der Tag, an dem die Tour das Gelbe Trikot verlor</title><content type='html'>Pau. Es ist halb ein Uhr früh und Michael Boogerd schreitet rastlos in der Lobby des Hotels Mercure an der A 64 zwischen Pau und Tarbes auf und ab. Es ist nicht die Art und Weise, wie ein Radprofi gewöhnlich die Nacht vor einer langen Tour-Etappe verbringt, aber Boogerd muss seine Gedanken sortieren. Er weiß noch nicht, ob er am nächsten Tag wieder aufs Rad steigen soll, denn seine Mannschaft Rabobank hat ihren Kapitän Michael Rasmussen, den Träger des Gelben Trikots, am Abend gefeuert. Der Däne verschwand um kurz nach elf verschämt durch die Hintertür aus dem Teamhotel.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Boogerd ist verwirrt, ebenso wie seine Mannschaftskollegen und wie der Rest des Tour de France Fahrerfeldes, nachdem die Nachricht die Runde gemacht hat. Ist das jetzt endgültig der Tod der Tour de France, wie die linke französische Tageszeitung Liberation am Donnerstag früh titelt? Wird der gesamte Profiradsport auseinander fallen, macht das alles noch Sinn? Oder ist das eine Chance für die Tour, die beste Nachricht seit einer Woche, wie Tour Direktor Christian Prudhomme am Donnerstag früh am Start neben dem Casino von Pau zweckoptimistisch verkündet?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Hotel Mercure hat man in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nicht mehr das Gefühl, dass die Tour eine Zukunft hat. Polizisten haben die schmucklose Bettenburg umstellt, Zimmer der Rabobank-Mannschaft werden durchsucht. Ein Los, vor dem kein Tour-Team mehr gefeit ist – Radsportler sind in dem Land mit dem härtesten Anti-Doping Gesetz Europas alle potenzielle Kriminelle.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als die Gendarme um halb eins endlich abgeziehen, tritt der Sprecher des Teams, Jacob Bergsma in die Lobby und erklärt mit versteinerter Miene und tonloser Stimme die Lage. Team-Direktor Theo De Rooy, der emotional stark angegriffen ist, wie Bergsma berichtet, hatte nach der Mittwochsetappe Rasmussen wegen neuer Informationen zur Rede gestellt, die die vorherigen Erklärungen des Dänen zu seinen Verwarnungen durch den internationalen Radsportverband widersprachen. Rasmussen war mehrfach zu unangemeldeten Dopingkontrollen nicht auffindbar gewesen und hatte in den vergangenen Tagen gemeinsam mit seinem Rechtsanwalt immer verworrenere Geschichten aufgetischt, um diese Versäumnisse zu erklären. Den neuen Informationen hielt Rasmussens Lügengebäude jedoch nicht mehr stand. Er musste de Rooy eingestehen, dass er ihn hinters Licht geführt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rasmussen hatte angegeben, im Juni eine unangemeldete Kontrolle verpasst zu haben, weil er kurzfristig nach Mexiko zum Training gereist war. Dummerweise wurde er genau zu dieser Zeit von dem italienischen Fernsehreporter Davide Cassani in den Dolomiten beim Training gesehen.Cassani hatte das schon in seiner Live-Reportage von der Tour de France vom 15. Juli berichtet, noch bevor Rasmussen das Gelbe Trikot übernahm. Der dänische Fernsehjournalist Niels Christian Jung hatte die Bemerkung gehört und daraufhin Cassani interviewt. De Rooy erfuhr von Rasmussens Widersprüchlichkeiten, nachdem das Interview am Mittwoch im dänsichen und im deutschen Fernsehen ausgestrahlt worden war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spätestens diese Episode machte deutlich, dass es Rasmussen in der Vergangenheit nicht aus Schusseligkeit versäumt hatte, den Dopingkontrolleuren seinen jeweiligen Aufenthaltsort fristgerecht und wahrheitsgetreu mitzuteilen. Rasmussen hatte offenbar ein kompliziertes System entwickelt, den immer häufigeren Trainingskontrollen zu entgehen. So hatte er es durch seine wechselnden Lizenzen, zuerst beim mexikanischen, dann beim monegassischen Verband, geschafft, drei Jahre lang jegliche unangemeldete Kontrolle zu vermeiden. In diesem Juni, als er in den Dolomiten herum radelte, bekam der Radsportverband UCI einen Brief mit einer Ortswechsel-Meldung von Rasmussen, der in Mexiko abgestempelt worden war, wie Niels Christian Jung heraus bekam. Rasmussen muss von Italien aus diesen Brief nach Mexiko geschickt haben, wo eine Kontaktperson den Brief  nach Lausanne weiter leitete. All das, so wird spekuliert, inszenierte Rasmussen, um im Juni ungestört mit einem italenischen Wunderdoktor die Tour de France vorzubereiten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Rasmussen sich mit seinen Lügengeschichten bis zur 16. Etappe der Tour durchmogeln konnte, lässt indes niemanden im Radsport gut aussehen. Es gibt bis heute keine Antwort darauf, warum der Radsportverband UCI zuließ, dass Rasmussen bei der Tour starten durfte. Er hatte Rasmussen mehrfach verwarnt, es aber für sich behalten, dass der Dände auffällig geworden ist. „Hätten wir am Start der Tour gewusst, was wir jetzt wissen“, so Christian Prudhomme am Donnerstag vormittag, „wäre Rasmussen nie gestartet.“ Die Tour de France muss sich die Kritik gefallen lassen, dass sie trotz ihrer martialischen Anti-Doping-Rhetorik die Kosten einer Schadensersatz-Klage durch Rasmussen gescheut hat und ihn lieber die Fans eine Woche lang an der Nase herum führen ließ. &lt;br /&gt;Zu guter Letzt muss sich die Mannschaft Rasmussens fragen lassen, warum sie so lange zu ihm hielt. Erst auf Druck der holländischen Bank, die seinen Rennstall finanziert, stellte Theo de Rooy Herrn Rasmussen unangenehme Fragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber trotz Allem rollte die Tour am Donnerstag früh mit beinahe schon pathologischer Stoik auf ihre viertletzte Etappe. Kinder ließen sich Kappen signieren, Teenagerinnen ließen sich mit Rennfahrern fotografieren. Der junge Spanier Alberto Contador, Nachrücker für Rasmussen, drängte sich unter lauten Anfeuerungsrufen spanischer Anhänger voller Kampfesmut durch die Menge zum Start, um erstmals in seinem Leben das Gelbe Trikot zu erstreiten. Auch Boogerd und der Rest der Rabobank-Mannschaft  haben sich dazu durchgerungen, noch bis Paris zu Radeln. „Ich befürchte, der Radsport ist nicht tot zu kriegen“, seufzte der Direktor der deutschen Equipe Gerolsteiner angesichts dieses Treibens. Offensichtlich hat ihm sein Gewerbe schon einmal mehr Spass gemacht, als an diesem Tag.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5894365673921991031?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5894365673921991031'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5894365673921991031'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/der-tag-dem-die-tour-das-gelbe-trikot.html' title='Der Tag, an dem die Tour das Gelbe Trikot verlor'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-3122857829319413244</id><published>2007-07-25T09:52:00.000-07:00</published><updated>2007-07-25T09:53:32.087-07:00</updated><title type='text'>Prudhommes Träumereien</title><content type='html'>Christian Prudhomme wurde richtig gehend böse am Dienstagnachmittag im Kongressszentrum von Pau. Der Tour de France-Direktor schlug mit der Faust auf den Tisch, erhob die Stimme und bediente sich der martialischen Rhetorik des „Krieges“ gegen die Betrüger, in dem „Schlachten gewonnen und verloren“ werden, in dem jedoch er und die Seinen mit äußerster Bestimmtheit voran schreiten werden. So viel mannhafte Leidenschaft passt eigentlich gar nicht so recht zu dem milchgesichtigen 46-Jährigen mit dem sauber gezogenen Scheitenscheitel und den gestärkten Hemdkrägen, der immer noch ein wenig aussieht, wie der Streber aus der Parallelklasse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber Prudhomme kämpft schließlich für die „Träume seiner Kindheit“, wie er sagt und da kann man auch mal ein bißchen aus sich heraus gehen. Vor allem, wenn diese Träume gleich von so vielen Bösewichtern bedroht werden. Schon als Junge hat Prudhomme, wie die meisten kleinen Franzosen, die Tour de France geliebt, ihre Helden und deren legendäre Taten an mythischen Orten angehimmelt. Und jetzt kommen da die Vinkourovs dieser Welt und machen ihm sein schönes Spielzeug kaputt, weil sie lügen und betrügen und sich mit Hilfe von Fremd- oder Kunstblut zu Dingen aufschwingen, zu denen sie eigentlich gar nicht fähig sind. „Raus mit Euch“, rief Prudhomme deshalb der Kasachenbande aus Astana zu, „Euch brauchen wir hier nicht. Euch werden wir das Feld nicht überlassen.“ Doch damit waren die kriegerischen fünf Minuten des braven Herrn Prudhomme noch nicht vorbei. Er kündigte eine Revolution in der Dopingbekämpfung an, von der Laxheit und Trägheit der Verbände hat er die Nase voll. Die Fahrer müssten begreifen, wiederholte der Steifkragen in Sherriff-Laune etwa zehn Mal, dass sie russisches Roulette spielen, wenn sie Dopen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Radsport gibt sich kämpferisch seit der Operacion Puerto, die Toleranz für das Doping ist merklich gesunken. Es ist vermutlich gar nicht falsch, wenn die vielen positiven Dopingfälle, wie der von Vinokourov und der von Patrik Sinkewitz als Zeichen eines verbesserten Kontrollsystems gewertet werden. Das Dumme daran ist, dass es ein Fass ohne Boden zu sein scheint. Je tiefer nun endlich, nach 100 Jahren gemeinsamen Schwelgens in den Leidens-Epen der „Giganten der Landstrasse“ die Rennveranstalter, Journalisten und Funktionäre bohren, desto mehr müssen sie fest stellen, dass es einen sauberen Radsport vielleicht nicht geben kann, ohne dass man das Personal komplett auswechselt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die diesjährige Tour wird vermutlich einen Sieger haben, der es geschafft hat, durch geschicktes Jonglieren von Wohnorten und Lizenzen drei Jahre lang praktisch jede Trainingskontrolle zu vermeiden. Und wenn der sklerotische Herr Rasmussen es nicht schafft, dann rückt ein junger Spanier nach, dessen Name nachweißlich auf einer Akte im Büro des Doktor Fuentes stand. Wenn man die Liste der Top Fahrer bei der Tour weiter durchgeht, wird es nicht besser: Levi Leipheimer? Mutmaßlicher Kunde des berüchtigten „Preparatore“ Michele Ferrari. Dann der schweigsame Herr Klöden, der mit bewunderswerter Treue zu seinen gedopten Freunden Jan Ullrich und Matthias Kessler hält und von „Vino“ erst enttäuscht war, als dieser mit seiner Blutpanscherei den Arbeitsplatz von Klöden aufs Spiel setzte. Auf Platz 11? Alejandro Valverde, wiederrum aktenkunder Klient bei Fuentes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vermutlich wird man, wenn man die Namen der 160 im Feld verbliebenen Tour-Fahrer durchgeht, nicht viele finden, bei denen es nicht irgendwelche verdächtigen Verbindungen oder Ungereimtheiten gibt. Selbst der sympathische Linus Gerdemann musste sich Fragen gefallen lassen, was denn der dubiose Dottore Cecchini ihm alles so geraten hat, als er den Deutschen noch fit machte.Und angesichts dieser Sachlage muss die Frage erlaubt sein, was der ehrenwerte Herr Prudhomme mit seinem Kampf denn erreichen möchte? Was möchte er denn vor den bösen Dopern retten? Was bleibt denn übrig, wenn das Doping ausgemerzt ist? Die Rhetorik der Hygiene scheint doch im Radsport vergleichsweise unanangebracht. Wenn der Kammerjäger mit dem verpesteten Haus fertig ist, so scheint es, fällt das Gebäude Tour in sich zusammen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber Herr Prudhomme hat ja gesagt, was er retten will – nicht die Tour sondern die Träume seiner Jugend. Er hat schon gut daran getan, von Träumen zu reden, denn in der Jugendzeit des 1960 Geborenen, in den 70er Jahren, war der Radsport vermutlich auf dem Gipfel der gerne so genannten „Verseuchtheit“. Die Dopingkontrollen waren eine Farce, die Fahrer schleppten, laut Zeitzeugen „eimerweise“ Fremdurin zu den Kontrollen, die zumeist angekündigt waren. Die ohnehin lächerlichen Strafen wurden in den rennfreien Wintermonaten abgesessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Radsport, das ist mittlerweile ein Gemeinplatz, war noch nie dopingfrei. Der Anspruch, dopingfrei zu sein, wurde erst sehr verspätet, in den 60er Jahren erstmals, und bis vor Kuzrem auch nur äußerst halbherzig an den Radpsort heran getragen. Radsport und Doping gehören zusammen und vielleicht ist nicht das Doping der Widersinn, sondern der Versuch, Radsport und Doping zu entwirren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wer vom Doping redet, darf vom Sport nicht Schweigen“ hat der Sportsoziologe Eugen König einmal gesagt. Damit gemeint hat er, dass der moderne Massenspektakelsport nicht, wie die Prudhommes dieser Welt das möchten, ohne Doping zu haben ist. Prudhommes „schöner Traum“ eines homerischen Leidensdramas auf romantischen französischen Landstrassen ohne Medikamente ist, das zeigt die harte Wirklichkeit, ein naiver Unfug. Wer kein Doping haben möchte, der muss das ganze System radikal überdenken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das System Spektakelsport ist komplex, seine ganzen Pathologien zu identifizieren würde längerer Abhandlunegn bedürfen. Aber hier ist ein Ausschnitt, der andeutet, woran es hapert. Am Tag, an dem Vino aufflog, lobte L’Equipe, die Sportzeitung, die dem Tour-Veranstalter ASO gehört, in riesigen Lettern über einem ganzseitigen Foto „Die Courage von Vino“. Der heroische Ritt Vinokourovs zum Sieg in Loudenvielle war so recht nach dem Geschmack der Tour-Romantiker – Vinokourov überwand Schmerz und Niederlage und formte sich durch seine Tapferkeit in den rauhen Bergen zu einem Märtyrer. Wiederauferstehung inklusive. Die Tatsache, dass die Tour solche Erzählungen hervorbringt, ist genau der Grund, warum Mr. Prudhomme von ihr träumt und sie retten mag. Mr. Vinokourov versteht das, er ist auch ein großer Fan von Superheldengeschichten, vor allem wenn er sowohl der Autor als auch der Hauptdarsteller ist. Deshalb ist er Radprofi, das liebt er an seinem Sport. So sehr mag er diese Stories, dass er nicht lange zögert, bei der Fabrikation dieser Geschichten Dinge zu tun, die ihm nicht gut bekommen. Das tut man eben so in der Branche, weil es anders ja auch gar nicht geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht sollte Herr Prudhomme also einsehen, dass er seine Romanzen nicht ohne Drogen bekommt. Vielleicht sollte er einsehen, dass seine Träuemereien Teil des Problems sind. Und vielleicht sollten wir uns alle unseren Geschmack an den großen Sportdramen abgewöhnen. Wir wissen ja nun zu genüge, wie pervers die Methoden ihrer Produktion sind.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-3122857829319413244?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3122857829319413244'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3122857829319413244'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/prudhommes-trumereien.html' title='Prudhommes Träumereien'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-1431003677758847013</id><published>2007-07-24T11:28:00.001-07:00</published><updated>2007-07-24T11:29:59.425-07:00</updated><title type='text'>Vinokourov Positiv, ASTANA von Tour ausgeschlossen</title><content type='html'>Pau. Das Gesicht von David Millar wurde kreidebleich und dem ehemaligen Weltmeister schossen die Tränen in die Augen. „Wenn das wahr ist, dann können wir alle einpacken“, war alles, was dem ansonsten wortgewandten Briten, der vor zwei Jahren EPO-Mißbrach gestanden hatte, über die Lippen kam. Millar war gerade dabei, im Kongresszentrum von Pau seine Ruhetags-Pressekonferenz abzuhalten und über seine Rennwoche zu plaudern, als die Nachricht wie eine Bombe in den Saal einschlug, dass Alexandre Vinokourov bei einem Dopingtest vom 21. Juni aufgefallen war. Der Kasache hatte sich mutmasslich Fremdblut in die Adern gepumpt. Am selben Tag gewann er überraschend das Einzelzeitfahren in Albi.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Sieg an diesem Tag hatte bereits verblüfft, nachdem Vinokourov kurz zuvor in den Alpen abgehängt worden war. Vinokourov litt an den Folgen eines Sturzes in der ersten Tour-Woche, bei dem er schwere Knieverletzungen erlitt. Noch erstaunlicher als der Sieg in Albi war indes sein Etappensieg am vergangenen Montag, als er mit einer mächtigen Attacke in den Pyrenäen allen Konkurrenten davon stiefelte. Am Tag zuvor noch hatte er im letzten Anstieg zum Plateau de Beille beinahe eine halbe Stunde verloren. Das Comeback erinnerte stark an jenes von Floyd Landis, der im vergangenen Jahr ebenfalls an einem Tag den Anschluss verloren hatte, am nächsten jedoch die gesamte Konkurrenz deklassierte. Eine Woche später wurde bekannt, dass Landis am Abend nach seinem Comeback positiv auf Testosterondoping getestet wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen Alexandre Vinokourov gab es bereits seit Langem Verdachtsmomente, nicht zuletzt wegen seiner Zusammenarbeit mit dem berüchtigten italienischen „Preparatore“ Michele Ferarri. Bei der Eröffnungspressekonferenz der Tour in London auf die Verbindung angesprochen, machte Vinkourov klar, dass er die Zusammenarbeit als unproblematisch ansehe, weil Ferrari für ihn nur Trainingspläne schreibe. Aber auch Vinkourovs Team Astana ist vorbelastet. Kurz vor der Tour de France war Vinokourovs Mannschaftskamerad Matthias Kessler postiv auf Testosterondoping gestestet worden. Während der Tour bestätigte die B-Probe den Verdacht. Zugleich musste Astana gemäß dem Ethik-Codex der Profi-Teams den italienischen Fahrer Eddy Mazzoleni entlassen, weil das Olympische Kommittee Italiens gegen ihn wegen Verdachts auf EPO-Mißbrauch ermittelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unmittelbar nachdem der positive Test von Vinokourov am Dienstagnachmittag bekannt wurde, rief der Direktor der Tour, Christian Prudhomme, den Astana-Teammanager Marc Biver an und bat ihn darum, die Tour zu verlassen. Biver „akzeptierte“ wie Prudhomme sich ausdrückte und schon kurz darauf kamen die Fahrer des Teams mit Rollkoffern aus ihrem Hotel und fuhren in Richtung Flughafen ab. Teamchef Marc Biver gab nur knapp bekannt, dass der Fall selbstredend katastrophal für die Zukunft der Mannschaft sei, die um ihren kasachischen Kapitän herum gebaut ist und von kasachischen Firmen finanziert wird. Vinokourov, so Biver, werde selbstverständlich umgehend suspendiert. Vinokourov selbst ließ mitteilen, dass er die Blutanomalien auf seine Sturzverletzungen und die darauf folgende Behandlung im Hospital von Beaune zurück führte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tour-Chef Christian Prudhomme trat kurz darauf zusammen mit Patrice Clerc, dem Präsidenten der Tour-Holding Firma ASO vor die Presse und erklärte, dass es nicht in Frage käme, die Tour de France wegen des Astana-Falles zu stoppen. „Wir haben den Krieg gegen das Doping aufgenommen und wir wussten, dass wir Schlachten verlieren würden“, sagte Prudhomme martialisch. „Aber wir werden auf keinen Fall den Betrügern das Feld überlassen.“ Prudhomme fügte mehrfach an, dass die Doper begreifen müssten, dass „sie russisches Roulette spielten“ und dass die Tour „mit aller Entschlossenheit um die Träume unserer Kindheit“ kämpfen werde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paul Kimmage, der irische Ex-Rennfahrer, der schon 1991 ein Enthüllungsbuch über die Dopingpraktiken im Profi-Radsport geschrieben hatte, stand mit der aktuellen Ausgabe der Sportzeitung L’Equipe im Pressesaal und zeigte auf das Titelblatt des Tages, auf dem noch„die Courage“ von Vinokourov bei seinem Etappensieg gepriesen wurde. „Solche Menschen sind einfach unerträglich“, sagte er kopfschüttelnd zu dem Kasachen. Kimmage hatte in London dem suspekten Vinokourov vor versammelter Presse ins Gesicht gesagt, dass er der Tour schade, wenn er mitfahre. Damals hatte sich Kimmage für seine Unverfrorenheit noch die Empörung der Anwesenden zugezogen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-1431003677758847013?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1431003677758847013'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1431003677758847013'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/vinokourov-positiv-astana-von-tour.html' title='Vinokourov Positiv, ASTANA von Tour ausgeschlossen'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-850068429971265114</id><published>2007-07-23T22:46:00.000-07:00</published><updated>2007-07-23T22:47:29.603-07:00</updated><title type='text'>Alberto Contador - Jungprofi alter Schule</title><content type='html'>Es ist still geworden um Linus Gerdemann bei der Tour de France. Man mag kaum glauben, dass er vor erst neun Tagen sowohl das Gelbe Trikot, als auch das Weiße Trikot des besten Jungprofis trug. Jetzt liegt Gerdemann in der Wertung für den besten Nachwuchsfahrer auf Platz fünf, in der Gesamtwertung hat er 36 Minuten verloren. Aber Gerdemann ärgert das nicht, er hatte seine Möglichkeiten von vorne herein realistisch eingeschätzt. Noch als er im Gelben Trikot steckte, machte er darauf aufmerksam, dass der wahre Star bei den Profis unter 25 nicht er sei, sondern der Spanier Alberto Contador: „Der wird um den Tour-Sieg mitfahren, das werden Sie sehen“, sagte er prophetisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Linus Gerdemann behielt recht. Bei der ersten Pyrenäenetappe am vergangenen Sonntag nach Plateau de Beille war der 24 Jahre alte Altersgenosse Gerdemanns der einzige, der dem Dänen Michael Rasmussen – mittlerweile klarer Favorit der Tour – das Wasser reichen konnte. Und nicht nur das. Während alle anderen Titelaspiranten schon um Minuten abgehängt waren, sprinteten Rasmussen und Contador wie die Berserker dem Zielstrich auf der Passhöhe entgegen. Contador gewann um eine Reifenbreite und das nicht etwa, wie gemunkelt wurde, weil das so abgesprochen war. „Bei der Tour macht man keine Geschenke“ sagte Rasmussen später.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alberto Contador verkörpert die Zukunft des Radsports, wenn er denn eine hat. „Es ist vielleicht noch ein wenig zu früh für ihn, in diesem Jahr die Tour zu gewinnen“, sagte am Montag sein Mannschaftsleiter, Johan Bruyneel. „Aber ich glaube, dass wir in ihm den neuen Lance Armstrong gefunden haben.“ Bruyneel, der schon Armstrongs Potenzial entdeckt und ihn zu sieben Tour-Siegen dirigiert hatte, meinte wohl, dass Contador einer ist, der wie sein Vorgänger als Kapitän der Discovery-Formation über Jahre wird die Tour domineren können.  Aber der Belgier wies mit seiner Parallele unfreiwillig auch auf tiefer gehende Gemeinsamkeiten zwischen dem texanischen Dominator und seinem spanischen Kronprinzen hin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie wie Armstrong nämlich seine Karriere beendet hat, startet Contador in seine: Mit starken Zweifeln an der Redlichkeit seiner Leistung. Im vergangenen Jahr war Contador im Tour de France-Aufgebot der Astana-Würth Truppe, dem Abwicklungsbetrieb der schwer Dopingbelasteten Liberty Seguros Mannschaft. Astana Würth durfte letztlich nicht mit auf die große Fahrt durch das Hexagon gehen, weil zu viele Fahrer der Mannschaft in die Fuentes-Affäre verstrickt waren. Darunter auch Contador, dessen Name als einer von 58 auf der Liste der spanischen Ermittler stand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Contador wurde schon Ende Juli vom madrilenischen Richter Anotonio Serrano entlastet. Fuentes selbst hatte angegeben, Contador nicht zu kennen. Contador bestätigte dies und damit war für die spanische Justiz die Sache erledigt. Gewissheit darüber, ob Contador wirklich mit Fuentes zu tun gehabt hat oder nicht, gibt es jedoch bis heute nicht. Noch immer halten bekanntlich die spanischen Behörden ihre Unterlagen zurück und weigern sich, sie der Sportgerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Entlastung durch Serrano reichte Johan Bruyneel jedoch als Persilschein für Contador aus, er gab dem „Riesentalent“ einen Vertrag. Bruyneel ist allerdings ohnehin nicht zimperlich, wenn es darum geht, auch im Angesicht harscher Kritik der gesamten Branche fragwürdige Athleten zu beschäftigen. So heuerte er zum Saisonbeginn auch den tief in die Fuentes-Affäre verwickelten Ivan Basso an. Die Rechtfertigung: Basso sei vom italienischen Verband frei gesprochen worden und es sei nicht an ihm, Bruyneel, sich als Richter aufzuspielen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsache ist, dass Contador von Liberty-Seguros Chef Manolo Saiz zwischen 2003 bis 2006 in die Sitten und Gebräuche des Profiradsports eingeführte wurde. In seinem Spiegel-Interview hatte Jörg Jaksche, ehemaliger Mannschaftskamerad von Contador, ausfühlich dar gelegt, wie Saiz gemeinsam mit Fuentes bis 2005 systematisch sein Team pharmakologisch auf Wettbwerbe eingestellt hatte. Contador sagt indes bis heute noch über Saiz, dass dieser „immer wie ein Vater“ zu ihm gewesen sei. Wie im Übrigen auch zu Bruyneel: Auch der Belgier fuhr den Großteil seiner Karriere unter Saiz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sollte Alberto Contador also noch den dubiosen Michael Rasmussen überholen und die Tour gewinnen, wäre das zwar der Sieg einer neuen Generation. Es wäre aber mitnichten ein Sieg, der für den Radsport hoffen lässt, so, wie es der Etappensieg von  Linus Gerdemann vor neun Tagen war. Sollte Contador „nur“ das Weisse Trikot gewinnen, während Rasmussen Gelb holt, wäre das für den Radsport allerdings genauso traurig. Es wäre alles andere als das Zeichen eines Neubeginns.  Eher der hartnäckigen Kontinuität im Radsport: Zu den Gewinnern des Weissen Trikots zählten in den vergangen zwölf Jahren Jan Ullrich, Marco Pantani und Ivan Basso.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-850068429971265114?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/850068429971265114'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/850068429971265114'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/alberto-contador-jungprofi-alter-schule.html' title='Alberto Contador - Jungprofi alter Schule'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-1330114049991720075</id><published>2007-07-23T01:45:00.000-07:00</published><updated>2007-07-23T01:46:38.513-07:00</updated><title type='text'>Rasmussen und die Blutbeutel - eine ehemaliger Kamerad packt aus</title><content type='html'>Der Radsport hat über die Jahre einen Reflex entwickelt, mit dem er auf Verräter reagiert. Ob es Paul Kimmage war oder Willy Voet, Rolf Aldag, Jesus Manzano oder Jörg Jaksche, die ausgepackt haben  – die Reaktion auf ihre Doping-Geständnisse und -Enthüllungen war immer die gleiche. Sie wurden diskriminiert und diskreditiert, als „durchgeknallte Märchenerzähler“ beschimpft und es wurde ihnen unterstellt, aus Eitelkeit oder Gewinnsucht ihre ehemaligen Kollegen übel zu beleumunden. Der amerikanische Mountainbiker Whitney Richards blieb allerdings bislang von dererlei Beschimpfungen verschont. „Ich kenne ihn, ich kann aber seine Geschichten nicht bestätigen“, war alles, was der Tour-Führende Michael Rasmussen in der vergangenen Woche über seinen ehemaligen Trainingspartner zu sagen hatte. Richards hatte gegenüber der Radsport Website VeloNews bezeugt, dass Rasmussen das Blutdopingmittel „Hemopur“ von den USA nach Italien schmuggeln wollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht hält sich Rasmussen zurück, weil er wirklich, wie Richards insistiert, „eigentlich ein wirklich netter Kerl und kein Monster ist.“ Vielleicht aber auch, weil es sehr schwierig ist, Richards egoistische Motive für seine Enthüllung zu unterstellen. Richards hat kein Buch geschrieben, er ist in keiner Talkshow aufgtreten und er hat von keinem großen Magazin fünf- oder sechsstellige Summen verlangt. Er  eher scheu und er es graut ihm vor der Welle an Medienanfragen, die jetzt wohl auf ihn zu rollt. Richards hat die Geschichte einem Freund in seiner Heimat Colorado erzählt, der bei VeloNews arbeitet. Bekommen hat er dafür nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und doch konnte er mit der Geschichte nicht mehr an sich halten. Am vergangenen Montag, als Michael Rasmussen das Gelbe Tirkot übernahm, sagte der magere Däne ohne die Miene zu verziehen, dass man ihm trauen könne, als er bei einer Pressekonferenz gefragt wurde, ob er denn sauber sei. Der Augenblick war Richards unerträglich. „Ich konnte nicht mehr schweigen“, sagte er dem irschen Reporter David Walsh von der Londoner Sunday Times. „Ich hätte mich an einem Betrug mitschuldig gemacht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So entschloss sich Richards, der Welt zu berichten, wie er vor fünf Jahren mit Rasmussen zusammen nach Italien in ein Trainingslager fahren wollte und wie Rasmussen ihn bat, ihm aus Amerika doch einen Karton mit Fahrradschuhen mitzubringen; wie Richards den Karton öffnete und darin die Beutel mit dem künstlichen Hämoglobin fand; wie er die Beutel in den Müll warf, weil er Angst hatte beim Schmuggeln erwischt zu werden; und wie er sich von Rasmussen eine Rüge deshalb einfang, weil „das Zeug scheissteuer war.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch Richards fühlt sich nicht besser oder befreit, nachdem er das seine dazu beigetragen hat, Rasmussens Betrug am Zuschauer, an seinen Gegnern und an der Tour de France zu verhindern. „Ich demontiere jemanden, der für viele Leute ein Held ist“, sagt er, „und das fühlt sich nicht gut an.“ Ausserdem mag Richards noch immer Rasmussen persönlich: „Er ist sehr nett, sehr freundlich und höflich.“ Sogar die Frauen der beiden ehamligen Radl-Genossen waren eine Zeit lang eng befreundet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor allem jedoch kann sich Richards in die Situation von Rasmussen hinein versetzen. Nachdem  er entdeckt hatte, dass Rasmussen dopt, so der Amerikaner zu David Walsh, habe der Däne versucht sich zu erklären: „Verstehst Du, Whitney“, hatte Rasmussen gesagt, „ich habe keinen Studienabschluss, so wie Du. Ich habe nur das Radfahren. Wenn ich nichts gewinne im Radsport dann habe ich gar nichts.“ Das konnte Richards nachvollziehen. Und es stürzte ihn in einen Gewissenskonflikt, den er fünf Jahre mit sich herumtrug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Richards nun ausgepackt hat, löst für ihn diesen Konflikt nicht auf. Er tat, was er glaubte tun zu müssen, wohl ist ihm nicht dabei. Zumal er sich nicht sicher sein kann, dass seine Aussage tatsächlich den Tour-Sieg eines Betrügers verhindert. Irgendwann im Lauf der Woche will der Radsportverband UCI Richards verhören. Inzwischen fährt Rasmussen einen Tag nach dem anderen in Richtung Paris. Und wenn der Verband so rasch handelt, wie man das von ihm gewohnt ist, trägt Rasmussen das Gelbe Trikot vielleicht auch noch auf den Champs Elysees. Vielleicht wird es ihm dann in ein paar Monaten wieder aberkannt und es wird sich ein langatmiger Marsch durch die sportjuristischen Instanzen anschließen. Das wäre dann die zweite Tour in Folge ohne Sieger.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-1330114049991720075?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1330114049991720075'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1330114049991720075'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/rasmussen-und-die-blutbeutel-eine.html' title='Rasmussen und die Blutbeutel - eine ehemaliger Kamerad packt aus'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8357696255702433383</id><published>2007-07-21T23:40:00.000-07:00</published><updated>2007-07-21T23:41:19.418-07:00</updated><title type='text'>Die Rasmussen-Affäre wird politisiert.Schlammschalcht zwischen ASO und UCI</title><content type='html'>Albi. Bob Stapleton hatte große Pläne für einen schönen neuen Radsport, als er vor zehn Monaten das Ruder bei T-Mobile übernahm. Dopingfrei sollte der Sport werden, geeint und zentral verwaltet, besser vermarktet und besser in den Medien präsentiert. Er hat seine Pläne noch immer nicht aufgegeben, sein Ehrgeiz ist aber mittlerweile deutlich gedämpft. Nichts geht so voran, wie der ehemalige Konzernmanager sich das vorgestellt hatte und er weiß auch warum: „Das zentrale Problem des Radsports“, sagte er erst in der vergangenen Woche, „ist die Fehde zwischen der Tour de France und dem Radsportverband UCI. Daran scheitert alles.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Theorien stimmen, die am Samstag die Tour de France-Organisation über die französische Presse verbreiten ließ, dann hemmt die Fehde mit der UCI nicht nur die Reform des Radsports, sondern ist ganz unmittelbar dafür verantwortlich, dass das größte Ereignis des Sports, die Tour de France, vor einem erneuten PR-Desaster steht. „Die UCI versucht gezielt die Tour zu destabilisieren“, sagte am Samstag Patrice Clerc, Chef von ASO, der Eignerfirma der Tour. Die UCI, so die Theorie von Clerc, habe die Nachrichten über die Verstösse von Michael Rasmussen gegen das Dopingreglement zurück gehalten und es somit darauf angeleget, dass sie mitten in die Tour platzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt einiges, das für diese These spricht. Rasmussen war am 8. Mai und am 28. Juni von den dänischen Dopingkontrolleuren nicht angetroffen worden – der dänische Verband verwarnte ihn daraufhin am 29. Juni und nahm ihn aus seinem Kader für die Weltmeisterschaften im Herbst. Der Geschäftsführer des dänischen Verbandes Jesper Wörre teilte den Vorgang der UCI mit. Dass er die Information nicht veröffentlichte, begründete UCI-Präsident Pat McQuaid damit, dass „erst ein dritter Verstoss einen Grund für ein Disziplinarverfahren darstellt.“ Am Freitag sagte Wörre dann jedoch dem dänischen Fernsehen zusätzlich, dass Rasmussen auch ein drittes Mal nicht von den Kontrolleuren aufgetrieben werden konnte. Auch diese Information habe er an die UCI weiter geleitet. Ein Disziplinarverfahren gibt es jedoch bis heute nicht. „Wir können nichts gegen Rasmussen unernehmen“, behauptet McQuaid, der derzeit in Irland bei seiner Familie Urlaub macht, stur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tour-Organisation ist hingegen der Meinung, dass McQuaid die Tour vor dem Start am 5.Juli hätte informieren müssen. So hätte Tour-Direktor Christian Prudhomme Rasmussen daran hindern können zu starten oder gar das Gelbe Trikot zu übernehmen. Deshalb rief Prudhomme am Donnerstagabend um halb elf Pat McQuaid in Dublin an und begann, wie McQuaid berichtete, ihn „ohne Luft zu holen anzuschreien und zu beschimpfen.“ Prudhomme habe ihn wieder und wieder gefragt, ob er denn die Tour töten wolle, erzählte McQuaid. „Irgendwann habe ich einfach aufgelegt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Derlei Fehlkommunikation gibt sehr treffend den Stand der Beziehungen zwischen dem Verband und dem größten Rennveranstalter des Radsports wider. Im Juni hatten die beiden Parteien ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Seit zwei Jahren wird man sich nicht über die Vermarktung des Profi-Radsports einig. Die UCI möchte die Rennen in einer Pro-Tour genannten Serie zusammenfassen und zentral vermarkten; die Tour-Organisation ASO, die noch weitere Spitzenrennen ausrichtet, fühlt sich in dem Modell der UCI nicht angemessen repräsentiert und fürchtet den Kontrollverlust über ihre Produkte. „Es gibt keinen Ausweg mehr aus dieser Krise“, sagte ASO-Präsident Patrice Clerc nach dem Scheitern der Gespräche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der gemeinsamen Vermarktung, das zeigt der Fall Rasmussen, scheitert freilich auch ein konzertiertes Vorgehen gegen das Doping. Auch auf diesem Gebiet ergehen sich die Institutionen in Kompetenzgerangel. Die ASO wirft der UCI Laxheit vor, die UCI wehrt sich dagegen, dass die ASO ihr die Hoheit über die Dopinglegislatur streitig macht. Derweil fährt ein Mann um den Tour-Sieg, der unter hochgradigem Dopingverdacht steht. Ein Jahr nach Floyd Landis scheint der Radsport keinen Schritt weiter gekommen zu sein. Aber so wird sich der Streit zwischen UCI und ASO auch vielleicht bald von alleine erldigen. Denn wenn sie so weiter machen, gibt es bald nichts mehr, worüber zu streiten wäre.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8357696255702433383?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8357696255702433383'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8357696255702433383'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/die-rasmussen-affre-wird.html' title='Die Rasmussen-Affäre wird politisiert.Schlammschalcht zwischen ASO und UCI'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8913433207314718041</id><published>2007-07-20T15:36:00.000-07:00</published><updated>2007-07-20T15:37:20.306-07:00</updated><title type='text'>Rasmussen unter Verdacht - Das Gelbe Trikot kurz vor dem Tour-Ausschluss</title><content type='html'>12 Monate von Konferenzen und Verhandlungen, Proklamationen und dem Erlass neuer Maßnahmen-Kataloge sind vergangenen, seit Floyd Landis nur Tage nach seinem Tour-Sieg wegen Dopings aus dem Verkehr gezogen wurde. Es war damals der schlimmste anzunehemende Zwischenfall für den Ruf der größten Veranstaltung des Radsports und es sollte danach alles getan werden, dass sich so etwas nicht wiederholt. Und doch scheint es wieder zu passieren – seit Freitag steht Michael Rasmussen, seit vergangenen Sonntag Träger des Gelben Trikots, unter verschärftem Doping-Verdacht. Es gibt keine positive Dopingprobe des dänischen Bergspezialisten, dafür jedoch einige „Auffälligkeiten in seinem Verhalten und in seinerEinstellung“, wie es am Freitag in einem Kommuniqué des dänischenRadsportverbandes hieß. Diese Auffälligkeiten veranlassten den Verbanddazu, seinen besten Fahrer am 29.Juni aus dem Nationalkader für dieWeltmeisterschaft im Herbst in Stuttgart zu streichen. Grundlage für den Rausschmiss war, dass Rasmussen bei zwei Trainingskontrollen am 8. Mai und am 28.Juni nicht anzutreffen war. Kurioserweise wurde die Entscheidung erst gestern nach einem Bericht des dänischen TV Senders DR1 bekannt. Dabei hatte auch der Radsportweltverband UCI von der Verwarnung gewusst, wie am Freitag dessen Präsident Patrik McQuaid zugab. „Wir hatten keine Möglichkeit, ihn an einem Tour-Start zu hindern“, erklärte McQuaid. Zwei verpasste Trainingskontrollen werden nach den Regularien des Verbandes noch nicht als Vergehen angesehen, erst nach dem dritten Mal wird ein Strafe verhängt. Ebenfalls am Freitag teilte nun jedoch der Geschäftsführer des dänischen Radsportverbandes Jesper Worre dem dänischen Fernsehen mit, dass es zwei weitere Fälle gegeben hatte, bei denen Rasmussen von den Kontrolleuren nicht gefunden werden konnte. Worre behauptet, diese Vorfälle der UCi gemeldet zu haben. Warum der Weltverband nicht darauf reagierte, ist bislang unklar. Für Rasmussens Weiterfahrt bei der Tour hat die Affäre vorläufig keine Konsequenzen. Der Chef der Tour Organisation ASO, Patrice Clerc, bekräftigte am Freitagabend, dass es keine Grundlage dafür gebe, Rasmussen aus dem Rennen zu nehmen. Clerc verwies auf die zahlreichen Dopingtests vor und während der Tour, die Rasmussen anstandslos bestanden hatte. Allerdings, räumte der Tour-Chef ein, müsse man sich schon fragen, warum man nicht vor der Tour von diesen Dingen informiert worden sei. Rasmussen selbst tat die Angelegenheit als Bagatelle ab: „Es ist doch gar nichts passiert. Ich bin lediglich wegen eines kleinen administrativen Fehlers verwarnt worden.“ Als der Tour-Führende sich während einer Pressekonferenz nach der Freitagsetappe weiter erklären wollte, wurde er jedoch mysteriöserweise von einem Mitarbeiter der Tour de France-Organisation von der Bühne gezogen. Bislang sieht auch Rasmussens Mannschaft, wie die Tour-Organisation, keine Veranlassung, etwas gegen Rasmussen zu unternehmen. Der Rabobank-Manager Theo de Rooy gibt zu, von den Verwarnungen gewusst zu haben. Doch auch er findet, dass die negativen Dopingtests von Rasmussen dessen Glaubwürdikeit ausreichend belegen. Verantwortliche anderer Mannschaft sehen das nicht so. Der Chef der französischen Mannschaft Bouygues Telecom, Jean René Bernaudeau, etwa sagte: „Wenn einer meiner Fahrer ausder Nationalmannschaft fliegen würde, wäre er nicht mehr am Start.“ Bob Stapleton vom T-Mobile sagte ebenfalls, dass gemäß der internen Regeln seines Teams Rasmussen nach einer Verwarnung durch die UCI nicht mehr fahren würde. Gründe zur Skepsis gegenüber Rasmussen gab es indes schon vor den Nachrichten vom Freitag. Als eiserner Doping-Gegner hat sich derzweifache Gewinner der Bergwertung noch nie hervor getan. So hält er sich häufig zum Training in Mexiko auf, wo es schwierig und kostspielig ist, ihn überraschend zu kontrollieren. Er besitzt auch eine Lizenz des mexikanischen Verbandes und unterliegt somit dessen vermutlich nicht eben üppig ausgestatteten Kontrollsystem. In diesem Jahr war Rasmussen der letzte Tour-Fahrer, der denEthik Code der UCI unterzeichnete. Das Papier verpflichtet dieFahrer, eine DNS Probe zum Abgleich mit den Unterlagen der spanischenJustiz aus den Ermittlungen in der Fuentes-Affäre abzugeben, sowie beieinem positiven Dopingtest ein komplettes Jahresgehalt als Strafe zuzahlen. Rasmussen empfand das Papier als Eingriff in seine Privatsphäre. Am Freitag erzählte zudem der ehemalige Moutnainbikeprofi Whitney Richards der amerikanischen Spartenwebsite VeloNews, dass Rasmussen ihn im Jahr 2002 dazu angeleitet hatte, Dopingmittel zu schmuggeln. Rasmussen hatte Whitney gebeten ein paar Radschuhe aus Amerika mit in ein Trainingslager nach Italien zu bringen. Als Richards ankam stellte sich jedoch heraus, dass der Shuhkartin mit einem Blutdopingmittel gefüllt war. Es gibt weitere Anhaltspunkte dafür, Rasmussens Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen. So nährt seine Zusammenarbeit mit dem italienischenTrainer Paolo Rosola Spekulationen. Rosola hatte auchMountainbike-Olympiasiegerin Paola Pezzo betreut, die später wegenAnabolika-Dopings gesperrt wurde. Ferner rechnete der französischeSportwissenschaftler Antoine Voyer aus, dass Rasmussen am vergangenen Wochenende&lt;no&gt; bei seiner Fahrt ins Gelbe Trikot am entscheidendenAnstieg mehr Leistung erbracht habe, als die Tour-Kletterkönige Pantaniund Virenque zu ihrer Zeit. Von beiden&lt;no1&gt;, sowohl Pantani, als auchVirenque,&lt;no&gt; weiß man, dass sie seinerzeit schwer mit Epo hantierten.&lt;/sb&gt; &lt;sb190,65,140&gt;Rasmussen würde seine Leistung mit der Präzision seinerVorbereitung erklären. So reduziert der Däne an seiner Rennmaschinesowie an sich selbst kompromisslos das Gewicht. Das Rad wiegt&lt;no1&gt;gerade einmal&lt;no&gt;6,8 Kilo, er selbst bringt bei einer Körpergrößevon 1,75 Meter nur &lt;no1&gt;schockierende&lt;no&gt;56 Kilo auf die Wage. Gesundist das nicht. Und es sieht auch nicht so aus.&lt;no&gt;Aber Magersuchtist keine verbotene Methode der Leistungssteigerung. Fraglich ist aber,was jemand, der so weit für den Sieg geht, noch alles dafür tunwürde.&lt;/sb&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8913433207314718041?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8913433207314718041'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8913433207314718041'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/rasmussen-unter-verdacht-das-gelbe.html' title='Rasmussen unter Verdacht - Das Gelbe Trikot kurz vor dem Tour-Ausschluss'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-4234740556248789419</id><published>2007-07-19T13:44:00.000-07:00</published><updated>2007-07-19T13:46:30.316-07:00</updated><title type='text'>War da was? Am Start in Marseille</title><content type='html'>Jean-Claude Godin ist bester Dinge an diesem herrlichen Hochsommervormittag. Zusammen mit Tour de France-Direktor Christian Prudhomme steht der Bürgermeister von Marseille auf einer Bühne im Parc Cadot, unweit des alten Hafens der Mittelmeerstadt und geniesst die Festtagsstimmung zum Start der elften Etappe. „Wir haben die Begeisterung der Menschen in London gesehen“, ruft der Stadtvorsteher stolz den sich drängelnden Fans entgegen. „Ich glaube wir in Marseille übertreffen das noch.“ Prudhomme nickt dazu mit dem Kopf und strahlt über das ganze Gesicht. Sollte er sich wegen des Dopingfalls Sinkewitz und des Boykotts der deutschen Fernsehsender gegrämt haben, so hat er dies spätestens jetzt vergessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tour de France rollt weiter, die Probleme des größten deutschen Rennstalls und die Empfindlichkeiten des deutschen Fernsehens, werden bestenfalls am Rande wahgenommen. Maurice Pleury etwa, ein rüstiger Marseillais, der behauptet „seit 70 Jahren“ Radsportfan zu sein, lässt sich seinen Tour-Spass nicht im geringsten verderben. Doping habe es doch schon immer gegeben sagt er, früher, als er noch selbst Radrennen fuhr, sei es sogar noch viel schlimmer gewesen. Deshalb könne er die Aufregung  nicht verstehen und finde die Entscheidung des deutschen Fernsehen „idiotisch“. Mehr will er nicht sagen, denn jetzt kommen nach und nach die Fahrer und er will nicht verpassen, seine Stars aus der Nähe zu sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Tour-Village, dem reisenden Zeltdorf und täglichen Frühstückstreffpunkt für den Tour-Tross, sitzt Richard Virenque am Stand der Supermarktkette Champion, eines der Tour-Sponsoren. Der frühere französische Radpsortheros sowie geständige Dopingsünder hat die Blätter des Tages vor sich ausgebreitet und kommentiert die Schlagzeilen in ein Fersnseh-Mikrofon. „Überraschend und paradox“ findet er die Reaktion des deutschen Fernsehens  auf den Fall Sinkewitz. Wenn sie den Radsport schneiden, so der ehemalige Bergkönig der Tour und Ullrich-Herausforderer, müssten sie auch alle anderen Sportarten ausblenden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solches Unverständnis für die Entscheidung der deutschen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten teilt Virenque hier mit der großen Mehrheit der Tour-Familie. Der Präsident der Tour-Holding Gesellschaft ASO, Patrice Clerc, etwa hatte der Sportzeitung L’Equipe, die ebenfalls seiner Firma gehört, gesagt, dass er nicht nachvollziehen könne, warum die Sender seine Veranstaltung für den Fall Sinkewitz bestrafen. „Wenn am Eingang von einem Fussballstadion Leute mit Waffen erwischt werden, bestraft man ja auch nicht Veranstalter der Partie dafür.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Reporter einer großen französischen Nachrichtenagentur, der anonym bleiben will, glaubt gar, dass die Entscheidung  von ARD und ZDF dem Radsport mehr schade als nutze. „Am meisten tut das doch Gerolsteiner und T-Mobile weh“, sagt der langjährige Radsportkorrespondent des Dienstes, während er bei einem Kaffee die Blätter des Tages studiert. „Und das sind die Mannschaften, die am meisten gegen das Doping tun. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Sender sich sehr gut die Konsequenzen ihres Schrittes überlegt haben. Erst haben sie zehn Jahre lang überhaupt keine Fragen gestellt und jetzt plustern sie sich auf. Das ist Heuchelei.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht gegen Mittag im Parc Cadot und die südfranzösische Sonne beginnt unangenehm zu brennen. Die Werbekarawane ist gerade in Richtung des Etappenziels Montpellier los gerollt, die Mannschaftsbusse trudeln ein und nehmen ihren Platz auf dem Startgelände ein. Kinder drängen sich mit Kappen und Postern an die Absperrungen, um sie von ihren Lieblingsradlern signieren zu lassen. Mechaniker entladen die Rennmaschinen und nehmen letzte Einstellungen an den Sportgeräten vor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch hier ist man sich einig, dass der Ausstieg der deutschen Fernsehsender eine völlig unangemessene Reaktion war. „Niemandem gefällt ein positiver Dopingfall“, sagt etwa der Direktor der Quick Step-Mannschaft und Vorsitzende der Profi-Team Vereinigung Patrik Lefereve, während er am Bus seiner Mannschaft lehnt. „Aber wir geben viel Geld für den Kampf gegen Doping aus. Und wenn wir Erfolg haben, laufen die Fernsehsender weg. Das ergibt keinen Sinn.“ Nebenan, beim spanischen Team Caisse d’Epargne, das den Puerto-Verdächtigen Alejandor Valverde unter Vertrag hat, will man unterdessen lieber überhaupt nicht über die Causa Sinkewitz reden. Mannschaftleiter Jose-Miguel Echavarri enthält sich höflich eines Kommentars. Die umstehenden spanischen Reporter fühlen sich jedoch in ihrem gerade intensiv werdenden Sportfachgespräch gestört und meckern darüber, dass da schon wieder einer das lästige Dopingthema aufs Tapet bringt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den deutschen Kollegen vom Team Gerolsteiner ruft die Entscheidung der Sendeanstalt zwar Verwunderung hervor: „Die legen ihre Ethiklatte irgendwo an. Ich bin mal gespannt ob sie das durchhalten“, nörgelt Gerolsteiner-Chef Hans Michael Holczer. Wirklich wütend ist er jedoch nicht auf das Fernsehen, sondern auf Patrik Sinkewitz. „Wenn er wirklich bewusst manipuliert hat, dann ist das angesichts der Lage des deutschen Radsports eine unglaubliche Dreistigkeit.“ Wenn die Vereinigung der Profi-Mannschaften Sinkewitz für den Schaden, den er dem Sport zugefügt hat, nicht belange, so Holczer, dann werde er das persönlich tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Langsam wird die Stimme des Streckensprechers lauter und aufgeregter, der Start rückt näher. Die Fahrer tragen sich  rituell in die Startkladde ein und grüssen die Fans mit einem kurzen Antippen ihrer Rennmützen. Dann nehmen sie träge Aufstellung. Ein ganz normaler Arbeitstag bei der Tour beginnt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-4234740556248789419?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4234740556248789419'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4234740556248789419'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/war-da-was-am-start-in-marseille.html' title='War da was? Am Start in Marseille'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-2175164692682095925</id><published>2007-07-18T07:28:00.000-07:00</published><updated>2007-07-18T07:29:08.662-07:00</updated><title type='text'>Warum die Hysterie? Kommentar zum Fall Sinkewitz</title><content type='html'>Das Team T-Mobile hat sicherlich gut daran getan, im vergangenen Jahr einen Amerikaner zu seinem Manager zu ernennen. Amerikaner haben, so will es das nationale Stereotyp, eine deutlich höhere Toleranz für die Wirklichkeit als Deutsche. Der Deutsche neigt dazu, die Dinge an einem oft unerreichbaren Ideal zu messen und sich schlecht gelaunt und beleidigt von ihnen abzuwenden, wenn sie sich weigern, diesen Idealen zu entsprechen. Amerikaner hingegen sind Pragmatiker und finden sich mit der Unvollkommenheit der Welt ab, ohne daran zu verzagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche nationalen Stereotypen treffen bekanntlich nicht immer zu aber doch meistens. Man nehme beispielsweise die Reaktion von  Bob Stapleton auf die positive Dopingprobe von Patrick Sinkewitz. Sicher war der Mann aus Seattle nicht erfreut darüber, aber es war für ihn auch kein Grund, apokalyptische Töne anzustimmen und dem Radsport enttäuscht den Rücken zu kehren. Er wertete es als Zeichen dafür, dass man Fortschritte im Dopingkampf gemacht habe – schließlich wurde Sinkewitz ja erwischt. Und er wertete es zugleich als offensichtlches Zeichen dafür, dass es noch viel zu tun gibt. Vielleicht sogar als Zeichen dafür, dass es einen ganz sauberen Sport nie geben wird. Was aber für ihn ganz gewiss kein Grund ist, dieses Ideal nicht weiter anzustreben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender hingegen wandten sich innerhalb von nur zwei Stunden nach der Meldung über die Dopinprobe von Sinkewitz von der Tour und vom Radsport ab. Radsport soll nur gezeigt werden, so die in dieser Geste implizierte Politik, wenn er hundertprozentig sauber ist. Unter dieser Prämisse war es freilich bereits naiv überhaupt zur Tour anzureisen. Hat man denn ernsthaft geglaubt, dass es ein Jahr nach der Operacion Puerto kein Doping im Radsport mehr gibt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz abgesehen davon, dass auch ein durch und durch verseuchter Sport ein Gegenstand journalistischer Betrachtung wäre, tut man mit einer solchen Haltung dem Radsport und mit ihm dem Sport insgesamt unrecht. Es fehlt in Deutschland manchmal am Maß in der Betrachtung. Der Radsport ist vermutlich nicht hundertprozentig versaut und er wird vermutlich nie hundertprozentig sauber sein. Aber wenn man sich von allen Dingen in der Welt abwenden wollte, die moralisch nicht hundertprozentig rein sind, bliebe nicht viel übrig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fest steht: Die Tour de France ist ein faszinierendes Ereignis, das Millionen von Menschen fesselt und zueinander bringt. Fest steht auch, dass es im Radsport Kräfte gibt, die sich einen fairen Wettbewerb wünschen und die beträchtliche Anstrengungen unternehmen, diesen zu gewährleisten. Sicherlich gibt es gerade im Radsport auch starke und einflussreiche Kräfte, die an der Betrugskultur hängen, die diesen Sport seit Jahrzehnten prägt. Der Radsport gibt eben vorläufig ein kompliziertes, unaufgeräumtes Bild ab. Ein Bild, das aber gleichzeitig interessant ist und in dem sich viel bewegt. Amerikaner wie Bob Stapleton können mit dererlei Unaufgeräumtheiten und Gemengelagen gut leben, sie wissen sie sogar zu schätzen. Wir könnten uns in dieser Hinsicht von ihnen etwas abschauen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-2175164692682095925?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2175164692682095925'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2175164692682095925'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/warum-die-hysterie-kommentar-zum-fall.html' title='Warum die Hysterie? Kommentar zum Fall Sinkewitz'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-1633766082597228266</id><published>2007-07-17T16:08:00.000-07:00</published><updated>2007-07-17T16:09:46.078-07:00</updated><title type='text'>Christophe Moreau: Frankreichs einzige Hoffnung bei der Tour</title><content type='html'>Tignes. Man gibt sich sehr patriotisch in der Alpenherberge „Club MVV“ in Tignes les Brevieres, einem kleinen Bergdorf unterhalb des Stausees von Tignes. Der rustikale Bar-Raum ist mit rot-weiss-blauen Blumenbouquets ausgeschmückt, als wäre der Nationalfeiertag heute und nicht schon seit zwei Tagen vorbei. Vielleicht hat man die Dekoration aber auch einfach seit Samstag stehen lassen, weil wan wusste, dass Christophe Moreau heute hier Hof hält. Der französische Meister im Strassenradfahren übernachtet heute am Ruhetag hier und bevor er eine kleine Trainingsrunde dreht, hat seine Mannschaft AG2R ein Treffen mit der französischen Presse arrangiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbstverständlich erscheint der nationale Champion passend zur Raumausstattung in jenem rotweissblauen Trikot, dass ihn im Tour de France-Feld als Primus seines Landes auszeichnet. Es markiert ihn sowohl als Landesmeister, als auch als die große französische Hoffnung bei dieser Tour. Der 37-Jährige hat überraschend in diesem Frühjahr die Tour Vorbereitungsrundfahrt Dauphine Libere gewonnen und bestätigte bei den ersten schweren Bergetappen der Tour, dass er hier mit den Allerbesten mithalten kann. Jetzt wünscht man sich im ganzen Hexagon, dass der 1,86 Meter große, blonde Nordfranzose der erste Landsmann seit 1985 ist, der das Gelbe Trikot des Tour-Siegers über Winter in Frankreich halten kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So wollen die französischen Kollegen gierig alles über Moreaus Verfassung wissen: Wie er sich fühlt, wieviel Kraft er noch hat, wie es um seine Motivation bestellt ist, was seine Strategie ist und wie er seine Konkurrenten einschätzt. Moreau geniesst das sichtlich – es ist eine Genugtuung für ihn nach all seinen Jahren im Schatten von Ullrich und Armstrong, als man sich in Frankreich schon über ihn mockierte, weil er immer große Töne spuckte und dann doch wieder nur Vierter bei der Tour wurde. Weniger gerne als auf seine Aussichten im Rennen wird Moreau hingegen auf das Thema Doping angesprochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei hätte er dazu viel zu sagen. Moreau ist der letzte noch aktive Fahrer jener Mannschaft Festina, der 1998 von der französischen Polizei systematisches Doping bewiesen wurde und die seither zum Symbol für die Ära des durchgängigen Mißbrauchs von EPO im Radsport wurde. Moreau war damals der erste Festina-Fahrer, der gestand. Er wurde vier Monate gesperrt und saß schon im nächsten Sommer bei der Tour wieder im Sattel. Auch das war im Rückblick ein Symbol: Dafür nämlich, wie wenig durchgreifende Änderungen im Radsport die Festina-Affäre bewirkt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun könnte man meinen, Moreau wäre zornig auf die T-Mobile Fahrer, die erst jetzt zugegeben haben, 1998 genauso systematisch mit EPO hantiert zu haben, wie ihre französischen Konkurrenten. Das ist der Mann mit der bubenhaften Tintin-Frisur und dem Ziegenbart auch bis zu einem gewissen Grad: „Zehn Jahre lang wurde es so hingestellt, als wären wir die einzigen gewesen. Jetzt weiß man, dass das nicht so war.“ Andererseits war Moreau jedoch nicht begeistert vom späten Outing seiner damaligen Gegner Aldag, Zabel, Henn und Riis. „Sie haben damit dem Image des Radsports geschadet.“ Als notwendigen Schritt in Richtung einer Reform des Radsports vermag Moreau die Eingeständnisse nicht einzuordnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der französische Meister möchte die Vergangenheit lieber ruhen lassen. Unter Druck der Polizei und der französischen Öffentlichkeit hat er vor neun Jahren gesagt, was zu sagen war. Damit ist für ihn das Thema erledigt, er möchte lieber nicht mehr über Doping reden. Das Problem ist für den nicht sonderlich komplex strukturierten Mann nicht, dass immer noch gedopt wird im Radsport. Das Problem ist, dass zu viel darüber geredet wird. In der Zelle des Untersuchungsrichters zu gestehen, wie er damals, das ist eine Sache. Dass jemand freiwillig vor Kameras tritt, das versteht jemand seiner Fahrergeneration hongegen nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei müsste es ihn eigentlich stark beschäftigen, dass die Dopingkultur im Radsport immer noch nicht ausgerottet ist. Nach der Festina-Affäre wurde in Frankreich ein striktes Anti-Doping Programm eingerichtet, der sogenannte Suivi Longitudinal. Die französischen Fahrer stehen seither unter enger Überwachung, enger als alle anderen, bis im vergangenen Jahr T-Mobile und CSC ihre eigenen Selbstkontrollprogramme einführten. Viele machten dieses französische Programm dafür verantwortlich, dass die Franzosen, inklusive Moreau, bei der Tour seither hinterherfahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tatsache, dass Moreau jetzt, nachdem Armstrong und Ullrich weg sind und auch die anderen Mannschaften stärker kontrollieren, wieder Chancen hat, würde für diese These sprechen. Aber auch darüber möchte Moreau lieber nicht nachdenken. „ Ich habe ein viel größeres Selbstvertrauen, als in den vergangenen Jahren“, benennt er den Grund für den späten Aufwind in seiner Karriere. Das Selbstvertrauen könnte freilich auch aus dem Wissen heraus kommen, dass im Feld die vielleicht größte Chancengleichheit aller Zeiten herrscht. Oder jedenfalls seit jenen Zeiten, in denen alle gedopt waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damals war Moreau noch ein junger Fahrer in der zweiten Reihe. Jetzt ist jedoch seine Zeit gekommen. Die Franzosen freut’s und sie fragen deshalb lieber nicht so genau nach, wie Moreau heute denn wirklich zum Doping steht. Sie würden auch keine klare Antwort bekommen. Moreau hat einmal über Doping gesprochen, 1998, vor einem Untersuchungsrichter. Das muss reichen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-1633766082597228266?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1633766082597228266'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1633766082597228266'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/christophe-moreau-frankreichs-einzige.html' title='Christophe Moreau: Frankreichs einzige Hoffnung bei der Tour'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-7735609885503475197</id><published>2007-07-16T15:55:00.000-07:00</published><updated>2007-07-16T15:58:21.383-07:00</updated><title type='text'>Tod in den Alpen - Die Grenzen des Wahnsinns Tour de France</title><content type='html'>Die Route Departmental 902 von Bourg St. Maurice nach Val d’Isere ist eine Traumstrasse für Frankreich-Urlauber. Grünblaue Bergseen, ewig-weisse Gletscher und urige savoyardische Bauerndörfer bilden über 60 Kilometer die beinahe schon kitschige Kulisse rechts und links der Strecke. Wenn die Tour de France hier durch kommt, verwandelt sich das Postkartenpanorama jedoch in ein infernalisches Panoptikum. Schon Stunden bevor die 180 Rennfahrer durchkommen sind das Asphaltband und die Berghänge an seinem Rand dann schwarz vor Menschen. Hupende LKWs mit Zeitmeß- und Fernsehübertragungstechnk versuchen sich durchzudrängeln, entnervte Reporter mit akuter Redaktionsschluss-Panik liefern sich auf jedem freien Meter Asphalt ein Autorennen zur Internetverbindung am Zielstrich. Hobbyradler schlängeln sich in Pulks zwischen dicht geparkten Campingwagen den Berg hinauf, angetrunkene Fans sitzen auf Klappstühlen am Rand und ergötzen sich johlend an dem bizarren Chaos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich müsste es jeden Tag hier zu schweren Unfällen kommen. Die Tatsache, dass sich nur alle paar Jahre während der drei Tour -Wochen eine Tragödie ereignet, grenzt an ein Wunder. 2004 starb ein Kind unter den Rädern des Haribo-Wagens in der Werbekarawane, seitdem wurden schlimmstenfalls Blechschäden aktenkundig. In diesem Jahr kam es jedoch wieder zum Unvermeidlichen. Nach der Sonntagsetappe von Bourg en Bresse nach Tignes rollte der deutsche Radprofi Patrick Sinkewitz auf seinem Rennrad von der Ziellinie auf der Passhöhe oberhalb von Val D’Isere den Berg hinunter zu seinem Hotel, als ein 71 Jahre alter Zuschauer hinter einer Kurve unvermittelt über die Strasse sprang. Sinkewitz prallte mit Tempo 70 ungebremst auf den betagten Sportliebhaber, die beiden blieben blutend und bewusstlos auf der Strasse liegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis jetzt ist der Luxemburger Radsport-Freund im Krankenhaus von Grenoble noch nicht wieder aus dem Koma erwacht, sein Zustand wird als kritisch beschrieben. Sinkewitz kam hingegen mit einer Gehirnerschütterung und Fleischwunden rund um den Mund davon. T-Mobile Mannschaftschef Bob Stapleton, der Sinkewitz noch am Abend im Hospital von Albertville besuchte, freute sich darüber, dass sich der 26 Jahre alte Hesse schon Stunden nach dem Zwischenfall wieder für den Ausgang des Rennens und die Position seiner Mannschaftskameraden in der Tour-Gesamtwertung interessierte. Selbstverständlich, fügte der höfliche Amerikaner an, bedauere man auch zutiefst, was mit dem Fan passiert sei und man werde sich auch um seine Familie kümmern. Doch bei aller Betroffenheit wisse man nicht so recht, wie das hätte vermieden werden können. „Es ist doch gerade das Schöne an der Tour de France, dass sie in einer wunderbaren Naturkulisse stattfindet und dass der Zugang nicht beschränkt ist.“ Wenn man diese Prämissen akzeptiere, so Stapleton, dann könne man derartige Risiken kaum ausschließen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwas hätte man jedoch vielleicht schon tun können. Viele andere Mannschaften waren mit ihren Bussen bis zur Ziellinie auf der Passhöhe gefahren. Die Fahrer stiegen nach dem Rennen ein und warteten brav, bis sich der Stau auf der D902 ein wenig aufgelöst hatte, um in ihr Hotel chauffiert zu werden. Doch Rolf Aldag, selbst Ex-Rennfahrer und Sportlicher Leiter bei T-Mobile, verübelte es seinen Fahrern nicht, dass sie per Rad den schnelleren Weg zu einer Dusche, einer Massage und einem ausgiebigen Essen gewählt hatten. „Das dauert doch ansonsten drei Stunden.“ Und drei Stunden hat bei der Tour zwischen dem Rennen, den Medienterminen und der notwendigen Regeneration kein Rennfahrer zu verschenken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann solche Zwischenfälle eben letztlich nicht vermeiden. Das Monstrum Tour de France ist schlicht am Limit. Die Tour-Planer hatten gewiss nicht geahnt, was aus ihrem Event einmal wird, als sie vor beinahe hundert Jahren die Radler erstmals ins Hochgebirge jagten, um das Drama und somit die Breitenwirkung des Spektakels zu erhöhen. Die Details einer modernen Sportgroßveranstaltung mit ihrer ganzen aufwändigen Logistik zwischen an sich unwirtlichen 3000er Gletschern hatten sie sich jedenfalls bestimmt nicht ausgemalt. Selten wird so klar, wie pervers die Verwandlung der Natur in einen Massenvergnügungspark ist, wie am Tour-Tag in den Alpen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für solch hintergründige Gedanken über die Auswüschse der Spektakelgesellschaft hatte man am ersten Ruhetag der Tour beim Team T-Mobile unterdessen nur wenig Sinn. Rolf Aldag und Bob Stapleton, das Duo, dass die Mannschaft in die Ära nach Jan Ullrich führen soll, machte sich in seiner modernen, pseudo-alpinen Skifahrerherberge in Val d’Isere viel mehr Sorgen darum, welche Auswirkungen der Schock des Unfalls wohl auf die jungen Athleten haben würde, die am Dienstag wieder in den Sattel steigen mussten. Zumal am Sonntag auch noch der designierte Kapitän der Mannschaft, der Australier Michael Rogers gestürzt war und sich das Schlüsselbein gebrochen hatte. Viel Pech an einem einzigen Tag für eine Formation, die bei dieser Tour um einen hoffnungsvollen Neubeginn nach den Ullrich-Jahren und der Doping-Ära ringt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man Aldag und Stapleton am Montag glauben durfte, war diese erste Krise jedoch ein gelungener Test für die reformierte Mannschaftsstruktur. Man habe sich im Team ständig über den Zustand von Sinkewitz ausgetauscht, habe sich gemeinsam gesorgt und gemeinsam gefreut, nachdem sich sein Zustand als weniger bedrohlich heraus gestellt hatte, als befürchtet. Von Einzelgängertum und Heimlichtuerei, wie zu Ullrich-Zeiten in der Mannschaft üblich, keine Spur. Insofern sei das junge Team nun zwar personell geschwächt, moralisch jedoch gestärkt. Die restlichen sechs Mann sind wieder gerüstet dafür, sich am Dienstag zwischen dicht gedrängten, angetrunkenen Fans, die sie angrölen und mit diversen Flüssigkeiten bespritzen, über den 2770 Meter hohen Iseran und den 2645 Meter hohen Galibier zu quälen und dabei in der Hochsommerhitze bis zum Umfallen um das Gelbe Trikot zu fighten. The show must go on.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-7735609885503475197?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7735609885503475197'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7735609885503475197'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/tod-in-den-alpen-die-grenzen-des.html' title='Tod in den Alpen - Die Grenzen des Wahnsinns Tour de France'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-322146338366516031</id><published>2007-07-15T15:25:00.000-07:00</published><updated>2007-07-15T15:27:23.627-07:00</updated><title type='text'>Turbulenter Tag in den Alpen: Stürze, Atttacken und noch immer keine Übersichtlichkeit im Classement</title><content type='html'>Tignes. Linus Gerdemann ist eigentlich sehr geduldig, wenn es darum geht, die Wünsche von Reportern zu befriedigen, doch manche Ding gehen einfach vor. Als im Ziel von Tignes am Sonntagnachmittag durch den Mikrofonwald rings um ihn herum seine Freundin Annika hinter einer Absperrung erspähte, waren ihm die PR-Pflichten erst einmal egal. Der junge Münsteraner drängte sich durch die Menge und ließ sich für einen langen, innigen Kuß in die Arme seiner Geliebten sinken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hatte sich Gerdemann auch redlich verdient – nach seinem Bravourstück am Vortag, aber auch nach einem turbulenten Tag im Gelben Trikot, den er aller sichtbaren Strapazen zum Trotz als „Vergnügen und Ehre“ bezeichnete. Am Ende musste Gerdemann das Trikot zwar an den Etappensieger, den dänischen Bergspezialisten Michael Rasmussen abgeben, er verteidigte jedoch trotz großer Erschöpfung von den Härten der Samstagsetappe sowohl einen achtbaren zweiten Platz mit einem überschaubaren Rückstand von 43 Sekunden, als auch sein weißes Trikot für den besten Jungprofi.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Gerdemann sein Gelbes Trikot am Sonntag abgibt, war sogar von der T-Mobile Mannschaftsleitung geplant. Allerdings, so die Hoffnung von Team-Direktor Rolf Aldag, sollte der neue Führende der Tour de France in Tignes nicht Michael Rasmussen heißen, sondern Michael Rodgers. Lange sah es auch gut aus für den Mannschaftskollegen von Gerdemann, der Australier hielt sich in der Spitzengruppe um Rasmussen und sah mit seinem Zeitvorspung aus der ersten Tourwoche wie der sichere neue Gelbträger aus. Doch in der Abfahrt vom Col de Roselend, versteuerte Rodgers sich in einer Kurve, schlug auf den Asphalt auf und brach sich das Schlüsselbein. Unter starken Schmerzen quälte er sich noch eine Weile lang den nächsten Pass hoch, musste jedoch schließlich vom Rad steigen. Damit sieht Linus Gerdemann jetzt wie der eindeutige Kapitän von T-Mobile, doch davon wollte er nach dem aufreibenden Wochenende erst einmal nichts wissen. „Darüber denken wir morgen am Ruhetag nach.“ An Angriffe auf Etappensiege und Trikotwertungen wollte Linus Gerdemann erst wieder nachdenken, nachdem er sich ausgeschlafen und den Bauch vollgeschlagen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Michael Rodgers war allerdings nicht der einzige T-Mobile-Fahrer, für den am Sonntag nach einem schweren Sturz die Tour zu Ende ging. Patrick Sinkewitz war schon auf der Abfahrt vom Ziel in der Skistation Tignes zurück zum fünf Kilometer entfernt geparkten Manschaftsbus, als ihm ein Zuschauer vor das Vorderrad sprang. Eine Fernsehjournalistin, die den Zusammenprall sah, berichtete, dass sowohl Sinkewitz, als auch der Zuschauer bewusstlos auf der Strasse liegenblieben. Sinkewitz kam allerdings offenbar mit einem Nasenbeinbruch davon. Der Fan soll sich hingegen in einem kritischen Zustand befinden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Michael Rasmussen übernahm am Sonntag ein Mann das Gelbe Trikot, der im Gegensatz zu Linus Gerdemann eher zu jener Generation von Radsportlern gehört, die die vielzitierte „alte Mentalität“ des Sports verkörpert. Viele Spekulationen ranken sich um den Dänen. So arbeitete er mit demselben italienischen „Preparatore“, Paolo Rosalo, zusammen, der auch die Mountainbike-Olympiasiegerin Paola Pezzo betreut hatte. Pezzo wurde 1997 wegen Anabolika-Dopings gesperrt. Darüberhinaus pflegt Rasmussen längere Trainingsaufenthalte in Mexiko zu verbringen, wo er nur selten von Dopingkontrolleuren besucht wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hinter Rasmussen zeigten sich auf der Sonntagsetappe auch erstmals die designierten Favoriten auf den Tour-Sieg. In einer Gruppe hinter dem schmalen Dänen setzten sich Iban Mayo, Alejandro Valverde, Cadel Evans, Andrej Kaschekin, Frank Schleck und Christophe Moreau vom Feld ab. Besonders initiativ war in dieser Formation der 37 Jahre alte Moreau, der schon eine starke Frühjahrssaison hinter sich hat und jetzt aussichtsreich auf dem vierten Rang liegt. Moreau ist der letzte aktive Fahrer jener Festina-Mannschaft, der während der Tour 1998 nach Polizierazzien systematischer Mißbrauch des blutbildenden Hormons EPO nachgewiesen wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die beiden Astana-Kapitäne Alexandre Vinokourov und Andreas Klöden begnügten sich am Sonntag mit ihren noch immer schmerzenden Sturzverletzungen von vogestern derweil damit, vor dem Ruhetag im Rennen zu bleiben und nicht allzuviel Zeit zu verlieren. Klöden, der noch am Samstag kaum gehen konnte, fand dabei am Schlussanstieg sogar noch die Kraft, in der Hauptgruppe das Tempo zu forcieren und den Abstand auf Rasmussen überschaubar zu halten. „Die Tour ist noch nicht vorbei“, sagte Vinokourov im Ziel, sichtbar zufrieden, dass er und Klöden sich bis zum Ruhetag hatten retten können. In der Tat fängt sie gerade erst an, interessant zu werden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-322146338366516031?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/322146338366516031'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/322146338366516031'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/turbulenter-tag-in-den-alpen-strze.html' title='Turbulenter Tag in den Alpen: Stürze, Atttacken und noch immer keine Übersichtlichkeit im Classement'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-2510533241864480155</id><published>2007-07-14T14:39:00.000-07:00</published><updated>2007-07-14T14:40:13.381-07:00</updated><title type='text'>Linus Gerdemann will kein neuer Ullrich sein</title><content type='html'>Das Bild rief Erinnerungen wach, die der treue Radsportfan in den letzten Monaten tief in der Mottenkiste seines Unterbewusstseins vergraben hatte. Ein blutjunger Deutscher gewinnt die erste große Bergetappe der Tour und stürmt ins Gelbe Trikot. Das gab es zuletzt vor beinahe genau zehn Jahren. Damals hieß der 23-jährige Fahrer, der allen davon fuhr, Jan Ullrich. Gestern war es der 24 Jahre junge Münsteraner Linus Gerdemann, dem am Anstieg zum Col de la Colombiere keiner mehr folgen konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man Linus Gerdemann als Erben von Jan Ullrich bezeichnen würde, würde ihm dies allerdings überhaupt nicht gut gefallen. Gerdemann möchte nicht für Kontinuität stehen, sondern für Diskontinuität. Er will der Schlusspunkt hinter all dem sein, was man heute mit der Ära Ullrich assoziiert und das Anführungszeichen zu dem, was folgen mag. „Ich will mit meiner Mannschaft für den neuen Radsport stehen“, schluchzte der überwältigte junge Mann in die Mirkofone der Reporter, noch bevor er sich den verkrusteten Schweiß aus dem Gesicht wischen konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man möchte es dem sympathischen Schlacks mit den langen blonden Haaren und den großen blauen Augen gerne glauben, dass er der Musterknabe eines  ehrlichen Radsports ist, dem man wieder ungehemmt seine Begeisterung schenken kann. Doch nach den Enttäuschungen der Vergangenheit ist man mit der Verteilung von Zuneigung an Radsportler zur Vorsicht angehalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sicher, Linus Gerdemann gehört zu den Hoffnungsträgern des umgekrempelten T-Mobile Teams, das keine Anstrengung scheut, verspieltes Vertrauen wieder zu gewinnen. Er unterliegt der freiwilligen Selbstkontrolle der Mannschaft, die den Sponsor vor Dopingfällen so wasserdicht schützt, wie das nur irgend geht. Anders als viele Fahrer seiner Vorgängergeneration bei T-Mobile ist er offen und zugänglich. Ohne zu zögern hat er, als die Teamleitung dies forderte, die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen italienischen Sportmediziner Luigi Cecchini aufgegeben. Und doch ist Linus Gerdemann auch Produkt eines Milieus, die systematischen Doping jahrzehntelang trug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entdeckt hat Linus Gerdemann sein älterer Kollege Jens Voigt. Voigt war so beeindruckt von Gerdemann, dass er den 22-Jährigen 2005 seinem Sportdirektor Bjarne Riis bei einem Probetraining vorführte. Riis war sich mit Voigt schon nach wenigen Pedaltritten einig: „Das ist das größte Talent im Radsport seit Jan Ullrich“, sagte er und zog ohne Vertun einen Vertrag für den Münsteraner aus der Schublade. Riis wusste wovon er sprach, er war schließlich schon Hebamme zu Ullrichs Laufbahn gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Jahr später wechselte Gerdemann allerdings schon zu T-Mobile, wo damals noch Ullrich selbst als Kapitän fungierte.  Der ehrgeizige Gerdemann kalkulierte bei seinem Wechsel scharf. Im deutschen Rennstall würde Gerdemann, der nie einen Hehl daraus machte, dass er „ganz nach oben“ will, schneller zum Zug kommen, als bei CSC hinter Ivan Basso.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass das jetzt alles so schnell geht, überrascht Gerdemann sicherlich selbst. Doch bei aller Fassungslosigkeit über seinen Sieg vom Samstag übernahm er doch verblüffend mühelos die Rolle des Vertreters gleich des gesamten Radsports der Zukunft. „Ich danke allen, die in diesen schwierigen Zeiten noch zusehen“, verkündete er staatsmännisch. „Und ich wünsche mir, dass es mit dem Radsport weiter geht.“ Das wünscht man sich auch und gewiß wäre Gerdemann ein liebenswertes Gesicht eines neuen Sports. Doch Gerdemann muss es dem gebeutelten Zuschauer nachsehen, dass er erst noch ein wenig abwartet, bevor er in neuerliche Euphorie verfällt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-2510533241864480155?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2510533241864480155'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2510533241864480155'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/linus-gerdemann-will-kein-neuer-ullrich.html' title='Linus Gerdemann will kein neuer Ullrich sein'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-2527003824741081968</id><published>2007-07-13T15:55:00.000-07:00</published><updated>2007-07-13T15:57:34.353-07:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;strong&gt;Männer der Schmerzen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon lange sind die Etappen bei der Tour de France nicht mehr so langsam wie in diesem Jahr, gerade einmal 37 Stundenkilometer war das Peloton am Freitag im Schnitt durch die Bourgogne gegondelt. Das sind fast fünf km/h langsamer als im vergangenen Jahr über die gesamten Strecke rund um Frankreich und doch war es einer der härtesten Renntage in der Laufbahn von Alexander Vinokourov und Andreas Klöden. Wenige Kilometer vor dem Ziel des Tagesabschnitts, den Tom Boonen in einem Spurt gewann, mit dem er Erik Zabel das Grüne Trikot wieder entriss - schlug Vinokourov drei Kreuze. So dankbar war der eigentlich gar nicht fromme Kasache, dass er diesen Tag überstanden hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fünfeinhalb Stunden hatten er und Klöden sich unter starken Schmerzen bei hochsommerlicher Hitze über mittelfranzösische Landstrassen gequält. „Andreas hatte starke Beschwerden beim Sitzen und Alexander konnte kaum Kraft auf die Pedale bringen“, berichtet im Ziel der Sportliche Leiter des Teams, Mario Kummer. „Zum Glück war das heute eine Bummeletappe.“ Wäre es wie zu Armstrongs Zeiten im Feld zur Sache gegangen, hätten die beiden Tour-Favoriten möglicherweise gestern schon die Segel streichen müssen. Nach schweren Stürzen am Donnerstag sind die beiden Astana-Vorfahrer schwer lädiert: Andreas Klöden hat einen Haarriss am Steißbein, Alexander Vinokourov tiefe schmerzhafte Fleischwunden an beiden Knien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch so schnell geben sich Helden nicht geschlagen. „Ich akzeptiere das Leiden“, hatte Alexender Vinokourov am Start gesagt. „Ich hatte eine schlimme Nacht“ beschrieb Andreas Klöden seinen Zustand. „Aber ich werde alles versuchen.“ Schließlich ruhen ja die Erwartungen der ganzen kasachischen Nation auf Vinokourov und Klöden. Der radsportverrückte Verteidigungsminister Danial Achmetov hat immerhin für vier Jahre jeweils zwölf Millionen Euro bei sieben kasachischen Konzernen locker gemacht, damit das an Uran-, Zink-, Stahl- und Ölvorkommen reiche zentralasiatische Land sich als aufstebende Wirtschaftsmacht in das westliche Bewusstsein drängt. Am besten, indem gleich zwei Mann mit den kasachischen Landesfarben auf dem Trikot in Paris auf dem Siegerpodest stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses große Ziel ist jetzt jedoch erst einmal aus der Greifweite des kasachischen Vorradlers Vinokourov und seines deutschen Stellvertreters Klöden entrückt. Dafür machten die beiden am Freitag als echte Radsport-Heroen auf sich aufmerksam, als Männer, die unvorstellbare Qualen auszuhalten bereit sind. Und das ist der Stoff, aus dem Tour-Legenden geboren werden. Tour-Chef Christian Prudhomme, bezeichnete einmal das Leiden als die Essenz des Mythos Tour de France. Insofern sind die beiden Astana-Männer tapfere Botschafter nicht nur des Heimatlandes ihrer milliardenschweren Sponsoren, sondern auch brave Arbeiter an der französischen Nationalmythologie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der letzte große Mann der Schmerzen bei der Tour war 2003 der Amerikaner Tyler Hamilton, der mit einem gebrochenen Schlüsselbein Gesamtvierter wurde und eine Etappe gewann. Er stürzte während der ersten Etappe, man konnte ihm mit einer wohligen Mischung aus Sadismus, Mitgefühl und Bewunderung genüßlich drei Wochen lang dabei zusehen, wie er mit von der Pein entstellten Gesichtszügen Millionen von quälenden Pedaltritten erduldete. Hamilton war der Publikumsliebling jener Tour, die Radsportwelt vergötterte ihn. Jedenfalls bis er im Jahr darauf wegen Blutdopings aus dem Verkehr gezogen wurde. Man mag die Martyrer, sie machen die Tour erst so richtig schön. Wenn sie zwielichtige Mediziner konsultieren, um das alles leichter oder wenigstens schneller zu überstehen, mag man das hingegen nicht so gerne. Insofern sollte man sich vielleicht wünschen, dass Vinokourov und Klöden den Mut haben, bald auszusteigen. Es ist allerdings zu befürchten, dass ihre ein Leben lang eingeübte Radlermentalität sie dazu treibt, durchzuhalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-2527003824741081968?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2527003824741081968'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2527003824741081968'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/mnner-der-schmerzen-schon-lange-sind.html' title=''/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5238875438918746292</id><published>2007-07-12T13:15:00.000-07:00</published><updated>2007-07-12T13:18:04.518-07:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;strong&gt;Der Tag an dem Tom Simpson starb&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der 13. Juli 1967 war der Tag, an dem Hans Blickensdörfer das Hassen lernte. Wann immer der legendäre Stuttgarter Sportreporter bis zu seinem eigenen Tod 1997 an jenen heissen Julifreitag zurück dachte, verspürte er nichts als Ekel. Es war der Tag, an dem der englische Radprofi Tom Simpson bei der Tour de France mit einer Überdosis Amphetaminen im Leib im Anstieg zum Mont Ventoux leblos aus dem Sattel kippte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst die Landschaft war Blickensdörfer im Rückblick an jenen Hochsommertag widerlich. Der Ventoux, schrieb er in seinen Tour-Memoiren, sei ein „häßliches, geröllübersätes Ungetüm“ gewesen, „das sich der Tour-Karawane in den Weg stellte, als ob es gelte, die Absurdität des Wettkampfs auf der Landstrasse mittels Zweirädern zu beweisen.“ Das ganze Rennen kam Blickensdörfer mit einem Mal „nutzloser als Brotbacken“ vor, und auch die Fans riefen bei Blickensdörfer Abscheu hervor, mit ihrem „morbiden Appetit auf das Schauspiel der Strapaze.“ Am meisten hasste Blickensdörfer jedoch plötzlich sein eigenes Gewerbe, die „Journalisten, die mit kalter Geschäftsmässigkeit Abstände massen, Rückennummern notierten und ihre Notizblöcke bekritzelten“ und die sich für „die Nöte der Rennfahrer weniger interessierten, als für eine schnelle Verbindung mit der Redaktion.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Höhepunkt erreichte Blickensdörfers Hass, nachdem Tour Co-Direktor Felix Levitan um kurz vor 18 Uhr im Pressesaal von Carpentras mit tonloser Stimme bekannt gab, dass Tom Simpsons Herz im Krankenhaus von Avignon aufgehört hatte zu schlagen. Blickensdörfer schaute sich um und beobachtete den französischen Kollegen Jean Leuillot dabei, wie er „weinend und stöhnend und trotzdem hurtig“ seine Reportage über den Tod von Simpson zu Papier brachte, wohl wissend, dass dieser Artikel viele tausend Menschen ebenfalls zu Tränen rühren würde. „Leuillot genoss seine Trauer“, schrieb Blickensdörfer. „Er spürte die Blicke auf sich gerichtet, und sein Verhalten war das des Mimen, dem die Ausstrahlung seiner Verzweiflung Befriedigung verschaffte.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Tod von Tom Simpson rüttelte Hans Blickensdörfer für einen flüchtigen Augenblick lang wach. Für einen Moment erkannte der Reporter den Wahnsinn und den Zynismus jenes Spektakels, das ihn vorher und nachher jahrzehntelang zu mitreissenden Reportagen inspirierte. Reportagen, die er wenigstens einen Tag lang als Werbetexte für einen Menschen verachtenden Zirkus durchschaute. Noch das elende Verrecken auf dem glühenden Asphalt verwandelten diese pompösen Oden an das Heldentum in eine schaurig-schöne Seifenoper zum Morgenkaffee.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Tod von Tom Simpson löste allerdings nur bei Wenigen eine solch klare Einsicht aus oder gar, wie bei Blickensdörfer, eine Scham über die eigene Rolle im brutralen Gladiatorenspiel der Tour de France aus. Kaum jemand stellte wie Blickensdörfer an jenem Tag die Tour grundsätzlich in Frage. Die meisten Angehörigen der Radsportfamilie gingen noch am Tag von Simpsons Tod, spätestens jedoch am Tag danach zur Tagesordnung über. Dass gedopt wird überraschte eigentlich niemanden, dass einer daran stirbt ist zwar bedauerlich, aber ein Risiko, das eben zu dieser mörderischen Veranstaltung dazu gehört. Niemand hatte nach dem Tod von Simpson ein wirklich ausgeprägtes Interesse daran, die Tour zu reformieren. Und daran hat sich, wie die trägen und zähen Reaktionen auf die Doping-Skandale von 1998 und von 2006 zeigen, im Grunde bis heute nichts geändert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine vorübergehende Debatte in den französischen Zeitungen darüber, ob die Anforderungen der Tour nicht unmenschlich seien, wurde nach Simpsons Tod rasch wieder erstickt. Tour-Direktor Jacques Goddet verwies auf Autorennen und auf das Bergsteigen als Disziplinen, bei denen wesentlich mehr Sportler ums Leben kamen, als im Radsport. Co-Direktor Levitan zeigte in einer bis heute beliebten Geste mit dem Finger auf die Medien, die „den geringsten Vorfall über die Maßen“ aufbliesen. Der Tod eines Menschen war Levitan anscheinend nicht gravierend genug, um darum ein großes Aufhebens zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fahrer zeigten sich angesichts des Todes von Simpson ähnlich dickhäutig. Der Lance Armstrong jener Zeit, der fünffache Tour-Sieger Jacques Anquetil – dafür berüchtigt bis zu 235 Tage pro Jahr Rennen zu fahren - gab ein wenig glaubwürdiges Lippenbekenntnis für eine geringere Gesamtbelastung der Rennfahrer über die Saison hinweg ab. Die Tour für die Fahrer selbst leichter zu machen, konnte er sich nicht vorstellen: „Wenn die Tour leicht wäre, wäre sie nicht mehr die Tour“, sagte er. Im selben Atemzug erneuerte Anquetil ohne rot zu werden seine häufig vorgetragene Forderung, kontrolliertes Doping für Profis unter ärztlicher Aufsicht frei zu geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch den meisten von Anquetils Kollegen blieben nach Simpsons Tod die Speed-Pillen nicht im Hals stecken. Wie Anquetil zur Begründung seines Plädoyers für eine kontrollierte Freigabe bemerkte, hatten Radprofis schon immer Stimulanzien eingenommen und sie hatten nun nicht vor, ihre Gewohnheiten plötzlich zu ändern. Bei den Dopingkontrollen während der Tour1968 fiel zwar kaum ein Fahrer auf. Das lag aber nicht etwa daran, dass die Fahrer etwas aus Simpsons Tod Anst gelernt hatten, sondern vielmehr an der Laxheit der Tests.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Historiker Christopher Tompson beschreibt in seinem Tour de France-Buch, wie einfach es damals für die Fahrer war, „eimerweise“ Fremdurin zu den Dopingproben zu tragen. Zudem wurden die Tests zumeist angekündigt, man konnte bequem die Präparate rechtzeitig absetzen. Und wenn tatsächlich einmal jemand erwischt wurde, konnte er zumeist ohne Schwierigkeit die Strafen abwenden. So erwirkte der Sieger der 67er Tour, Roger Pingeon, vor Gericht, dass seine ohnehin nur vier Monate kurze Sperre wegen Amphetamin-Mißbrauchs wieder ausgesetzt wurde. Die Dopingbekämpfung, die zu Beginn der 60er Jahre im Radsport eingesetzt hatte, war weitgehend eine Farce.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass er den Tod von Simpson nicht verhinderte war eine eklatante Blamage dieses halbherzigen Anti-Dopingkampfes. Aber selbst diese Peinlichkeit bewirkte nicht, dass entschlossen gegen Doping vorgegangen wurde. Der französische Staat, der 1965 ein Anti-Doping Gesetz erlassen und 1966 unter lautem Protest der Fahrer die ersten Tests bei der Tour durchgeführt hatte, wollte sich offenkundig nicht unbeliebt machen, in dem er eine so populäre Veranstaltung, ein „nationales Monument“ gar, torpediert. Er übergab die Dopingkontrollen an den Radsport-Verband, der seinerseits wenig Interesse daran zeigte, mit vielen positiven Tests schlechte Publicity zu erzeugen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst 1998 machte der französische Staat in Person der kommunistischen Gesundheitsministerin Marie-George Buffet von den Mitteln, die er seit 1965 und seit der Novelle des Anti-Doping-Gesetzes 1989 in den Händen hielt, Gebrauch. Die Reaktion der Fahrer war die gleiche wie bei den ersten Dopingtests 1966 – man war entrüstet. Das Peloton streikte, aber nicht etwa wegen der Unbarmherzigkeit des Rennens, sondern dagegen, „wie Kriminelle“ behandelt zu werden. Das Publikum sollte sein „Schauspiel der Strapaze“, wie Blickensdörfer es genannt hatte, bekommen – schließlich ist dieses Schauspiel die ökonomische Grundlage der Tour und aller an ihr Beteiligten. Wie dieses Schauspiel produziert wird und dass die Methoden dazu – in den 90er Jahren war es hauptsächlich der Gebrauch des Blutdopingmittels EPO – lebensgefährlich sind, ging niemanden etwas. Das war und ist Betriebsgeheimnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch von den Funktionären wurde der Übergriff 1998 als unangemessene Einmischung betrachtet. Er verstehe die Entrüstung der Fahrer, sagte der Präsident des Radsportverbandes UCI, Hein Verbruggen. Und Tour-Chef Jean Marie Leblanc gab trotzig bekannt: „Wir wollen die Tour, die Fahrer wollen die Tour und die Fans, denen wir verpflichtet sind wollen die Tour. Auch wenn die Intellektuellen in Paris das nicht verstehen.“ Die Tour ist, was sie ist, und auch wenn Leblanc das so deutlich nicht auszudrücken wagte, gehören die schmutzigen Seiten eben dazu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz ähnlich hatte bereits Tour-Direktor Jacques Goddet 1967 reagiert. Nach dem Tod von Simpson rief er zwar theatralisch zur moralischen Erneuerung der gesamten Gesellschaft auf, um den wachsenden Drogenmißbrauch in allen Bereichen einzudämmen. An seiner eigenen Veranstaltung sah er jedoch nichts Problematisches, nichts, was etwa den Mißbrauch von Pharmazeutika fördere.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tour war für Goddet eine Art Schaukasten für die wundervollen Errungenschaften der Moderne. Goddet liebte die Technik und er liebte die Beschleunigung, die das Leben im 20. Jahrhundert erfuhr und von beidem – Technik und Geschwindigkeit - gab es bei der Tour reichlich. Der Athlet war für Goddet der Vorreiter dieser „Modern Times“, ein „freiwilliger Märtyrer“ für den Fortschritt, wie er schrieb. Auf den Gedanken, dass all diese Beschleunigung und all dieser Fortschritt den unmodernen alten Körper vielleicht überfordern könnte, kam Goddet gar nicht erst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Athleten und Manager waren da realistischer. Ein Jahr zuvor hatte Gaston Plaud, der Direktor von Tom Simpsons Mannschaft, gesagt: „Wer bei der Tour an den Start geht, weiß worauf er sich einlässt.“ Tom Simpson wusste offenkundig, was er trat, er hatte innerlich den Teufelspakt mit dem Radsport unterzeichnet. Vor der Etappe von Marseille nach Carpentras hatt er mehr als acht Minuten Rückstand auf den Gesamtführenden Roger Pingeon. Eine gnadenlose Attacke am Mont Ventoux war seine letzte Chance auf das Gelbe Trikot. Dass eine solche Attacke ohne Hilfsmittel nur wenig Aussicht auf Erfolg haben würde, wusste er auch. Und er war sich mit Sicherheit der Tatsache bewusst, dass er mit der Kombination aus Drogen und der Belastung, die ihm bei seinem Angriff bevorstand, seine Unversehrtheit riskierte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insofern war der Tod von Tom Simpson zwar ein Unglück aber aus Radsportsicht keine Katastrophe. Es war ein mehr oder weniger einkalkulierter Betriebsunfall. Dass so etwas im Prinzip beim Spektakel Tour jederzeit vorkommen kann, war schon immer allen klar. Der tödliche Sturz des Spaniers Francesco Cepeda 1935 am Galibier etwa, schlug bis auf eine kurze Meldung unter dem Rennbericht des Tages und einer Schweigeminute am nächsten Tag kaum Wellen. Die Zeitung L’Auto schrieb, dass Cepeda bei der treuen Erfüllung seiner Pflicht gestorben sei – wie ein braver Soldat, zu dessen Geschäft das Sterben nun mal dazu gehört.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Tod ist eine Grundzutat des Radsports, und ein wenig macht er auch seine Faszination aus. Lance Armstrong sagte einmal, dass seine Liebe zum Radsport nicht zuletzt darauf gründe, dass der Sport mit der ganzen Palette menschlicher Erfahrungen aufwarten könne – inklusive dem Tod. Armstrong spielte auf den Tod seines Mannschaftsgefährten Fabio Casartelli an, der 1995 nach einem Sturz auf einer Pyrenäenabfahrt mit dem Kopf gegen eine Strassenbegrenzung prallte. Aber Armstrongs Aussage lässt sich ohne Weiteres verallgemeinern. Dass das Drama der Tour todernst ist, macht seinen besonderen Kitzel aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Art und Weise, wie die Radsportwelt auf den Tod von Tom Simpson reagierte belegt nur allzu deutlich, dass sie den Tod auf der Landstrasse als Berufsrisiko toleriert. Um das Risiko auszuschließen, hätte der Radsport nach 1967 zu etwas völlig anderem mutieren müssen, zu etwas bravem, harmlosen, zu etwas, das mit Sicherheit auf alle Beteiligten eine deutlich geringere Anziehung ausübt. Das ist nicht geschehen und bis heute möchte das niemand wirklich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor seiner Großattacke im vergangenen Jahr, nach der er positiv auf Testosteron getestet wurde, lag Floyd Landis beinahe exakt so im Rennen wie 1967 sein Kollege Simpson vor dem 13. Juli. Landis hatte sich weder von den Gesundheitsrisiken des Dopings schrecken lassen, noch hatte ihn der Rauswurf von Ivan Basso und Jan Ullrich zu Beginn der Tour vom Doping abgehalten. Und so machte die Tour von 2006 deutlich, dass der Starrsinn des Radsports, der sich in den Äußerungen von Verbruggen und Leblanc 1998 gezeigt hatte, gegen die Moralvorstellungen von Journalisten, „Intellektuellen“ aus Paris, Verbänden und letztlich auch gegen den Staat behauptet hatte. „Es hat sich nichts geändert“, sagte der Ex-Radprofi Paul Kimmage, der als einer der wenigen Insider in seinen Memoiren ausgepackt hatte, als er 2006 als Journalist zur Tour zurück kehrte. „Ich werde bis heute als Verräter behandelt, während überführte Dopingsünder wie David Millar nach ihrer Sperre mit offenen Armen empfangen werden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angesichts dieser offenkundigen Unreformierbarkeit lässt der Radsport beim Betrachter damals wie heute wohl nur zwei Haltungen zu. Die eine ist, sich von dem gesamten Betrieb und allen, die an ihm Teil haben, angewidert abzuwenden – so wie Hans Blickensdörfer das am 13. Juli 1967 wenigstens ein paar Stunden lang tat. Die andere ist, sich der Faszination des Spektakels zu überlassen und die schmutzigen kleinen Geheimnisse, die dahinter stecken, auszublenden. So, wie es Hans Blickensdörfer bereits 1968 wieder tat. Und mit ihm die komplette Tour-Karawane.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5238875438918746292?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5238875438918746292'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5238875438918746292'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/der-tag-dem-tom-simpson-starb-der-13.html' title=''/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5683653781129766550</id><published>2007-07-11T14:29:00.000-07:00</published><updated>2007-07-11T14:31:33.844-07:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;strong&gt;"Billig und unsensibel". Wie ausländische Tour-Journalisten die Doping Hysterie in den deutschen Medien beurteilen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Fabian Cancellera am Montagnachmittag mit einem fulminanten Antritt über den Schlossplatz von Compiegne dem Etappensieg entgegenstob, hielt es niemanden mehr auf den schlichten Holzstühlen, die in der Turnhalle des örtlichen Gynasiums für die schreibenden Journalisten aufgereiht waren. Die gewöhnlich eher abgerühten Reporter scharten sich um die Fernsehbildschirme, hielten wie gemeine Fans den Atem an und brachen in Szenenapplaus aus, als Cancellara nur Zentimeter vor Erik Zabel sein Rennrad über die Ziellinie drückte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sicher weiß ich, welche Probleme dieser Sport hat“, sagte der Korrespondent der Pariser Sportzeitung L’Equipe, Phllippe LeGars, der auch stehend applaudiert hatte, kurz darauf. „Aber es ist doch noch immer ein schöner Sport.“ Seine Leidenschaft für den Sport, so LeGars, sei gewiss nach der Festina Affäre 1998 einer gewissen Desillusionierung gewichen, aber sie sei noch immer vorhanden. Er passe bei seinen Berichten seither auf, nicht mehr in Überschwenglichkeit zu verfallen und Superlative sowie Adjektive wie „heroisch“ und „grandios“ zu vermeiden. Aber er berichte selbstverständlich weiter über Radrennen. Es seien schließlich Ereignisse wie jedes andere auch und er empfinde es als seine journalistische Pflicht, sie zu würdigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;LeGars’ Meinung entspricht der Mehrheitsmeinung im internationalen Pressetross bei der Tour de France. Alle französischen Zeitungen sowie der International Herald Tribune beispielswiese machten am Dienstag ihre Sportseite mit dem Sieger Cancellara auf, selbst die bürgerliche LeMonde, die sich seit Jahren mit ihrer harten Linie profiliert, wenn es um Doping geht. Alleine der Figaro widmet sich auf seiner zweiten Sportseite in einem Interview mit dem früheren Tour-Sieger Laurent Fignon dem Thema Doping. Die Berichterstattung zur Tour de France ist hierzulande schon längst zur Normalität zurückgekehrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tatsache, dass sich viele deutsche Medien noch immer in das Dopingthema verbeissen, befremdet viele Journalisten bei der Tour. „Sicher berichte ich über Doping, wenn es morgen einen neuen Fall gibt“, sagt etwa Samuel Abt, der seit 30 Jahren für die New York Times und den International Herald Tribune die Tour begleitet. „Aber im Moment muss man das Thema doch an den Haaren in die Tour hereinschleifen.“ Die Entscheidung einiger deutscher Zeitungen, den Sport zu ignorieren und die gesamte Veranstaltung nur noch als Treffen einer organisierten Verbrecherbande darzustellen, hält Abt für „billig und unsensibel.“ Es sei verabscheuungswürdig und arrogant, so Abt, „jegliche athletische Anstrengung als unwürdig abzutun. Zumal in Deutschland zwei Mannschaften mit jungen Leuten sich bemühen, alles richtig zu machen.“ Das Dopingproblem, so Abt, sei ja schließlich nicht neu und er frage sich, wo denn die ganzen investigativen deutschen Reporter 1997 gewesen seien, als das gedopte Team Telekom die Tour gewann. Damals, so Abt, habe er aus Deutschland nicht viele Fragen gehört.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andere Kollegen haben ein wenig mehr Verständnis als Abt für die Reaktion der deutschen Medien auf die Enthüllungen der vergangenen Monate. „Das war bei uns nach dem Festina-Skandal 1998 genauso“, sagt Phillippe LeGars. Auch Lars Werge vom dänischen „Ekstra Bladet“ findet das „normal“. „Als sich 1999 der Verdacht gegen Riis immer mehr verdichtete, haben wir uns auch beinahe ausschließlich auf Doping konzentriert.“ Allerdings, so Werge, habe das nach etwa zwei Jahren sowohl die Journalisten, als auch die Leser ermüdet und man sei zu einer gemischteren Themenauswahl zurück gekehrt. Ganz auf die Berichterstattung über den Radsport zu verzichten, sei indes nie in Frage gekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich kann als Journalist ja auch nicht den Irak Krieg ignorieren, nur weil ich ihn nicht mag“, stimmt Phillippe Le Gars Werges Einschätzung zu, dass man die Tour als Reporter nicht übergehen kann. Der Journalist, so LeGars, sei doch vor allem Zeuge und Beobachter. „Ich bin nicht allwissend. Ich habe 1996 auch Bjarne Riis als großen Champion bezeichnet.“ Sicher, so LeGars, wisse er jetzt mehr, aber man können eben immer nur mit dem arbeiten, was man jeweils weiß und wahrnimmt. Die Lehre daraus sei für ihn, so LeGars, dass „der Sport ein offenes Buch ist, das immer weiter geschrieben wird und nie zu Ende ist.“ Die Suche nach letzten Wahrheiten und abschließenden Urteilen hat er schon lange aufgegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebstian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5683653781129766550?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5683653781129766550'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5683653781129766550'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/billig-und-unsensibel.html' title=''/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5995646139563143697</id><published>2007-07-10T15:54:00.000-07:00</published><updated>2007-07-10T15:56:41.368-07:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;strong&gt;Alt VS. Neu. Der Kampf um die Zukunft des Radsports&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bob Stapleton ist eigentlich ein höflicher und offener Mensch. Es ist nicht seine Art, Leute warten zu lassen und so war es umso auffälliger, dass der T-Mobile-Macher sich anderthalb Stunden Zeit ließ, bevor er am Montag vor das schmucklose Holiday Inn an einem Autobahnzubringer in Ghent trat, um die langsam ungehalten werdenden Reporter mit einem Statement zu bedienen. Stapleton hatte keine Lust auf dieses Gespräch, keine Lust, schon wieder auf irgendwelche Dopinganschuldigungen zu reagieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als er dann endlich vor die Kameras und Mikrofone trat, tat er dies freilich trotzdem mit der Professionalität, die man von einem hochrangingen Konzernmanager wie ihm erwarten darf. Er befürworte selbstverständlich jedwede Form des investigativen Journalismus, leitete er seinen Kommentar ein. Er sehe jedoch keine Veranlassung, aufgrund der aufgetauchten Dokumente über Doping im Team Mapei 2001 etwas gegen die Fahrer seiner Mannschaft zu unternehmen, die weiland bei Mapei unter Vertrag standen. „ Seit Michael Rogers und Patrick Sinkewitz bei T-Mobile sind, ist ihr Verhalten vorbildlich. Das ist alles, was zählt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rückhaltlose Aufklärung von allem, was in der Vergangenheit war, erklärte Stapleton später, nachdem die Kameras abgeschaltet sind, interessiere ihn mittlerweile nicht mehr so sehr, wie dies vielleicht noch vor einem halben Jahr der Fall gewesen sei. „Die Operacion Puerto hat mir da eine Lektion erteilt. Die Widerstände dagegen, alles aufzuklären, sind einfach zu groß. Wichtiger ist es jetzt, dass wir nach vorne schauen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stapleton hat sich offenbar damit abgefunden, dass man nicht ganz ohne das Personal der Vergangenheit und ohne den Glauben an die Wandelbarbarkeit des Individuums auskommt. So hat Stapleton etwa auch noch nicht Patrick Lefevere aufgegeben, den schwer belasteten Vorsitzenden der Vereinigung der Profi-Radteams, den Stapleton erst vergangene Woche als „Vertreter des alten Denkens“ bezeichnet hat. Pikanterweise war Lefevere auch der Chef des Mapei Teams, dem Reporter der ARD jetzt systematisches Doping nachweisen wollen. „Wir wissen doch schon lange, dass es Doping bei Mapei gegeben hat“, sagt Stapleton dazu. „Aber die Mannschaft wurde aufgelöst. Das ist vorbei“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Allerdings, glaubt Stapleton, dass Lefevere noch immer zu wenig tue, um den Kampf gegen das Doping voranzubringen. Der ganze Reform-Prozess im Radsport gestalte sich viel zäher, als er sich das je gedacht habe. Aber Stapleton hat einen langen Atem auf dem Weg zu seiner Vision des Radsports der Zukunft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den braucht er allerdings auch. Denn der Radsport ist nach wie vor bis in seine Tiefen von den „Alten“ durchsetzt. „Wenn man die alle rausschmeißt“, sagte der ehemalige Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage am Montag der Süddeutschen Zeitung, „dann bleibt keiner mehr übrig.“ In das gleiche Horn stieß der suspendierte Direktor des Teams Milram, Gianluca Stanga am Dienstag gegenüber französischen Zeitung L’Equipe: „Wenn man mich verurteilt, muss man alle verurteilen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stanga äußerte sich in dem Inteview zu den Vorwürfen Jörg Jacksches, er habe 1997 beim Team Polti den deutschen Jungprofi persönlich in die Geheimnisse des Dopings eingewiesen. Er könne sich nicht erklären, so Stanga, warum Jaksche dies alles erfinde. Vielleicht, spekulierte er, seien einige Mißverständnisse ja darauf zurück zu führen, dass Jaksche damals noch nicht so gut Italienisch gesprochen habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stanga, der unter anderem als Mannschaftsleiter bei Chateau d’Ax 1987 den später gerichtlich verurteilten Dottore Michele Ferrari als Mannschaftsarzt beschäftigte, behauptete in dem Interview, er habe nie jemanden zum dopen angeleitet. Sein einziger Fehler, so Stanga, sei es gewesen, dass er „die Augen vor dem Dopingproblem verschlossen“ habe.“ Das war immerhin ein Ansatz von Selbsterkenntnis. Für einen echten Dialog mit Männern wie Stapleton erscheint es jedoch noch immer ein wenig dürftig&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;br /&gt;Bei AOL gibt's jetzt kostenlos eMail für alle! Was es sonst noch umsonst bei AOL gibt, finden Sie hier heraus&lt;a title="http://www.aol.de/" href="http://www.aol.de/" target="_blank"&gt; AOL.de&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5995646139563143697?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5995646139563143697'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5995646139563143697'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/alt-vs.html' title=''/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-3476701139217922531</id><published>2007-07-10T04:48:00.000-07:00</published><updated>2007-07-10T04:50:01.392-07:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;strong&gt;Die Tour in Belgien: Volkskrankheit Radsport&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es muss für die Tour de France Fahrer ein kleiner Schock gewesen sein, als sie sich am Montag früh nach zwei Tagen in England auf belgischen Strassen wiederfanden. So nett war es auf der Insel gewesen, in London hatten eine Million Fans sie neugierig beäugt und höflich beklatscht, ansonsten aber die sprichwörtliche britische Distanz gewahrt. In Dünkirchen hingegen krochen die wilden flämischen Fans beinahe in die Mannschaftsbusse hinein, hatten am Morgen schon Bierfahnen, trugen wilde Hüte und Bemalungen und schwenkten unter lautem Gegröle ihre allgegenwärtigen flandrischen Fahnen. Ihre Sympathien und Antipathien für und gegen bestimmte Fahrer taten sie lauthals kund und trugen sie sichtbar auf Transparenten vor sich her.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Belgien ist eine leidenschaftliche Radsportnation wie kaum eine andere. Das Radeln macht dem Fussball von der Popularität her starke Konkurrenz, es vergeht kein Tag, an dem nicht fünf Zeitungsseiten mit Radsportberichten gefüllt sind. Die Flandern-Rundfahrt, der belgischen Rad-Klassiker im April ist ein Nationalfeiertag und zu jedem Kirmesrennen kommen die Leute zu Tausenden an die Strecke. In jedem Dorf steht ein „Supporter Café“ eine jener berüchtigten Fan Kneipen, die oft einem einzigen Fahrer oder einem Team gewidmet sind und in denen sich alles um den Radsport dreht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zugleich wird kein anderes Radsportland so eng mit der Kultur des systematischen, hemmungslosen Dopings in Verbindung gebracht, wie Belgien. Der „Pot Belge“ ist im Radsport sprichwörtlich – ein teuflisches Gemisch aus Heroin, Kokain, Analgetika und Amphetaminen, der den Fahrern über lange Jahre von ihren zumeist belgischen Pflegern gereicht wurde, um die Renn-Strapazen besser auszuhalten. Und bis auf den derzeitigen Superstar Tom Boonen gibt es kaum einen belgischen Spitzen-Fahrer, der nicht zumindest einmal schon unter massivem Dopingverdacht stand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der große Eddy Merckx etwa war bereits vor dem ersten seiner fünf Tour de France Siege mit Amphetaminen im Blut aufgefallen. Der größte Eintages-Fahrer der 90er Jahre, Johan Museeuw gab in diesem Frühjahr zu, von dem (belgischen) Tierarzt Jose Landuyt über Jahre die Mittel Aranesp und EPO bekommen zu haben. Und dann ist da die traurige Geschichte von Frank Vandenbroucke, dem nach Expertenmeinung größten Talent des belgischen Radsports in den vergangenen Jahren, das nach mehreren Verhaftungen wegen Besitzes von Dopingmitteln einen Selbstmordversuch begang und in der Psychatrie landete. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Liste der Belgier, die mit Doping im Radsport in Verbindung gebracht werden, lässt sich beinahe beliebig fortsetzen. Da ist Willy Voet, der Pfleger des Teams Festina, der 1998 jenen Skandal in Gang setzte, der die Tour ins Wanken brachte. Voet hatte in seinem Kofferraum bei der Einreise nach Frankreich, absurde Mengen von EPO für seine Mannschaft verstaut; da ist weiter der T-Mobile Masseur Jef d’Hont, der mit seinen Memoiren die Geständniswelle in einstigen deutschen Vorzeigeteam auslöste; da ist der Team-Leiter der belgischen Mannschaft Quick Step, Patrick Lefevere, der Museeuw und Vandenbroucke betreute, als Fahrer zugegebenerweise selbst gedopt hat und den T-Mobile Manager Bill Stapleton gerade erst als „Vertreter des alten Denkens“ bezeichnete; und da ist der Ex-Rennfahrer Rudy Pevenage, der Vertraute, Trainer und Berater von Jan Ullrich, der nachweislich regen SMS-Verkehr mit Eufemaiano Fuentes pflegte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz dieser eindrucksvollen Liste belgischer Doper und Dopinghelfer glaubt jedoch Marc Gheyselink, ein altgedienter belgischer Radsportreporter für die Zeitung Het Laatste Niewus nicht an eine besondere belgische Neigung zum Betrug und zur Selbstmedikation. „Es ist einfach so, dass wir ein Land mit einer tief verwurzelten Radsporttradition sind“, sagt Gheyselink. „Und wo es viel Radsport gibt, gibt es eben viel Doping.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil der Radsport in Belgien aber eine so lange Tradition hat, so Gheyselink weiter, tut er sich besonders schwer damit, die alte Mentalität des Dopens und Schweigens abzuschüttelten. Die Positionen in den Mannschaften vom Direktor bis zum Masseur sind durchweg mit ehemaligen Rennfahrern besetzt, die wiederrum Söhne von Pflegern und ehemaligen Rennfahrern sind und die das Doping-Wissen und die -Praktiken sowie die Radsport-interne Privatmoral von Generation zu Generation weitergeben. „Wenn wir als Journalisten heute kritische Fragen stellen“, berichtet Gheyselink, „dann werden wir immer noch angegriffen. Johan Bruyneel (der belgische Ex-Rennfahrer und Chef der Lance Armstrong Mannschaft Discovery) hat beispielsweise erst letztens zu mir gesagt, ich würden in die eigene Suppe spucken und an dem Ast auf dem wir alle sitzen, sägen.“ Aber immerhin scheint sich das belgische System zumindest von der Seite der vorher bloß devoten Presse lanfsam zu ändern. Gheyselinks Zeitung berichtet von der Tour zumindest zur Hälfte ausschließlich über Dopingthemen. Es ist ein zarter Anfang, an zutiefst verkrusteten Strukuturen zu nagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-3476701139217922531?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3476701139217922531'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3476701139217922531'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/die-tour-in-belgien-volkskrankheit.html' title=''/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-7226841845531519947</id><published>2007-07-09T01:41:00.000-07:00</published><updated>2007-07-09T01:42:46.062-07:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;strong&gt;Prolog in London - Fest der Unbeirrbaren&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Enrico Delgano muss ein Schauer über den Rücken gelaufen sein, als er auf der Startrampe stand und über die prachtvolle Whitehall Street zwischen dem britischen Parlament und den königlichen Stallungen blickte. Die Sonne strahlte ausnahmsweise über London und rechts und links der Strasse konnten es die drei Reihen tief gedrängten Fans kaum mehr erwarten, bis der junge Spanier als erster Fahrer den ersten Kilometer der diesjährigen Tour de France unter die schmalen Reifen nimmt. Schon am frühen Morgen waren sie in Londons Präsentierviertel Westminster geströmt und hatten sich unter der Lord Nelson Statue und entlang der Constitution Hall die besten Plätze gesichert. Als um Punkt 15 Uhr der elektronische Piepser der Zeitmessanlage dann endlich Delgano auf den Kurs rund um den Buckingham Palace und durch den Hyde Park entließ, wurde er bejubelt, als sei die Tour schon zu Ende und als fahre er mit dem Gelben Trikot über die Champs Elysees.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Million Menschen vermutete der Streckensprecher  entlang des acht Kilometer langen Kurses und auch wenn diese Schätzung vermutlich von lokalpatriotischer Begeisterung geprägt war, konnte man ohne Risiko von einer großen Kulisse sprechen. Von einem etwaigen Tour-Überdruss der Fans angesichts der inflationären Doping-Meldungen aus dem Radsport konnte jedenfalls kene Rede sein. Im Gegenteil, zwischen Trafalgar Square und Kensington Gardens schienen noch mehr Menschen zu stehen, als beim Grand Depart zum Tour Jubiläumsjahr 2003 in Paris.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist einfach der großartigste Sport, den es gibt“, begründete Richard Campbell, ein graumellierter sportlicher Gentleman in seinen frühen 60er Jahren, warum er aus Ostengland  extra nach London gekommen war, um  hier dabei zu sein. Schon sein ganzes Leben lang verfolge er die Tour und fahre selbst Rennrad, berichtete Campbell, während er mit seiner Frauam Charing Cross in der Sonne darauf wartete, dass die ersten Radler mit Tempo 50 an ihm vorbei surren. Deshalb sei es für ihn klar gewesen, so Campbell, dass er kommt, wenn die Tour schon einmal in England ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Campbell erklären soll, wie er seine Begeisterung mit dem Wissen um das Dopingproblem in Einklang bringt, verheddert er sich allerdings. „Schließlich waren die Radfahrer schon immer alle gedopt“, sagt er zuerst. Deshalb sei es doch egal, weil ja trotzdem die besten gewinnen. Aber sicher, schränkt er ein, das Doping sei nicht gut und es werde Zeit, dass damit aufgeräumt wird. Ober er Hoffnung habe, dass der Sport irgendwann sauber werde? Ja, vielleicht , irgendwann, aber das dauere gewiss noch lange. Die jungen Fahrer seien aber bestimmt sauber, glaubt er, aber das klingt nur so daher geredet  - so richtig gründlich möchte er über das Thema offensichtlich lieber nicht nachdenken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für solche Treue wider besseres Wissen sind die Rennfahrer ihren Fans auf den Knien dankbar. Richtiggehende Erleichterung war am Samstag rund um die Mannschaftsbusse im St. James Park darüber zu spüren, dass jetzt die Tage mit den quälenden Medienterminen vorbei sind und dass es auf die Strecke zu den Anhängern geht. Die Fahrer haben die Nase voll von  den ewig gleichen bohrenden Fragen der Journalisten. Wenn sie auf dem Rad sitzen und alleine mit dem Jubel der Unbeirrbaren sind, dann können sie sich zumindest einbilden, dass alles so ist wie immer, dass es keinen Generalverdacht gibt und dass der Radsport nicht als Ganzes auf dem Spiel steht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und vielleicht steht der Radsport ja auch gar nicht auf dem Spiel. Wenn man sich am Samstag in Westminster umschaute, hatte man jedenfalls nicht den Eindruck, dass man sich um ihn Sorgen machen muss. Die doppeldeutige Schlagzeile der halboffiziellen Pariser Tour-Zeitung L’Equipe „God Save the Tour“ schien jedenfalls angesichts der allgemeinen Londoner Freudigkeit  wie miesepetrige Schwarzmalerei. Und genau das werfen die Sportler den Journalisten vor: „Ich habe die Schnauze gestrichen voll von den Dopingfragen“, sagte am Tag vor dem Prolog etwa genervt der deutsche Profi Jens Voigt. „Zum Glück sind die Meinung der Journalisten und die Meinung der Fans zwei unterschiedliche Dinge.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immerhin stellte sich Voigt den Fragen trotz allem. „Offenheit ist im Moment sicher der beste Weg“, sieht Voigt ein. „Auch, wenn man dafür dann noch eins in die Fresse kriegt.“ Einige seiner Kollegen sehen das hingegen nicht so. Der Spanier Alejandro Valverde, der unter Verdacht steht, mit dem spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes zusamen gearbeitet zu haben, weigert sich beispielsweise strickt, über das Thema zu reden. „Meine Geduld ist zu Ende“, meinte er am Freitag bei seiner Pressekonferenz im ExCel Kongresszentrum  in den Docklands westlich der Londoner Innenstadt. Dass die Fragen nur deshalb immer wieder kommen, weil er keine befriedigenden Antwort darauf gibt, wollte Valverde hingegen nicht einsehen. „Was soll ich sagen. Es gibt doch nur Gerüchte und keine Beweise.“ Der Gedanke, dass er durch Offenheit die Gerüchte ausräumen könnte, war ihm scheinbar fremd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angesichts einer solchen Haltung konnte man nur dem Ironman-Champion Faris Al Sultan zustimmen, der als Zaungast zum Tour-Prolog nach London angereist war. „Die Radprofis sind doch selbst daran Schuld, was jetzt auf sie einstürzt.“ Unter distanzierten Beobachtern hat der Radsport seine Sympathie verspielt, selbst bei Leuten, die wie Al Sultan dem Sport  nahe stehen. Alleine die Fans sind noch immer nachsichtig. „Ich glaube, viele Fahrer wären gerne sauber“, sagte etwa Paul Reid, der aus der nordenglischen Provinz Cumbria gekommen war, um sich den ganzen Tag an der Whitehall Street um die Ohren zu schlagen. „Aber man hat halt als Radfahrer gute und schlechte Tage. Als Profi kann man sich aber keine schlechten Tage erlauben.“ Eine zweifellos klarsichtige Erkenntnis. Scheinbar jedoch keine, die das Vergnügen am Streckenrand zu trüben vermochte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-7226841845531519947?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7226841845531519947'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7226841845531519947'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/prolog-in-london-fest-der-unbeirrbaren.html' title=''/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-4902606347517673561</id><published>2007-07-08T01:37:00.000-07:00</published><updated>2007-07-08T01:38:21.399-07:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;strong&gt;Paul Kimmage: "Wir hätten vor 17 Jahren schon da sein können, wo wir jetzt sind"&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Ire Paul Kimmage ist Ende der Achtziger Jahre als Radprofi bei der Tour de France gestartet. In seinem Buch von 1990, „Rough Ride“, beschrieb er als erster Radprofi offen und detaillert, wie wie man als Athlet unweigerlich in das durchgängige Dopingsystem des Radsports hineingezogen wird. Heute arbeitet Kimmage als Journalist bei der Sunday Times in London. Seine Kolumne zur Tour ist eine schonungslose Anklage der Dopingkultur im Radsport.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herr Kimmage, wie verkauft sich Ihr Buch heutzutage?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit der Operacion Puerto und seit ich meine Kolumne in der Sunday Times habe hervorragend. Das ist einerseits schön, andererseits aber auch bitter, weil es vorher 17 Jahre lang niemand lesen wollte. Die ursprünglche Reaktion auf mein Buch hat mich sehr enttäuscht und ich habe das bis heute nicht verwunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie haben damals schon laut gesagt, worüber jetzt alle schockiert tun, nämlich dass der Radsport durchgehend vom Doping verseucht ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz genau und es macht mich sehr zornig, dass mein Buch damals nicht die Wirkung hatte, die ich mir davon versprochen hatte. Wenn die Leute damals auf mich gehört hätten, dann hätte es nie eine Operacion Puerto gegeben. Die Dinge lagen auf dem Tisch, der Aufräumprozess, der jetzt einsetzt, hätte schon damals stattfinden können. Aber es wollte niemand auf mich hören. Das Schlimmste ist, dass die Leute vom Radsportverband UCI nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Es wäre an ihnen gewesen, schon damals etwas zu tun. Aber der langjährige Präsident der UCI, Hein Verbruggen, hat immer geleugnet, dass es ein Dopingproblem gibt. Und er ist immer noch Vize-Präsident. Der Mann ist eine Schande und eine Peinlichkeit. In den 90er Jahren sind zu Dutzenden Radfahrer wegen EPO-Mißbrauchs gestorben. Das hätte verhindert werden können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Halten Sie Ihren Landsmann Pat McQuaid, den Nachfoler Verbruggens, für jemanden, der den Radsport in eine saubere Zukunft führen kann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pat McQuaid sagt in Irland seit Jahren bei jeder Gelegenheit, dass ich schlecht für den Radsport sei, weil ich das Nest beschmutze. Vor sechs Wochen hat er sich in Irland im Radio geweigert, mit mir zusammen in derselben Sendung aufzutreten. Er übernimmt keine Verantwortung für den Zustand des Radsports. Er sagt sogar laut und deutlich, dass es nicht seine Verantwortung ist, dass der Radsport jetzt da steht, wo er steht. Und er nennt immer noch Lance Armstrong einen großen Helden dieses Sports.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem kommt ja seit der Operacion Puerto einiges in Gang. Was hat sich denn geändert, warum werden die Leute denn jetzt plötzlich wach, während sie damals geschlafen haben?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Hauptgrund ist, dass das Fernsehen und die Sponsoren sich auf einmal beschweren. Und das deprimiert mich auch. Es ändert sich nur etwas, wenn es an den Geldbeutel geht. Es geht alles nur um das Geschäft. Für den Sport interessiert sich niemand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gab jetzt eine ganze Geständniswelle. Als Sie damals ausgepackt haben, blieben Sie jedoch alleine. Woran lag das?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war ja nur ein mitelmässiger Fahrer, ein Wasserträger. Man konnte mich leicht abtun, als eine frustrierte, gescheiterte Existenz. Wenn damals Greg LeMond oder Stephen Roche ausgepackt hätten, so wie jetzt Bjarne Riis, dann wäre das etwas ganz anderes gewesen. Wenn etwa wie jetzt bei T-Mobile alle Helfer von Indurain ausgepackt hätten, dann wäre er auch unter Druck geraten, wie jetzt Riis, und es hätte sich vielleicht früher etwas geändert. Aber ich war damals der einzige.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glauben Sie denn, dass der Radsport sich jetzt ändern wird?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er ist kurz vor dem Zusammenbruch. Ein Teil der Teams geht einen neuen Weg, ein anderer Teil macht so weiter wie früher. Das Problem ist, dass noch immer zu viele Leute, die Teil des alten Systems waren, in verantwortlichen Positionen sitzen. Die müssten alle weg. McQuaid müsste weg. Verstehen Sie, Gänse stimmen nicht unbedingt gerne für Weihnachten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie waren im vergangenen Jahr erstmals seit Ihrer Fahrerkarriere wieder bei der Tour dabei. Wie hat der Radsport auf Sie reagiert?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich werde immer noch wie ein Nestbeschmutzer behandelt. Man tut so, als sei ich das Problem, als sei ich der Böse. Das ist ein perverses Denken. Ich habe letztes Jahr den Engländer Bradley Wiggins interviewt. Danach hat ihn sein Sportlicher Leiter Ivan Madiot dafür zurecht gewiesen, dass er mit mir gesprochen hat. Und Madiot ist jemand, der behauptet, er stünde für die Reform im Radsport.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie stehen Sie dazu, dass viele Journalisten, die jahrelang die Dinge unter den Teppich gekehrt und die heroischen Fahrer bejubelt haben, sich jetzt als Kreuzritter gegen das Doping aufspielen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es macht mich ziemlich wütend. Ich kann nicht verstehen, wie man um die Kultur des Dopings wissen kann und das dann völlig ausblendet und über den Sport berichtet, als wäre nichts. Ich kann das jedenfalls nicht. Ich wurde letztens gebeten, meine Favoriten für diese Tour zu tippen. Ich konnte dazu nichts sagen, das interessiert mich nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber es gibt immer noch genügend Fans, die das interessiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mag Fans nicht besonders. Ich kann Fans nicht verstehen. Es ist ihnen egal, ob die Fahrer dopen oder nicht. Daraus kann ich nur schließen, dass ihnen der Sport egal ist, dass ihnen der Radsport nichts bedeutet. Ich liebe den Radsport bis heute, es ist ein wunderbarer Sport. Ich fahre selbst noch jedes Wochenende mit Freunden durch die Landschaft. Genau deshalb muss ich die Wahrheit sagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tour-Direktor Christian Prudhomme redet viel über die Romantik der Tour de France und dass er sie retten will. Finden sie die Tour romantisch?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst mal muss ich lachen, wenn ich so etwas höre. Da sitzt jemand an der Spitze einer Organisation, die 130 Millionen umsetzt und faselt von Romantik. Ich erzähle Ihnen etwas von Romantik. Ich fand als Kind die Tour romantisch, ich wollte da unbedingt hin. Als Tom Simpson 1967 nach einer Überdosis Amphetaminen am Mont Ventoux starb, fand ich sogar das romantisch. Dass der Tod mitfuhr, steigerte für mich den Mythos der Tour sogar noch.. Heute finde ich das nur noch pervers. Wenn mein Sohn Radrennfahrer werden wollte, würde ich versuchen, das mit allen Mitteln zu verhindern. Ich bin Gott dankbar, dass er nicht so besessen ist, wie ich das war.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-4902606347517673561?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4902606347517673561'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4902606347517673561'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/paul-kimmage-wir-htten-vor-17-jahren.html' title=''/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-78008573692687962</id><published>2007-07-07T02:15:00.000-07:00</published><updated>2007-07-07T02:16:15.848-07:00</updated><title type='text'>Gebrauchsanleitung zur Tour</title><content type='html'>Irgendwie hat es auch etwas Befreiendes, dass die Dinge jetzt klar sind. Es war schließlich anstregend die ganzen Jahre über, dieses emotionale Hin und Her, diese Schizophrenie. Im einen Moment hatte man sich von begeisternden Radpsortschlachten an endlosen Alpenhängen mitreissen lassen. Im nächsten Moment musste man sich fragen, ob das nun eine Schmierenkomödie war, die man dort vorgegaukelt bekam oder echter Sport. Jetzt hat das Schwanken ein Ende. Nach allem, was in den vergangenen Monaten über den Radsport ans Tageslicht kam, ist prinzipiell davon auszugehen, dass es eine Schmierenkomödie ist. Die Unschuldsvermutung und mit ihr die Hoffnung, dass es sich bei der unbestreitbar faszinierenden Disziplin Radsport um wahrhaftigen Sport handelt, ist nicht mehr zu halten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Lage der Dinge wirft freilich neue Fragen auf. Was fängt man jetzt mit diesem Phänomen an, das in den kommenden drei Wochen durch Frankreich rollt? Was ist das eigentlich, was da passiert?  Und weiter -  warum verdirbt das Wissen um die Dopingseuche einem eigentlich den Spass? Die Antwort liegt auf der Hand – faszinierend ist Sport, wenn man weiss, dass da unglaubliche Leistungen mit Körpern vollbracht werden, die im Prinzip nicht anders sind, als der eigene unzulängliche Leib. Das lässt einen Jubeln, das lässt die Kinnlade nach unten klappen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gedopte Körper sind hingegen ganz andere Maschinen. Sie sind Kunstprodukte und die Leistungen, die damit vollbracht werden, sind abstrakt. Sie lassen einen kalt. Man betrachtet sie wie Stunts in einem Hollywood-Film oder wie Comics, in denen nach einem Fausthieb jemand 20 Meter in die Luft fliegt, weil die Naturgesetze hier keine Rolle spielen. Andererseits ist das vielleicht auch ein elitärer Geschmack. Die Kinos sind ja schließlich auch bei Hollywood Action-Streifen voll und man sollte die Millionen, denen das gefällt, nicht moralisch verurteilen. Man kann nur sagen, das ist nichts für mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So kann man jetzt sicher die Entscheidung treffen, sich keinen Radsport mehr anzutun und an heißen Julinachmittagen lieber selbst eine Radtour an den Badesee zu machen, anstatt sich vor den Fernseher zu setzen. Wenn man sich dazu entschließt, sich das Spektakel trotzdem anzutun, sollte man sich die Zeit jedoch nicht damit versauen, sich ständig über die Verderbtheit des Geschehens zu ereifern. Man sollte es geniessen, so wie man eben manchmal einen gut gemachten Horrostreifen oder einen schmalzigen Liebesfilm geniesst. Nur ernst nehmen darf man es halt nicht mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-78008573692687962?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/78008573692687962'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/78008573692687962'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/gebrauchsanleitung-zur-tour.html' title='Gebrauchsanleitung zur Tour'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-1610187832509608107</id><published>2007-07-04T15:05:00.000-07:00</published><updated>2007-07-04T15:07:03.018-07:00</updated><title type='text'>Zur Tour de France: Edler Held oder Lohnsklave – Die Schizophrenie des Radprofis.</title><content type='html'>Radsport ohne Doping hat es noch nie gegeben. Die Forderung nach einem sauberen Sport empfanden die Profis meist als Zumutung. Haben sie recht? Eine historische Betrachtung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(TOUR Nr. 7/2007)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es waren erst zehn Tage vergangen, seitdem der Schock der Fuentes-Affäre jenes Rennen erbeben ließ, dem Jean Marie Leblanc sein Leben gewidmet hatte und das er nun zum letzten Mal begleitete. Doch jetzt strahlte die hochsommerliche Morgensonne über dem Tour-Village im Etappenort Tarbes und es kündigte sich eine heroische Schlacht um das Gelbe Trikot in den Pyrenäen an. „Es ist die spannendste Tour seit langem“, freute sich Leblanc, während er er an seinem Kaffee nippte und fügte an: „Wir vermissen die alten Helden nicht, wir haben jetzt neue.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Leblanc war die Welt wieder in Ordnung. Die Tour de France und die Teams hatten, wie er glaubte, mit der Suspendierung der Verdächtigen in Strasbourg alles richtig gemacht. Jetzt war alles wieder gut und man konnte optimistisch nach vorne schauen. Die Bösewichter waren weg und unter der vermeintlich ehrlichen verbliebenen Mehrheit meinte Leblanc „ein Klima der Erleichterung“ zu verspüren. Das internationale Standing der Tour, so Leblanc, sei „so gut wie noch nie.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach 16 Jahren als Tour-Direktor hätte Leblanc jedoch wissen müssen, dass sich die bösen Geister so einfach nicht verscheuchen lassen. Als ehemaliger Radprofi und späterer Journalist gehörte Leblanc 40 Jahre lang zur Radsportfamilie und wusste genau, wie tief die Strukturen im Radsport verankert sind, die Doping nicht nur ermöglichen, sondern ermutigen. Sogar den Generalangriff der französischen Behörden 1998 hatten diese Strukturen weitgehend unbeschadet überstanden. Wie sollte der Ausschluss von einem knappen Dutzend Fahrern da von heute auf morgen die Tour und den Sport runderneuern? Im Ernst konnte Leblanc das nicht glauben und so hoffte er vermutlich auch nur, dass das Thema erst einmal wieder aus der Öffentlichkeit verschwindet und der schöne Sport in den Vordergrund tritt. Ein frommer Wunsch, wie man jetzt weiß – spätestens der Fall Landis machte es unmöglich, sich je wieder hemmungslos der Schwärmerei für die Giganten der Landstrasse hinzugeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittlerweile muss man sich sehr ernsthaft fragen, ob der Radsport überhaupt reformierbar ist und ob er eine Zukunft hat. Denn selbst wenn es lobenswerte Initiativen einzelner Teams gibt, zeigt der Zank zwischen den verschiedenen Instanzen des Sports nur allzu deutlich, dass es einen entschlossenen Willen, sich vom Doping zu verabschieden, selbst im Angesicht des möglichen Untergangs der Sportart noch immer nicht gibt. So ist es für Aussenstehende nur schwer zu begreifen, warum etwa Ivan Basso schon wieder die Tour fährt und warum die Profimannschaften sich nicht dazu durchringen konnten, das Team Discovery zu ächten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der offensichtlichste Grund dafür, dass sich die Kultur des Dopings im Radsport und die Wiederstände gegen echte Reform so hartnäckig halten, ist, dass es Profiradsport ohne Doping noch nie gegeben hat. Die Geschichten des Gebrauchs von Kokain, Strychnin, Arsen und Nitroglycerin in den frühen Jahren der Tour fehlen in keiner Überlieferung jener Epoche. Ebenso ist man sich unter Historikern einig, dass bis weit in die 30er Jahre kaum jemand an diesem Usus Anstoss nahm. Die Zuschauer reichten den Fahrern auf offener Strasse Flaschen mit den berüchtigten „Vins Mariani“, einem Mix aus Wein und Koka, und Tour-Gründer Henri Degrange hatte gar nichts dagegen, dass ein Fahrer, wie er sagte, „sich vorübergehend künstlich stimuliert, wenn es nicht mehr anders geht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Doping von Anbeginn an zum Radsport dazu gehörte, war das Ergebnis einer Kombination zweier Faktoren. Zum einen lag der Reiz von Radrennen schon immer darin, dass sie extreme Anforderungen an die Akteure stellten. Nur, weil die Leistungen der Fahrer unmenschlich und unvorstellbar waren, verkauften sich mit den Berichten ihrer Heldentaten in Paris Zeitungen. Zum anderen war der Radsport von Anfang an kein nobler Amateurismus sondern ein Berufssport, bei dem es um Existenzen ging. „Es war schon immer ein Sport für die Unterklasse, für Fabrikarbeiter und Bauern, für die das Leiden auf der Landstrasse noch immer besser war, als die Alternative“, sagt etwa der amerikanische Sportsoziologe und Dopingexperte John Hoberman. So waren zwischen 1903 und 1939 52 Prozent der Radprofis einfache Arbeiter – Mechaniker, Bauarbeiter, Bauern. 24 Prozent hatten kleine Geschäfte wie Lebensmittel- oder Fahrradläden und 19 Prozent waren Angestellte wie Verkäufer oder Taxifahrer. Akademiker und andere Bürgerliche gab es nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb bezeichnet Hoberman das Doping im Radsport eindeutig als „Arbeitsplatzdoping“, vergleichbar mit dem Kaffee, der Zigarrette oder der Beruhigungstablette des Büroangestellten. Es ist der kleine Push, den der Lohnarbeiter der Landstrasse brauchte, um seinen Job erledigen zu können – einen Knochenjob, der ohne Hilfe gar nicht zu schaffen ist. Die Idee, dass der Sport bestimmte heere Ideale wie etwa Fairness verkörpern soll, die dem Doping widersprechen, war dem Radsport fremd. Solche Ansprüche waren ein Luxus des Adels und der Oberschicht, die Fochten oder Ruderten und die sich leisten konnten, die Zweckfreiheit ihres Tuns, also ihren Amateurstatus, zu pflegen und zu glorifizieren. Aus diesem Upper-Class Sport entstand die olympische Bewegung – eine romantische Welt, die, wie der holländische Sport-Soziologe Ruud Stokvis schreibt, „nichts mit dem schmuddeligen Professionalismus des westeuropäischen Radsports gemein hatte.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Radsport an olympischen Maßstäben zu messen halten einige Sportwissenschaftler deshalb bis heute für verfehlt. „Richard Pound“, sagt etwa John Hoberman über den Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur, „ignoriert völlig, dass die Radsportler Lohnarbeiter sind. Er hält sie für Ritter, die nur dazu da sind, edle Werte zu vertreten.“ An den harten ökonomischen Realitäten der Radsportler hat sich jedoch seit den frühen Tagen nicht viel geändert. Der typische Radprofi hat, wie jüngst Greg Lemond bemerkte, die Schule abgebrochen und hat zuhause drei Kinder zu ernähren. Davon, ob er am entscheidenden Anstieg mithalten kann oder nicht hängt für ihn alles ab und er hat keine greifbare Alternative. Da sind Ideale Balast, der, wie die Trinkflasche, schnell im Strassengraben landet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ironischerweise haben sich die olympischen Sportarten, die einst vor allem nobel sein sollten, mittlerweile dem Modell Radsport angepasst. Amateurismus gibt es praktisch nicht mehr, seit IOC-Präsident Juan-Antonio Samaranch die Olympischen Spiele konsequent professionalisiert hat. Es geht jetzt auch im Rudern und im Fechten, im Schwimmen und in der Leichtathletik um Existenzen, im Tennis sowie schon lange. Die Werte und die Welt, die ein Richard Pound verkörpert, nennt John Hoberman deshalb einen „völligen Anachronismus.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Radsport eckte allerdings zunächst nicht mit der olympischen Bewegung, mit den Sportverbänden und olympischen Kommittees an, sondern mit dem Staat. 1965 erließ das französische Parlament ein Gesetz, das den Gebrauch von Stimulanzien bei Sportveranstaltungen verbot. Hinter dem Gesetz, schreibt der amerikanische Sozial-Historiker Christopher Thompson in seinem Buch über die Tour de France, habe weniger die Sorge um die Integrität des Sports gesteckt, als vielmehr die Sorge um die Gesundheit der Sportler und ihrer jugendlichen Nachahmer. So war schon 1955, zwölf Jahre vor dem Tod von Tom Simpson, der Franzose Jean Mallejac am Mont Ventoux nach einer Amphetamin-Überdosis kollabiert. Der Tourarzt Dr. Pierre Dumas, der Mallejac widerbelebte, wurde danach zu einem feurigen Vorkämpfer für ein wirksames Anti-Dopingreglement und trug maßgeblich zur Entstehung des neuen Gesetzes bei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So kam es 1966 zu den ersten Dopingtests bei der Tour. Die Reaktion unter den Fahrern war der von 1998 sehr ähnlich. Man war zutiefst pikiert. Das gesamte Fahrerfeld, allen voran Jacques Anquetil, schob am Start der nächten Etappe in Protest die Fahrräder über die ersten 100 Meter der Etappe. „Wir Pinkeln nicht in Reagenzgläser“ beschwerten sich die Profis über die vermeintliche Mißachtung ihrer Menschenwürde, sowie die Bedrohung ihrer freien Berufsausübung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war das erste Mal, dass die Radsportfamilie, von Aussen unter Druck geraten, deutlich ihr Gesicht zeigte. Wie auch 1998 protestierten die Fahrer dagegen, dass ihnen unangenehme Fragen gestellt werden. Der Radsport funktioniert gemäß seinen eigenen geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen und er weigert sich beharrlich, dass ihm fremde Regeln und Wertmaßstäbe aufgepfropft werden - seien es die olympischen Werte oder die, in den Augen vieler Radsportler absurde, Forderung „gesund“ zu sein, wie sie in dem französischen Gesetz von 1965 zum Ausdruck kam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Tour de France ist nun einmal nicht gesund. „Wenn man an der Tour teilnimmt, lässt man sich auf ihre internen Regeln mit allen ihren Konsequenzen ein“, sagte nach dem Streik von 1966 Gaston Plaud, der Sportliche Leiter bei Peugeot. „Wenn man diese nicht tragen will, dann muss man zuhause bleiben.“ Die Radfahrer, wollte Plaud zum Ausdruck bringen, wissen was sie tun, sie gehen bewusst ein Risiko ein, wenn sie sich für diesen Beruf entscheiden. Seine Worte erhielten im Nachhinein einen besonders finsteren Klang, denn Peugeot war die Mannschaft, in deren Trikot Tom Simpson ein Jahr später am Mont Ventoux starb.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der belgische Arzt Georges Mouthon, der 2002 wegen Dopings verurteilt wurde und der sich mittlerwiele aus dem Radsport zurück gezogen hat, brachte 2006 in einem Gespräch mit TOUR die Binnenethik des Radsports im Hinblick auf das Gesundheitsargument auf den Punkt. Wie Plaud hält Mouthon den Radsport für einen Job, der eben vom Prinzip her gefährlich und riskant ist. Für Mouthon wie für Plaud ist der Sport an sich das Gesundheitsrisiko und nicht das Doping: „Die Belastungen einer Tour de France sind ohne medizinische Hilfe nicht zu überstehen. Amoralisch ist es für mich nicht, den Fahrern zu helfen, diese Belastungen auszuhalten. Amoralisch wäre es, ihnen nicht dabei zu helfen.“ So wie er jedem Manager oder Piloten oder Chirugen helfen würde, die Belastungen seines Berufes auszuhalten, fordert Mouthon das Recht, dem Radsportler pharmakologisch helfen zu dürfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doping im Radsport ist eben, wie John Hoberman sagt, ganz normales Arbeitsplatzdoping. Dass sich die Radsportler als Arbeiter verstehen, führt Hoberman weiterhin aus, zeige sich schon alleine daran, dass ihre Proteste 1965 und auch 1998 die Form von Streiks annahmen. Am ehesten erinnert Hoberman die Solidarität unter den Radsportlern deshalb an eine Gewerkschaft. Was allerdings nicht in dieses Bild passt, ist die Tatsache, dass die Radprofis nie gegen die Härte der Rennen und des Rennkalenders protestieren, die sie ja zum Doping zwingen. Sie gehen nur dann auf die Barrikaden, wenn sie von Behörden, Kontrolleuren und moralisierenden Journalisten belästigt werden. Jan Ullrichs giftige Ausfälle bei seiner Rücktritts-Show, sein offensichtliches Empfinden, dass ihm Unrecht getan wird, ist dafür das beste Beispiel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Grund, warum die Radsportler die Härte der Rennen akzeptieren und nicht dagegen,&lt;br /&gt;sondern stattdessen für ihr Recht, ungestört zu dopen, protestieren, nennt der dänische Journalist Verner Moeller in seinem Doping-Buch von 1999. Die Sportler, so Moeller, verstehen, dass die Faszination der Tour nicht zuletzt auf dem Leiden der Protagonisten beruht. Daran ergötzen sich die Fans und die Journalisten lieben die Geschichten von Männern, die durch die Hölle gehen. „Die Tour soll nicht einfach sein“, entgegnete T-Mobile Fahrer Michael Rogers 2006 trocken auf die Frage, ob nicht die Länge der Etappen und der Mangel an Ruhetagen zum Doping verführe. Die Fahrer verstehen, dass die heroische Inszenierung von unmenschlichen Anstrengungen ihre Existenzgrundlage bildet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Forderung der Fans nach dem Spektakel des Schmerzes widerspricht freilich diametral der Forderung sauber und gesund und vorbildlich zu sein. Die Profis sind einerseits dazu gezwungen, sich unmenschlich zu schinden, um im nächsten Jahr noch einen Vertrag zu bekommen und ihre Familie ernähren zu können und sollen andererseits dabei fair und ritterlich bleiben.Vereinfacht gesagt, ist ihre Reaktion auf diese Widersprüche: „Wir bieten Euch, was Ihr wollt, aber fragt uns bitte nicht danach, wie wir das tun.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So lebt der Radsport ständig in einem Zustand der Schizophrenie. Er hat ein internes Regelwerk, eine interne Moral, die sich von dem, was nach Aussen getragen wird, fundamental unterscheidet. „Man teilt einen gewissen Ehrenkodex, der noch dadurch verstärkt wird, dass man gemeinsam allgemein akzeptierte Regeln, wie das Dopingreglement, durchbricht. Dadurch bricht der Radsport mit dem Rest der Gesellschaft und verschließt sich in sich selbst“, schreibt John Hoberman. Die offenkundigste Parallele zu einer solchen sozialen Struktur ist, laut Hoberman, die Mafia – eine Gemeinschaft mit einem starken internen Ehrenkodex, die gemeinsam die Regeln und Gesetze der restlichen Gesellschaft übertritt und darüber schweigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der irische Radprofi Paul Kimmage hat in seinen Memoiren beschrieben, wie er in diese verschworene Radsport-Gemeinschaft und in ihr Dopingsystem hinein gezogen wurde. Die gemeinsam durchlittenen Härten des Sports, das gemeinsame, zehn Monate währende Tingeln schweißt zusammen und schafft ein Band der Solidarität, das stärker ist, als alle anderen Bindung und Verpflichtungen. „Der Mann, der im Bett neben Dir liegt, der die gleiche harte Etappe wie Du gefahren ist und der wie Du keine warme Dusche im Hotel vorgefunden hat, ist Dir näher, als irgendwer sonst auf der Welt“, sagt Kimmage. Alle Aussenstehenden werden als Leute gesehen, die einfach nicht verstehen, was es bedeutet Radprofi zu sein. Vermutlich stimmt das sogar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paul Kimmage sagt, dass es ihn Jahre gekostet hat, Abstand zu gewinnen und diese Gemeinschaft von Aussen betrachten zu können. Diejenigen, die nach ihrer Karriere im Radsport bleiben, lernen es oft nie, sich durch die Augen der restlichen Welt zu sehen und die internen Regeln und Gesetze zu hinterfragen. Deshalb hat Kimmage auch wenig Hoffnung, dass sich die ehrenwerte Radsportgesellschaft je öffnet – auch nicht unter dem Druck der Fuentes-Affäre. Die Träger der Radsport-Privatmoral, so Kimmage, seien dieselben wie schon immer. „Die meisten sportlichen Leiter sind ehemalige Rennfahrer, die meisten Pfleger waren bei ihren Vorgängern in der Lehre, alles ist beim Alten.“ Am deutlichsten, so Kimmage, sei ihm die Unreformierbarkeit des Radsports geworden, als er im vergangenen Jahr als Journalist bei der Tour war. „Ich werde bis heute als Feind des Sports behandelt, weil ich ausgepackt habe. Roger Millar, ein überführter Dopingsünder, ist hingegen mit offenen Armen und viel Schulterklopfen bei der Rückkehr nach seiner Sperre begrüßt worden. Das sagt eigentlich Alles. Ich bin zutiefst pessimistisch.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der hölländische Wissenschaftler Ruud Stokvis ist hingegen überhaupt nicht pessimistisch, obwohl auch er nicht an eine Reformierbarkeit des Radsports glaubt. Er sieht das Problem nicht bei den Sportlern, sondern in der gesellschaftlichen Doppelmoral. „Der Spitzensport“, so Stokvis, „legitimiert sich gegenüber der Gesellschaft dadurch, dass er gesund ist und dass die Athleten Vorblider für die Jugend sind.“ Diese Rechtfertigung dafür, Leistungssport zu betreiben, zu organisieren und zu fördern, hält Stokvis jedoch für realitätsfern. „Vielleicht sollten wir offiziell anerkennen, wozu Radrennen wirklich gut sind, nämlich, viele Menschen zusammen zu bringen.“ Darin ist die Tour in der Tat wesentlich erfolgreicher und glaubwürdiger als bei dem Versuch, ein Hort der Gesindheit, der Tugend und der Moral zu sein. Das Dopingproblem würde unter derart veränderten Vorzeichen zu einem Randproblem – es ginge nur noch darum, Auswüchse zu verhindern und schwere gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Und vielleicht würden die Fahrer und Mannschaften dann sogar bereitwillig kooperieren.&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-1610187832509608107?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1610187832509608107'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1610187832509608107'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/07/zur-tour-de-france-edler-held-oder.html' title='Zur Tour de France: Edler Held oder Lohnsklave – Die Schizophrenie des Radprofis.'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-4204226906675587300</id><published>2007-06-26T13:39:00.000-07:00</published><updated>2007-06-26T13:41:40.302-07:00</updated><title type='text'>Wilder Westen der Studienfinanzierung - Bildung in den USA lohnt sich kaum mehr</title><content type='html'>(Frankfurter Rundschau, 25.6. 2007)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach gewöhnlichen Maßstäben würde man Devraj Roy als gut situiert bezeichnen. Der aus Kalkutta stammende Investmentbankier verdient an der Wall Street rund 150,000 Dollar im Jahr. Das ist eigentlich sogar in New York ausreichend Geld, um seiner dreiköpfigen Familie einen angenehmen Lebensstil zu ermöglichen. Doch der 32-Jährige muss trotz seiner stattlichen Honorierung jeden Cent umdrehen. Um sich die Universtitätsausbildung leisten zu können, die ihm die Qualifikation für seinen jetzigen Job ermöglichte, hatte er Kredite von beinahe 200,000 Dollar aufnehmen müssen. Und aus dieser Erfahrung heraus fängt er jetzt schon an, für die Ausbildung seines gerade einmal ein Jahr alten Sohnes zu sparen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Schicksal von Roy ist nicht aussergewöhnlich. Eine vierjährige Collegeausbildung kostet in den USA im Durchschnitt rund 150,000 Dollar, ein weiterführender Abschluss mit einem Magister oder einem vergleichbaren Diplom noch einmal ca. 100,000. Familien aus unteren und mittleren Einkommensschichten können sich das aus dem Ersparten heraus nicht leisten und so startet der amerikanische Collegeabgänger im Schnitt mit 19,000 Dollar Schulden in das Berufsleben. Die Kreditbranche für die Ausbildungsfinanzierung macht pro Jahr 85 Milliarden Dollar Umsatz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht um viel bei dem Geschäft mit der Studienfinanzierung in den USA und da ist es nicht verwunderlich, dass mit harten Bandagen um die kostbaren Marktanteile gekämpft wird. So wurde in den vergangenen Wochen von einem Untersuchungsausschuss des Kongresses sowie vom New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo die offenbar seit Jahren weit verbreitete Praxis der Kreditfirmen aufgedeckt, Universitätsangestellte zu bestechen. Studentenberater in Finanzierungsfragen, sogenannte „Financial Aid Officers“, wurden mit „Beratungs-Zahlungen“, attraktiven Aktienpaketen und extravagenten Einladungen dazu bewogen, ihren Studenten und deren Eltern bestimmte Kredite nahezulegen. Von dem Skandal betroffen sind unter anderem so renommierte Universitäten wie die New Yorker Columbia Universität und die Universität von Texas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch im Bildungsministerium rollten in der Folge der Enthüllungen Köpfe. Die meisten der Kredite sind durch Bundesmittel gestützt, da Studienanfänger nach gängigen Bonitätskriterien keine Chance auf ein Darlehen hätten. Dem Bund kam demnach eine Aufsichtspflicht über die Praktiken der Kreditgeber zu, die er nach Ansicht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses sträflich vernachlässigt hat. Mitte Mai musste Theresa Shaw, die im Bildungsministerium für die Finanzierung der Studentenkredite zuständige Beamte, ihren Hut nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Boden für den Korruptionsskandal hat jedoch die Bildungspolitik von George Bush bereitet, der im Vergleich zu seinem Vorgänger Bill Clinton einen radikalen Richtungswechsel vollzog. Da die Studentenkredite ohnehin staatlich gestützt waren, wollte Clinton seinerzeit den privaten Finanzsektor ganz aus der Bildungsfinanzierung heraus drängen. Unter seiner Präsidentschaft wurden immer mehr Studentenkredite direkt vom Staat vergeben. Das machte die Kredite billiger und entlastete somit den Steuerzahler. Ziel Clintons war es, niedrigen und mittleren Einkommensschichten den Zugang zu einer höheren Bildung zu erleichtern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bush revidierte diesen Kurs jedoch wieder. Er fuhr nicht nur die Anzahl der staatlichen Kredite zurück sondern auch die Bezuschussung der privaten Kredite. Wie in vielen Bereichen verfolgte der Präsident stur seine Privatisierungsideologie. Das hatte zur Folge, dass die privaten Kreditinstitute in einen erbitterten Wettbewerb gegeneinander traten, um den unter Clinton verlorenen Markt zurück zu erobern und unter sich aufzuteilen. Die Bestechung von Universitätsbediensteten war nur der krasseste Auswuchs dessen, was der Bildungswissenschaftler Steven Burd einen „wilden Westen“ auf dem Studienfinanzierungsmarkt nennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den verbliebenen staatlich garantierten Studienkrediten ist derweil der Zinssatz auf 6,8 % gestiegen. Insgesamt sind seit Clinton’s Zeiten die Bildungskosten zwei Mal so schnell angestiegen wie die durchschnittlichen Konsumgüterpreise. Bildung lohnt sich immer weniger: Die durch ein höheres Bildungsniveau höheren Einkommen werden zunehmend durch Finanzierung erst der eigenen Bildung und dann der der Kinder wieder aufgefressen. Devraj Roy kann davon ein Lied singen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-4204226906675587300?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4204226906675587300'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4204226906675587300'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/06/wilder-westen-der-studienfinanzierung.html' title='Wilder Westen der Studienfinanzierung - Bildung in den USA lohnt sich kaum mehr'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-4438740036160119070</id><published>2007-06-19T16:32:00.000-07:00</published><updated>2007-06-19T16:33:32.192-07:00</updated><title type='text'>Das Buch als Fanartikel- Kandidatenliteratur im Präsidentschaftswahlkampf</title><content type='html'>(Literaturen, Nr 7/2007)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es dauert noch beinahe anderthalb Jahre, bis Amerika einen Nachfolger von George Bush in das Weisse Haus wählt, aber man gewinnt bisweilen den Eindruck, dass es nur noch ein paar Wochen sind. Aus jeder der beiden Parteien haben knapp ein Dutzend Politiker offiziell ihre Kandidatur bekannt gegeben, obwohl ein solches Abenteuer selbst beim Ausscheiden in der Vorwahl eine acht - bis neun stellige Summe kostet. Die demokratischen Herausforderer halten untereinander bereits Fernsehdebatten ab, die politischen Blogs – seit der überaus erfolgreichen, internetgestützten Kampagne von Howard Dean vor vier Jahren ein unverzichtbares Wahlkampfinstrument - laufen auf Hochtouren. 20 Staaten haben die Vorwahl zur Begrenzung der Kandidatenfelder um Monate vorverlegt – Amerika kann es nicht erwarten, George Bush endlich los zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie weit das Rennen um die Präsidentschaft fortgeschritten ist, ist allerdings bislang wohl noch nirgends so deutlich sichtbar, wie in amerikanischen Buchläden. Die Grabbeltische und Displayregale an den Eingängen überborden mit politischen Büchern. Da drängeln sich die Memoiren des zurückgetretenen CIA-Chefs George Tenet neben ein Traktat des Senators Charles Schumer darüber, wie das Amerika nach George Bush die schwindende Mittelklasse wiederbeleben musss. Gleich sieben Neuerscheinungen entwerfen Strategien für einen Wahlsieg der Demokraten. Am prominentesten ausgestellt werden jedoch die Kandidaten-Bücher – eine Genre für sich, das Autobiografie und Manifest in unterschiedlichster Abmischung und Qualität miteinander vermengt. Fünf neue dieser Werke sind auf dem Markt, sämtlich mit dem Konterfeit des Bewerbers auf dem Umschlag; unzählige ältere aus vorangegangen Kampagnen stehen neu aufgelegt daneben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Buch zu schreiben ist in den USA zu einer Standard-Wahlkampfmaßnahme für jeden ambitionierten Politiker geworden. Es wird abgehakt, wie die Produktion eines TV-Werbespots, wie die Wahlkampfreden in den Schlüsselstaaten, die Fernsehdebatten und seit neuestem der Blog. Die Verlagsbranche spielt willig mit: „Es ist für jeden Verlag ein unwiderstehliches Geschäft“, gab Verleger David Rosenthal jüngst gegenüber der New York Times zu. „Man bekommt jemanden mit einem hohen Bekannheitsgrad sowie eine Gratis PR-Kampagne frei Haus geliefert.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erstaunlicherweise ist für die Kandidaten das Geschäft ähnlich risikolos. Eigentlich müsste man meinen, dass ein gescheiterter Versuch, die eigene Biografie zu einem Bildungsroman zu formen und dabei obendrein ein kohärentes Weltbild zu artikuieren politisch einigen Schaden anrichten kann. Dem ist allerdings anscheinend nicht so. Das Buch von George Bush aus dem Jahr 2000 wurde etwa von der Kritik als „erweiterte Wahlkampfrede“ abgetan, man erfuhr weder etwas Substantielles über Bushs Persönlichkeit noch über seine politische Philosophie, soweit vorhanden. Dennoch wurde Bush gewählt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Grund dafür, dass die Kandidaten-Literatur zumindest wegen ihres Inhalts politisch folgenlos bleibt, ist, das sie ganz einfach nicht gelesen wird. Bei einer Umfrage der New York Times gaben 70 Prozent der Käufer zu, dass sie überhaupt nicht vor hätten, die Bücher, die sie gekauft haben, auch zu lesen, 15 Prozent waren noch unentschlossen. Nur 15 Prozent wollten tatsächlich wissen ob der Autor überhaupt etwas zu sagen hat und gegebenfalls was. Als Grund dafür, das Buch zu kaufen, wurde vor allem genannt, dass man seine politische Anhängerschaft demonstrieren wolle. Das Buch ist eine Art Fanartikel, wie die Mütze des favorisierten Baseballvereins.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die Kandidaten zahlt sich indes das Bücherschreiben beziehungsweise Schreiben-Lassen aus, obwohl kaum jemand die Werke liest. Denn um das Lesen geht es eigentlich gar nicht. Es geht darum, mit einem Foto in den Regalen der Buchhandelsketten und auf den Anzeigenseiten der Magazine präsent zu sein und anlässlich des Erscheinungstermins zu Radio- und Fernsehtalkshows eingeladen zu werden. Und es geht darum, das allgemeine Interesse an der eigenen Person zu eruieren. So entschloss sich Barack Obama nicht zuletzt deshalb zu seiner Kandidatur, weil seine „Gedanken zur Rückeroberung des amerikanischen Traumes“ mit anderthalb Millionen verkauften Exemplaren ein Bestseller war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass ein Politiker ohne wahlstrategische Hintergedanken ein Buch schreibt ist man indes gar nicht mehr gewohnt. So mag dem früheren Vizepräsidenten Al Gore angesichts seiner unermüdlichen Autorentätigkeit niemand glauben, dass er keine Ambitionen hat, ins Weisse Haus einzuziehen. Nach seinen zwei wohlrecherchierten populärwissenschaftlichen Bestsellern zum Klimawandel wäre er nämlich für eine Kampagne hervorragend positioniert. Im Mai kommt Gore mit dem Buch „Angriff auf die Vernunft“ in die Buchhandlungen. In dem Buch beklagt Gore, wie es heisst, den Niedergang der Rationalität im öffentlichen Diskurs. Die Spekulationen, dass er anlässlich der Publikation doch noch seine Kandidatur bekannt gibt, wollen nicht abreissen. Dabei will Gore vermutlich einfach nur gelesen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-4438740036160119070?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4438740036160119070'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4438740036160119070'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/06/das-buch-als-fanartikel.html' title='Das Buch als Fanartikel- Kandidatenliteratur im Präsidentschaftswahlkampf'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-6175422811736290008</id><published>2007-06-11T21:46:00.000-07:00</published><updated>2007-06-11T21:49:34.470-07:00</updated><title type='text'>Disney in Deutschland - Ein Theaterstück über in San Francisco über Hitler, Speer, Riefenstahl und Mickey Mouse</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1152475"&gt;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1152475&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-6175422811736290008?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6175422811736290008'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6175422811736290008'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/06/disney-in-deutschland-ein-theaterstck.html' title='Disney in Deutschland - Ein Theaterstück über in San Francisco über Hitler, Speer, Riefenstahl und Mickey Mouse'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-6725615251875730342</id><published>2007-06-06T06:00:00.000-07:00</published><updated>2007-06-06T06:01:58.571-07:00</updated><title type='text'>Effizienz gegen Enthusiasmus - San Antonio gegen Cleveland im NBA Finale</title><content type='html'>Es knallten keine Sektkorken, es wurden keine Gesänge angestimmt – in der Kabine der San Antonio Spurs herrschte eher ruhige Zufriedenheit als rauschende Euphorie nach dem Gewinn der Western Conference am vergangenen Mittwoch. Schließlich hat man hier in Texas schon drei mal den NBA-Titel gewonnen - da wird ein Halbfinalsieg eher als ordentlich erledigter Job angesehen, denn als großer Triumph. Es würde aber auch gar nicht zum Stil der Mannschaft passen, übertrieben aus sich heraus zu gehen: Die Spurs sind Meister des Understatement, nüchterne Basketball-Geschäftsleute, die ohne viel Aufhebens tun, was zu tun ist, um erfolgreich zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Cleveland ging es nach dem Gewinn des Eastern Conference-Titels gegen Detroit, dem Champion von 2004, da schon ganz anders zu. LeBron James, der 22-Jahre alte Superstar der Cavaliers, stand beinahe eine halbe Stunde lang im Confetti-Regen und streckte unermüdlich die Trophäe für das beste Team im Osten den atemlos jubelnden Fans entgegen. James hatte gegen Detroit die Anhänger des seit langer Zeit erfolglosen Clubs aus Ohio elektrisiert – nicht zuletzt mit seinem 48 Punkte-Auftritt in Spiel Nummer Fünf, bei dem er 29 der letzten 30 Punkte seines Teams schoß und Cleveland in der zweiten Verlängerung zum entscheidenden Sieg der Serie führte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die beiden Mannschaften, die ab Donnerstag den Titel um die US-Basketballmeisterschaft unter sich ausmachen, könnten vom Temperament her nicht unterschiedlicher sein. San Antonio ist unterkühlt, effizient und langweilig. Der Stil des Teams ist es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, verkörpert durch ihren lakonischen, wortkargen Kapitän Tim Duncan, der auch „Mr. Fundamental“ genannt wird. Duncan und die Spurs sind überaus effizient auf dem Court, die Fans begeistern sie hingegen nicht. Die Einschaltquote beim letzten NBA Finale mit Spurs-Beteiligung war eine der niedrigsten, seit Basketball im TV übertragen wird. „Sind wir überhaupt in den Nachrichten?“, fragte deshalb Spurs-Manager R.C Buford nach dem Sieg über Utah, schon daran gewöhnt, dass die Öffentlichkeit einfach nicht auf San Antonio achtet, egal wie gut die Mannschaft spielt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz anders sind da die Cavaliers. Ihr Kapitän LeBron James ist genau der Typ, auf den das amerikanische Publikum anspricht. Er kann den Mund nicht voll genug nehmen, lässt sich bereitwillig als den größten Spieler seit Michael Jordan feiern und hat es sich zum Ziel gesteckt, als erster Sportler der Welt eine Milliarde Dollar zu verdienen. Entsprechend unbescheiden ist er auf dem Platz – wenn er es vermeiden kann, gibt er den Ball nicht ab und es belastet ihn nicht im Geringsten, dass er seine Mannschaftskameraden zu Statisten degadiert. Auf dem Tattoo, das großfächig seinen Rücken bedeckt, steht „Chosen 1“ – der Auserwählte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fachleute bezweifeln allerdings, dass das außergewöhnliche Talent von James ausreicht, die Cavaliers zum Titel gegen die Spurs zu führen. James gegenüber steht nämlich als Kapitän ein Mann, der das Spiel in seinen zehn Profijahren nicht nur körperlich sondern auch intellektuell bis ins Letzte durchdrungen hat. Duncan kann seine Rolle auf dem Platz beliebig variieren, kann auftrumpfen oder sich zurücknehmen, flüssig zwischen Guard- und Forward-Position hin und her gleiten, je nachdem, wie die Situation es verlangt. Und er hat, anders als James, mit Tony Parker und Manu Ginobili zwei weitere Spieler der Extraklasse neben sich. Einige brilliante Momente wird James sich im Finale wohl trotzdem erspielen. Gewinnen werden aber aller Voraussicht nach die Routine und die Professionalität. Manche mögen das langweilig finden. Duncan und seine Spurs wird das jedoch weiterhin herzlich wenig jucken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-6725615251875730342?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6725615251875730342'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6725615251875730342'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/06/effizienz-gegen-enthusiasmus-san.html' title='Effizienz gegen Enthusiasmus - San Antonio gegen Cleveland im NBA Finale'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8174662809778266040</id><published>2007-06-04T11:25:00.000-07:00</published><updated>2007-06-04T11:26:31.753-07:00</updated><title type='text'>Bauarbeiter der Erfahrung - Richard Serra am MoMa</title><content type='html'>Zu einem Anzug hat er sich nicht durchringen können, Richard Serra trägt ein legeres Schlabberjackett und einen leichten Sportpullover. Weiter geht sein Zugeständnis an die Konventionen einer Vernissage vor großem Publikum nicht, auch nicht, wenn es das große Museum of Modern Art in Manhattan ist, das ihn mit einer Retrospektive würdigt und ihn somit als einen der großen Künstler der Moderne kanonisiert. Am liebsten hätte der braungebrannte, für seine 69 Jahre auffallend fitte Künstler wohl auch heute wieder die Kluft getragen, mit der er in den vergangenen sechs Wochen hier am MoMa zugange war – einen Blaumann und einen Bauhelm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist der Aufzug, in dem Serra hier die Installation seiner Werke beaufsichtigt hat – die millimetergenaue Plazierung jener bis zu 30 Tonnen schweren Stahlplatten, aus denen im ersten Stock des Museums an der 53ten Strasse seine drei neuesten monumentalen Skulpturen zusammen gefügt wurden. Eine Aussenwand des Gebäudes wurde dafür entfernt, Strassen mussten abgesperrt und Kräne sowie LKW-Fahrer dirigiert werden. Am Ende rückte Serra sogar noch zusammen mit Bauarbeitern von Hand die Teile in ihre exakte Park-Position. All das machte Richard Serra allerdings höllisch Spass – als Bauleiter und Vorarbeiter fühlte er sich so richtig in seinem Element: „Hier die ganze Zeit alles zu überschauen, jedes Detail im Griff zu behalten, das finde ich spannend und aufregend“, sagte er während den Arbeiten einem Reporter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht, dass Richard Serra kein intellektueller Künstler wäre. Im Gegenteil – er ist eine der zentralen Figuren der New Yorker Avantgarde der 60er Jahre und somit dem Theoretisieren  sogar ausgesprochen zugetan. So spricht er unangestrengt und natürlich über Dinge wie objektive und subjektive Zeitwahrnehmung, während er zwischen seinen drei neuen, ein ganzes Stockwerk des MoMa füllenden, Werken auf einem Klappstuhl sitzt. Behende und souverän hantiert er mit epistemolgischen Begriffen wie Antizipation und Erinnerung. Das Machen von Kunst sieht er jedoch  trotz Allem als eher hemdsärmelige Tätigkeit. „Seine Bildhauerei“, schreibt Benjamin Buchloh im Katalog zur New Yorker Ausstellung, „war von Anfang  an mit einer Ästhetik der Arbeit und der industriellen Fertigung verknüpft.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im rückblickenden Teil der Ausstellung am MoMa wird sehr schön deutlich, wie früh Serra bereits seine Tätigkeit als der eines Industriearbeiters ähnlich aufgefasst hat. Im fünften Stock des vor drei Jahren umgebauten Hauses sind Arbeiten von Serra aus den Sechziger Jahren zu sehen, als der Küsntler sich gerade im damals noch herunter gekommenen New Yorker Lagerhallen- und Industreiemechanikerviertel SoHo neben Kollegen wie Jasper Johns, Eva Hesse, Sol Le Witt, Barnett Newmann, Jasper Johns und Donald Judd nieder gelassen hatte. Serra sammelte Materialien wie Industriegummi oder Bleiplatten von der Strasse auf aber er ging weiter, als diese Materialien bloß in Duchamp-Manier per Ausstellung zum Kunstobjekt zu deklarieren. Er verwandelte sie in Objekte, die auf andere Gebrauchsgegenstände verwiesen oder daran erinnerten – Gummistreifen wurden zu Gürteln, er baute einen Futtertrog aus vulkanisiertem Kautschuk,  überzog Stahltüren mit Fiberglas. Serra begnügte sich nicht damit, wie seine minimalistischen Kollegen, Industriegegenstände und -Materialien einfach aneinander zu reihen und auszustellen. Für ihn wurde erst dadurch Kunst daraus, dass er Hand anlegte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Indem Serra etwa zur selben Zeit Ende der Sechziger begann, mit Stahl- und Bleiplatten Räume zu zerteilen und somit Raum- und Zeiterfahrungen zu orchestrieren, baute er seine Interpretation der Rolle des Künstlers als sich emanzipierender Industriearbeiter noch weiter aus. Serra hantierte in der gleichen Art mit den gleichen Materialien wie ein Industriearbeiter, aber nicht, um seriengefertigte Massenprodukte zu erzeugen, sondern um Erfahrungsräume zu schaffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit diesen Einblicken in Serras künstlerisch-intellektuellen Entwicklungsstand zu Beginn der Siebziger Jahre entlässt die MoMa-Retrospektive den Betrachter in das Hier und Jetzt. Man fährt mit der Rolltreppe hinunter zum Anbau auf der zweiten Ebene, in der Serra seine neuen, speziell für die MoMa-Ausstellung entworfenen Werke zeigt. An Serras Obelisk vobei, der im großen Foyer der ersten Etage dauerinstalliert ist, geht es in einen Anbau, der wirkt, als gehöre er gar nicht mehr zum Museum dazu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles ist hier anders, als im Rest des Hauses. Der pädagogisch durch gestylte kunsthistorische Querschnitt durch die letzten 100 Jahre weicht plötzlich drei Werken, die sich jeglicher  bequemen Einordnung widersetzen. Der Kurs „Moderne Kunst von Impressionismus bis abstrakter Expressionismus“ ist zu Ende, der Besucher ist der nackten, brutalen Präsenz von Richard Serras massiven Stahlgebilden  ausgeliefert. Man wandert zwischen den drei mindestens drei Meter hohen, sich  unvorhersahbar zueinander beugenden und gegeninander stemmenden Stahlplatten wie durch einen Irrgarten und verliert dabei jegliche  verlässliche Matrix von Raum und Zeit . Die Galerie ist ein radikaler Gegenentwurf zum übrigen MoMa, das dem New York-Touristen und dem bildungsbeflissenen Sonntagsbesucher eine nachvollziehbare, lineare  Geschichte der modernen Kunst wohlfeil anbietet. Die Anthologie weicht hier der Literatur, auf Serra muss man sich einlassen, man kann ihn nicht mittels einschlägiger Stichworte einsortieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade im Kontrast zu der so ordentlich organisierten Kunsthistorie rundum wird hier klar, worum es Serra schon immer ging – nämlich, den Betrachter ganz auf sich selbst zurück zu werfen. Richard Serra ist ein bekennender Verehrer des amerikanichen Transzendentalphilosophen Ralph Waldo Emerson, der mit seinem Essay über die „Self Reliance“ (die Selbstverlässlichkeit) eine Art Manifest für ein genuin amerikanisches Denken verfasst hat. Beim Durchwandern von Serras Installation ist jene emersonische Kunst gefragt, sich alleine mit Hilfe des eigenen Erfahrungshorizonts durch das völlig Unbekannte voran zu tasten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit den neuen Installationen in jenem Anbau, den der ehemalige MoMa Direktor Kirk Varnedoe bereits  mit Serra im Hinterkopf auf die Tonnelast der Stahlkonstruktionen auslegen ließ, zeigt Serra, warum er sich seinen Platz unter den Großen der modernen Kunst verdient hat. Er hat es geschafft, im Zeitalter von Massenproduktion und Massenkommunikation den Betrachter zu einer unverstellten Kunsterfahrung zurück zu führen und daran zu erinnern, worum es bei der Rezeption von Kunst geht:  Sicher Geglaubtes zu hinterfragen nämlich, und Vertrautes neu zu erleben. Dass Serra, um dieses Ziel zu erreichen,  den Blaumann und den Helm anziehen und 550 Tonnen Stahl bewegen musste, demonstriert dabei nur, wie schwer es geworden ist, zum Unmittelbaren vor zu dringen. Ohne die Ärmel hoch zu krempeln, so die Lektion von Richard Serra, geht das jedenfalls nicht mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8174662809778266040?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8174662809778266040'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8174662809778266040'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/06/bauarbeiter-der-erfahrung-richard-serra.html' title='Bauarbeiter der Erfahrung - Richard Serra am MoMa'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8756701429944589462</id><published>2007-05-28T06:35:00.000-07:00</published><updated>2007-05-28T06:37:14.436-07:00</updated><title type='text'>Lokalnachrichten vom anderen Ende der Welt - Zwei Reporter in Mumbai berichten per Internet über eine kalifornische Kleinstadt</title><content type='html'>James MacPherson kann nicht so ganz verstehen, warum ausgerechnet er jetzt alles abkriegt. Die Nachrichtenagentur Reuters, klagt der Herausgeber einer lokalen Nachrichtenwebsite in Pasadena, einem Vorort von Los Angeles, habe schließlich schon seit zwei Jahren ein Büro in Bangalore. Dort sitzen mittlerweile 1,600 Journalisten, von denen mehr als 100 aus der Ferne über den US – Finanzmarkt berichten. Aber wenn er mit seinem Kleinstbudget zwei kostengünstige Journalisten in Mumbai anheuere, dann sei das Geschrei groß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man muss dem Mann recht geben, die Globalisierung des Journalismus hat er nicht erfunden. Dennoch erregte seine Geschichte in den vergangenen Wochen in den USA deutlich größeres Aufsehen als weiland das Outsourcing bei Reuters. Denn wesentlich deutlicher noch als die Entscheidung des Nachrichtenriesen führte MacPhersons Auftragsvergabe vor Augen, was konsequentes Denken in weltwirtschaftlichen Zusammenhängen aus der Nachrichtenbranche machen kann. Die beiden Billigschreiber in Mumbai berichten für MacPherson über Dinge wie die Stadtverordnetenversammlung zur gestiegenen Kriminalitätsrate in Pasadena oder die Erfolge des örtlichen Softball-Teams. Lokalnachrichten vom anderen Ende der Welt – der Fall von MacPhersons website Pasadena Now stellt alles auf den Kopf, was man sich gemeinhin unter Journalismus vorstellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für MacPherson war der Schritt, sich Reporter in Indien zu suchen, trotz aller scheinbaren Absurdität keine „verschrobene Schnapsidee eines Hinterwäldlers“, wie er sagt, sondern eine nüchterne Geschäftsentscheidung. Seit Jahren, so MacPherson, habe er in Kalifornien nach kompetenten Journalisten gesucht, die jene Qualität liefern, die er sich für seine website wünscht. Doch im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten, waren keine zu finden: „Entweder sie kosteten zu viel oder sie waren zu unerfahren oder sie hatten keine Lust, bis ein Uhr früh Stadtverordnetenversammlungen zu besuchen. Ich hätte hier für einen vernünftigen Reporter etwa 4,500 Dollar im Monat ausgeben müsse. In Indien bezahle ich etwa 1,000.“ Dafür bekommt MacPherson von jedem Reporter zwei Berichte pro Tage, sechs Tage pro Woche, plus wöchentlich zwei Features im Umfang von rund 700 Wörtern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wahl von Indien als Standort für seine neuen Mitarbeiter fiel MacPherson nicht schwer. Das Land hat eine hohe Dichte an Akademikern, deren zweite Muttersprache Englisch ist und die in England oder in den USA ausgebildet worden sind. Einer der Schreiber in Mumbai, freut sich MacPherson,. habe sogar in Kalifornien studiert und kenne Pasadena. Obendrein war die Rekrutierung in Mumbai denkbar simpel – das computerfreundliche Land ist ausgezeichnet mit den USA vernetzt. So hat die website Craigslist – ein kostenloser Online- Kleinanzeigenmarkt für alle größeren US-Städte – Ableger in Mumbai, Bangalore und Neu Delhi. Innerhalb von Stunde,n nachdem er auf Craigslist unkompliziert die Stelle ausschrieb, hatte MacPherson bereits zwei passende Bewerber gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die beiden Tele-Reporter werden von MacPherson und dessen Kollegen in Pasadena mit Informationspaketen für ihre Geschichten versorgt: Niederschriften von Interviews, Hintergrundinformationen, in manchen Fällen Videos. Die Stadtverordnetenversammlungen von Pasadena können sie sich teilweise sogar per webcast live im Internet anschauen. Ihre Arbeit, so MacPherson, bestehe im rein mechanischen Ausformulieren dessen, was er ihnen vorgibt: „Ich entscheide noch immer selbst, was in eine Geschichte kommt und was nicht und worauf es ankommt. Ich habe nur nicht die Zeit, mich hinzusetzen und die Dinge auf den Punkt zu bringen.“ Wirklich journalistisch, darauf besteht MacPherson, sei die Leistung seiner Indian Connection jedoch nicht. Die journalistische Kompetenz sei nach wie vor Made in USA.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem muss sich der findige Internet-Publizist harsche Kritik gefallen lassen. „Das ist ein wahrhaft trauriges Bild dessen, was aus dem amerikanischen Journalismus werden könnte“, kommentierte etwa Bryce Nelson, Journalismus-Professor und Bürger von Pasadena die neuen Praktiken von Pasadena Now. Niemand, der bei Trost sei, würde jemandem seine Berichterstattung anvertrauen, der die Personen und Institutionen nicht einschätzen kann und der nicht vor Ort ist, um Zwischentöne aufzuschnappen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entrüstete Traditionalisten wie Nelson werden es allerdings wohl kaum schaffen, den Trend aufzuhalten, der am Beispiel von Pasadena Now so drastisch deutlich wird. Die Medienbranche ist schon lange nicht mehr von den Mechanismen des globalen Marktes ausgenommen – schon gar nicht in einer Zeit, in der Auflagen und Anzeigenaufkommen sinken, der Kostendruck auf die Verlagshäuser steigt und die Möglichkeiten des Internet es schwer machen, den Verlockungen zum Auslagern zu widerstehen. So hat die World Association of Newspapers Ende des vergangenen Jahres in einer Umfrage unter 350 Nachrichtenorganisationen in Asien, Amerika und Europa ermittelt, dass beinahe alle dieser Firmen Pläne haben, Teile ihres Geschäfts in Billiglohnländer zu verlagern. Reuters ist mit seinen Wall-Street-Reportern in Bangalore ein Pionier dieser Entwicklung aber schon lange nicht mehr alleine: Neben Pasadena Now haben bereits ein gutes Dutzend amerikanischer und britscher Zeitungen Teile ihres Betriebs nach Indien ausgelagert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verfechtern des konventionellen Vor-Ort- Journalismus bleibt angesichts dieses Trends nur noch die Hoffnung, dass die Leser auf Dauer den Qualitätsunterschied zwischen originärer Berichterstattung und dem Abschreiben von Videokonferenzen spüren. „Der Journalismus ist die einzige Branche, die glaubt, es würde keiner merken, wenn man das Produkt systematisch schlechter macht“, sagt Robert Gunnison, Journalismus-Professor an der Universität Berkeley in San Francisco. Die Leute, glaubt Gunnison, würden jedoch genau merken, ob sie in „einem Motorrad oder in einem klimatisierten Reisebus“ durch die Nachrichtenlandschaft fahren. Und wer an das Motorradfahren gewöhnt ist, davon ist Gunnison überzeugt, der steigt nicht so schnell wieder in einen Bus, wenn er es vermeiden kann.&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8756701429944589462?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8756701429944589462'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8756701429944589462'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/05/lokalnachrichten-vom-anderen-ende-der.html' title='Lokalnachrichten vom anderen Ende der Welt - Zwei Reporter in Mumbai berichten per Internet über eine kalifornische Kleinstadt'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-3223268884616314323</id><published>2007-05-21T11:08:00.000-07:00</published><updated>2007-05-21T11:12:52.726-07:00</updated><title type='text'>Kultur ohne Erinnerung - Don DeLillos neuer Roman Falling Man</title><content type='html'>Der Tagesspiegel, 21.5.2007&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Früher oder später musste wohl ein 9-11 Roman vom Don DeLillo koomen. Kein anderer amerikanischer Schriftsteller war so für dieses Thema prädestiniert, wie der vielleicht tiefgründgste Kritiker und Chronist der amerikanischen Kultur nach 1945. Die großen Themen, über die seit 2001 gesprochen wird, sind Themen, die DeLillo seit Jahrzehnten beschäftigen: Amerikanische Hybris und die Provokation, die sie darstellt, Terrorismus und religiöser Fanatismus, vor allem jdeoch die Undurchdringlichkeit der Medienbilder, die jegliches Ereignis im Moment seines Auftretens in Geschichte verwandeln und wirkliches Verstehen dauerhaft verhindern. Wenn Osama Bin Laden ihm nicht zuvor gekommen wäre, hätte Don DeLillo sich sicherlich irgendwann so etwas wie den 11. September ausgedacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ist Bin Laden DeLillo aber zuvor gekommen und der Autor, der seinen Berufsstand schon in seinem Roman „Mao II von 1991“ in direkter Konkurrenz zu dem von Bin Laden sah, ist seither ungewohnt wortkarg. 2003 kam DeLillo mit der etwas blassen Novelle „Cosmopolis“ auf den Markt, die den 11. September völlig ausblendete und dafür auch heftig kritisiert wurde. Und sein neues Werk „Falling Man“, das sich direkt mit 9-11 auseinander setzt, bleibt nach den großen kulturkritischen Entwürfen DeLillos in „White Noise“ und vor allem in seinem Joyce-haften Opus von 1997 „Underworld“ der Tragweite des Ereignisses auf den ersten Blick seltsam unangemessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Falling Man wirkt zunächst so, als habe DeLillo sich eher widerwillig dem Druck gebeugt, auch etwas zum 11. September zu sagen, obwohl er alles, was das Ereignis und dessen Folgen begreifbar machen könnte schon tausend Mal gesagt hat. Wie um den Erwartungen einer großen zusammenhängenden Deutung von 9-11 auszuweichen, konzentriert sich DeLillo auf den Alltag einer New Yorker Kleinfamilie im Jahre 2001 in seiner ganzen Trivialität. Der 11. September frisst sich zwar in das Leben von Lianne und Keith und ihrem Sohn Justin, nicht jedoch als großes einschneidendes Ereignis. Es bietet keine plötzliche befreiende Erkenntnis und es erlöst sie auch nicht aus ihrer grundsätzlichen Desorientierung und Verlorenheit. Im Gegenteil, er verstärkt diese nur. Mehr passiert in Falling Man nicht, der große kulturtheoretische Essay in Romanform, der an Underworld und White Noise anknüpft, findet nicht statt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man tut DeLillo jedoch Unrecht tun, wenn man ihm wie zahlreiche Kritiker in den USA unterstellt, dass er aus Ideenlosigkeit und vielleicht auch Lustlosigkeit in die Banalität abgeglitten ist. Vielmehr ringt DeLillo in Falling Man, vor aller Augen damit, was Schreiben nach dem 11. September überhaupt noch sein oder bedeuten kann. Auch wenn die Frage etwa in Jonathan Safran Foers und in Ian McEwans 9-11-Romanen mitschwingt ist Falling Man das erste Buch, das sich dieser Frage in ihrer ganzen Tiefe stellt, auch wenn sie letztlich nicht restlos beantwort wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ist etwa der Kreis von Alzheimer Patienten, den Lianne nach dem 11. September zu betreuen beginnt. Sie macht Schreibübungen mit den Patienten, lässt sie Erinnerungen, so weit vorhanden oder Geschichten auzeichnen. „Sie erschrak manchmal“, schreibt DeLillo, „angesichts der Ausfälle, der finsteren Vorboten eines Geistes, der jene Haftreibung verliert, die Individualität ermöglicht. Sie steckten tief in der Sprache, den verdrehten Buchstaben, dem verlorenen Wort am Ende eines sich abkämpfenden Satzes.“ Dennoch ist der Kurs nach dem 11. September ein voller Erfolg – „unaufhaltsam“ wollen Liannes Schützlinge über das eine Thema schreiben, das sie alle nicht mehr loslässt: „Die Flugzeuge“, wie DeLillo das Attentat auf das World Trade Center zumeist abkürzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Schreibgruppe der Erinnerungslosen ist nicht die einzige Metapher für das Schreiben nach dem 11. September in Falling Man – es wimmelt davon. Da ist etwa Justin, der Sohn der Famlie, der es sich auferlegt hat, nur noch in einsilbigen Worten zu sprechen: „Es hilft mir dabei, mein Denken zu verlangsamen“, begründet der Teenager die Übung. Eine Kultur die das Reden und das Reflektieren verlernt hat, die kein Gedächtnis und keine Identität mehr hat, wacht in Falling Man auf und bemüht sich mit rührender Vergeblichkeit, das schon lange Verlorene wieder zu gewinnen: Sprache, Bedeutung, Sinn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein Gemeinplatz, Don DeLillo der Postmoderne zuzurechnen, auch wenn er sich stets gegen dieses wie gegen alle anderen Labels gewehrt hat. Unbestreitbar ist jedoch, dass der Verlust einer konsensfähigen Realität eine Grundprämisse von DeLillos Werk bis 2001 war. Die Kennedy-Ermordung beispielsweise hat DeLillo in „Libra“ ja vor allem deshalb gefesselt, weil sie einen solchen Konsens in Amerika endgültig zerschlug. Nach einem halben Jahrhundert im Nebel der Virtualität, der nicht zuletzt auch das Werk von DeLillo antrieb, versucht Amerika jetzt, stotternd und stammelnd so etwas wie Verbindlichkeit und Wirklichkiet wieder zu gewinnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch dafür ist es vielleicht zu spät. Keith, die Hauptfigur von Falling Man – dem der Titel des Romans ebenso gilt, wie einem Performance-Künstler, der den Todessturz aus dem World Trade Center nachstellt – endet auf der Suche nach Halt als Dauergast im Unterhaltungsnirvana Las Vegas. Er kann nicht anders, als sich sich in seinem verzweifelten Verlangen nach Authentizität völlig im Ersatz aufzulösen. Etwas anderes hat er nicht gelernt. Sein Gegenpol, der Terrorist Hamad, optiert hingegen, von denselben Gefühlen der Abgestumpftheit und Uneigentlichkeit geplagt, zum Selbstmordattentat. Das sind die Optionen, die die Welt nach dem 11. September, wie DeLillo sie sieht, anzubieten hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So ist Falling Man letztlich beim genaueren hinschauen doch jene Art von Kulturdiagnose, die man von DeLillo erwartet. Dass er diese in einer scheinbar unterkomplexen Erzählung unterbringt, ist dabei wohl weniger ein Versagen im Angesicht der Post-9-11-Welt, als vielmehr ein Etappenerfolg bei der redlichen Suche nach einer angemessenen Kunst für das neue Jahrtausend.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-3223268884616314323?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3223268884616314323'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3223268884616314323'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/05/kultur-ohne-erinnerung-don-delillos.html' title='Kultur ohne Erinnerung - Don DeLillos neuer Roman Falling Man'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8980460757984327969</id><published>2007-05-17T07:47:00.000-07:00</published><updated>2007-05-17T07:49:40.745-07:00</updated><title type='text'>"Nur noch peinlich" - NHL Eishockey Star Christoph Schubert ärgert sich, dass sich in Deutschland kein Mensch für ihn interessiert</title><content type='html'>Der 25 Jahre alte Münchner Christoph Schubert steht kurz davor, als erster Deutscher seit Olaf Kölzig 1998 in das Finale um die nordamerikanische Meisterschaft im Eishockey, den Stanley Cup, einzuziehen. Seine Mannschaft, die Ottawa Senators liegen in der Halbfinal-Serie mit drei zu einem Spiel vor den Buffalo Sabres, der Mannschaft des Manheimers Jochen Hecht. Sollte Schubert den Stanley Cup gewinnen, wäre er nach dem jetzigen Bundestrainer Uwe Krupp erst der zweite Deutsche, dem diese Ehre zu Teil wird. Schubert spielt seit 2002 in Ottawa, 2005 rückte er vom Farmteam, den Binghampton Senators, als Verteidiger in die Startaufstellung der ersten Mannschaft auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herr Schubert, die Buffalo Sabres waren das stärkste Team der Saison. Trotzdem liegen Sie mit den Ottawa Senators jetzt im Stanley Cup Halbfinale mit 3 zu 1 Spielen vor der Mannschaft von Jochen Hecht. Überrascht Sie das?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein wenig überrascht es uns schon, wie deutlich das gerade aussieht.. Wir haben einfach Charakter gezeigt, jetzt, wo es darauf ankommt. Wir spielen sehr stark in der Defensive, die Stürmer kommen immer zurück und wir schießen trotzdem 15 Mal pro Spiel aufs Tor. Es reisst sich einfach jeder den Arsch auf, zu Deutsch, jeder springt über seinen Schatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denken Sie schon an das Finale und an den Stanley Cup?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Hinterkopf sicherlich, aber in den Playoffs kann alles passieren. Es ist schon oft nach hinten los gegangen wenn man sich nicht auf das nächste Spiel konzentriert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kommt mit Ihnen oder mit Jochen Hecht in jedem Fall ein Deutscher ins Stanley Cup Finale in diesem Jahr. In Deutschland nimmt man davon praktisch keine Notiz. Ärgert Sie das?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ärgert mich nicht, es enttäuscht mich eher. Hier kann ein Deutscher das Höchste erreichen, was es im Eishockey gibt und zu Hause schauen sie Deutschland sucht den Superstar. Ich finde das einfach nur peinlich. Dass die Fußball-Bundesliga alles andere überschattet lasse ich mir ja noch reingehen. Aber danach? Viele wissen ja gar nicht, dass wir hier spielen, an deutschen Sportlern in Amerika kennt man nur Dirk Nowitzki.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haben Sie es bereut, dass Sie nicht bei der Weltmeisterschaft haben mitspielen können?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich die Möglichkeit habe, in der Nationalmannschft zu spielen, mache ich das schon gerne, wie etwa in Turin. Aber eine WM kommt immer wieder, die Gelegenheit den Stanley Cup zu gewinnen, kommt vielleicht nur einmal im Leben. Uwe Krupp weiß das sehr gut und er versteht das auch..&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt ja mittlerweile einige deutsche Spieler in der NHL. Kennt man sich, tauscht man sich untereinander aus?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja sicher. Ich telefoniere regelmässig mit Denis Seidenberg und mit Christian Erhoff und wenn wir gegeneinander spielen, dann gehen wir auch abends zusammen essen. Wir sind vielleicht nicht unbedingt die engsten Freunde aber wir kennen uns ja schon von klein auf, aus der Jugendmannschaft in Deutschland. Und hier in Amerika diesen Rückhalt zu haben ist sehr angenehm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Tarifstreit und der folgende Lockout in der Saison 2004-2005 hat der NHL massiv geschadet. Die Einschaltquoten gingen zurück, die Fans blieben weg. Ihnen persönlich scheint der Lockout jedoch sogar eher gut bekommen zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, der Lockout war das Beste was mit passieren konnte. Ich bin ja nur durch den Lockout Stammspieler geworden. Ich hatte in der Lockout-Saison die Gelegenheit, mich in der niedrigklassigeren Liga AHL mit meiner Leistung zu empfehlen und aufzufallen. Das hat mit gut getan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Lockout scheint Ihrer ganzen Mannschaft gut getan zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, wir haben bei dem Neustart acht neue, junge Spieler dazu bekommen. Wir sind jetzt wesentlich schneller und gefährlicher. Die neuen Regeln kommen uns auch entgegen. In Ottawa wird seit vielen Jahren vom Stanley Cup geredet. Heuer haben wir auch die Mannschaft um das endlich wahr zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie ist denn im Moment die Stimmung in Ottawa?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist verrückt. In Kanada ist Eishockey Nationalsport. Jeden Tag wird darüber berichtet, die ganze Stadt ist auf den Beinen. Es ist ein Gefühl wie im letzten Sommer in München während der Fußball-WM. Man geht in den Biergarten und alle reden nur über Eishockey.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sind Sie ein Star in Ottawa?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Leute kennen mich auf der Strasse. Aber es ist nicht unangenehm, sie unterstützen einen, sid hilfsbereit, wünschen einem viel Glück. Es macht sehr viel Spass im Moment und es motiviert ungemein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wann kommen Sie denn das nächste Mal nach Deutschland?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich den Stanley Cup gewonnen habe.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8980460757984327969?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8980460757984327969'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8980460757984327969'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/05/nur-noch-peinlich-nhl-eishockey-star.html' title='&quot;Nur noch peinlich&quot; - NHL Eishockey Star Christoph Schubert ärgert sich, dass sich in Deutschland kein Mensch für ihn interessiert'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-846197744928705752</id><published>2007-05-14T08:04:00.000-07:00</published><updated>2007-05-14T08:05:47.175-07:00</updated><title type='text'>Opfer des Systems - Flyod Landis will ab heute in Malibu seine Unschuld beweisen</title><content type='html'>New York. Viel Neues hatte der vorbehaltliche Tour de France-Gewinner Floyd Landis zum Beginn seiner Anhörungen durch die amerikanische Anti-Doping Agentur USADA am Dienstag in Kalifornien nicht zu sagen. Das französische Labor, das seine Proben untersucht hatte, sei korrupt und inkompetent, es werde gegen ihn und seine Kollegen eine Hexenjagd veranstaltet und das gesamte System der Dopingbekämpfung im Leistungssport trete die Grundrechte der Athleten mit Füssen predigte er während einer Telefon-Pressekonferenz zum wiederholten Mal. Dass die Journalisten diese Litanei schon zum Überdruss kennen, war Landis allerdings wohl bewusst und so bot er ihnen ein wenigstens kleines Bonusschmankerl, um ihnen seine Story schmakhaft zu machen: Die USADA, enthüllte Landis, habe ihm eine Kronzeugenregelung angeboten, wenn er gegen Lance Armstrong aussage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Angebot, als Kronzeuge gegen seinen ehemaligen Chef aufzutreten, erzählte Landis, sei gleich zu Beginn des Verfahrens gegen Landis vom Generalsekretär der amerikanischen Anti-Doping-Behörde Travis Tygart an Howard Jacobs, einen von Landis’ mittlerweile zahlreichen Rechtsanwäten, ergangen. Tygart, so Landis, habe Jacobs zugesichert, dass Landis die „geringst mögliche Strafe“ bekäme, wenn er gegen einen „Radfahrer, der noch größer“ als er selbst sei aussage. Ein solch unmoralisches Ansinnen, führte Landis weiter aus, hätten er und sein Team jedoch keiner Reaktion für würdig befunden. „Es ist bestenfalls beleidigend“, sagte Landis. Und : „Es sagt alles über den Charakter dieser Leute aus.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die USADA weigerte sich indes Landis auf den Leim zu gehen und die Behauptung zu verifizieren.  Nur wenn Landis ihn von der Pflicht befreie, laufende Verfahren nicht zu kommentieren, so der USADA Generalsekretär Travis Tygart, würde er etwas zu Landis’ „Unfug“sagen. Landis-Sprecher Michael Hanson konterte Tygarts Stellungnahme mit der Bemerkung, dass eine Befreiung der USADA von ihrer Schweigepflicht auch keinen Unterschied mehr ausmache, weil „nichts, was die USADA bisher von sich gegeben hat, auch nur entfernt mit der Wahrheit zu tun hat.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man Landis und seiner Verteidung glaubt, stecken die USADA, ihre Dachorganisation WADA, das Anti-Dopinglabor in Frankreich und überhaupt der gesamte organisierte Sport unter einer Decke. Das gemeinsame Ziel dieses Kartells sei  es, prominente Sportler in Schauprozessen der Öffentlichkeit zum Fraß vorzuwerfen um damit ihre eigene Existenz zu rechtfertigen.  Das Labor in Chatenay Malabry habe etwa mit „pseudo-wissenschaftlichen Methoden“ gearbeitet und seine Proben verpfuscht, manipuliert und überdies Landis Persönlichkeitsrechte verletzt, in dem es Details seines Falles der Presse preisgegeben habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insider halten indes eine derartige gezielte Böswilligkeit der Institutionen, wie Landis sie konstruieren möchte, für eher unwahrscheinlich. Dr. Andreas Breidbach, langjähriger Mitarbeiter von Professor Schänzer im Anti-Doping-Labor in Köln, etwa sagt, „Es wird den Labors immer unterstellt, sie seien hinter den Athleten her. Das stimmt nicht. Den Leuten in den Labors ist das doch egal.“ Die Verteidigungsstrategie von Landis hält Breidbach indes für aussichtslos. Landis’ Anwalt, Howard Jacobs, so Breidbach, habe schon in mehreren Fällen in den USA versucht mit der gleichen Argumentation gegen positive Dopingproben vorzugehen – stets ohne Erfolg. Die Verfahrensfehler, die Jacobs dem Labor in Frankreich verwerfe, so Breidbach, seien nicht glaubhaft: „Es ist nicht vorstellbar, dass die da so geschlampt haben sollen. Auf solch dünnes Eis würden die sich nie begeben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So geht es Landis in Wirklichkeit wohl darum, im Verlauf dieses Prozesses zumindest die amerikanische Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass er Opfer einer wildgewordenen Lynchjustiz ist. Dass Landis’ Anwälte es erzwungen haben, das Verfahren öffentlich zu machen, war bereits ein Punktsieg in diesem Public-Relations Kampf. Wie sein ehemaliger Chef will Landis wenigstens sein Renomee und somit seinen Marktwert in den USA retten. Dem vorwiegend europäischen Radsportzirkus kann das hingegen egal sein. Die Tour de France hat etwa schon jetzt Landis aus ihrer Siegerliste gestrichen. Egal, was in den nächsten zehn Tagen in Kalifornien passiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-846197744928705752?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/846197744928705752'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/846197744928705752'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/05/opfer-des-systems-flyod-landis-will-ab.html' title='Opfer des Systems - Flyod Landis will ab heute in Malibu seine Unschuld beweisen'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-6199856467284191487</id><published>2007-05-11T13:13:00.000-07:00</published><updated>2007-05-11T13:15:05.080-07:00</updated><title type='text'>Pocahontas wusste es besser - Interview mit Klaus Theweleit über das Jamestown Jubiläum und das amerikanische Selbstverständnis</title><content type='html'>taz, 11.5.2007&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klaus Theweleit ist Professor für Kunst und Theorie an der Akademie der Künste in Karlsruhe. 1999 veröffentlichte er  „Pocahontas in Wonderland“ eine Studie zur Legende um das Indianermädchen Pocahontas und den englischen Siedler John Smith. Das Buch demontiert den amerikanischen Gründungsmythos von der rot-weissen Romanze und schreibt die amerikanische Geschichte neu, indem es Amerika als koloniale Projektion Europas konstruiert. Pocahontas und Smith lebten in Jamestown, der ersten dauerhaften britischen Kolonie in Amerika, die an diesem Wochenende 400 Jahre alt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herr Theweleit, am kommenden Wochenende feiern die USA mit großem Tamtam den 400ten Jahrestag der Gründung von Jamestown in Virginia. Was feiern die Amerikaner da eigentlich?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst einmal feiern sie die Tatsache, dass 1607 drei britische Schiffe an jenem Fluss landeten, den sie später nach ihrem König den James River nannten. Die Besatzungen gründeten die erste dauerhafte englische Siedlung auf amerikanischem Boden. Es war die Gründung der englischsprachigen USA, wie wir sie heute kennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was bedeutet das Ereignis heute für die Amerikaner?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die populäre Imagination wird bis heute vor allem von der Pocahontas Legende geleitet. Pocahontas war die Tochter des Algonquin-Häuptlings Powahatan. Powahatan wollte nach dieser Legende dem gefangen genommenen Engländer John Smith den Schädel zertrümmern, doch seine Tochter rettete Smith das Leben. Daraus entspinnt sich eine gemischtrassige Liebesgeschichte, die später zum amerikanischen Gründungsmythos erwächst. Es ist allerdings höchst zweifelhaft, ob sich diese Ereignisse auch zugetragen haben. Der Lebensrettungsakt durch Pocahontas taucht in John Smiths Aufzeichnungen erst 1624 auf, in den ersten Berichten der Mission fehlt er vollständig. Zur großen Romanze wird die vermeintliche Verbindung von Pocahontas und Smith erst durch die Romane von John Davis aus dem frühen 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Welches Selbstbild entwirft Amerika durch den Pocahontas-Mythos?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tatsache, dass Pocahontas aus Liebe zu den Siedlern überläuft, wird als Berechtigung der Kolonialisten zur Landnahme gedeutet. Pocahontas wird zu einer zentralen Figur der Kolonialisierung. Ihre Geschichte wurde allerdings im Laufe der Zeit immer wieder zur Untermauerung des jeweils aktullen Diskurses umgedeutet. So gab es in den Siebziger Jahren einen großen Streit unter Feministinnen, ob Pocahontas eine Verräterin war oder ob der freie Liebesakt nicht vor allem eine Emanzipation von der Vaterkultur war. Neil Young gesteht in der Hippie-Zeit in seinem Pocahontas-Song den Indianern ihr eigenes Land zu, schwelgt jedoch gleichzeitig in Fantasien davon, mit Pocahontas zu schlafen. Im Disney-Film Pocahontas von 1995, mitten in der Ära der Political Correctness, ist Pocahontas eine Figur, die für die Versöhnung der Rassen und für Gleichberechtigung steht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ära der Political Correctness ist ja nun vorbei. Was erwarten Sie anlässlich der diesjährigen Feiern für Neuinterpretationen von Pocahontas?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin darauf gespannt. Es wird sich sicherlich vor dem Hintergrund von 9-11 und dem Kampf gegen den Terror abspielen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man eine Pocahontas aus dem Iran oder aus Afghanistan erfindet. In Afghanistan ist das ja schon versucht worden, mit den Bildern von Frauen, die sich von der Burka befreien und zur Wahlurne gehen. Wann immer kolonialistische Interessen verfolgt werden, wird das  gerne mit dem Vorwand der Emanzipation verbrämt. Die Rhetorik von Freedom and Democracy wird stets mit rassistischen Motiven untermauert. Und dafür eignet sich Pocahontas bestens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das heißt Pocahontas muss für die Legitimierung des Kolonialisms herhalten. Und das gelingt mittels der Verwandlung der historischen Pocahontas-Geschichte in eine Love-Story.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, da ist zum einen die Love-Story. Der andere zentrale Aspekt ist die Religion. In Wirklichkeit hat ja  Pocahontas den Siedler John Rolfe geheiratet. Rolfe bringt sie nach England und lässt sie taufen. Sie wird dem englischen Hof als Beweis dafür vorgeführt, dass die Wilden gar nicht so schlimm sind. Pocahontas  macht Reklame für die Kolonien. Es gab damals in England zwei Fraktionen, die eine, die an die Missionierung glaubte, also daran, dass die Ureinwohner einen guten, christianisierbaren Kern besitzen und die andere Fraktion, die für Landnahme und Ausrottung war. Pocahontas sprach eindeutig für die Missionierung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber die Landnahme und die Ausrottung haben sich doch in den USA durchgesetzt. Die Pocahontas-Legende hat es scheinbar nicht geschafft, das nationale Selbsbewusstsein zu bestimmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es konkurrieren in den USA zwei Gründungsmythen. Da ist Jamestown auf der einen Seite und die puritanische Siedlung Plymouth in Massachussetts auf der anderen Seite. Und obwohl Plymouth erst 14 Jahre nach Jamestown gegründet wurde, ist Plymouth der deutlich erfolgreichere Mythos. Sie werden beim Plymouth-Jubiläum wesentlich ausgiebigere Feierlichkeiten erleben, als jetzt in Jamestown.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Woran liegt das?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das liegt vor allem am amerikanischen Sezessionskrieg, gemeinhin Bürgerkrieg genannt. Plymouth ist der Mythos des Nordens, Jamestown der des Südens. Bis zum Bürgerkrieg beriefen sich die USA auf Jamestown, seit dem Sieg des Nordens eher auf die Mayflower, die in Plymouth gelandet ist. 1848 wurde noch ein Gemälde von Pocahontas’ Taufe für das Kapitol in Washington angefertigt. 1864 wurde es wieder getilgt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und mit Plymouth hat sich das Paradigma der von Gott gewollten Landnahme durchgesetzt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja genau, das steckt dem ganzen Bible Belt und den George Bush-Wählern in den USA tief in den Knochen. Sie haben im Namen des Herren Amerika erobert und sie werden es nicht so schnell wieder hergeben. Das ist wie die Argumentation der Israelis gegenüber den Palästinensern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie versuchen in Ihrem Buch dem Pocahontas-Mythos die Realität von Jamestown gegenüber zu stellen. Welches Bild müsste sich Amerika von sich selbst machen, wenn es sich nicht auf den Mythos sondern auf die historische Wirklichkeit beriefe?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pocahontas hat bis zu ihrem Tod zusammen mit John Rolfe in Jamestown als Tabakfarmerin gelebt. Zunächst einmal müsste man eingestehen, dass die wirtschaftliche Grundlage der Kolonie Tabak war – was heutzutage im Zug der Anti-Drogen-Hysterie undenkbar wäre. Im Disney-Film etwa bauten die Siedler Mais an. Darüberhinaus müssten die USA ihre Geschichte des gewaltsamen Kolonialismus eingestehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil die Ehe zwischen Rolfe und Pocahontas eine funktionierende gemischtrassige Verbindung war und somit der Zwangsläufigkeit des Genozids widerspricht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz genau. Bis zum Bürgerkrieg galt Pocahontas als „mother of us all“, als Mutter Amerikas. Wer den Mischlingssohn von Pocahontas und Rolfe, Thomas Rolfe, in seinem Stammbaum nachweisen konnte, gehörte zu einer Art amerikanischem Hochadel. Doch nach 1864 wurde Rassenmischung in Amerika ausgeschlossen. Wenn sich das Paradigma Jamestown durchgesetzt hätte, wäre die amerikanische Geschichte sicher ganz anders verlaufen. Die USA wären von der Rassenmischung her eher Mexiko ähnlich geworden. Der Konflikt zwischen Norden und Süden hätte so nicht stattgefunden, das Schwarzenproblem hätte es nicht in dieser Form gegeben. Stattdessen ist heute jedoch der Völkermord gerichtlich anerkannt und man ist sogar stolz darauf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber es gibt doch in den USA auch schon seit langer Zeit alternative Geschichtsschreibungen und Revisionen. Es gibt doch reichlich Stimmen, die den Genozid zugeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, sicher, es gibt ja nicht nur ein Amerika. Ich sage immer, es gibt mindestens 20 Amerikas. Das Land ist tief  gespalten. Die Großstädter an der Ostküste werden sicher ohne zu Zögern den Genozid an den Indianer eingestehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was bedeutet denn das Jamestown-Jubiläum für Europa?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jamestown hätte Europa viel zu sagen. Anhand von Jamestown könnten Europa und Amerika beide ihre koloniale Vergangenheit reflektieren. Shakespeare, das zeige ich in meinem Buch, hat schon 1610  in seinem Stück The Tempest („Der Sturm“) darüber nachgedacht, was die Neue Welt für die alte Welt bedeutet und wie sie sich gewissermassen gegenseitig kolonialisieren. In diesem Sinne könnte man beispielsweise auch über den Kultur-Kolonialismus reden, der von Amerika ausgeht.  Es gäbe also viel, über das zu reden wäre, aber leider bedeutet den meisten Menschen hier in Europa Jamestown herzlich wenig. Das merke ich schmerzlich an der Auflage meines Buches.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-6199856467284191487?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6199856467284191487'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6199856467284191487'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/05/pocahontas-wusste-es-besser-interview.html' title='Pocahontas wusste es besser - Interview mit Klaus Theweleit über das Jamestown Jubiläum und das amerikanische Selbstverständnis'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-2901174663547080161</id><published>2007-05-07T11:19:00.000-07:00</published><updated>2007-05-07T11:20:09.248-07:00</updated><title type='text'>Danebenbenommen - Die Queen beim Kentucky Derby</title><content type='html'>Irgendwie hat ja der gesamte USA-Besuch der Queen einen seltsamen Beigeschmack. Anlass für die Reise war nämlich die Gründung der ersten britischen Kolonie auf amerikanischem Boden in Virginia vor genau 400 Jahren. Hätte die britische Monarchin das souveräne Amerika würdigen wollen, wäre sie schon im Januar über den Ozean geflogen, als das 230te Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung begangen wurde. Stattdessen fuhr sie jedoch jetzt nach Jamestown, wo im Mai 1607 der Kapitän ihrer Majestät John Smith den ersten Union Jack in amerikanischen Boden pflanzte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihr weiterer Reiseplan unterstrich diese koloniale Attutüde. Präsident Bush bekam zwar auch eine Audienz aber erst an dritter Stellle im königlichen Terminkalender. Davor stand noch der Besuch beim Kentucky Derby – dem britischsten  Ereignis, das die amerikanische Gesellschaft vorzuweisen hat. Das Derby gibt es seit 133 Jahren, explizit nach englischem Vorbild gegründet durch den Armeeoffizier Meriwether Lewis Clark. Clark gehörte einer der ältesten Familien der USA an - mehr Aristokratie ist in der neuen Welt nicht zu finden. Und mit seinen vielen exzentrischen Traditionen und Gebräuchen übertrifft das Derby Wimbledon leicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am ersten Samstag im Mai versammelt sich alles, was in Amerika Stammbaum und Namen oder wenigstens Geld hat auf der Ehrentribüne der Churchill Downs in Louisville, um die 20 blaublütigsten aller blaublütigen Zuchthengste eineinviertel Meilen – oder gut zwei Minuten – lang anzufeuern. Die Ladies tragen große Hüte, die Herren Frack und man verwettet diskret auch schon einmal ein paar Zehntausender auf sein Lieblingstier. Ein Hauch von Ascot weht an diesem Tag durch den Mittleren Westen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hätte die Queen wirklich Respekt vor der amerikanischen Eigenständigkeit, hätte sie sich indes ein Baseballspiel oder eine NBA-Partie angeschaut. Aber nein, es musste ein Pferderennen sein. Die Queen interessiert sich offenbar nicht für das Amerikanische an Amerika, sondern nur für das, was an den USA noch englisch ist. Und so fühlte die Queen sich in Louisville so richtig zu Hause. Dazu trug sicherlich auch bei, dass die Leute Schlange standen, um einen Blick von ihr zu erhaschen – das Volk lag der Souveränin wie zuhause zu Füssen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Scheinbar jedenfalls, denn alteingesessene Derbyfans waren über Elizabeths Auftritt weniger erfreut. Alleine durch ihre viel zu schmale Hutkrempe und ihren viel zu moderaten Schmuck habe sie verraten, dass sie von Derby- Traditionen gar nichts verstehe. Schlimmer noch – sie habe weder einen Mint Julep (eine Mischung aus Minze und Kentucky Bourbon) gertunken, noch sich, wie eine echte Kentucky-Lady, einen Flachmann voller Whisky für den langen Tag per Klebeband am Oberschenkel befestigt. Louisville ist eben nicht Ascot, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht so aussieht. Ob die Queen es wahrhaben will oder nicht – die Kolonien haben sich auch in ihren kolonialsten Traditionen schon seit einiger Zeit vom Mutterland emanzipiert.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-2901174663547080161?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2901174663547080161'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2901174663547080161'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/05/danebenbenommen-die-queen-beim-kentucky.html' title='Danebenbenommen - Die Queen beim Kentucky Derby'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-138627418082869881</id><published>2007-05-02T13:02:00.000-07:00</published><updated>2007-05-02T13:05:01.250-07:00</updated><title type='text'>Öko-Zeitgeist in Manhattan</title><content type='html'>George Bush will nichts vom Kioto Protokoll wissen. Die Mehrheit der Amerikaner haben hingegen die Dringlichkeit des Klimaschutzes schon längst erkannt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.taz.de/dx/2007/05/03/a0093.1/text"&gt;http://www.taz.de/dx/2007/05/03/a0093.1/text&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-138627418082869881?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/138627418082869881'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/138627418082869881'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/05/ko-zeitgeist-in-manhattan.html' title='Öko-Zeitgeist in Manhattan'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-4185232766408589357</id><published>2007-05-01T08:18:00.000-07:00</published><updated>2007-05-01T08:21:52.029-07:00</updated><title type='text'>Das N-Wort: Wer darf "Nigger" sagen und wer nicht?</title><content type='html'>Es war beinahe so, als hätten sich die Publizisten von Jabari Asim den Vorfall ausgedacht. Gerade rechtzeitig zur Erscheinung von „The N-word“ -Asims Kulturgeschichte des Wortes „Nigger“ – bezeichnete der weiße Radio-Talker Dan Imus  die schwarze Frauenbasketballmannschaft der Rutgers University als „Nappy Headed Hos“ (kraushaarige Nüttchen) und wurde dafür von seinem Sender gefeuert. Die Affäre entfachte in den USA einmal mehr eine heiße Debatte über den Gebrauch abschätziger Begriffe für die schwarze Rasse und darüber, inwiefern solcher Sprachgebrauch „politically correct“ reglementiert werden sollte. „Nappy Headed Hos“ fällt eindeutig ebenso wie „Nigger“ in die Kategorie solcher Begriff und somit exakt in das Fachgebiet von Asim, einem schwarzen Literaturkritiker bei der Washington Post.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Grunde knüpft die jetzige Debatte da an, wo Philip Roth vor rund sieben Jahren aufgehört hatte. Die Figur Coleman Silk in Roths „Menschlichem Makel“ verlor ebenso wie Imus seinen Job, weil er die sprachpolizeilichen Grenzen der politischen Korrektheit überschritt, indem er das Wort „Spooks“ für zwei schwarze Studenten verwendete – ein Begriff, der zwar weniger scharf aber nicht weniger eindeutig ist als „Nigger“ oder „Ho“. Roth führte freilich die Hexenjagd gegen Silk ad abusrdum, indem er seine Figur als Schwarzen entwarf, der seine rassische Identität verleugnet hat, um in der weißen Gesellschaft zu reüssieren. Unter dem Strich war für den liberalen Juden Roth das wirkliche Übel das Denken in rassischen Mustern, das Fronten aufbaut und eine Reglementierung auch des sprachlichen Umgangs der Gruppen miteinander überhaupt erst notwendig macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Asim liegen die Dinge hingegen nicht so einfach. Er glaubt zwar auch, dass Bezeichnungen wie „Nigger“ (oder auch Hos und Spooks sowie verwandte Bezeichnungen wie Jigaboo, Coon, Pickaninny oder Buck) sicherlich in einer Gesellschaft, in der es vollständige rassische Gleichberechtigung gibt, ihre Bedrohlichkeit verlören. So weit sei Amerika aber noch lange nicht und bis es so weit ist, findet Asim, solle man im öffentlichen Raum tunlichst davon absehen, mit solch explosivem Material zu hantieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun handelte es sich bei Don Imus’ Ausrutscher nicht einfach um die Gedankenlosigkeit eines weißen Suprematisten. Jedenfalls behauptete Imus nachträglich – und das verkompliziert die Sache ungemein – dass er den Hip Hop im Sinn gehabt habe, als er von Nappy Headed Hos sprach. Im Hip Hop und überhaupt in der schwarzen Subkultur werden Bezeichnungen wie Nigger oder Ho mit einer ganz anderen Konnotation verwendet, als im weißen Mainstream. Wenn sich Schwarze gegenseitig als „Nigger“ oder „Ho“ bezeichnen, wie das in Zeiten des Hip Hop üblich geworden ist, dann suggeriert das, wie selbst Asim zugibt, eine Form von liebevoller Zuneigung und Intimität.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dürfen Weisse wie Imus das dann aber auch? Es gibt Schwarze, die finden das durchaus. Der schwarze Komiker Dave Chapelle etwa sieht den nicht-schwarzen Gebrauch rassistischer Verunglimpfungen in Zeiten ihrer Wiederaneignung durch die schwarze Subkultur als etwas ausgesprochen Positives. „Ich liebe die Ironie darin. Wann immer ich höre, wie ein weißer Jugendlicher einen anderen „Nigger“ nennt, muss ich grinsen. Es demonstriert doch vor allem die Dominanz der schwarzen Popkultur und es ist, wie ich finde, das Beste, was sich seit langem im Verhältnis zwischen den Rassen getan hat.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine solche Argumentation ist Asim jedoch zu dialektisch und zu gefährlich. Solange „das weiße Amerika“ wie er verallgemeinernd schreibt, „seine Schizophrenie zwischen Freiheitsliebe einerseits und Intoleranz andererseits“ nicht aufgelöst habe, müsse man bei den Sprachspielen Vorsicht walten lassen. Die Frage ist allerdings ob solche Zurückhaltung die Probleme eher löst oder eher zementiert.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-4185232766408589357?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4185232766408589357'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4185232766408589357'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/05/das-n-wort-wer-darf-nigger-sagen-und.html' title='Das N-Wort: Wer darf &quot;Nigger&quot; sagen und wer nicht?'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-7560046609117842452</id><published>2007-04-12T05:07:00.000-07:00</published><updated>2007-04-12T05:17:03.362-07:00</updated><title type='text'>Die Show geht weiter - Der Jazz kehrt zurück nach Harlem</title><content type='html'>DIE ZEIT, 12. April 2007&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bob Cunningham ist tief über seinen Kontrabass gebeugt. Seine Augen sind geschlossen, die Finger seiner linken Hand fliegen über die Saiten, als wäre die Harlemer Jazzlegende 23 und nicht 73. Immer neue Ornamente und Modulationen für den Miles Davis Klassiker „So what“ entringt Bob seinem Instrument. „Yeahh“, entfährt es dem jungen Saxophonisten Sedric, der mit geschlossenen Augen dem Solo seines Kollegen lauscht und dabei mit der Stiefelspitze den Takt klopft. „Yeaaaaahhh“, stimmen die etwa 30 Zuhörer zu, die auf ihren Klappstühlen Knie an Knie sitzend zum Rhytmus hin und her wippen und Bobs Quartett bis auf Zentimeter zu Leibe rücken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Cunningham huscht ein Lächeln über das Gesicht – das sind die Momente, die er liebt. „Einen direkteren Kontakt zum Publikum als hier gibt es nicht“, sagt er später, nach dem Konzert, während er zusammen mit Sedric, dem Sänger Rudel Drears und der Gastgeberin Marjorie Eliot im Halbdunkel von Majories spärlich beleuchteten und jetzt leeren Wohnzimmer sitzt und an einen warmen Apfel-Cidre nippt. Solche Momente, so Bob, ein hagerer schwarzer Mann mit ausdrucksvollen Gesichtszügen, erinnern ihn daran, warum er sich vor vielen Jahrzehnten dazu entschlossen hat, den dornigen Lebensweg eines Jazzmusikers zu gehen. Und sie sind der Grund, warum er jeden Sonntag wieder zu Marjoire kommt, um im Wohnzimmer ihres einst wohl eleganten aber dringend renovierungsbedürftigen Apartments an der 160ten Straße im nördlichen Harlem Hausmusik zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Jazzer ist diese Art des Musizierens die einzige Wahre – viel eher jedefalls als die exakt getimten 45 Minuten Sets in den teuren Jazzclubs des weißen Manhattan. Sie ist so alt wie der Jazz selbst:  Hausmusik wurde schon auf den Samstagabend-Barbeques bei den Plantagen  im Süden gemacht und später bei den berühmten Rent-Partys  im Harlem der 30er Jahre, als es üblich war, sich Musiker ins Haus zu holen und gegen einen geringen Eintritt Parties zu veranstalten, um die Miete für den nächsten Monat zusammen zu kratzen. „Boogies, Skuffles, Shin-Digs oder Shake-Me-Downs“ hießen diese Parties. Und sie kommen wieder in Harlem.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Marjorie, eine spindeldürre schwarze Frau unbestimmbaren Alters mit schwarz-grau-roten, drahtigen Haaren, öffnet jeden Sonntag ihre Wohnung für Fremde, Freunde und Jazzfans. Die ehemalige Bühnenschriftstellerin fing mit den Sonntagskonzerten an, weil an einem Sonntag ihr Sohn gestorben war und sie Sonntags Musik und Menschen um sich herum haben wollte, damit sie nicht der Schwermut verfällt. Der Gedanke, ihre Melancholie mit solchen intimen Konzerten zu vertreiben, lag für Marjorie auf der Hand. Musik und Menschen im Haus zu haben war für sie von klein auf der Inbegriff des Lebens selbst – sie kannte das aus ihrer Kindheit im Ghetto in Philadelphia und vor allem aus den 50er und 60er Jahren in Harlem noch, als in dem Apartmenthaus an der Edgecombe Avenue auf dem Sugar Hill, in dem sie lebt, keine geringeren als Duke Ellington und Count Basie lebten und als, wie Marjorie sich erinnert, „immer irgendwer Jazz machte.“ Zu einem Konzert gehörten nicht mehr als zwei oder drei Musiker und eine Handvoll Zuhörer und es konnte jederzeit und überall passieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur eine Viertelstunde Fußweg von Marjories Apartment an der Edgecombe Avenue entfernt öffnet der Saxophonist Bill Saxton Freitagabends den Keller seiner Gründerzeitvilla an der 133ten Strasse, einer idyllischen, mit Bäumen bepflanzten Wohnstraße mitten im berühmtesten Schwarzenghetto der Welt. Der Raum hinter einer ganz gewöhnlichen Wohnungstür im Tiefparterre erinnert ein wenig an einen Partykeller – Barhocker stehen um eine Handvoll brusthohe Cocktailtische, die Wand ist mit bunten Partylichtern und  Postern von Jazzgrößen wie Dizzy Gillespie und Charlie Parker behangen. Zehn, höchstens zwölf Leute passen bequem hier herein und sie müssen sich gegen die Wand drängen um nicht halb auf der Bühne zu sitzen. Schwarze Paare aus der  Nachbarschaft und ein paar weiße Jazzliebhaber von Downtown haben sich ihr eigenes Bier und ihren eigenen Wein mitgebracht und geben sich bis drei Uhr am Samstagfrüh den kompromislosen Hardbop-Improvisationen Saxton’s und seiner drei begabten Mitspieler hin – einem Drummer, einem Pianisten und einem Bassisten, die , wie Bill sagt, alle zusammen nicht älter sind als er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe überhaupt nicht gemerkt, dass ich zwei Stunden gespielt habe“, sagt Bill, als er kurz nach Mitternacht Pause macht und sich an einem Tisch in der Ecke seines Kellers eine Portion Fisch mit Reis von einer Bude um die Ecke auf der Lenox Avenue genehmigt. Dabei grinst der glatzköpfige, kräftige Mann mit den dunklen Ringen unter den Augen sichtlich zufrieden. Sich so dem Flow der Improvisationen, dem Groove des Abends überlassen zu können ist der Luxus, den Bill an seinem eigenen Club wohl am meisten genießt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bill’s Place“ nennt Saxton stolz seinen Kellerclub, mit dem er sich im letzten Drittel einer langen Jazzer-Karriere einen Traum erfüllt  hat. Dass er den Club in Harlem und nirgendwo sonst eröffnet, stand für Bill dabei nie in Frage, obwohl er um die ganze Welt getourt ist und in wohl jedem Club in ganz New York gespielt hat. „Ich bin in Harlem geboren und aufgewachsen. Wenn ich nicht die Tradition des Harlemer Jazz fort führe – wer soll es denn sonst tun?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie direkt er an die große Zeit des Harlemer Jazz anknüpft, stellte Bill erst fest, nachdem er das Haus an der 133ten gekauft hatte. Ein Jazzhistoriker brachte ihn erst darauf, dass die 133te in den 20er Jahren als „Swing Street“ bekannt war und das Zentrum der bekannten Jazzwelt darstellte. Unter Duldung der stets großzügig eingeladenen und bewirteten Polizisten war hier während der Prohibition ein Speakeasy am anderen – Privatclubs, in denen Alkohol ausgeschänkt und gestrippt wurde und in denen die ganze Nacht zu Jazz getanzt wurde. Dort, wo heute Bill’s Place ist, war damals das legendäre „Nest“ in dem Willie „The Lion“ Smith, Billie Holliday und Duke Ellington sich die Türklinke in die Hand gaben, bevor der Jazz nach dem Krieg nach Downtown abwanderte und sich an der 52ten Strasse ansiedelte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch auch nachdem die 52te Strasse mit den berühmten Clubs Birdland, Carousel oder Onyx als Hauptstrasse des Jazz der Swing Street den Rang ablief, behielt der Jazz in Harlem noch lange seine eigentliche New Yorker Heimat. „Als ich jung war“, erinnert sich Bill an die 50er Jahre, „ist man auf dem Fußweg von der 145ten Strasse zur 125ten an mindestens einem Dutzend Clubs vorbei gekommen. Ich habe damals als Zeitungsjunge gearbeitet und auf der Lenox Avenue war ein Plattenladen am anderen, die Lautsprecher an der Außenseite angebracht hatten. Man konnte damals in Harlem gar nicht anders, als mit dem Jazz aufzuwachsen.“ Die Größen der Szene wie John Coltrane, Gillespie oder Thelonius Monk ließen es sich nicht nehmen, nach ihren vornehmen Engagements für die weiße Society Downtown nach Harlem zu kommen und in Clubs wie dem erst jüngst wieder eröffneten Minton’s Playhouse für das eigene Stadtteilpublikum eine Zugabe zu geben. Die Uptown Clubs waren das, was man hier „Hangs“ nennt – Orte, wo die Leute aus der Nachbarschaft regelmässig „rumhängen“, wo jeder jeden kennt und wo der Musiker das Gefühl hat, für die Familie zu spielen; wo man entspannen und einfach gehen lassen konnte und wo genau deshalb oft die großartigsten Improvisationen entstanden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber dann kamen die 70er Jahre und mit ihnen die Drogen und die Bandenkriege. Harlem verslumte, das Nachtleben starb. Kein Weißer traute sich mehr über den Äquator der 110ten Strasse hinaus und die schwarze Mittelschicht wanderte in die Vororte ab. Der Jazz wurde vom Hip Hop abgelöst. Die schwarzen Jazzmusiker spielten entweder in den neuen Clubs im Greenwich Village oder, wie Bill, in Europa.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch seit Beginn der 90er Jahre ist Harlem wieder im Kommen und mit dem Stadtteil lebt auch der Jazz wieder auf. Ein knappes Dutzend Clubs gibt es mittlerweile und die New Yorker Jazzszene orientiert sich zunehmend wieder nach Norden. Im St. Nick’s Pub an der 148ten Straße, dem ersten Club, der wieder eröffnete, sagt Bill, ist das Niveau der Jam Sessions so hoch, dass sich nur die besten Musiker von Downtown trauen, sich dort „die Ellbogen zu reiben“ wie der musikalische Wettbewerb im Jazz-Slang heißt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erstaunlich dabei ist, dass es reichlich Nachwuchs gibt. Regelmässig sieht man, wie Musiker von Mitte 20  mit den älteren wie Marjorie, Bob und Bill, die die goldenen Zeiten des Harlemer Jazz noch selbst erlebt haben, zusammen spielen. Oft stehen bei den wilden, allnächtlichen Jams im St.Nick’s Pub – einer ziemlich herunter gekommen Kellerpinte mit gerade einmal sechs Tischen und einer Bar – junge Trompeter oder Saxophonisten auf, denen man mit ihrer Hängehosen- und Wolmützenmontur eigentlich eher 50 Cent als John Coltrane zuordnen würde. Und Montagsabends sitzt in dem erst 2000 restaurierten  legendären Art-Deco Club Lenox Lounge die 25 Jahre alte Luciana aus der Bronx am Schlagzeug und schlägt so lässig den Rhythmus, das man sofort merkt – sie hat ihr Leben lang nichts anderes getan. „Ich bin mit Jazz aufgewachsen“, bestätigt sie dann auch, „mein Vater hat Schlagzeug gespielt, meine Mutter Saxophon.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch wenn es in Harlem lange Zeit keine Clubs mehr gab und auch wenn Hip Hop scheinbar alles überschattete – der Jazz ist in der schwarzen Community nie gestorben. „Jazz gehört einfach zu unserer Kultur“, sagt etwa Celeste Supp, die erst das St. Nick’s Pub geleitet und später das Minton’s an der 118ten Strasse nach 30 Jahren wieder eröffnet hat. „Das ist wie Grünkohl“, vergleicht die schillernde einäugige Promoterin mit dem riesigen roten Rasta-Kopf den Jazz mit einem der traditionellen schwarzen Südstaaten-Gerichte, die es in Harlem an jeder Ecke gibt. Nathan Lucas – der Bandleader des Orgel-Trios, in dem die junge Luciana Montags trommelt, erzählt: „Bei uns zu Hause gab es immer Jazz . Ich habe in den 80er Jahren zwar auch eine Weile den Hip Hop-Trend mit gemacht. Aber mit der ganzen Verherrlichung von Gewalt und Kriminalität wollte ich nichts mehr zu tun haben. Deshalb habe ich mich wieder auf den Jazz besonnen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass es jetzt wieder Möglichkeiten gibt, in Harlem zu spielen, ist für Nathan und für die meisten anderen Musiker auf der Harlemer Jazz-Szene ein großes Glück. Patience Higgins, der Bandleader des „Sugar Hill Quartett“, das jeden Montag in der Lenox Lounge und jeden Mittwoch im Minton’s spielt sagt: „Wenn man hier auf der Bühne steht kann man gar nicht anders, als daran zu denken, wer vor einem alles hier gestanden hat – Monk, Gillespie, Parker. Es ist schon etwas ganz besonderes.“ Ausserdem, so Higgins, sei in einem Harlemer Club zu spielen, eben so, wie für die Familie zu spielen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von der Wand hinter der Bühne des Minton’s prangt das Originalwandgemälde von 1948 aus dem alten Club. Es zeigt eine Gruppe von übenden Jazzern in einem winzigen Schlafzimmer. Eine Dame ist auf dem Bett eingeschlafen, der Schlagzeuger spielt mit einem Kehrbesen auf einer Zeitung. Das ist das Vorbild, der Gedanke des Harlemer Jazz – Musik nicht als Veranstaltung, sondern immer und überall. Und das ist auch heute wieder der Geist des Harlemer Jazz in den neuen und alten Clubs, den Cafes mit ihren Nachmittagskonzerten und den halbprivaten Wohnungsgigs.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sonntagsabends beispielsweise trifft sich die Szene im Clubhaus eines Kriegsveteranenvereins an der 132ten Strasse. Der „American Legion Post“ ist ein Kellerraum mit fünf Tischen und einer Theke, an der ältere schwarze Männer im Anzug und mit Armeemützen sitzen. In der kleinen Küche in der Ecke steht ein Koch in weißer Uniform und bereitet riesige Teller mit Hünchen, Reis und Bohnen im Harlemer Stil zu. Nachdem um zehn die Band angefangen hat, füllt sich der Raum jedoch nach und nach mit Musikern und Fans aus der ganzen Stadt. Viele haben Instrumente dabei, spielen zwischendurch ein paar Nummern, bekommen einen Solo und übergeben dann an den nächsten. Wer zur Band gehört und wer nicht, wird bald einerlei, die Musik gehört allen im Raum. So geht das weiter, bis in den Morgenstunden, so lange die Improvisationen tragen. „Wir feier hier jeden Sonntag ein Party“, sagt der australische Gitarrist JC, der seit 10 Jahren in Harlem lebt und schon ebenso lange jeden Sonntag in die American Legion kommt. Eine Party und kein Konzert. Jazz als reiner Vortrag, als hohe Kunst ist eben kein richtiger Jazz. Jazz ist vor allem Kommunikation und Gemeinschaft. Und das versteht man nördlich der 110ten Strasse noch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Info: Harlemer Jazz-Clubs&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Big Apple Jazz/EZ’s Woodshed&lt;br /&gt;2236 Adam Clayton Powell Jr. Blvd (131ste Straße) Tel.: 212 283 5299.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;EZ’s ist der perfekte Ausgangspunkt, um Harlemer Jazz zu erkunden. Das kleine Cafe hat bereits nachmitags geöffnet und ist Treffpunkt und Info-Börse der Szene. Musiker spielen hier zum Kaffee und werben damit für ihre Abendkonzerte. Überall liegen die Terminlisten der Clubs und Veranstaltungen aus und der Besitzer von EZ’s, Gordon Polatnick, bietet sogar private Führungen durch die Harlemer Jazzszene an. Auf seiner website gibt es eine Liste von Clubs und Jazzveranstaltungen in Harlem: www.bigapplejazz.com&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;American Legion Post&lt;br /&gt;248 West 132te Strasse 212-283-9701&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kostenslose Jam Session am Sonntagabend ab 7 Uhr im Clubhaus eines Veteranenvereins. Halb Familienfeier, halb Avantgarde-Jam, auf jeden Fall authentisch Harlem.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bill’s Place&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;148 West 133te Straße, zwischen Lenox und A.C. Powell Blvd., 212 281 0777&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Harlemer Jazzlegende Bill Saxton lädt Freitagsabends ab 10 Uhr in seinen Keller zu intimen Jam Sessions. Vorher anrufen und reservieren und Alkohol selbst mitbringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The Lenox Lounge&lt;br /&gt;288 Lenox Avenue, zwischen 124ter und 125ter Straße&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit der Renovierung vor fünf Jahren ist die Art-Deco Lounge wieder einer der elegantesten Jazz-Clubs in New York. Alles ist wieder so wie in den 20er Jahren, als Billie Holiday hier gesungen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Minton’s Playhouse&lt;br /&gt;210 West 118te Straße, zwischen 7. und St. Nicholas Avenue&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie die Lenox Lounge einer der legendärsten Harlem Clubs. Galt als Geburtsstätte des Bebop und hat nach 30 Jahren vor einem Jahr wieder eröffnet. Konzerte gibt es jeden Abend ab neun Uhr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Parlor Jazz bei Marjorie Eliot&lt;br /&gt;555 Edgecombe Avenue, Ecke 160te Straße Apartment 3F&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Marjorie Eliot öffnet jeden Sonntag ihre Wohnung im berühmten 555 Apartmenthaus, in dem schon Duke Ellington gewohnt hat, für Hausmusik. Die Konzerte beginnen ab 4 Uhr und sind für jedermann offen. Pünktlich erscheinen -.der Platz ist knapp.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;St. Nick’s Pub&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;773 St. Nicholas Blvd, Ecke 149te Straße, Tel.: 212 283 9728&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das St. Nick’s hat die Renaissance des Harlemer Jazz vor 15 Jahren ausgelöst. Die Atmosphäre ist kreativ und energiegeladen – jeden Abend treffen sich einige der besten jungen und älteren Jazzer der Stadt hier um bis in die Morgenstunden zusammen zu improvisieren und sich aneinander zu messen. Authentischer kann ein Jazzerlebnis nicht sein. Eintritt frei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Showman’s&lt;br /&gt;375 West 125te Straße, östlich der Morningside Avenue, Tel.: 212 864 8941&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Traditionsreicher Harlemer Club, in dem schon Lionel Hampton und Duke Ellington gespielt haben. Intime Atmösphäre, abendliche Vorstellungen mit den üblichen Harlemer Lokalgrößen ab halb neun bis spät in die Nacht&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-7560046609117842452?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7560046609117842452'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7560046609117842452'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/04/die-show-geht-weiter-der-jazz-kehrt.html' title='Die Show geht weiter - Der Jazz kehrt zurück nach Harlem'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-1579879653346259355</id><published>2007-04-05T09:59:00.000-07:00</published><updated>2007-04-05T10:01:22.985-07:00</updated><title type='text'>Fremde in der Küche</title><content type='html'>Die horrenden Mieten in der Stadt zwingen immer mehr New Yorker, immer länger in Wohngemeinschaften zu leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/hintergrund/?em_cnt=1105784&amp;amp;sid=a9ee34132cf9465c1e89ecf2910051b4&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-1579879653346259355?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1579879653346259355'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1579879653346259355'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/04/fremde-in-der-kche.html' title='Fremde in der Küche'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-6705601081765485267</id><published>2007-03-19T08:04:00.000-07:00</published><updated>2007-03-19T08:10:51.442-07:00</updated><title type='text'>Am Puls Manhattans</title><content type='html'>&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rf6n3sEqnkI/AAAAAAAAAA4/Y5Otc_G0EdE/s1600-h/IMG_7232.JPG"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5043653207866908226" style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rf6n3sEqnkI/AAAAAAAAAA4/Y5Otc_G0EdE/s200/IMG_7232.JPG" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ein Tag in der Grand Central Station &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.welt.de/reise/article761143/Hier_schlaegt_das_Herz_Manhattans.html"&gt;http://www.welt.de/reise/article761143/Hier_schlaegt_das_Herz_Manhattans.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-6705601081765485267?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6705601081765485267'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6705601081765485267'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/03/am-puls-manhattans.html' title='Am Puls Manhattans'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_kOdJf8DoICE/Rf6n3sEqnkI/AAAAAAAAAA4/Y5Otc_G0EdE/s72-c/IMG_7232.JPG' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-4765193308641822005</id><published>2007-03-11T19:34:00.000-07:00</published><updated>2007-03-11T19:36:03.645-07:00</updated><title type='text'>Rückkehr der Verdrängten</title><content type='html'>Trotz Bürgermeister Bloombergs Offensive gibt es in New York so viele Obachlose wie seit 25 Jahren nicht mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.taz.de/pt/2007/03/12/a0163.1/text"&gt;http://www.taz.de/pt/2007/03/12/a0163.1/text&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-4765193308641822005?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4765193308641822005'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/4765193308641822005'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/03/rckkehr-der-verdrngten.html' title='Rückkehr der Verdrängten'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5804133749192872703</id><published>2007-03-08T07:13:00.000-08:00</published><updated>2007-03-08T07:15:01.763-08:00</updated><title type='text'>Starbucks verweigert Äthiopien das Recht an den eigenen Kaffeemarken - Herstellerland will Namen in USA schützen lassen</title><content type='html'>Die weltweite Kaffeehauskette Starbucks stellt sich gerne als Vorkämpferin des Fair Trade dar und versäumt kaum eine Gelegenheit darauf hinzuweisen, was sie alles für die Länder und Regionen tut, aus denen sie ihren Kaffee bezieht. Deshalb tut es den Konzernoberen in Seattle wohl besonders weh, dass seit Ende des vergangenen Jahres die Proteste und Kundgebungen von Globalisierungskritikern vor ihren Filialen nicht mehr abreissen wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grund für den Zorn der Demonstranten ist, dass sich Starbucks beharrlich gegen das Ansinnen der äthiopischen Regierung wehrt, die Namen von in Äthiopien produzierten Kaffeesorten in den USA schützen zu lassen. Kaffeepackungen, die bei Starbucks für bis zu 26 Dollar pro Pfund über die Theke gehen, hießen bis vor Kurzem Yirgacheffe, Sidamo und Harar – alles Bezeichnungen für Anbauregionen in Äthiopien. Die Bauern in den Regionen bekommen hingegen im Durchschnitt nicht mehr als 75 Cents pro Pfund. Durch die Patentklage möchte Äthiopien sich nun die Möglichkeit sichern, an dieser riesigen Marge mitzuverdienen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bob Winter, ein Anwalt in Washington, der Äthiopien vertritt, bezeichnet die Klage als wichtigen Präzedenzfall für Drittweltländer.  Der Weg, über den Anspruch auf „intellectual property“  ein höheres Maß an Kontrolle über den Vertrieb der eigenen Produkte zu erzielen, könnte nach Ansicht von Winter für afrikanische Nationen Türen aufstossen, um sich von Entwicklungshilfe und Weltbankdarlehen unabhängig zu machen. So macht  Kaffee etwa 35 Prozent des Gesamtexports von Äthiopien oder etwa 106 Millionen Dollar aus. Ein Erfolg vor amerikanischen Gerichten könnte entsprechend spürbare Auswirkungen auf die äthiopische Wirtschaft haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Widerstand von Starbucks gegen das äthiopische Ansinnen stösst indes in Äthiopien auf Unverständnis, zumal die Nation von Starbucks für die Verwendung der Namen keine Lizenzgebühren verlangen würde. „Sie haben es nicht geschafft, ihre Bedenken plausibel zu formulieren“, sagte der Direktor des äthiopischen Büros für geistiges Eigentum, Getachew Mengistie, nachdem Starbucks Chef Jim Donald im vergangenen November persönlich in Adis Abeba vorgesprochen hatte. Das Argument von Starbucks, ein Lizenzvertrag zwischen Äthiopien und Starbucks sei rechtswidrig, hält der Anwalt der äthiopischen Regierung Bob Winter jedenfalls für „völligen Unsinn.“ Er glaube viel eher, so Winter, dass es Starbucks darum gehe „volle Kontrolle über den Vertrieb“ zu behalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem Starbucks gemerkt hat, dass der Widerstand gegen das Ansinnen Äthiopiens dem Image des Konzern massiv schadet, hat die Kaffeehauskette nun in einem Statement zumindest das Recht des ostafrikanischen Landes eingeräumt, den Namen seiner Anbauregionen schützen zu wollen. Die Kaffeesorten Harar und Sidamo hat Starbucks mittlerweile umbenannt. Trotzdem kauft Starbucks weiterhin Kaffee aus Äthiopien. Die Profitmarge ist anscheinend bislang auch dann noch groß genug, wenn sich der exotische Klang der Produktnamen nicht in Dollars und Cents ummünzen lässt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5804133749192872703?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5804133749192872703'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5804133749192872703'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/03/starbucks-verweigert-thiopien-das-recht.html' title='Starbucks verweigert Äthiopien das Recht an den eigenen Kaffeemarken - Herstellerland will Namen in USA schützen lassen'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5810070564006937160</id><published>2007-03-05T05:02:00.000-08:00</published><updated>2007-03-05T05:04:44.749-08:00</updated><title type='text'>Der Fernsehreporter als Entdeckerheld und Blasphemiker - Doku-Drama soll die Ostergeschichte wiederlegen</title><content type='html'>Die Wissenschaftler konnten ihren Neid auf das Getöse um das am Sonntag im US-Kabelfernsehen ausgestrahlte Jesus-Doku-Drama nur schwer unterdrücken. „Archäo-Porno“ sei das gewesen, was man da gerade gesehen habe, platzte es giftig aus dem angesehenen Altertumsforscher James Reed heraus, als er gebeten wurde, die Talkshow-Runde im Anschluss an „The Jesus Family Tomb“ (Das Grab der Jesus Familie) zu eröffnen. In dem Zweistunden-Streifen hatte der israelisch-kanadische Journalist Jacobovici behauptet, das Grab von Jesus Christus samt Gebeinen unter einem Wohnungs-Neubau in Jerusalem gefunden und somit die Legende von der Wiederaufersteheung Christi widerlegt zu haben. Seit einer Woche war der vermeintliche Fund Thema in allen großen US-Medien. Von so viel Aufmerksamkeit können konventionelle Jesus-Forscher wie Reed normalerweise nur träumen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Reporter focht die Kritik allerdings nicht weiter an. Er sei kein Wissenschaftler, entgegnete er selbst gewiss und somit nicht an die Methodologie empirischer Beweisführung gebunden. Er sei Journalist, so Jacobovici, und die Sorgfaltspflicht seiner Zunft habe er mehr als ausreichend beachtet. Zwei Jahre hat Jacobovici, finanziert von   Hollywood-Prouzent James Cameron (Titanic), damit zugebracht zu beweisen, dass er tatsächlich auf die Knochen Jesu, seiner Mutter Maria, derer von Maria Magdalena, von Matja oder Matthäus, dem Urgroßvater Jesu, sowie des vermeintlichen Jesus-Bruders Jose gestossen ist. Die statistische Wahrscheinlichkeit der Echtheit seiner Fundes hatte Jacobovici ausrechnen, DNA-Untersuchungen der Gebeine-Reste und chemische Analysen der Grab-Patina anstellen lassen, sowie sich mit zahlreichen Experten beraten. Mehr könne und brauche er nicht zu tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um einen packenden Wissenschafts-Krimi zu erzählen, reichte das auch tatsächlich vollig aus. Der Mystery-Thriller beginnt unscheinbar mit einem Bauarbeiter, der beim Ausheben des Fundaments zu einem Wohnhochhaus in Jerusalem eine Gruft entdeckt. Eigentlich in dieser Stadt ein alltägliches Ereignis, doch wir werden per bedeutungsschwangerer sphärischer E-Musik schon darauf eingestellt, dass dies nicht irgendeine Gruft ist. Vorhang auf für den Reporter, der als Held wie aus dem Nichts die Szene betritt und der den Verdacht hat, dass es sich bei der Ausgrabung um etwas Besonderes handelt. Wie Philip Marlowe fügt er ein Indiz an das Nächste, bis am Ende des Films der Zuschauer vermeintlich vor einem vollständig zusammen gefügten Puzzle sitzt.  Immer wieder wird dabei eingeblendet, wie die Ritzungen an der Knochen-Truhe der Familie Jesus mit einem Archäologen-Pinsel gereinigt werden, um die schichtweise Freilegung der Wahrheit visuell in Szene zu setzen. Mit jeder Pinselung  verdichtet sich Jacobovicis sensationelle Hypothese zur Theorie. Am Ende scheint die Evidenz erdrückend zu sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wissenschaftlich ist das Ganze freilich nicht. Es wird vielmehr eine Plausibilität an die andere aufgeschnürt und sich von einem dieser plausiblen Argumente zum nächsten gehangelt. „So stellt man keine dauerhafte Verbindung von Wissenschaft und Religion her“, beschwert sich deshalb auch Professor Reed in der Talkrunde. Per gesicherter Methode die wahre Geschichte historischen Jesus aufzudecken ist allerdings auch gar nicht das Ziel von Jacobovici und Cameron. Vielmehr geht es um die Verführung und dabei lehnt er sich im Vorgehen eher  – wie im Vorfeld der Ausstrahlung schon hinlänglich bemerkt wurde – an Dan Brown an, denn beispielsweise an Howard Carter. Es ist ein gekonntes Spiel mit einem schlüssig argumentierten Gegenentwurfs zu sicher geglaubten Gewissheiten, der Flirt mit alternativen Realitäten, der den Zuschauer in die Story hineinzieht. Die wahre Geschichte der Menschheit und unserer Zivilisation, so das heisse Versprechen, muss erst noch geschrieben werden. Geschichten, dass das Menschengeschlecht per UFO von einem anderen Planeten gekommen ist hauen in eine ähnliche Kerbe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass die Wissenschaft sich davon provoziert fühlt ist kein Wunder. Denn schließlich ist das Projekt der Aufklärung, auf dem sie fußt,  nichts anderes, als das Angebot einer Counter-History, die das Weltbild des Mittelalters umstossen will.  So versuchen rationalistische Skeptiker seit Ende des 18. Jahrhunderts die Auferstehungsfabel zu widerlegen. Die im Wortsinn Schriftgläubigen hat jedoch alle Empirie noch nie zu Überzeugen vermocht. Vermutlich wird das auch der Film von Jacobovici nicht schaffen. Aber er unterhält zumindest für eine Weile. Besser jedenfalls und mit mehr Breitenwirkung als theologische Abhandlungen und methodisch abgesicherte Ausgrabungs-Berichte. Und so muss die Wissenschaft wie auch immer zähneknirschend zugestehen, dass die Fernsehunterhaltung ihr den Rang abgelaufen hat. Selbst, wenn es darum geht, die Fundamente unserer Zivilisation neu zu errichten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5810070564006937160?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5810070564006937160'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5810070564006937160'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/03/der-fernsehreporter-als-entdeckerheld.html' title='Der Fernsehreporter als Entdeckerheld und Blasphemiker - Doku-Drama soll die Ostergeschichte wiederlegen'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-6145278158205844705</id><published>2007-03-03T12:52:00.000-08:00</published><updated>2007-03-03T12:54:07.969-08:00</updated><title type='text'>Angriff des Anti-Snobs</title><content type='html'>Präsidentschaftskandidat John Edwards verkörpert Bodenständigkeit und Volksnähe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,469502,00.html"&gt;http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,469502,00.html&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-6145278158205844705?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6145278158205844705'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6145278158205844705'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/03/angriff-des-anti-snobs.html' title='Angriff des Anti-Snobs'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-5295598497715262918</id><published>2007-03-01T09:31:00.000-08:00</published><updated>2007-03-01T09:32:29.643-08:00</updated><title type='text'>Ein Pinguin als Erlöser</title><content type='html'>NHL Jungstar Sidney Crosby soll die US-Eishockey-Liga aus der Krise führen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.spiegel.de/sport/ussports/0,1518,468349,00.html"&gt;http://www.spiegel.de/sport/ussports/0,1518,468349,00.html&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-5295598497715262918?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5295598497715262918'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/5295598497715262918'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/03/ein-pinguin-als-erlser.html' title='Ein Pinguin als Erlöser'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-6481341368608043313</id><published>2007-02-22T13:37:00.000-08:00</published><updated>2007-02-22T13:38:07.908-08:00</updated><title type='text'>250 Millionen Dollar Baby - David Mamets bissiger Beitrag zu den Oscars</title><content type='html'>Lesen Sie unter&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1080852"&gt;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1080852&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-6481341368608043313?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6481341368608043313'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/6481341368608043313'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/02/250-millionen-dollar-baby-david-mamets.html' title='250 Millionen Dollar Baby - David Mamets bissiger Beitrag zu den Oscars'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8580399966724816188</id><published>2007-02-19T09:29:00.000-08:00</published><updated>2007-02-20T14:23:02.739-08:00</updated><title type='text'>Comedy-News von Rechts - Fox's Antwort auf die Daily Show</title><content type='html'>(Franfurter Rundschau, 20.2.2007)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwischen Parodie und Häme herrscht ein feiner aber entscheidender Unterschied. Gute Parodien beinhalten ein Augenzwinkern, Häme hingegen ist unumwunden boshaft. Vor allem jedoch sind Parodien witzig. Häme hingegen nicht. Als sich der rechtskonservative US-Fernsehsender Fox kürzlich entschloss, das erfolgreiche Format der Nachrichtenparodien auf dem Kabarett-Kanal Comedy Central zu kopieren, hat er diese Grenze zwischen Parodie und Häme deutlich überschritten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die abendliche Daily Show des Kabarettisten Jon Stewart, gefolgt vom „Colbert Report“ seines Kollegen Steven Colbert haben sich in den USA zur obligatorischen Ergänzung der Abendnachrichten auf den etablierten Netzwerken entwickelt. Ihr Erfolg beruht darauf, den Eiertanz der Ausgewogenheit in diesen Medien zu entlarven, der angesichts der Nachrichtenlage seit dem 11. September sowie dem Wahnsinn der Bush-Regierung zusehends abstruser wurde. Die Replik aus dem konservativen Lager, am vergangenen Sonntagabend erstmals auf Fox zu sehen, wirkt hingegen wie eine beleidigte und billige Retourkutsche von rechts aussen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da wird etwa von den vermeintlichen Nachrichtensprechern ein T-Shirt-Produzent interviewt, der sein Geld sowohl mit Che Guevara-Hemden, als auch mit dem Konterfeit von Kim Il Jung und Idi Amin verdient. Ziel des Beitrags ist es, die Verherrlichung des südamerikanischen Kult-Revolutionärs durch die Linke zu diskrediteren und sie mit der Verehrung krimineller Diktatoren gleichzusetzen. Doch dem Spot fehlt völlig der Punch – es ist eine lediglich motzige Polemik gegen das, was man sich bei Fox offenbar unter einem linken Weltbild vorstellt. Nicht einmal dem eingefleischtesten Republikaner wird das ein Kichern entlocken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das gleiche gilt für die „Werbespots“ der Bürgerrechtsvereinigung ACLU, die die „Half Hour News Show“ jeweils kurz vor der Werbepause einblendet. Da verkündet ein ACLU-Aktivist stolz, dass er für Neo-Nazis das Recht erwirkt hat, ungehemmt Rassenhass zu versprühen und für schwangere Frauen das Recht auf ungehemmten Drogenkonsum. Es ist klar, was damit gesagt werden soll, nur zum Lachen ist das nicht. Ein wohlmeinender aber möglicherweise fehl geleiteter Bürgerrechtler bietet nun einmal nicht die Angriffsfläche, die George Bush täglich durch groteske Inkompetenz sowie Naivität liefert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überhaupt kein Humor ist aufzuspüren, wenn über Hilary Clinton gemeldet wird, dass ihre Wahlkampfmannschaft aus multi-ethnischen, multi-konfessionellen Lesben bestehen wird. Oder, dass die Enthüllung von Barack Obamas Kokainkonsum zu Uni-Zeiten ihn nicht einen einzigen Anhänger in der demokratischen Partei gekostet hat. Das ist blanke Galle, die da aus dem konservativen Lager in Richtung der Linken spritzt, die nun, gegen Ende der Bush-Regierungszeit, im Land rasant an Boden gewinnt. Komisch ist daran eigentlich nur die Tonspur mit Studiogelächter, die restlos deplaziert anmutet. Das wäre indes schon wieder Stoff für Stewart oder Colbert. Doch es gibt einen Punkt, an dem der endlose Selbstkommentar der Medien leer läuft. Spätestens dann nämlich, wenn für den Zuschauer nichts mehr dabei heraus springt, als das bissige Ausspucken einer bestens vertrauten Ideologie. Dass dem Propaganda-Sender der republikanischen Partei nichts anderes mehr einfällt, sagt eigentlich alles über den derzeitigen AZustand der Rechten in den USA aus.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8580399966724816188?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8580399966724816188'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8580399966724816188'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/02/comedy-news-von-rechts-foxs-antwort-auf.html' title='Comedy-News von Rechts - Fox&apos;s Antwort auf die Daily Show'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-7516459585458670327</id><published>2007-02-18T14:02:00.000-08:00</published><updated>2007-02-18T14:03:13.127-08:00</updated><title type='text'>Dubiose Geldtransfers: MoMa-CHef Lowry unter Druck</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1077613"&gt;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1077613&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-7516459585458670327?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7516459585458670327'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7516459585458670327'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/02/dubiose-geldtransfers-moma-chef-lowry.html' title='Dubiose Geldtransfers: MoMa-CHef Lowry unter Druck'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-7813269847650503960</id><published>2007-02-16T05:39:00.000-08:00</published><updated>2007-02-16T05:40:38.422-08:00</updated><title type='text'>Ein Mormone will ins Weisse Haus - Mitt Romney hat seinen Wahlkapmf eröffnet</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,466689,00.html"&gt;http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,466689,00.html&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-7813269847650503960?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7813269847650503960'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/7813269847650503960'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/02/ein-mormone-will-ins-weisse-haus-mitt.html' title='Ein Mormone will ins Weisse Haus - Mitt Romney hat seinen Wahlkapmf eröffnet'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-1208063082399798104</id><published>2007-02-14T13:45:00.000-08:00</published><updated>2007-02-14T13:46:44.840-08:00</updated><title type='text'>Dunkle Wolken über New Orleans - Der Wiederaufbau kommt nicht voran</title><content type='html'>Lesen Sie unter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/hintergrund/?em_cnt=1075008"&gt;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/hintergrund/?em_cnt=1075008&lt;/a&gt;&amp;amp;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-1208063082399798104?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1208063082399798104'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1208063082399798104'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/02/dunkle-wolken-ber-new-orleans-der.html' title='Dunkle Wolken über New Orleans - Der Wiederaufbau kommt nicht voran'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-8104452281267549082</id><published>2007-02-12T11:52:00.001-08:00</published><updated>2007-02-12T11:55:11.428-08:00</updated><title type='text'>Der König der Wall Street - Stephen Schwarzman feiert seinen 60. Geburtstag an der Park Avenue</title><content type='html'>(Frankfurter Rundschau, 13.2.2007)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich gibt es im anti-monarchistischen Amerika keine Paläste im engeren Sinn. Wenn man dennoch in New York nach einem Palast-ähnlichen Edifiz sucht wird man bald auf das Zeughaus des glorreichen siebten US-Regiments an der Park Avenue stossen. Von Aussen erinnert die „Armory“ mit Zinnen und Ecktürmen an eine Ritterburg. Die Innenräume aus den 1880er Jahren sind indes der Inbegriff amerikanischer Vorstellungen von Prunk. Die überbordenden Ornamente der riesigen Hallen bedienen sich bei der Formensprache aller Hochkulturen der Menschheitsgeschichte: arabischer, japanischer und chinesischer Zierrat vermengen sich unter einem gothischen Gewölbe so hoch wie das Hauptschiff von Notre Dame.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein passender Ort für die Krönung eines amerikanischen Königs. Und genau deshalb hat sich wohl Stephen Schwarzman die Armory für die Feier zu seinem 60. Geburtstag am Dienstag ausgesucht, zu der 1500 der wichtigsten Leute Amerikas erwartet werden. Der Sohn eines Kurzwarenhändlers aus Philadelphia feiert nicht nur sein Wiegenfest, sondern auch die Tatsache, dass er auf der obersten Stufe der amerikanischen Gesellschaft angekommen ist. Er ist Chef von Blackstone, der erfolgreichsten Investmentfirma an der Wall Street, die derzeit die mit einem Wert von mehr 39 Milliarden größte Firmenübernahme der Geschichte finanziert. Er verdient rund 100 Millionen Dollar im Jahr, sein Vermögen wird auf dreieinhalb Milliarden geschätzt. Sein 35-Zimmer-Apartment an der Park Avenue ist inklusive der exquisiten Kunstsammlung 100 Millionen wert. Schwarzman ist im Vorstand wichtiger Kultureinrichtung wie dem Kennedy Center in Washington und hat einen direkten Draht zu den Mächtigen der Welt vom Prinzen Michael von Kent bis zu George Bush. „Für ihn gibt es keine Leiter mehr zu erklimmen, er ist angekommen“, sagt der New Yorker Gesellschafts-Reporter Nelson W. Aldrich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gesellschaftlich dort hin zu gelangen, wo er jetzt steht, war schon immer Schwarzmans Traum – mehr noch fast, als die Milliarden, die er angehäuft hat. Seit er Ende der 60er Jahre in der Patriziervilla des Wall Street Moguls und Präsidentenberaters Averell Harrimann zum Essen eingeladen war, erzählt Schwarzman freimütig, wollte er immer zu diesen Kreisen gehören. Deshalb hat er stets seine gesellschaftliche Karriere ebenso systematisch verfolgt, wie seine Wall Street Karriere. Es ist gewiss kein Zufall, dass die Wohnung an der Park Avenue, die er jetzt bewohnt, früher John D.Rockefeller Jr. gehörte. Und mit seinem großzügigen Engagement für New Yorker Kultureinrichtungen wie die Public Library und das New York City Ballet ahmt Schwarzman betont den Gestus der „Old Money“- Dynastien wie den Rockefellers, den Morgans und den Carnegies nach. Schwarzman würde nichts lieber, als einmal mit den großen Namen des amerikanischen Kapitalismus in einem Atemzug genannt zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tatsache, dass er kurz davor steht, diesen Status zu erreichen, beweist Schwarzmans Fähigkeit und Neigung, Regeln zu mißachten und neu zu schreiben. „Es gibt keine wirkliche Klassen-Struktur mehr in New York“, beklagt Michael Thomas, ein ehemaliger Wall Street-Bankier und Romancier. „Nur noch verschiedene Abstufungen der Prominenz.“ Einst zählte für den Eintritt in die Gesellschaft noch vor allem der Stammbaum – heute reicht zunehmend die Größe des Bankkontos. Schwarzman wollte immer gerne heraus bekommen, wie weit sein Geld ihn in der Society bringt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, wie er die Regeln der New Yorker Society auf den Kopf stellt, war er auch maßgeblich daran beteiligt, die Regeln der Finanzwelt neu zu schreiben. Schon als Schwarzman 1985 mit seinem Partner Pete Peterson die Firma Blackstone gründete, setzte er auf das Geschäftsmodell der Private Equity Firma, damals noch eher ein Randphänomen der Finanzwelt. Spätestens seit dem Beinahe-Kollaps der globalen Finanzmärkte um die Jahrtausendwende hat sich Private Equity als Zentrum und Zukunft des globalen Kapital-Geschäfts heraus kristallisiert. Und im Zentrum des Zentrums steht Schwarzman.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schwarzman traf Pete Peterson Anfang der 80er Jahre an der Wall Street bei dem angesehen Investment-Haus Lehmann Brothers. Schwarzman war ein junger, vom Ehrgeiz getriebener Financier, der seine prestigereichen Studienabschlüsse in Yale und Harvard anders als sein Kommilitone George Bush nicht durch Herkunft sondern durch Brillianz und Fleiß ergattert hatte. Peterson hingegen war ein Blaublut, 20 Jahre älter als Schwarzman, ehemaliger Handelsminister unter Richard Nixon und mit ausgezeichneten Kontakten ausgestattet. Die beiden ergänzten und verstanden sich von Anfang an prächtig und als Lehmann aufgeteilt und verkauft wurde, starteten sie zusammen in einem Einzimmer-Büro ihre eigene Firma.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war die Zeit, in der an der Wall Street mit fremdfinanzierten Firmenübernahmen – sogenanten Leveraged Buyouts – das große Geld gemacht wurde und Blackstone schwamm zunächst mit dem Strom. Allerdings mit ein paar kleinen aber gewichtigen Unterschieden. Blackstone ließ sich niemals auf feindliche Übernahmen von Firmen gegen den Willen der Vorstände ein. Und Blackstone scheute sich nie, Mitbewerber um die zu übernehmenden Firmen mit ins Boot zu holen und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Die Strategie Firmen zu übernehmen, sie durch Entlassungen und sonstige Einschnitte schlank zu machen und für den raschen Dollar wieder los zu schlagen, war Schwarzman immer zu simpel. Interssanter war es für ihn, neue Strategien zu entwickeln, um den Wert der Firmen zu steigern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Blackstone, das mittlerweile Büros in Hamburg, Paris, London und Atlanta hat und 500 Leute beschäftigt, hat sich seit 1985 auch in andere Ecken des Finanzmarktes gewagt – es betreibt unter anderem einen erfolgreichen Hedge-Fond und ein florierendes Imobiliengeschäft. Kern des Blackstone-Imperiums bleiben jedoch Übernahmen und Umstrukturierungen. Ein Bereich, der seit der Krise vor etwa sieben Jahren boomt. Und mit der jahrzehntelangen Erfahrung auf diesem Gebiet war Blackstone damals in einer idealen Position, den Boom auszunutzen. Seit 2000 landet Blackstone einen Rekord-Deal nach dem anderen. Schwarzmans Ruf als ebenso bedächtiger wie kreativer Investorenvertreter hat Vertrauen bei den Vorständen geschaffen. Und Schwarzman rechtfertigt dieses Vertrauen – sogar den bankrotten Energie-Konzern Enron hat er hin gebogen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade weil seine Umstrukturierungen komplexer sind, als simple Verschlankungen, wehrt sich Schwarzman gegen die Vorwürfe, dass er ein Schädling am Gemeinwohl sei, wie ihm zuletzt in Deutschland im Zusammenhang mit der Übernahme des Frankfurter Chemiunternehmens Celanese wieder vorgeworfen wurde. „Das basierte auf Angst und nicht auf Fakten“, sagt Blackstone zu der „Heuschrecken-Diskussion“ und kann dabei darauf verweisen, dass es bei Celanese in Deutschland zwischen der Übernahme durch Blackstone und dem Börsengang an der Wall Street eben keine Massenentlassungen gegeben habe. Dass das Unternehmen heute trotzdem gesund ist und Blackstone gleichzeitig 2,3 Milliarden an dem Deal verdient hat, schreibt Schwarzman freilich seiner eigenen Genialität zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Skeptiker seine Methoden dennoch kritisieren, weil er die umgedrehten Unternehmen mit hohen Schulden zurück lässt und den Kollaps somit potenziell nur verzögert, juckt den König der Wall Street freilich wenig. Schon gar nicht am Dienstag wenn er an der Park Avenue Hof hält, Rod Stewart für eine Gage von rund einer Million aufspielt und sich Außenministerin Condoleeza Rice mit Edward Kennedy beim Cocktail dezent über Kunst unterhält. Dann wird Schwarzman sich zufrieden umschauen, sich an das Geschäft seines Vaters in Philadelphia erinnern und mächtig über sich selbst staunen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-8104452281267549082?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8104452281267549082'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/8104452281267549082'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/02/der-knig-der-wall-street-stephen_12.html' title='Der König der Wall Street - Stephen Schwarzman feiert seinen 60. Geburtstag an der Park Avenue'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-3427056915723907728</id><published>2007-02-10T12:06:00.000-08:00</published><updated>2007-02-09T09:44:53.600-08:00</updated><title type='text'>Tingel Tour - Floyd Landis reist durch die USA um sich davon zu überzeugen, dass noch jemand an ihn glaubt</title><content type='html'>(Süddeutsche Zeitung, 8.2.2007)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer guten Stunde hatte die versammelte New Yorker Radsportszene offenbar genug&lt;br /&gt;Dopinggeschichten gehört. Floyd Landis, so wurde aus dem rund 200 Personen starken Publikum in der Abfüllhalle einer Brooklyner Kultbrauerei gefordert, solle doch lieber nochmal die Geschichte von der Etappe bei der letzten Tour de France erzählen, als er mit seinem heroischen Ritt das Gelbe Trikot eroberte. Landis ließ sich nicht zwei Mal bitten und führte die gebannt an seinen Lippen hängenden Radler in jedem Detail noch einmal durch jene Stunden, in denen er es diesen Deutschen und diesen Spaniern in den Alpen gezeigt hatte. Die Fans dankten dem in skeptischeren Teilen der Welt geächteten Champion mit ausgedehntem Szenenapplaus und Landis gönnte sich mit einem tief zufriedenen Gesichtsausdruck einen großen Schluck der Hausmarke.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ziel des Abends war erreicht. „Diese Veranstaltungen“, gab Landis später zu, „sind eigentlich in der Hauptsache dazu da, um mich ein wenig aufzumuntern.“ Offfenbar braucht Landis derzeit reichlich Aufmunterung, denn er wird in den kommenden Wochen ähnliche Treffen in allen großen Städten der USA sowie in den einschlägigen amerikanischen Radsporthochburgen wie Colorado abhalten. Zusammen mit seinen Rechtsanwälten, seinen PR-Beratern und  seinen Ärzten stellt er seiner verbliebenen Anhängerschaft seine Verteidigungsstrategie in den gegen ihn anhängigen sportrechtlichen Verfahren vor. Es ist eine Art Beschwörungsritual bei dem das Landis-Team sich versichert, dass es tatsächlich noch Leute gibt, die hinter dem noch immer amtierenden Tour-Sieger stehen und zugleich diesen Leuten argumentatives Futter für ihre Treue liefert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Alles hat einen  konspirativen Beigeschmack – die Zusammenkunft zwischen Braukesseln in einer Seitenstrasse des Brooklyner Szeneviertels Williamsburg wirkte wie die Sitzung eines Geheimbundes, der Strategien für einen Putsch plant. Und tatsächlich will die Landis-Klicke nicht einfach nur in einem Sportgerichtsverfahren einen Freispruch erzielen. Sie wollen das ganze System der Sportjurisdiktion reformieren. „Das System will schnelle Resultate und opfert dabei die Gerechtigkeit“, leitete der Manager des „Floyd-Fairness-Funds“, der Ex-Rennfahrer Brian Rafferty, den Abend ein.  Die Lösung, so der smarte  PR-Stratrege von der Wall Street, könne nur eine „Amerkanisierung dieses Systems“ sein. Amerikanische Standards von Fairness und Gerechtigkeit sollen her, wie etwa das viel bemühte Recht auf die Unschuldvermutung. Vor allem aber – und das ist wirklich originell – eine „unabhängige“ Kontrolle der Anti-Dopingbehörden. „Unabhängig“ heißt hier privatwirtschaftlich – ganz nach dem  Credo der US-Konservativen, dem gemäß alles staatliche suspekt ist. In Europa sieht man das freilich zumeist noch immer anders herum – Unabhängigkeit garantieren hier staatlich finanzierte Instanzen wie die Verbände und die Anti-Doping-Agenturen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor das ganze System reformiert wird muss Landis freilich erst noch seine Fälle vor der US- Antidopingagentur und ihrem französischen Pendant AFLD vertreten. Die USADA will im Mai über eine Sperre von Landis entscheiden, die AFLD entscheidet heute, ob sie dem Antrag von Landis’ Anwälten statt gibt, das Verfahren über die Sperrung auf französichem Boden zu verschieben. Die Methoden, mit denen Suh und seine Kollegen von der  kalifornischen Kanzlei Gibson, Dunn &amp; Crutcher vorgehen, sind dabei im Vergleich zum revolutionären Anspruch konventionell und bestens vertraut. Dem Dopinglabor in Frankreich sollen Verfahrensfehler nachgewiesen werden und bei der USADA spielen die Anwälte auf Zeit, in dem sie zunächst einmal die Herausgabe aller vorliegenden belastenden Unterlagen fordern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Feldzug kann also dauern.  Anscheinend hat Floyd Landis einen langen Atem. Man fragt sich allerdings, wie er gedenkt, sich das als arbeitsloser Profi ohne Werbeverträge leisten zu können. Zumal er selbst zugibt, die Kampagne aus eigenen Mitteln „höchstens noch zwei, drei Monate“ durch halten zu können. Etwa  zwei Millionen würde die Verteidigung insgesamt kosten, schätzt Brian Rafferty vom „Floyd Fairness Fund“ – zwei Millionen, die mit Radsportler-Treffen in Szene-Kneipen gewiss nicht einzuspielen sind. Auch, wenn der Obolus für einen Abend mit Geschichten über Testosteron und mit zwei Stunden Freibier stolze 35 Dollar beträgt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Geld, das ist klar, kommt von irgendwo anders. Daraus macht Landis auch keinen Hehl und bedankt sich öffentlich bei mysteriösen Gönnern, die ihm das alles ermöglichen. Vermutlich sind das die gleichen Leute, die ihm den Kontakt zu der vornehmen, weltweit operierenden Großkanzlei in Los Angeles, bei der Maurice Suh arbeitet, verschafft haben. „Gemeinsame Bekannte“, so Suh diskret, hätten ihn und Landis zusammen gebracht. Weitere Hinweise verweigerte der junge Karriere-Advokat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Welches Interesse auch immer diese anonymen Drahtzieher verfolgen – Landis fühlt sich ihnen verpflichtet und widmet, wie er sagt, derzeit seine ganze Kraft dem Kampf gegen die Entrechtung der Athleten durch übereifrige und korrupte Funktionäre. An Radfahren, so Landis sei da parallel nicht zu denken. Landis kennt derzeit nur eine Rundfahrt -  seine Tournee durch die Standorte der US-Radsport-Subkultur.  Die erste Etappe in New York war dabei magels Konkurrenz ein klarer Sieg. Sogar ein paar Dollar Preisgeld sprangen dabei heraus – ein New Yorker Fan ersteigerte zugunsten des „Fairness Funds“ ein original Gelbes Tour-Trikot von Landis für 2000 Dollar. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-3427056915723907728?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3427056915723907728'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/3427056915723907728'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/02/tingel-tour-floyd-landis-reist-durch.html' title='Tingel Tour - Floyd Landis reist durch die USA um sich davon zu überzeugen, dass noch jemand an ihn glaubt'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-1563269804023565752</id><published>2007-02-09T09:31:00.000-08:00</published><updated>2007-02-09T09:32:26.456-08:00</updated><title type='text'>Anna Nicole Smith ist tot - Tragisches Ende einer verpfuschten Existenz</title><content type='html'>Kaum eine Nachricht hat in den vergangenen Wochen Amerika so bewegt, wie der gestrige Tod der 39 Jahre alten Anna Nicole Smith. Seit 15 Jahren, als sie als Playmate auf dem Playboy-Titel erschien, fesselte Nicole Smith die amerikanische Öffentlichkeit mit ihrem bizarren Lebenswandel. In einer Mischung aus Faszination und Mitleid beobachtete die Nation gebannt ein öffentliches Leben, das immer mehr aus dem Ruder lief, und das nun ein tragisches Ende fand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am frühen Donnerstag Nachmittag fand eine persönliche Krankenschwester von Smith ihre Patientin bewusstlos auf dem Boden eines Hotelzimmers in Florida. Wiederbelebungsversuche durch Anna Nicole Smiths Bodyguard scheiterten und eine gute Stunde später wurde Smith im örtlichen Krankenhaus für Tod erklärt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Todesursache von Anna Nicole Smith ist vorläufig noch ungeklärt. Eine am Freitag durch geführte Autopsie soll Aufschluss darüber geben, woran sie gestorben ist. Unklar blieb auch, was sie eigentlich in Florida zu tun hatte, wo sie sich mit ihrem derzeitigen Lebensgefährten Howard K. Stern aufhielt. Stern war mit Anna Nicole Smith zusammen in dem Hotelzimmer, als sie gefunden wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Indizien sprechen allerdings dafür, dass ihr Tod mit Drogenkonsum zusammenhängt. Schon seit langer Zeit schien Smith bei öffentlichen Auftritten unter Drogen- und Alkoholeinfluss zu stehen. Vor allem in ihrer Fernsehsendung, der Anna Nicole Smith Show, fiel häufig auf, dass sie sich nicht klar artikulieren konnte. Die Sendung war eine Reality Show über das Privatleben von Smith.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spätestens im vergangenen September wurde Anna Nicole Smiths ohnehin labiler Seelenzustand vollends aus der Bahn geworfen. Drei Tag nach der Geburt ihrer Tochter, Dannielynn war ihr 20 Jahre alter Sohn Daniel Smith während eines Besuchs am Mutterbett von Smith gestorben. Die Todesursache ihres Sohnes war die gleichzeitige Einnahme von Methadon und Anti-Depressiva gewesen. Zu der Trauer um den Sohn kam in den letzten Wochen noch die Belastung einer Vaterschaftsklage hinzu. Der eingetragene Vater von Dannielynn ist Howard K.Stern, Anna Nicole Smiths ehemaliger Rechtswanwalt. Ein ehemaliger Freund von Nicole Smith, der Fotograf Larry Birkhead, beansprucht jedoch ebenfalls die Vaterschaft und hatte in Los Angeles eine Klage um seine Rechte eingereicht. Am heutigen Freitag hatte Anna Nicole Smith im Zusammehang mit der Klage eine DNA-Probe in Los Angeles abgeben sollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die chaotischen Ereignisse der letzten Lebensmonate von Nicole Smith waren indes nur die Fortsetzung eines chaotischen, sehr öffentlichen Privatlebens. Nicole Smith war schon 1994 in die Schlagzeilen der Klatsch-Presse geraten, als sie, damals 25-Jährig, den texanischen Ölmilliardär Howard Marshall heiratete. Marshall war 89 Jahre alt und hatte Smith in einem Strip-Club in ihrer Heimatstadt Houston kennen gelernt, wo sie gearbeitet hatte. Marshall war bereits Smiths zweiter Mann, der Vater ihres ersten Kindes war ein 16 Jahre alter Koch aus einem Schnellrestaurant gewesen, in dem Smith gekellnert hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Smiths neuer Mann, Marshall, starb 14 Monate nach der Hochzeit und Smith erklagte sich zunächst 474 Millionen Dollar aus seinem Erbe. In Folgeprozessen mit Marshalls beinahe 70 Jahre altem Sohn verlor sie das Geld jedoch wieder. Ein weiterer Prozess um das Marshall Erbe war noch in der Schwebe, als Anna Nicole Smith vorgestern starb.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Smith, die in ihrem Auftritt und Aussehen immer versuchte ihr Vorbild Marilyn Monroe nach zu ahmen, gilt als Inbegriff eines Prominententyps, der in den 90er Jahren entstand und heutzutage von Figuren wie Paris Hilton verkörpert wird. Smith war eine der ersten, die, wie die Nachrufe in den amerikanischen Tageszeitungen einstimmig schreiben, nur „für das prominent sein prominent war“. Ausgangspunkt für ihr Leben im Rampenlicht war ihr Sexappeal – das öffentliche Interesse an Smith verlagerte sich jedoch bald auf ihre tragikomischen Schicksalswendungen. Und dieses Interesse erlischt auch nicht mit ihrem Tod – die Spekulationen über die Umstände und Hintergründe der Ereignisse in Florida haben gerade erst beginnen.&lt;br /&gt;Sebastian Moll&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-1563269804023565752?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1563269804023565752'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/1563269804023565752'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/02/anna-nicole-smith-ist-tod-tragisches.html' title='Anna Nicole Smith ist tot - Tragisches Ende einer verpfuschten Existenz'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-2920416171001436303</id><published>2007-02-04T22:32:00.000-08:00</published><updated>2007-02-04T22:34:11.502-08:00</updated><title type='text'>Die alten Wunden brechen wieder auf - Acht ehemalige Mitglieder der Black Liberation Front verhaftet</title><content type='html'>Frankfurter Rundschau, 4.2.2007&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die Nachbarn an der 145ten Straße in Queens, einem beschaulichen New Yorker Wohnviertel mit Einfamilienhäusern, war Gabriel Torres-Riviera der freundliche ältere  Herr von nebenan. Er pflanzte jeden Frühjahr Stiefmütterchen vor dem Haus, half der alten Dame von Nebenan ihren Müll an die Straße zu bringen und besserte seine Pension mit Übersetzungen aus dem Spanischen auf. Deshalb war es ein Schock, als vergangene Woche in Queens plötzlich drei Polizeistreifen vorfuhren und Herrn Riviera in Handschellen abführten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch Gabriel Torres-Riviera war nur einer von acht Männern im Alter um die 60, die letzten Mittwoch in Kalifornien, New York und Florida fest genommen wurden. Ihnen wird vorgeworfen vor 36 Jahren, 1971, in einer Serie von Überfällen auf Polizeireviere in Kalifornien Polizisten kaltblütig ermordert zu haben. Gabriel Torres-Riviera etwa soll zusammen mit einem Komplizen in ein Revier in San Francisco gestürmt sein und ohne Warnung um sich geschoßen haben. Dabei kam der Polizist John Young ums Leben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den verspäteten Zeitpunkt der Verhaftungen begründete das FBI damit, dass es erst jetzt dank moderner Fahndungsmethoden möglich geworden sei, gegen die Verdächtigen stichhaltige Beweise vorzubringen. Im Fall von Mr. Riviera sind das Fingerabdrücke auf einem Feuerzeug, das er am Tatort verloren hatte.  So wurde Torres-Riviera und seine Mitangeklagten jäh aus einer sicher geglaubten bürgerlichen Existenz gerissen. Und Amerika wurde an eine Episode seiner Geschichte erinnert, die beinahe gänzlich in Vergessenheit geraten war. Die acht Männer waren damals nämlich Mitglieder der Black Liberation Army – des militanten Zweiges der radikalen Black Panther Party. Und so muss sich Amerika  – wie derzeit auch Deutschland – plötzlich mit der Frage beschäftigen, ob die Exzesse der Sechziger und Siebziger Jahre verjährt sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer die Black Liberation Army war, wissen heute in Amerika nur noch wenige. Während Martin Luther King Jr. mittlerweile ein Nationalfeiertag gewidmet wird, sind Namen wie Huey Newton, Stokley Carmicheal und Eldrige Cleaver nur noch Leuten bekannt, die die Sechziger Jahre erlebt oder sich damit intensiv beschäftigt haben. Die etablierte Geschichtsschreibung ehrt den zivilen Ungehorsam und den Mut zum gewaltfreien Widerstand. Die Tatsache, daß es einen zornigen Terrorismus von innen gab, wird hingegen gerne ignoriert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei  hatte die Black Power Bewegung, aus der die Panthers und schließlich auch die Liberation Army hervor gingen, Ende der Sechziger Jahre in den USA eine immense Zugkraft. In seinem neuen Buch über Black Power zitiert der Journalist Peniel Joseph sogar Martin Luther King selbst, der dazu mahnte, „die Werte von Black Power ernst zu nehmen.“  Immer wieder geriet King so nahe an den Rand seiner Kraft und seiner Geduld, dass der radikalere Weg von Black Power ihm sehr verlockend erschien: „Macht ist nicht das Erbrecht des weißen Mannes“ sagte King einmal. „Aber es wird sie niemand für uns hübsch verpacken und sie uns als Gesetzespaket freiwillig übergeben.“ Eine Rhetorik, die der von Black Power sehr nahe kam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Urszene von Black Power wird gemeinhin Stokley Carmichaels Rede während des Friedensmarsches 1966 durch Mississippi gesehen, den King organisierte hatte. Carmichael war verhaftet worden,  kehrte nach einer Nacht im Gefängnis zu den Marschierenden zurück und sagte: „Das ist das 27. Mal, dass ich verhaftet wurde. Und es war das letzte Mal. Die einzige Art und Weise, wie wir den weißen Mann davon abhalten können uns zu mißhandeln, ist, in dem wir die Macht an uns reißen. Ab jetzt fordern wir „Black Power“.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carmichael wurde bald zum Vorsitzenden der Black Panther Party, die ein Jahr zuvor Huey Newton und Bobby Seale in San Francisco gegründet hatten. Ihre offizielle Ideologie war ein vergleichsweise kruder Maoismus, zeitweise vermischt mit den pan-afrikanistischen Ideen von Kwane Nkrumah und Malcolm X. Vor allem strahlten sie jedoch wegen ihrer unbeugsamen Pose auf viele Afro-Amerikaner der Zeit eine unwiderstehlichen Anziehung aus. „Sie waren stolz, schwarz und stark. Und sie hatten eine Garderobe, von der man nur träumen konnte“, erinnert sich glühend Henry Louis Gates, heute Professor für afroamerikanische Studien in Harvard. Der schneidige Auftritt mit schwarzen Baretts, Lederjacken und engen schwarzen Rollkragenpullis, machte Newton und Carmichael zu Popikonen und inspirierte den Schriftsteller Tom Wolfe zu seinem zynischen Aufsatz über „radical chic.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Anfang beschränkten die Panthers ihre Gewaltbereitschaft auf die Selbstverteidigung. Sie wollten demonstrieren, daß sie sich gegen Polizeigewalt zur Wehr setzen würden. Als der Staat Kalifornien das Tragen von Feuerwaffen verbieten wollte, marschierten etwa uniformierte Black Panthers mit durchgeladenen Gewehren vor dem Staatskapitol auf. Und in schwarzen Ghettos wie Oakland umzingelten bewaffnete Panthers wie aus dem Nichts Polizeistreifen und hinderten sie daran, schwarze Autofahrer anzuhalten und zu schickanieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses martialische Auftreten sowie immer häufigere Feuergefechte mit der Polizei lösten Ende der Sechziger Jahre eine massive Gegenoffensive durch den Staat aus. FBI Chef J.Edgar Hoover identifizierte die Black Panthers als die „größte innere Gefahr“ für die USA und ließ die mittlerweile mehrere Tausend Mitglieder starke Partei von Hunderten von Agenten unterwandern. In Chicago richtete das FBI den Panther Anführer Fred Hampton und seine Familie in deren Wohnung regelrecht hin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter dem Druck des FBI spaltete sich die  Partei in einen zivilen Arm, der sich geläutert gab und auf Sozialarbeit in den Schwarzenghettos konzentrierte, sowie in einen militanten, der in den Untergrund ging. Der zivile Arm unter Huey Newton fiel nach und nach den Drogenproblemen seines Anführers zum Opfer. Der militante Arm, die Black Liberation Army unter Eldridge Cleaver verschrieb sich hingegen dem bewaffneten revolutionären Kampf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für spektakuläre Großaktionen wie sie etwa die RAF in Deutschland durchführte war die BLA jedoch zu schwach und zu schlecht organisiert. Bis 1981 kam es immer wieder Bankrauben und zu Schießereien mit der Polizei, wie etwa jene, wegen der jetzt die acht alten Männer verhaftet wurden. Das Attentat, dessen sie beschuldigt werden, war eine Racheaktion für die Erschießung eines Black Panther Anführers auf der Flucht aus dem St. Quentin Staatsgefängnis. In den 80er Jahren wurde es dann jedoch still um die schwarzen Terroristen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade angesichts der Tatsache, daß sich an diese Episode der amerikanischen Geschichte kaum jemand mehr erinnert, wundern sich in den USA nicht wenige, was der Staat heute noch von den alten Männern will. „Das war doch eine andere Zeit“, sagt etwa Elizabeth Fink, eine Rechtsanwältin, die bereits in anderen Fällen Mitglieder der Black Liberation Army vertreten hat. „Man sollte diese Leute in Ruhe lassen.“ Daß die Staatsanwaltschaft 36 Jahre lang verbissen weiter ermittelte, kann Fink nicht verstehen.  „Das FBI hasst bis heute diese Leute“, glaubt Stuart Hanlon, der Verteidiger von Hermann Bell, einem der Angeklagten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Vergangenheit ist für manche in den USA eben noch nicht vorbei. Ein wenig dürfte da  bei der Ordnungsmacht wohl auch die Angst mitschwingen, daß sich schwarzer Zorn jederzeit wieder in Gewalt entladen kann. Die letzten Unruhen in schwarzen Ghettos sind schließlich erst 13 Jahre her, in South Central LA oder in den verwüsteten Straßen von New Orleans ist die Gewalt noch immer an der Tagesordnung. Die Probleme, die einst freundliche Männer wie Gabriel Torres-Riviera zu den Waffen getrieben haben, bleiben weitgehend ungelöst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sebastian Mol&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/21088650-2920416171001436303?l=sebastianmoll.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2920416171001436303'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/21088650/posts/default/2920416171001436303'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sebastianmoll.blogspot.com/2007/02/die-alten-wunden-brechen-wieder-auf.html' title='Die alten Wunden brechen wieder auf - Acht ehemalige Mitglieder der Black Liberation Front verhaftet'/><author><name>Sebastian Moll</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-21088650.post-7220840241427919383</id><published>2007-02-01T11:37:00.001-08:00</published><updated>2007-02-01T11:40:21.661-08:00</updated><title type='text'>Helden der schwarzen Sache: Superbowl-Trainer Tony Dungy und Lovie Smith</title><content type='html'>Zwischen dem Halbfinale und dem Finale der amerikanischen Football-Liga NFL liegen zwei lange Wochen. Zwei Wochen in denen nichts passiert und in denen dennoch durch tägliche Medienberichte das Interesse der Fans am Lodern gehalten werden muss. Viele glauben, dass die Story von der historischen Premiere zweier schwarzer Coaches bei der Superbowl am Sonntag nur zu diesem Zweck aufgeblasen wird. Würden die Zeitungen und Fernsehstationen nicht täglich auf der Hautfarbe von Tony Dungy und Lovie Smith herumreiten, so die Kritiker, dann hätte überhaupt niemand gemerkt, dass sie schwarz sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;William Rhoden von der New York Times gehört hingegen eindeutig nicht zu denen, die finden, dass aus der Rassenfrage im amerikanischen Sport heutzutage nicht mehr so viel Aufhebens gemacht werden sollte. Rhoden hält die Tatsache, dass die Trainer der Finalgegner Indianapolis und Chicago beide schwarz sind, für alles andere als trivial: „Was für ein Drama“, jubelt
